Die neue staatliche Kaufprämie für Elektroautos erreicht bereits Zehntausende Familien. Bis zum 13. Juli 2026 wurden insgesamt 82.008 Förderanträge gestellt. Bei 28.248 davon lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt. Damit entfällt gut ein Drittel der Anträge auf Familien. Bei 9643 Anträgen wird ein Kind berücksichtigt, bei 18.605 sind es zwei oder mehr, berichtet Focus. Da der Zuschuss je Kind 500 Euro beträgt und auf maximal zwei Kinder begrenzt ist, erhalten fast 23 Prozent aller Antragsteller den vollen Familienbonus von 1000 Euro.
Innerhalb weniger Wochen haben also bereits mehr als 28.000 Familien Unterstützung beim Kauf oder Leasing eines elektrifizierten Neuwagens beantragt. Das Antragsportal ist erst seit dem 19. Mai geöffnet, wobei auch seit Jahresbeginn zugelassene Fahrzeuge berücksichtigt werden. Der weit überwiegende Teil der Förderung entfällt auf reine Elektroautos. Von den bisherigen Anträgen betreffen 74.209 batterieelektrische Fahrzeuge sowie ein paar wenige Brennstoffzellenautos. Das entspricht gut 90 Prozent.
Bislang nur wenige Plug-in-Hybride
Lediglich 7799 Anträge wurden für Plug-in-Hybride oder Elektroautos mit Range Extender gestellt. Eine Aufschlüsselung nach Familien, Rentnern und Antriebsart ist bislang nicht öffentlich verfügbar. Die erneute Förderung von Plug-in-Hybriden bleibt dennoch zu Recht umstritten. Sie erhalten eine Basisförderung von 1500 Euro, wenn sie höchstens 60 Gramm CO₂ je Kilometer ausstoßen oder mindestens 80 Kilometer elektrische Reichweite bieten. Entscheidend ist jedoch der reale Betrieb. Werden Plug-in-Hybride nicht regelmäßig geladen, fahren sie überwiegend mit Verbrennungsmotor und schleppen zusätzlich eine schwere Batterie mit. Fördergeld ist deshalb bei reinen Elektroautos deutlich besser angelegt.
Auffällig ist unter anderem der Auto Motor und Sport zufolge zudem die hohe Beteiligung von Rentnerinnen und Rentnern, die oft recht leicht gewisse Jahreshaushaltseinkommensgrenzen für die Förderberechtigung unterschreiten – während Vermögen bei der Förderung unberücksichtigt bleibt. Eine konkrete öffentlich zugängliche Zahl nennt der Bericht nicht. Das ist durchaus bemerkenswert. Senioren werden nicht unbedingt mit einer besonderen Offenheit für neue Antriebstechnologien verbunden. Gerade konservative Parteien verwenden das Schlagwort „Technologieoffenheit“ häufiger für eine Politik, die vor allem möglichst wenig verändern möchte – also eher für Technologiebequemlichkeit. Doch zumindest Teile ihrer vermeintlichen Kernwählerschaft gehen ihre eigenen, elektrischen Wege.
Zudem wird im Bericht festgestellt, dass Tesla und chinesische Marken überproportional von der Förderung profitieren sollen, was unter anderem am attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis für die Zielgruppe mit kleineren und mittleren Einkommen liegen dürfte.
Sinnhaftigkeit dennoch unklar
Trotz der hohen Nachfrage bleibt fraglich, ob die neue Kaufprämie überhaupt notwendig war. Elektroautos werden stetig günstiger, die Auswahl wächst und Reichweiten sowie Ladegeschwindigkeiten verbessern sich. Gleichzeitig machen steigende Benzin- und Dieselpreise den Verbrennerbetrieb teurer. Hinzu kommt, dass staatliche Förderungen nicht vollständig bei den Käufern ankommen müssen. Nach Berechnungen des Center Automotive Research sank der durchschnittliche Rabatt auf wichtige Elektromodelle zwischen Januar und Mai von 19,5 auf 18,6 Prozent. Ein Teil des Bonus könnte somit durch geringere Herstellerrabatte aufgezehrt werden – bei teureren Autos sind das schnell nennenswerte Beträge.
Die bisherige Bilanz fällt deshalb zweigeteilt aus: Die Förderung erreicht viele Familien und überraschend viele ältere Menschen. Zugleich sprechen günstigere Modelle, niedrigere Betriebskosten und steigende Spritpreise längst auch ohne staatlichen Zuschuss für das Elektroauto – was Skeptikern am Ende immer wieder fälschlicherweise das Gefühl vermittelt, dass die Elektromobilität nur am Steuergeld-Tropf überleben kann.
Quelle: Focus – Nur ein Drittel aller E-Auto-Prämien kommt Familien zugute









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