Stellantis: Offenbar Unmut unter den eigenen Händlern

Stellantis: Offenbar Unmut unter den eigenen Händlern
Copyright:

MikeDotta / Shutterstock / 1955260831

Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 2 min

Eine angespannte Stimmung soll unter den Stellantis-Händlern herrschen. Das Manager Magazin berichtet von internen Chats einer Händlergruppe, die von Wut gegen den Mutterkonzern zeugen sollen. Kritisiert werde dabei hauptsächlich der Sparkurs, den CEO Carlos Tavares vorantreibt.

Der europäische Automobilkonzern Stellantis erzielte im Jahr 2023 ein Rekordergebnis und fuhr höhere Gewinne ein als alle anderen Autobauer. Dennoch berichtet das Manager Magazin von „Frust und Enttäuschung“ unter den Händlern und beruft sich dabei auf Auszüge einer Chatgruppe, der zahlreiche Stellantis-Händler angehören. Laut dem Manager Magazin schildern die Chatteilnehmer zahlreiche Probleme mit dem Stellantis-Konzern und sprechen unter anderem von einem „Ausplünderungskonzept“ und einem „Selbstbedienungskonstrukt“.

Demnach werfen die Händler dem Autohersteller unter anderem zwangsgebuchte Schulungen, zu Unrecht abgebuchte Zinsen und eine „horrende“ Verzinsung bei der Einkaufsfinanzierung vor. Hauptstreitpunkt ist dabei das Thema Geld. „Überfällige Prämien werden nicht ausgezahlt“, schreibt demnach ein Händler in der Chatgruppe.

Der Stellantis-Konzern, zu dem Marken wie Opel, Fiat, Peugeot und Citroën gehören, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück und sieht sich auch für 2024 auf Erfolgskurs. Im vergangenen Jahr schaffte es der Hersteller, den Nettoumsatz um 6 Prozent, den Nettogewinn um 12 Prozent zu steigern. Teil des Erfolgskurses unter der Führung von CEO Tavares sind rigorose Einsparmaßnahmen und Stellenkürzungen, zuletzt bei Fiat. Hatten Fiat Chrysler und PSA vor ihrer Fusion fast 400.000 Mitarbeiter, sind es bei Stellantis nur noch rund 250.000 Beschäftigte.

„In allen Belangen Chaos, und keiner ist für uns da“

Die Händler hingegen haben die Sorge, der Sparkurs des CEO schade der Zukunft des Konzerns. Für Aufregung sorgen etwa die IT-Prozesse, die Stellantis bei allen Marken durchgesetzt habe. „Wir schreiben viele Dinge wieder auf Zettel, weil es digital nicht funktioniert“, teilte ein Händler dem Manager Magazin mit. Bei Problemen erfolge seitens Stellantis keine Unterstützung. „In allen Belangen Chaos, und keiner ist für uns da“, äußert ein Händler dazu im Chat.

Die Unzufriedenheit der Händler geht nicht nur aus den Chatprotokollen hervor, sondern zeigte sich auch beim Markenmonitor des Instituts für Automobilwirtschaft in Nürtingen. Dort belegte Opel mit der schlechtesten Gesamtnote „mangelhaft“ den letzten Platz, während Citroën auf dem vorletzten Platz landete. Stellantis soll aus Händlerkonferenzen in den vergangenen Monaten immer wieder Besserung gelobt haben. „Die Umsetzung ist katastrophal“, merkte ein Händler an.

Quellen: Manager Magazin – Warum die eigenen Händler gegen Stellantis wüten

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Stellantis Elektroautos

BYD auf der Suche nach europäischen Fabriken

BYD auf der Suche nach europäischen Fabriken

Maria Glaser  —  

Das chinesische Unternehmen BYD verhandelt derzeit mit Stellantis sowie anderen Autoherstellern über die Übernahme ungenutzter Fabriken in Europa.

Stellantis will mit E-Kleinwagen zurück in die Erfolgsspur

Stellantis will mit E-Kleinwagen zurück in die Erfolgsspur

Sebastian Henßler  —  

Stellantis bringt ab 2028 ein kleines Elektro-Stadtfahrzeug auf den Markt – gefertigt im italienischen Werk Pomigliano, bekannt als Geburtsort des Fiat Panda.

Verfehlte CO2-Ziele: Stellantis droht knapp eine Milliarde Euro Strafe

Verfehlte CO2-Ziele: Stellantis droht knapp eine Milliarde Euro Strafe

Daniel Krenzer  —  

Aufgrund neuer CO2-Flottengrenzwerte für Nutzfahrzeuge drohen vielen Herstellern hohe Strafen. Diese setzen aber offenbar auf Lockerungen seitens der EU.

Stellantis eröffnet Zentrum für Kreislaufwirtschaft in Marokko

Stellantis eröffnet Zentrum für Kreislaufwirtschaft in Marokko

Michael Neißendorfer  —  

Das Werk soll als struktureller Anker für die Aktivitäten der Kreislaufwirtschaft in der gesamten Region dienen.

Neues kompaktes E-Auto: Leapmotor B05 nun bestellbar

Neues kompaktes E-Auto: Leapmotor B05 nun bestellbar

Daniel Krenzer  —  

Leapmotor bringt den B05 nach Europa, ein kompaktes Elektroauto mit bis zu 480 km Reichweite, 160 kW und einem Kampfpreis ab knapp 28.000 Euro.

Autoindustrie verbucht Milliarden aus Zoll-Rückerstattungen

Autoindustrie verbucht Milliarden aus Zoll-Rückerstattungen

Daniel Krenzer  —  

Automobilhersteller rechnen Milliarden aus möglichen US-Zollrückzahlungen ein – doch politische Risiken und unsichere Auszahlungen machen das sehr riskant.

Fiat Qubo L jetzt auch als Elektroauto erhältlich

Fiat Qubo L jetzt auch als Elektroauto erhältlich

Daniel Krenzer  —  

Fiat bietet den Qubo L jetzt auch als Elektroauto an. Mit an Bord: eine 50-kWh-Batterie für bis zu 340 km Reichweite und bekannte Stellantis-Technik.