Der BMW iX3 ist der Reichweitenkönig des diesjährigen Sommer-El-Prix. Beim großen Reichweitentest des norwegischen Automobilclubs NAF und der Fachzeitschrift Motor legte das Elektro-SUV mit einer Akkuladung 781 Kilometer zurück. Damit setzte sich das erste Serienmodell der Neuen Klasse klar an die Spitze des 24 Fahrzeuge umfassenden Testfelds. Zugleich blieb der iX3 nicht nur absolut vorne, sondern übertraf sogar seine WLTP-Angabe von 770 Kilometern leicht um 1,4 Prozent.
Der El Prix gilt als einer der aussagekräftigsten Praxistests für Elektroautos in Europa. Getestet wird nicht auf dem Prüfstand, sondern auf öffentlichen Straßen in Norwegen. Beim Sommertest 2026 waren die Bedingungen nahezu ideal: trockene Straßen, rund 18 Grad Außentemperatur sowie eine Mischung aus Stadtverkehr, Landstraße und Schnellstraßen. Bemerkenswert: Das Ziel befindet sich gut 700 Höhenmeter oberhalb des Starts. Gerade deshalb ist der diesjährige Test auch ein guter Hinweis darauf, wie realistisch WLTP-Angaben unter günstigen, aber nicht künstlichen Bedingungen sein können.
Auf Rang zwei der absoluten Reichweite folgte der Lucid Gravity mit 720 Kilometern. Gemessen an seiner WLTP-Angabe von 748 Kilometern blieb das große US-SUV damit allerdings 3,7 Prozent darunter. Dahinter platzierte sich der Mercedes-Benz CLA mit 675 Kilometern, was 4,7 Prozent unter der Normangabe liegt. Der ebenfalls neue Mercedes-Benz GLC kam auf 665 Kilometer und übertraf seine WLTP-Reichweite sogar um 3,4 Prozent.
Xpeng X9 überrascht besonders positiv
Besonders stark war allerdings der Xpeng X9. Der große chinesische Elektro-Van kam zwar „nur“ auf 646 Kilometer und lag damit in der absoluten Reichweite hinter BMW, Lucid und Mercedes. In der für den El Prix besonders wichtigen Abweichung vom WLTP-Wert war der Xpeng aber der klare Sieger: Statt der angegebenen 580 Kilometer fuhr er 646 Kilometer weit – ein Plus von 11,4 Prozent. Damit zeigt der X9, dass auch große Vans bei Effizienz und Reichweitenmanagement inzwischen sehr überzeugend sein können.
Auch kleinere Elektroautos schlugen sich überraschend gut. Der Kia EV2 kam auf 325 Kilometer und lag damit 5,5 Prozent über seiner WLTP-Angabe von 308 Kilometern. Für ein kleines und vergleichsweise günstiges Elektroauto ist das ein starkes Ergebnis. Der Hyundai Inster erreichte 373 Kilometer und übertraf seinen WLTP-Wert um 3,6 Prozent. Der Dongfeng Vigo kam auf 348 Kilometer und lag 2,4 Prozent über der Norm.
Im Mittelfeld zeigten mehrere Familien- und Mittelklassemodelle solide Werte. Der Polestar 3 erreichte 601 Kilometer, blieb aber 3,8 Prozent unter WLTP. Der Toyota C-HR+ kam auf 587 Kilometer und verfehlte seine Normreichweite um 3,3 Prozent. Der Kia EV4 erreichte 575 Kilometer und lag 3,2 Prozent darunter. Der Hyundai Ioniq 9 kam auf 566 Kilometer, blieb damit aber 5,7 Prozent hinter seiner WLTP-Angabe zurück.
Der Smart #5 fuhr 556 Kilometer weit und lag 3,0 Prozent über WLTP. Der Kia EV5 erreichte 509 Kilometer und verfehlte den Normwert um 2,1 Prozent. Der Toyota bZ4X traf seine WLTP-Angabe mit 506 Kilometern exakt. Der Citroën ë-C5 Aircross kam auf 500 Kilometer und blieb 2,5 Prozent unter dem WLTP-Wert. Der Mazda 6e erreichte 485 Kilometer und lag 1,3 Prozent darüber.
MG IM6 bleibt hinter Erwartungen zurück
Auch der MG S6 EV schnitt mit 502 Kilometern und einem Plus von 3,5 Prozent ordentlich ab. Deutlich schwächer fiel dagegen der MG IM6 aus. Er kam statt der versprochenen 505 Kilometer nur auf 446 Kilometer und verfehlte seine WLTP-Angabe damit um 11,7 Prozent – die größte negative Abweichung im Test. Der BYD Atto 3 Evo erreichte 460 Kilometer und blieb 2,1 Prozent unter WLTP. Der Changan Deepal S05 kam auf 431 Kilometer und lag 3,1 Prozent darunter. Der Kia PV5 erreichte 420 Kilometer und übertraf seinen WLTP-Wert um 1,9 Prozent. Der KGM Musso EV fuhr 369 Kilometer und blieb 2,6 Prozent unter der Norm.
Der Test zeigt damit zwei Dinge zugleich: Die Reichweiten moderner Elektroautos wachsen weiter deutlich – und WLTP-Werte sind unter vergleichsweise normalen Bedingungen sehr realistisch. Mehrere Modelle übertrafen ihre offiziellen Angaben sogar. Gleichzeitig bleibt die Spreizung groß. Während Xpeng, Kia, Hyundai, Mercedes und BMW teils positiv überraschten, zeigte der MG IM6, dass hohe Normwerte in der Praxis weiterhin kritisch geprüft werden sollten.
Im Vorjahr hatte beim Sommer-El-Prix 2025 noch der Lucid Air die größte absolute Reichweite erzielt. Er fuhr 828,6 Kilometer weit und schlug damit Teslas bisherige Bestmarke. Bezogen auf die Abweichung zum WLTP-Wert galt damals jedoch das Tesla Model Y als eigentlicher Testsieger: Es fuhr 652,1 Kilometer und damit 11,3 Prozent weiter als offiziell angegeben. Auch das Tesla Model 3 beeindruckte 2025 mit 720,8 Kilometern, der BMW iX xDrive60 kam auf 690,8 Kilometer.
Quelle: NAF – El Prix 2026









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