Elektroautos haben sich im ersten Halbjahr 2026 erstmals als stärkste Antriebsart im deutschen Flottenmarkt durchgesetzt. Mit einem Anteil von 30 Prozent an den Neuzulassungen liegen sie vor Benzinern, Diesel- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen. Das geht aus einer Studie hervor, die die Initiative Klimaneutrales Deutschland gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Dataforce erstellt hat. Hintergrund der Erhebung ist die geplante Clean Corporate Vehicles Regulation der EU, die im Herbst verabschiedet werden könnte. Für Deutschland sieht der aktuelle Entwurf vor, dass Großunternehmen bis 2030 einen Anteil von 54 Prozent emissionsfreier Neuzulassungen erreichen, bis 2035 sollen es 95 Prozent sein.
Die Zahlen zeigen, dass viele Unternehmen diesem Ziel bereits nahekommen. 94 Prozent der Großunternehmen mit mehr als 50 Fahrzeugen im Fuhrpark haben demnach schon mindestens ein Elektroauto im Bestand. Zwei Drittel dieser Unternehmen halten es zudem für wahrscheinlich, bis 2035 nahezu emissionsfrei zu fahren. Bei kleineren Flotten mit bis zu neun Fahrzeugen liegt der aktuelle Anteil mit Elektroautos im Bestand bei 42 Prozent, bis 2030 soll er auf 63 Prozent steigen.
Wirtschaftlichkeit gilt als wichtigster Antrieb für Flotten-Elektrifizierung
Für den Umstieg auf Elektroautos ist aus Sicht der Fuhrparkverantwortlichen vor allem die Wirtschaftlichkeit entscheidend. 74 Prozent der Fuhrparkmanager:innen mit Elektroautos im Bestand nennen sie als zentralen Treiber der Elektrifizierung. 59 Prozent bewerten die Gesamtkosten von Elektroautos mittlerweile besser als die von Verbrennern, vor allem durch geringere Energiekosten sowie steuerliche Vorteile.
Gleichzeitig bleibt politische Unterstützung wichtig: 54 Prozent der Unternehmen mit Elektroautos im Bestand würden ihre Elektrifizierung ohne Förderungen und Regulierungen verlangsamen oder ganz stoppen. Besonders gefragt sind laut der Befragung Förderprogramme für die Fahrzeuganschaffung, steuerliche Vorteile für Unternehmen sowie Unterstützung beim Ausbau der Ladeinfrastruktur.
Als größte Hürde für Unternehmen ohne Elektroautos im Bestand nennt die Studie weiterhin die Reichweite sowie nötige Anpassungen bei Routenplanungen. Bei den offen genannten Verbesserungsvorschlägen steht der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit 57 Prozent an erster Stelle, gefolgt von mehr Transparenz bei öffentlichen Ladetarifen. Eine befragte Person brachte es so auf den Punkt: „Es kann nicht sein, dass ich an einer Ladesäule unterschiedliche Preise für den gleichen Strom bezahlen muss, je nachdem, welche Karte oder App ich nutze.“
Deutsche Hersteller dominieren, chinesische Marken holen auf
Beim Blick auf die Herstellerlandschaft zeigt sich ein deutliches Übergewicht deutscher Konzerne. 73 Prozent der im ersten Halbjahr 2026 neu zugelassenen Elektroautos im Flottenmarkt stammen von Herstellern mit Sitz in Deutschland, 2023 lag dieser Anteil noch bei 57 Prozent. VW führt die Markenwertung mit 21 Prozent an, gefolgt von Škoda mit 15 Prozent, vor allem dank des Enyaq und des neueren Elroq. Unter den Modellen liegt der Škoda Enyaq mit acht Prozent vorn, dicht gefolgt vom VW ID.7 und dem VW ID.3 mit jeweils sieben Prozent.
Gleichzeitig deutet sich ein Wandel an: 73 Prozent der befragten Fuhrparkverantwortlichen halten neue Marken wie BYD oder Xpeng inzwischen für gleichwertig oder besser als etablierte deutsche Hersteller. 44 Prozent können sich vorstellen, künftig chinesische Marken in den eigenen Fuhrpark zu integrieren, wobei die Zustimmung bei Unternehmen mit bereits vorhandenen Elektroautos mit 48 Prozent höher liegt als bei reinen Verbrenner-Flotten mit 37 Prozent. Als Vorteile deutscher Marken werden vor allem hohe Qualität, verlässlicher Kundenservice und ein dichtes Servicenetz genannt, Faktoren, an denen es neuen Anbietern laut der Studie bislang teilweise noch fehlt.
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit einem Elektro-Anteil von 24 Prozent im Flottenmarkt 2025 gleichauf mit Frankreich, während Spanien mit neun Prozent deutlich zurückbleibt. Innerhalb Deutschlands verzeichnet der Osten unterdurchschnittliche Werte, was unter anderem auf einen langsameren Ausbau der Ladeinfrastruktur im ländlichen Raum zurückgeführt wird. Den höchsten Elektro-Anteil weist bundesweit weiterhin Schleswig-Holstein auf.
Quelle: Dataforce/Initiative Klimaneutrales Deutschland – Studie zur Elektromobilität im deutschen Flottenmarkt, Juli 2026









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