Hyundai will Brennstoffzellen-Antriebssystem an Konkurrenten verkaufen

Hyundai will Brennstoffzellen-Antriebssystem für Wettbewerb öffnen
Grzegorz Czapski / Shutterstock.com

Der Artikel “Umschwung in China – Wasserstoff-Brennstoffzelle rückt in den Fokus” hat für Aufsehen gesorgt. Hat dieser doch aufgezeigt, wie viel Geld und Man-Power doch tatsächlich in die Wasserstoff-Brennstoffzelle in China fließt, während sie in Deutschland eher eine Randerscheinung ist.

Hyundai/KIA gehen gerade in Bezug auf die Wasserstoff-Brennstoffzelle mit gutem Beispiel voran und tätigen Milliardeninvestitionen in den Wasserstoffantrieb. Mit dem derzeit einzigen Brennstoffzellenfahrzeug von Hyundai, dem Nexo, reinigt man nicht nur bekanntermaßen die Luft, sondern kann sich auch in puncto Reichweite und Preis vom japanischen Konkurrenten Toyota Mirai absetzen.

Hyundai öffnet sich für Kooperationen – teils auf ungewöhnliche Art und Weise

Hyundai entwickelt als einer von sehr wenigen Autoherstellern weltweit alle Arten von Elektrofahrzeugen, von Hybrid- und Plug-In-Hybridautos bis hin zu reinen Elektro- und Brennstoffzellenautos. Bereits im Juni 2018 wurde bekannt, dass die Audi AG und die Hyundai Motor Group die Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie gemeinsam vorantreiben wollen. Geschehen soll dies durch einen wechselseitigen Tausch von Patenten und Zugang zu nicht wettbewerbsrelevanten Bauteilen.

Wie das britische Automagazin „Autocar“ von Firmenchef Bram Schot erfahren haben will, soll Audi im VW-Konzern zum Kompetenzzentrum für die Technologie werden. Noch in 2019 sei die Vorstellung eines entsprechenden E-Autos als Studie geplant. Bereits 2021 soll dieses dann als fertiges Brennstoffzellenfahrzeug auf die Straße kommen.

Neben der eh schon bekannten Kooperation mit Audi will Hyundai nun seine Türen zu seinem Brennstoffzellen-Antriebssystem noch weiter öffnen. Künftig will das Unternehmen sein Brennstoffzellen-Antriebssystem auch an Konkurrenten verkaufen, wie die “Financial Times” (“FT”) berichtet (Paywall). Durch diesen Schritt soll weltweit eine schnellere Akzeptanz der Brennstoffzellen-Technologie ermöglicht werden.

Hyundais Leiter der Brennstoffzellensparte gab gegenüber der “FT” zu verstehen, dass man sich nicht nur auf  die Verkäufe eigener Wasserstoff-Autos verlassen wolle. Das möge vielleicht heute wettbewerbsfähig sein, aber man könne damit in Zukunft nicht wirklich wachsen. Hyundai wolle den weltweiten Markt dafür deshalb aktiv bearbeiten.

Hyundai verfolgt mit Öffnung des Brennstoffzellen-Antriebssystems gleichen Ansatz wie VW mit MEB-Plattform

Bekanntermaßen ist Volkswagens Elektroauto-Star nicht das Auto, sondern die Plattform. Das hat unser Autor Michael Anfang Januar bereits ganz gut erkannt. Denn die MEB-Plattform ist so variabel, dass bis zum Jahr 2022 nach Plänen des Volkswagen-Konzerns insgesamt 27 verschiedene Fahrzeuge auf dieser aufgebaut werden können. Mittlerweile ist bekannt, dass VW die Produktionsplattform für Elektroautos als Industriestandard etablieren und für Wettbewerber öffnen will.

Die Idee dahinter ist die gleiche wie bei Hyundai. Dadurch, dass mehrere Autobauer die gleiche Plattform nutzen, lassen sich höhere Stückzahlen erreichen, die Kosten sinken, und der Markt lässt sich leichter mit der eigenen Technologie dominieren.

Durchbruch der Brennstoffzelle lässt auf sich warten

Der Automobilzulieferer Bosch steigt im April 2019 ebenfalls in den Markt für mobile Brennstoffzellen ein und bereitet den Durchbruch der Technik für Lkw und Pkw vor. Wesentlich dafür ist der Stack, der als Herzstück einer Brennstoffzelle Wasserstoff in elektrische Energie wandelt. Zur Weiterentwicklung und Produktion von Stacks ist Bosch jetzt eine Kooperation mit dem schwedischen Hersteller von Brennstoffzellen-Stacks, Powercell Sweden AB, eingegangen.

Die besten Chancen für einen breiten Einsatz der Brennstoffzellen-Technik sieht Bosch im Nutzfahrzeug-Markt. Die Flottenvorgaben der Europäischen Union für Lkw sehen bis 2025 eine Minderung der CO2-Emissionen um im Schnitt 15 Prozent, bis 2030 um 30 Prozent vor. Dieses Ziel lässt sich nach Ansicht von Bosch nur mit einer zunehmenden Elektrifizierung des Antriebs erreichen. Die Brennstoffzelle spielt hierfür eine entscheidende Rolle.

Auf Brennstoffzellen-Power setzt auch der Nikola Two, ein Brennstoffzellen-LKW für den nordamerikanischen Markt, welcher ab dem kommenden Jahr ausgeliefert werden soll. Im Nikola One, als auch Two ist ein 735 kW starker Elektroantrieb verbaut, der seine Power aus einer 320 kWh großen Batterie zieht. Dank den großen Wasserstofftanks liegt die Reichweite der beiden H2-LKW bei bis zu 1900 Kilometern. Für die beiden Modelle liegen Nikola Motor nach eigener Aussage bereits mehr als 13.000 Vorbestellungen vor, allein der Brauerei-Konzern Anheuser-Busch hat 800 Stück geordert. Des Weiteren hat Nikola vor kurzem einen Auftrag über 16 Millionen Dollar unterzeichnet, um Ausrüstung für die erste Ausbauphase ihres Brennstoffzellen-Entwicklungslabors zu kaufen.

Problematik Ladeinfrastruktur – bremst Wasserstoff-Brennstoffzelle deutlich aus

Wie wir berichtet haben, kann nur konsequentes Handeln aller Verantwortlichen Deutschland zu einem Leitmarkt der E-Mobilität machen. Gleiches gilt auch für die Brennstoffzellen, denn dort schaut die Ladeinfrastruktur noch ein wenig düsterer aus. Aktuell treffen hier 116 Wasserstoff-Tankstellen auf 14.500 konventionelle Tankstellen.

Um einen globalen Markt für Wasserstofffahrzeuge zu entwickeln, seien bis 2030 weltweit 280 Milliarden Dollar an Investitionen notwendig, heißt es in einer Studie von 2017. Mehr als ein Drittel davon müssten in die Produktion von Wasserstoff fließen, die wohl deutlich umweltfreundlicher als bisher laufen müsste.

Aktuell wird Wasserstoff großindustriell – und damit am günstigsten – als Nebenprodukt bei der Produktion von erdölbasierten Kraftstoffen gewonnen. Nicht sonderlich zielführend, wenn man den Verkehr grüner gestalten möchte.

Dabei scheint es durchaus interessante Ansätze für die Produktion von Wasserstoff zu geben. Windparks müssen immer wieder mal abgeschaltet werden, auch wenn eine steife Brise weht. Der Grund: Das Stromnetz ist überlastet. Hier sollen Energiespeicher ins Spiel kommen.

Ein Projekt in Brunsbüttel versucht sich nun an einer chemischen Variante: Es will Windstrom in Wasserstoff umwandeln. Dass das eine Lösung für viele Windparks sein kann, zeigt das weltweit erste kommerzielle Hybridkraftwerk im brandenburgischen Prenzlau.

Man darf gespannt sein, wo die Reise hingeht.

Quelle: manager-magazin – Hyundai überrascht mit neuen Brennstoffzellen-Plänen

6 Kommentare

  1. Warum das herumgeeiere?
    Am 28.11,2018 gab es den Zukunftspreis für “Flüssige Wasserstoffspeicher.
    Die Forscher haben eine Trägersubstanz entwickelt (LOHC) die bereits zur Marktreife entwickelt wurde.
    Warum wird diese Erkenntnis bei der Kfz-Entwicklung so verschleppt und nicht verwendet?
    Wer oder was ist der Hinderungsgrund.?
    Ich würde mir gerne einen Hyundai-SUV kaufen, aber ich warte ab, was in der nächsten Zeit an zukünftiger Technik auf den Markt kommt.

    1. Weil LOHC hochgiftig ist?
      Noch mehr Prinärenergie verwenden um Transportprobleme zu vermeiden und dann Prozessenergie zusätzlich vor der Brennstoffzelle investieren um den Wasserstoff vom Träger zu lösen.
      Was ein unsäglicher Humbug.

  2. Warte nur nicht solange bis die Enkel ein Auto wollen. Dieses verzetteln in der Antriebstechnik (Speicherung im Fahrzeug) bringt keine neuen günstigeren Preise hervor. Und bei der Oekologie endet es wie das Hornberger Schiessen.

    1. Hat sich schon jemand die Frage gestellt was passiert wenn Alle Pkws und Lkws reine Elektroautos wären ?. Das laden an einer Schnellladestation dauert zurzeit beim Tesla mindestens 30 min.-nur zu 80%-(Werksangaben des Herstellers) Laut Teslaautobesitzer wesentlich länger, besonders im Winter.) Auch wenn die Hersteller das Tanken in den nächsten 20 Jahren um die Hälfte auf 15 min verkürzen. würde ein Chaos an den Tankstellen,( in dem Fall Ladestationen),mit unendlichen Warteschlangen entstehen.und somit ein Verkerskolaps . Und das bedeutet nicht nur lange laden, sondern davor erstmal lange Schlange stehen.Bei Kälte und Hitze sinkt Die Reichweite durch das nutzen der Heitzung /. Klimaanlage/ Sitzheizung sowieso.. Die Elektros sind nur gut für Hausbesitzer und Firmen die eigene Ladestation besitzen und kurze Strecken fahren .An sonnsten braucht man für eine Strecke von Hamburg nach München noch in 20 Jahren 12 Stunden.Und das bei optimalen Aussentemperaturen und Höchstgeschwindigkeit von max 120 Kmh. Und gute Nerven. Ausserdem hat jede Baterie eine begrenzte Anzahl von Ladezyklen. Das bedeutet auch das jedes Nachladen (auch nur zur 20 Prozent um den Accu Voll zu haben für Lange Strecken bzw wegen Staus) als Volle Ladezyklus zählt. und Die Lebensdauer jedes Accus verkürzt.Das heisst nichts mit kurz nachladen um den Accu Voll zu Haben. Wenn Daimler/ BMW/Audi und VW nicht schnell begreifen wo es gerade langgeht, dann werden die bald einem besserem belehrt. Die Koreaner Japaner und Chinesen scheinen da etwas schlauer zu sein. Mein 9 jahre alter Diesel schaft im sommer über 1000Km voll getankt. Diese reichweite möchte ich weiterhin nicht vermissen .Ein Elektro oder Brennstoffzellenauto kaufe ich erst wenn es mindestens 600 km mit ener Ladung schaft und das Laden nicht länger als 5 min dauert. Und das traue ich dem Brennstoffzellefahrzeg ab seinem ersten Model durchaus zu. Alles anders ist für mich inakzeptabel. Ich bin ja kein Masochist. Stress im Täglichen Leben haben wir genug und meine Freizeit beabsichtige ich nicht an einer Ladestation zu verbringen. Seit mitte April 2018 besitze ich eine Vissman-Panasonic Vitovalor 300P Brennstoffzellen-Heizung die bis jetzt meine Erwartungen übertrifft. Daher hoffe ich sehr das die Brennstoffzellen auch möglichst bald in den Autos eingesetzt werden.Sonnst würde sich besser lohnen einen Benziner auf Autogas umzubauen als ein Elektroauto zu kaufen. Auf das Elektroauto habe ich schon gute 5 Jahre gehofft und bin gewaltig Enttäuscht. Der Fortschrit ist katastrofall .Die Starttermine werden immer wieder verschoben und die Reichweiten rein elektrisch nach VW Dieselabgas und verbrauchsangabenmetode verschönt.Der Opel Ampera sollte schon im Herbst 2017 erhältlich sein und über 500 Km mit einer Ladung schafen. Wo ist er denn geblieben . Bis heute habe ich keinen gesehen.Ausser auf dem Fotto. Und die Teslas die ihre 500 km in optimalen Verhältnissen erreichen -sind leider nur die mit den unbezahlbaren Grössten Akkus und kosten ab 70000€ die mit den Kleineren Akkus schaffen gerade mal an die 370 km. Die will ich sehen wen sie mal kurz davor irgendwo im Stau hängen bleiben. Mall ernst hört auf mit euren Datensalat und eurem Vergleich Brennstoffzellen zum reinelektrofahrzeug, und schaut endlich der Realität ins Auge. Wir haben bis Heute keinen Accustaubsauger den man in 30 minutten vollladen kan .Und es wird auch nicht ein Reinelektroauto geben,dessen Akku irgendwann in 20 minutten Vollgeladen wird. Darum wurde ich mir als Hausbesitzer ein E-Auto höhstens alls zweitwagen anschaffen ,oder für kurze Strecken .Ansonsten hoffe ich sehr das es bald die Brennstoffzellenautos endlich in Serie und ein wenig günstiger gibt Und dan bin ich 100 Prozent dabei.

      MfG Chr.G.

      1. Wasserstoff im PKW?
        Niemals. Alles Betatester und nur zum Anfüttern gemachte Kleinserien.
        Sauteuer.
        Preise der erhältlichen FCEV
        Toyota Mirai=78.000€ , Mittelklasse, vmax 180, 154PS, Reichweite ADAC 480km
        Hyundai Nexo=68.000€ , untere Mittelklasse SUV, vmax 177, 163PS, Reichweite ADAC 540km
        Warum verkaufen die sich nicht wie geschnitten Brot , wie z.B Hyundai Kona Elektric (Wartezeit 12-14Monate) oder Ioniq ?
        Oder wie Tesla _Model 3, kostet nur 10.000€ weniger… bei mehr Reichweite…?
        Ein eAuto (Golfklasse) verbraucht ca. 15 kWh auf 100 km.
        Mit einer eigenen Solaranlage betragen die Direkten Unterhaltskosten

        Ladekosten Solaranlage ———————für 100 km =1,50 €
        Ladekosten Haushaltsstrom —————-für 100 km = 3,92 €
        Tankkosten Golf Diesel ———————- für 100 km = 8,25 €
        Tankkosten Toyota Mirai Wasserstoff — für 100 km = 11,40 €
        Wasserstoff kostet bundesweit einheitlich pro kg 9,50 € und wird stark subventioniert. Normalerweise ist Wasserstoff teurer.

        Wasserstoff wird auch nicht günstiger werden, denn das was jetzt getankt wird ist Industrie-Wasserstoff, hergestellt aus Erdgas. Aus der Elektrolyse ist das ganze noch teurer. Damit ist ein Steueraufschlag dann kaum noch denkbar.

        Wir reden aber hier noch nicht vom Vergleich der Wartungskosten, die beim eAuto vermutlich 1/20 betragen werden. Systeme mit 700 bar Druck werden jedes Jahr zu Tüv müssen.

        Zulassungszahlen Brennstoffzellenfahrzeuge weltweit 6.475 Stck (Febr. 2018)
        Elektroautos 2,1 Millionen (2018)

        Zitat: Wasserstoff wird derzeit aus Erdgas hergestellt. Damit ist es das dreckigste was man derzeit tanken kann, weil es mehr Schadstoffe hinten verbirgt als beim Verbrenner.

        Wasserstoff wird extra nicht versteuert, und ist obwohl die Herstellungsmethode keine Nischenproduktion ist, das teuerste was man sich antun kann, wenn man tanken will.

        Viele sagen nun, wir hätten Überschüsse beim Erneuerbaren Strom. Haben wir nicht und wenn wir diese haben, dann sollten wir sie zum fahren ins eAuto stecken, nicht ins Wasserstoff-Auto. Mit der Brennstoffzelle, kann man mit der gleichen Strommenge nur 30 km fahren mit dem eAuto 100, wenn wir den Wasserstoff per Elektrolyse herstellen.

        Wir müssen also für die Energiewende für Brennstoffzellenautos 3 mal mehr Windräder aufstellen. Dazu kommt, dass man die Tankkosten nach meiner Meinung nicht herunterbringen können wird.

        Aber befriedigt Euch ruhig weiter an Eurer Reichweitenangst. Ist sicherlich eine schöne Beschäftigung wenn man sich nicht mit Fakten auseinander setzen mag.

        80% aller Verbrennerbesitzer brauchen ihr Vehikel um weniger als 100 km am Tag zu fahren. Dafür braucht es keine Brennstoffzelle.
        Das Wasserstoffkartell lässt an der Stelle übrigens auch schön grüßen.
        http://hydrogencouncil.com/

  3. Ich fuínde es einen guten Plan von Hyundai/Kia einen Abnehmer für das ineffiziente Hydrogenzeugs zu suchen was außer ein paar Deutschen (die sich schon 30 Jahre und mehr von der deutschen Autoindustrie darauf haben prägen lassen) keiner haben will…
    Ach, Audi soll Interesse gezeigt haben… ja der Preis der dafür aufgerufen wird um mit Wasserstoff zu fahren passt ja zu Audi, Premium eben.

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