VWs neue „elektrische Superplattform“ SSP als Basis für mehr als 40 Millionen Fahrzeuge

VWs neue "elektrische Superplattform" SSP als Basis für mehr als 40 Millionen Fahrzeuge

Copyright Abbildung(en): Volkswagen

Der VW Konzern entwickelt sich weiter. Weiter in Richtung E-Mobilität. Aber auch weg von der eigenen MEB-Plattform, welche man derzeit für eigene Stromer im Konzern und auch außerhalb, bspw. bei Ford verwendet. Des Weiteren steht noch die PPE-Plattform von Audi/ Porsche im Raum, welche aber auch schon wieder abgeschrieben scheint. Denn die Zukunft bei VW heißt Scalable Systems Platform (SSP). Der Volkswagen Konzern will 40 Millionen Fahrzeuge auf der neuen elektrischen „Superplattform“ produzieren, die die Plattformen mit Verbrennungsmotor und vollelektrischem Antrieb bei seinen Marken VW, Skoda, Seat, Audi und Porsche ersetzen soll.

Mit der SSP (Scalable Systems Platform), der Volkswagen Mechatronics-Plattform der nächsten Generation, werde die Komplexität schrittweise sinken. Als Nachfolgeplattform der drei Verbrenner-Architekturen MQB, MSB, MLB, sowie den E-Auto-Plattformen MEB und PPE, werde SSP die Konsolidierung der heutigen Plattformen vorantreiben: Von drei ICE-Plattformen wird zunächst auf zwei BEV-Plattformen reduziert, um schließlich eine einheitliche Architektur für das gesamte Produktportfolio zu schaffen. Ab 2026 will der Konzern die Produktion von reinen Elektroautos auf der SSP starten. Diese nächste Fahrzeuggeneration werde voll elektrisch, voll digital und hoch skalierbar sein. Über die gesamte Lebensdauer sind auf der neuen Mechatronics-Plattform mehr als 40 Millionen Fahrzeuge geplant. Wie bereits beim MEB soll auch die SSP für andere Automobilhersteller zugänglich sein.

Die Zukunft heißt somit SSP; wenn auch nicht für alle. Porsche lässt sich darauf nicht ein, zumindest nicht ganz. Dort setzt man zunächst auf die PPE-Plattform. Geplant ist, dass bereits im nächsten Jahr der Konzern erste Fahrzeuge auf Basis der Premium Platform Electric (PPE), welche von Audi und Porsche gemeinsam entwickelt wurde, mit mehr Beschleunigung, höheren Reichweiten und kürzeren Ladezeiten auf die Straße bringt.  Das erste Modell, welcher die PPE-Plattform nutzt, wird der vollelektrische Porsche Macan SUV sein, der in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres in Produktion geht. Das erste PPE-Fahrzeug von Audi wird der Q6 e-tron SUV sein, ein Schwestermodell des Macan EV. SSP soll die MEB-Plattform des VW-Konzerns ersetzen, die derzeit in vollelektrischen Autos wie dem VW ID.3, dem VW ID.4 , dem Skoda Enyaq und dem kommenden Audi Q4 e-tron compact genutzt wird. „SSP wird bis 2035 das einzige Rückgrat für den Konzern sein“, so VW-Konzernchef Herbert Diess.

Zur Verbesserung und Beschleunigung seiner Mechatronics-Plattformkompetenzen will der Konzern rund 800 Millionen Euro in ein neues Zentrum für die Technische Entwicklung in Wolfsburg investieren, wo das Herz der SSP und ihre Module entstehen werden. Im Zusammenhang mit der SSP-Plattform äußerte sich auch der Entwicklungschef des VW-Konzerns, Markus Duesmann, der auch Audi-Chef ist, zu den Bedenken von Porsche. So zeigt Duesmann auf, dass das Design der SSP-Plattform mit ihren unterschiedlichen Modulen, Batteriegrößen und Karosserielängen eine große Markendifferenzierung ermöglichen wird.

„Es wird keine Einheitsgröße für alle geben. Wir können durch die Kombination der verschiedenen Module dennoch auf spezifische Fahrzeuge und Markenanforderungen eingehen. In Anbetracht der Skalierbarkeit der Module wird Porsche in der Lage sein, eine spezielle Leistungsversion für die höchsten Spezifikationen anzubieten.“ – Markus Duesmann, Entwicklungschef VW Konzern

Die Verwendung einer einzigen Plattform würde eine einfachere Integration komplexer Elemente wie Software und elektrische Architekturen bedeuten, was wertvolle Einsparungen mit sich bringt. „Wir werden die heutige Komplexität um etwa 50 Prozent reduzieren. Und ich denke, Sie können verstehen, was das für uns in Bezug auf Skaleneffekte bedeutet“, so Duesmann weiter. Einen ersten Einblick auf die kommenden SSP-Stromer wird Audi mit drei Sphere-Konzepten geben, welche in den nächsten 12 Monaten enthüllt werden sollen. „Bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden wir SSP in allen unseren Kernsegmenten und allen Markengruppen eingeführt haben“, sagte Duesmann. Bis 2030 würden Autos auf der SSP-Plattform „bereits ein größeres Volumen abdecken als PSA und MEB zusammen“, sagte er.

Quelle: AutomotiveNewsEurope – VW pushes ahead with ’super platform‘ for self-driving electric cars

Über den Autor

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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ob man sich bei VW als Unternehmen und Volkswagen als Konzern etwas gutes tut verschiedene Plattformen zu verwenden und noch dazu über die Nachfolge von MEB laut nachzudenken während man händeringend versucht IDs unters Volk zu bringen?

Jeder der sich ansatzweise damit beschäftigt und potentiel einen VW/AUDI/SKODA BEV kaufen möchte wird darüber nachdenken ob es nicht doch Sinn macht auf das nächst bessere zu warten und vielleicht doch noch einen Diesel kaufen. *shame*

Das Konzeptbild des neuen Stromers auf der zukünftigen SSP sieht aus wie ein Tesla S oder 3. Eh net schlecht, die gefallen mir ausnehmend gut.

Die Frage „jetzt kaufen oder warten?“ gibt’s natürlich an vielen Stellen.
Ich schaue z. B. erwartungsfroh auf einen (hoffentlich) Opel Astra-e in vielleicht 2 Jahren. Einerseits. Andererseits ist zu vernehmen, dass Stellantis auch an einer reinelektrischen Plattform für künftige Modelle arbeitet. Schon ist man wieder im Dilemma bzw. mag in solches geraten dann in 2 Jahren. Hmm.

Die SSP ist ja eine Weiterentwicklung der MEB. Viele Brot und Butter Autos werden also gar keine groß erkennbare Veränderung in der Basis haben.

Es muss doch auch VW erlaubt sein sich weiter zu entwickeln. Gerade in der Elektromobilität ist im Moment nichts von dauer.

Wer heute ein BEV kauft, riskiert schon sehr schnell mit überholter Technik dazustehen. Das heisst aber noch lange nicht, dass dadurch das Fahrzeug schlechter werden wird. Es wird einfach nicht besser.

Das selbe hat man am Anfang mit dem PC und mit den Smartphones erlebt. Wer damals nicht jedes Jahr neu gekauft hat, war schon sehr bald mit einem veralteten Gerät unterwegs.

Autos kann man natürlich nicht jedes Jahr neu kaufen. Aber die Entwicklung schreitet voran ob wir nun wollen oder nicht. Ich finde es gut, dass VW hier in Deutschland zunehmend den Ton angibt und sich traut innovativ zu sein.

Auch wenn ich bekennender Tesla Fanboy bin.
Es hat genug Platz für viele Hersteller. Wer halt nicht mittmacht wird früher oder später nur noch in den Geschichtsbüchern stehen.

Last edited 5 Monate zuvor by Hiker

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