Analyse: Diese fünf Anbieter dominieren den Schnelllademarkt

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EnBW

Tobias Stahl
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An deutschen DC-Schnellladepunkten entfallen im zweiten Quartal dieses Jahres über zwei Drittel aller Ladevorgänge auf gerade einmal fünf Anbieter. Das geht aus einer aktuellen Marktanalyse des Analyseanbieters ChargePointRadar hervor, die auf 13,7 Millionen gestarteten Ladevorgängen an Schnellladesäulen ab 100 kW Leistung basiert.

Neben der Marktmacht einiger großer, überregional tätiger Anbieter offenbart die Analyse allerdings auch, dass ein bedeutender Teil der Schnellladevorgänge in Deutschland weiterhin auf hunderte, meist kleine Betreiber entfällt.

Mehr als jede vierte Schnellladung findet bei EnBW statt

Marktführer bei den gestarteten Ladevorgängen ist demnach EnBW mit einem Anteil von 27,2 Prozent im zweiten Quartal, gefolgt von Tesla mit 13,4 Prozent, EWE Go (10,2 Prozent), Aral Pulse (9,4 Prozent) und Ionity (7,9 Prozent). Zusammen kommen die fünf größten DC-Ladepunktbetreiber auf 68,1 Prozent aller erfassten Schnellladevorgänge. Die verbleibenden 31,9 Prozent verteilen sich auf mehr als 350 weitere Betreiber – rein rechnerisch entspricht das einem durchschnittlichen Marktanteil von weniger als 0,1 Prozent pro Anbieter.

Die Zahlen stehen im Kontrast zur verbreiteten Annahme, dass der Schnelllademarkt in Deutschland vor allem von EnBW und Tesla kontrolliert wird. Tatsächlich erreichen die beiden Anbieter zwar einen gemeinsamen Marktanteil von gut 40 Prozent. Unterhalb der Top 5 offenbart sich allerdings ein Dickicht aus Stadtwerken, Kommunen, Konsortien und regionalen Anbietern mit jeweils sehr geringem Marktanteil.

Die Konsequenzen für E-Autofahrer sind ambivalent: Einerseits zeugt die Vielfalt regionaler Anbieter, die ihre Ladepunkte in der Regel abseits von Autobahnen betreiben, von einer guten räumlichen Verfügbarkeit und funktionierendem Wettbewerb. Andererseits geht die Vielfalt mit einem Klein-Klein aus Tarifen und Apps einher, sofern die kleineren Anbieter nicht im Rahmen von Roaming-Angeboten genutzt werden.

Geringe Auslastung und hohe Kosten setzen kleine Anbieter unter Druck

Gerade im Schnellladesegment sind Netzanschluss, Trafo, Tiefbau, Hardware, Betrieb, Wartung und Flächensicherung kostenintensiv, heißt es in einer Mitteilung von ChargePointRadar. Ob sich ein Standort trägt, hänge deshalb stark davon ab, ob er dauerhaft Nachfrage erzeugt. „Der Lademarkt kommt in eine neue Phase“, meint Alexander Rupprecht, Gründer und Betreiber von ChargePointRadar. „Nach Jahren des schnellen Ausbaus geht es stärker um Auslastung, Verfügbarkeit und Standortqualität. Für belastbare Entscheidungen reicht es nicht mehr, Ladepunkte zu zählen. Entscheidend ist, wie intensiv sie tatsächlich genutzt werden.“

Gerade die kostenintensiven Schnellladeparks können für Betreiber mit sehr kleinen Marktanteilen nur schwierig wirtschaftlich betrieben werden, wenn die Auslastung zu wünschen übrig lässt. Unbekannt ist die Problematik indes nicht: Auch gridX hatte in seinem „Charging Report 2026“ eine durchschnittliche Auslastung öffentlicher Ladepunkte von rund 10 Prozent angegeben. Markus Hackmann von der Unternehmensberatung P3 erklärte in einem Interview mit dem Manager Magazin Ende Juni, dass die Ladebranche sich bereits in einer größeren Konsolidierungswelle befinde, die noch zwei bis drei Jahre dauern werde.

ChargePointRadar lässt mit seiner Auswertung aber noch Fragen zur Methodik offen: Das Unternehmen hat für die Analyse Statusdaten aus 160.000 überwachten Ladepunkten ausgewertet, die jedoch nur Auskunft darüber geben, ob ein Schnellladepunkt frei, belegt, gestört oder außer Betrieb ist. Dabei bleibt unklar, ob ein Ladepunkt auch belegt sein kann, ohne dass ein Ladevorgang läuft oder erfolgreich abgeschlossen wird. Auch über die Dauer des Ladevorgangs oder die geladene Energiemenge geben die Daten keine Auskunft. Als Datenquelle nennt das Unternehmen die Mobilithek des Bundesverkehrsministeriums – die Qualität der Daten hängt hier jedoch stark vom jeweils liefernden Betreiber ab.

Quellen: ChargePointRadar – Pressemitteilung vom 22. Juli 2026 / gridX – Charging Report 2026 / Manager Magazin – Warum im Ladegeschäft Totengräber die Goldgräber ablösen

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Tobias Stahl

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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