E-Auto-Absatz in Europa steigt im Juni um 52 Prozent

E-Auto-Absatz in Europa steigt im Juni um 52 Prozent
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Leapmotor

Sebastian Henßler
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Der europäische Automarkt hat im Juni ein deutliches Wachstum verzeichnet. Nach vorläufigen Zahlen des Marktforschungsunternehmens Dataforce stiegen die Neuzulassungen um 13 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge. Besonders auffällig fiel dabei die Entwicklung bei vollelektrischen Autos aus, deren Absatz um 52 Prozent zulegte. Die Daten decken nach Angaben von Dataforce rund 98 Prozent der Zulassungen in der EU, Großbritannien und den EFTA-Staaten ab.

Getragen wurde das Elektroauto-Wachstum vor allem von etablierten Modellen wie dem Tesla Model 3 und Model Y sowie Neuzugängen wie dem Renault 5 E-Tech und dem Škoda Enyaq. Auch der Zustrom preisgünstigerer Elektromodelle spielte eine Rolle, das Volumensegment bei E-Autos legte im Juni um 60 Prozent zu. Hinzu kommt ein spürbarer Anstieg bei Kraftstoffpreisen, der die Nachfrage nach alternativen Antrieben zusätzlich befeuert haben dürfte.

Chinesische Marken verzeichneten im Juni einen Zuwachs von 118 Prozent. Bei der Frage, welcher Hersteller aus China in Europa am erfolgreichsten abschnitt, lieferten sich SAIC mit der Marke MG, BYD und Chery ein enges Rennen. MG kam auf 38.640 Verkäufe, BYD auf 38.300 und Chery auf 35.228 Fahrzeuge.

Ein Blick auf die Hintergründe zeigt, dass der Nahost-Konflikt die Nachfrage nach Elektroautos mitgeprägt hat. Seit Kriegsbeginn im Februar sind die Benzin- und Dieselpreise in Ländern wie Frankreich und Deutschland um knapp 20 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung dürfte einen Teil der Käufer:innen zusätzlich in Richtung Elektroantrieb gelenkt haben.

Analysten sehen bislang keine Bremsspuren im Markt

Auch andere Antriebsarten legten im Juni zu. Plug-in-Hybride verzeichneten ein Plus von 25 Prozent, was in etwa dem Durchschnitt der ersten sechs Monate entspricht. Vollhybride wuchsen um 26 Prozent. Reine Benziner verloren dagegen 2,5 Prozent, Diesel-Fahrzeuge büßten sogar 12 Prozent ein.

Dass sich der Nahost-Konflikt bislang nicht negativ auf die Kauflaune ausgewirkt hat, bestätigte UBS-Analyst Patrick Hummel bei einem Pressebriefing Anfang Juli. Der europäische Markt entwickle sich „quite well“, so Hummel, der einräumte, vor einem möglichen Einbruch der Nachfrage und gestörten Lieferketten gewarnt zu haben. Beides sei bislang ausgeblieben.

Hummel wies gleichzeitig darauf hin, dass die gestiegene Elektroauto-Nachfrage die Margen der Automobilhersteller belaste, da E-Autos in der Produktion teurer seien als Verbrenner. Für das laufende Jahr liegt der europäische Gesamtmarkt bislang um 5,9 Prozent im Plus.

Auf Konzernebene dominierten chinesische Hersteller die Wachstumsraten. Leapmotor, an dem Stellantis beteiligt ist, verzeichnete ein Plus von 565 Prozent. Die Chery-Gruppe mit den Marken Chery, Jaecoo und Omoda wuchs um 261 Prozent, Xpeng, das seine Modellpalette in Europa derzeit ausbaut, um 179 Prozent. Auch Tesla legte deutlich zu, ein Plus von 50 Prozent, nachdem der Hersteller günstigere Versionen von Model 3 und Model Y eingeführt hatte.

Unter den etablierten Automobilherstellern hielt BMW mit einem Plus von 13 Prozent Schritt mit dem Gesamtmarkt, unterstützt durch den neuen elektrischen iX3. Toyota wuchs um 9,2 Prozent, der Volkswagen-Konzern als europäischer Marktführer um 7,6 Prozent. Mercedes-Benz blieb im Juni stabil, während Nissan (minus 5,5 Prozent), Ford (minus 7,9 Prozent) und Mitsubishi (minus 30 Prozent) Verluste hinnehmen mussten.

Neue Markennamen etablieren sich, klassische Marken uneinheitlich

Bei den Einzelmarken erzielten chinesische Neueinsteiger bemerkenswerte Ergebnisse. Die gleichnamige Chery-Marke, die erst in diesem Jahr in Europa startete, kam auf 6389 Verkäufe. Auch die Marke Geely, ebenfalls neu auf dem europäischen Markt, verzeichnete 3837 Zulassungen. Zeekr, mit Geely verbunden, wuchs um 303 Prozent auf 1097 Verkäufe, Smart, zu 50 Prozent im Besitz von Mercedes, um 85 Prozent auf 2225 Fahrzeuge.

Unter den europäischen Traditionsmarken entwickelten sich Mini mit einem Plus von 36 Prozent, Fiat mit 26 Prozent sowie die VW-Marken Cupra mit 16 Prozent und Seat mit 15 Prozent positiv. Rückläufig zeigten sich hingegen Alfa Romeo mit minus 19 Prozent, DS mit minus 11 Prozent, Land Rover mit minus 11 Prozent und Ford mit minus 7,9 Prozent.

Quelle: Automotive News Europe – Europe car sales jump 13% in June, with EV sales up 52%

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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