Der Auftragseingang für den neuen BMW iX3 übertrifft nach Angaben aus dem Konzernumfeld die internen Erwartungen deutlich. Massimiliano Di Silvestre, CEO von BMW Italien, sprach im vergangenen Dezember beim Sustainable Development Dinner davon, dass allein die europäischen Bestellungen nahezu die gesamte Produktionskapazität für 2026 abdeckten. Wer den neuen iX3 heute in Europa ordert, müsse daher unter Umständen bis 2027 auf die Auslieferung warten. Eine derart lange Lieferzeit war zuletzt vor allem aus dem chinesischen Markt bekannt, etwa beim Xiaomi YU7, der trotz seiner Positionierung im Volumensegment über Monate hinweg ausverkauft war.
Der neue iX3 ist das erste vollelektrische Auto auf der neuen BMW-Plattformgeneration. Unter dem internen Code NA5 feierte das Modell seine Premiere auf der IAA in München im September 2025, die Markteinführung in Europa ist für das Frühjahr geplant. Produziert wird das Auto im ungarischen Werk Debrecen, das auf eine Jahreskapazität von rund 150.000 Einheiten ausgelegt ist. Diese Kapazität verteilt sich allerdings nicht ausschließlich auf den iX3, da dort perspektivisch auch weitere Elektromodelle wie der Crossover iX4 vom Band laufen sollen. Zum Vergleich: Vom konventionell angetriebenen BMW X3 wurden in Europa zuletzt je nach Schätzung zwischen 120.000 und 150.000 Autos pro Jahr verkauft.
Parallel dazu bereitet BMW den Marktstart in China vor. Das Joint Venture BMW Brilliance hat im Werk Dadong in Shenyang bereits mit der Vorserienfertigung des lokal produzierten iX3 begonnen. Die Markteinführung ist dort für den Sommer vorgesehen. Für BMW China gilt das Modell als Schlüsselprojekt, um die neue Elektroplattform auch im weltweit größten E-Auto-Markt zu etablieren.
Dabei setzt der iX3 in China auf eine deutliche Anpassung an lokale Erwartungen. Das Auto erhält einen verlängerten Radstand und soll das größte Platzangebot innerhalb der Baureihe bieten. Hinzu kommen Assistenz- und Softwarelösungen chinesischer Anbieter. Für das teilautomatisierte Fahren arbeitet BMW mit Momenta zusammen, während beim digitalen Cockpit Kooperationen mit Huawei, Alibaba und DeepSeek vorgesehen sind. Preislich dürfte der lokal produzierte iX3 ebenfalls eine neue Rolle einnehmen. In Europa liegt der Einstieg aktuell häufig oberhalb von 65.000 Euro, während der bisherige iX3 in China mit einem Listenpreis von rund 400.000 Yuan (ca. 49.500 Euro) startete. Vor dem Hintergrund jüngster Preisanpassungen im Konzern rechnen Marktbeobachter mit einem weiteren Rückgang.
Der Wettbewerb zeigt jedoch, dass technische Aufholarbeit allein keine Verkaufsgarantie ist. Sowohl Mercedes-Benz als auch Audi haben 2025 neue Elektroautos mit lokaler Technik und wettbewerbsfähigen Preisen eingeführt, blieben damit bislang aber hinter den Erwartungen. Der in China gebaute elektrische CLA von Mercedes kam im ersten Monat auf gut 1300 Einheiten. Der Audi Q6L e-tron, basierend auf der gemeinsam mit Porsche entwickelten PPE-Plattform, rutschte nach einem ordentlichen Start schnell unter die Marke von 500 Autos pro Monat.
Vor diesem Hintergrund steht der neue BMW iX3 vor einer doppelten Aufgabe. In Europa muss das Auto trotz langer Lieferzeiten den hohen Erwartungen gerecht werden. In China reicht es nicht aus, Technik und Ausstattung anzupassen. Entscheidend wird sein, ob es BMW gelingt, Aufmerksamkeit und Vertrauen in einem Markt zu gewinnen, in dem Produktqualität zunehmend als Grundvoraussetzung gilt.
Quelle: 36kr.com – The new BMW electric cars are being snapped up like Xiaomi products.







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