Nikola Motor Company investiert in Aufbau eines Brennstoffzellen-Entwicklungslabors

Nikola Motor Company investiert in Aufbau eines Brennstoffzellen-Entwicklungslabors
Copyright:

Nikola Motor Company

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Erst vor drei Tagen haben wir darüber berichtet, dass die Nikola Motor Company und Saint Holdings den Erwerb von rund 400 Hektar Grundstück im Bezirk Pinal im Inland Port Arizona in Coolidge für eine neue Produktionsstätte für Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw bekannt gaben. Bei diesem Investment bliebt es allerdings nicht.

Nikola hat vor kurzem zudem einen Auftrag über 16 Millionen Dollar unterzeichnet, um Ausrüstung für die erste Ausbauphase ihres Brennstoffzellen-Entwicklungslabors zu kaufen. Der Auftrag stellt die erste Rate in einem Gesamtinvestitionsplan von mehreren hundert Millionen Dollar dar. Weitere Informationen und Details über das im Aufbau befindliche Brennstoffzellen-Entwicklungslabor will man auf der Nikola World Veranstaltung im nächsten Monat bekannt geben.

„Es ist wichtig, dass wir schnell handeln und im Rahmen unseres LKW-Entwicklungsprozesses über die beste Ausrüstung verfügen“, sagte Mark Russell, Präsident der Nikola Motor Company. „Durch die Errichtung einer eigenen Anlage wird Nikola in der Lage sein, seine Brennstoffzellenkomponenten in der Hälfte der Zeit zu testen und zu validieren, die andere OEMs und Drittlabore benötigen würden.“

Russell gab zu verstehen, dass das Labor die modernste Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für Brennstoffzellen weltweit sein soll. Man geht davon aus, dass die neue Anlage Nikola ermöglichen wird, das gesamte Brennstoffzellensystem zu entwickeln, zu validieren und zu testen, einschließlich Membran-Elektrodenbaugruppen, Stanzteile, Stapel und Leistungselektronik. Das Labor von Nikola wird auch klimatisierte Kammern und Dynamometer beinhalten, um Komponenten unabhängig oder als komplettes Antriebssystem zu testen.

„Dieses Labor wird mit extrem talentierten Brennstoffzellen-Ingenieuren besetzt sein und ist ein wichtiger Bestandteil unserer Lkw-Entwicklung – damit kann Nikola einen neuen Effizienzmaßstab für schwere Brennstoffzellensysteme setzen.“ – Trevor Milton, CEO Nikola

Nikola investiert laut Aussage von Milton diese Summen in die Brennstoffzellen-Entwicklung, da man davon ausgeht, dass diese in den nächsten zehn Jahren den Dieselmotor ersetzen wird. „Andere OEMs haben Interesse an der Nutzung des Brennstoffzellen-Antriebsstrangs und der Wasserstoffstationen von Nikola bekundet, und wir planen, sie anderen OEMs zur Verfügung zu stellen, die unsere Vision teilen“, so Milton weiter.

Im Herbst 2018 hatten wir bereits berichtet, dass das Start-Up Nikola Motor gerade in einer Finanzierungsrunde Geld einsammelt, um bis 2020 die Schwerlaster Nikola One und Nikola Two mit Brennstoffzellen-Antrieb auf den Markt zu bringen.

https://www.youtube.com/watch?v=IAToxJ9CGb8

Als Reaktion auf das breite Interesse der europäischen Kunden hat die Nikola Motor Company zudem einen Wasserstoff-Elektro-LKW für die europäischen Märkte entwickelt. Die Vorbestellungen aus Europa belaufen sich auf einen Wert von 380 Millionen US-DollarSeit Februar diesen Jahres steht fest, dass der Nikola Two und Nikola Tre als reine Elektro-LKW auf die Straße kommen.

Quelle: Nikola Motor Company – Pressemitteilung vom 28. März 2019

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

München: Dieselpreis treibt Verkehrswende im ÖPNV voran

München: Dieselpreis treibt Verkehrswende im ÖPNV voran

Tobias Stahl  —  

Der Dieselpreis-Schock infolge des Irankriegs beschleunigt die Verkehrswende im ÖPNV: Zwei Münchener Busunternehmen wollen Millionenbeträge investieren.

Scania und Gruber testen Wasserstoff-Lkw in Italien

Scania und Gruber testen Wasserstoff-Lkw in Italien

Sebastian Henßler  —  

Im Rahmen des ZEFES-Projekts startet in Italien ein Praxistest mit dem Scania 40R FCEV. Er vereint 416 kWh und 56 Kilogramm Wasserstoff in einer Plattform.

Fraunhofer ISI fasst zusammen, wo Wasserstoff sinnvoll ist

Fraunhofer ISI fasst zusammen, wo Wasserstoff sinnvoll ist

Daniel Krenzer  —  

Obwohl Wasserstoff hohe Kosten verursacht, dürfte er der Studie zufolge einige wichtige Anwendungsfälle haben. Pkw und Lkw sind es eher nicht.

BMW setzt auf Flachspeicher für mehr Wasserstoffreichweite

BMW setzt auf Flachspeicher für mehr Wasserstoffreichweite

Sebastian Henßler  —  

Der BMW iX5 Hydrogen bekommt ein neues Tanksystem aus sieben verbundenen Druckbehältern. Der Serienstart des Wasserstoffautos ist für 2028 geplant.

Freudenberg steigt aus Brennstoffzellengeschäft aus

Freudenberg steigt aus Brennstoffzellengeschäft aus

Sebastian Henßler  —  

Nach Jahren der Forschung beendet Freudenberg sein Brennstoffzellen-Engagement. Hohe Kosten und regulatorische Unsicherheiten bremsten den Durchbruch.

Neue Wasserstoff-Subventionsrunde geht wieder am Markt vorbei

Neue Wasserstoff-Subventionsrunde geht wieder am Markt vorbei

Daniel Krenzer  —  

Warum die erneute Förderung von Wasserstoff-Tankstellen und H2-Lkw an der Realität vorbeigeht – und weshalb Akku-Fahrzeuge effizienter und marktreifer sind.

Bund startet Förderprogramm für H2-Tankstellen und -Lkw

Bund startet Förderprogramm für H2-Tankstellen und -Lkw

Tobias Stahl  —  

Das Verkehrsministerium fördert den Bau von Wasserstofftankstellen und die Anschaffung von H2-Lkw mit 220 Millionen Euro. Die wichtigsten Details zur Förderung.