E-Offensive des VW Konzern greift: CO2-Flottendurchschnitt in der EU deutlich gesenkt

E-Offensive des VW Konzern greift: CO2-Flottendurchschnitt in der EU deutlich gesenkt

Copyright Abbildung(en): Volkswagen AG

Ende Dezember stand noch eine 270 Millionen Euro Strafzahlung für Verfehlung der CO2-Ziele in 2020 zur Diskussion. Mitte Januar 2021 nun teilweise Entwarnung. Denn wie der VW Konzern zu berichten weiß greift die E-Offensive. Insbesondere VW und Audi haben zur Übererfüllung der CO2-Flottendurchschnitt-Ziele beigetragen. Nach vorläufigen Zahlen soll es dem VW Konzern 2020 möglich gewesen sein den Durchschnittswert der CO2-Emissionen der Pkw-Neuwagenflotte in der EU gegenüber 2019 um rund 20 Prozent auf 99,8 g/km zu senken. Eine Ansage.

Einen großen Anteil zu diesem Erfolg hat vor allem die Auslieferung elektrifizierter Modelle in der EU inklusive UK, Norwegen und Island beigetragen. Gegenüber 2019 wurde der dortige Absatz mit 315.400 E-Fahrzeugen mehr als vervierfacht. Der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV) an den Gesamtauslieferungen stieg auf 9,7 Prozent (2019: 1,7 Prozent). Damit ist der Volkswagen Konzern im reinen Elektro-Segment in Westeuropa klar Marktführer mit einem Anteil von rund 25 Prozent (2019: 14 Prozent).

Volkswagen AG

Der VW Konzern gibt in der aktuellen Mitteilung auch zu verstehen, dass Bentley und Lamborghini einzeln bewertet werden und sind deshalb nicht berücksichtigt. Für die knappe Verfehlung des mit anderen Herstellern gebildeten CO2-Pools von rund 0,5 g/km, hatte der Konzern bereits frühzeitig Rückstellungen gebildet, so dass das Ergebnis des vierten Quartals nicht belastet wurde. Rebecca Harms, Mitglied des unabhängigen Volkswagen Nachhaltigkeitsbeirats, ordnet die Entwicklung wie folgt ein: „Trotz sehr ehrgeiziger Anstrengungen bei der Elektrifizierung ist es noch nicht ganz gelungen, das gesetzte Flottenziel zu erreichen. Dennoch ist deutlich, dass Volkswagen auf einem sehr guten Weg ist. Das Unternehmen muss konsequent weiter an der Antriebswende und den Klima- und Nachhaltigkeitszielen arbeiten.“ Harms führt des Weiteren aus, dass vor allem „kleinere, effiziente und erschwingliche Modelle bei der Elektrifizierung eine größere Rolle spielen“ werden.

„Wir kommen auf dem Weg zum CO2-neutralen Unternehmen gut voran. Die CO2-Emissionen unserer Neuwagenflotte in der EU haben wir deutlich gesenkt. Vor allem die Marken Volkswagen und Audi haben mit ihrer E-Offensive einen großen Beitrag dazu geleistet. Das Flottenziel für 2020 haben wir knapp verfehlt. Die Covid-19-Pandemie hat uns hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun kommen neben Volkswagen Pkw und Audi auch CUPRA und ŠKODA mit weiteren attraktiven E-Modellen. Damit werden wir in diesem Jahr das Flottenziel erreichen.“ – Herbert Diess, CEO des Volkswagen Konzerns

Maßgeblich zur Senkung des CO2-Flottendurchschnitts habe der VW ID.3 beigetragen. Der erste Stromer von VW auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB). Erst im September eingeführt wurde er noch 2020 an 56.500 Kunden übergeben. Insgesamt konnte VW PKW rund 212.000 elektrifizierte Volkswagen in Kundenhand übergeben, davon rund 134.000 Elektroautos. Damit übererfüllte die Marke ihr CO2-Flottenziel deutlich und leistete einen wesentlichen positiven Beitrag für den Konzern.

„Volkswagen geht bei der Transformation der Industrie weiter voran. 2015 haben wir die größte und umfassendste Elektro-Offensive der Branche auf den Weg gebracht. Die sehr deutliche Übererfüllung unserer CO2-Ziele zeigt, dass der Kurs der Marke stimmt. 2021 werden wir die Transformation hin zur E-Mobilität mit neuen Modellen nochmals beschleunigen.“ – Ralf Brandstätter, Vorstandsvorsitzende der Marke Volkswagen

Ebenfalls positiv abgeliefert hat Audi, welche ihr CO2-Flottenziel ebenfalls unterboten haben. Laut aktueller Mitteilung setze man auch künftig die eigene Transformation zu einem Anbieter nachhaltiger Premiummobilität fort. Im vergangenen Jahr war Audi zudem mit Abstand größter Premiumhersteller von Elektrofahrzeugen unter den drei deutschen Premiummarken. Das Erfolgsmodell Audi e-tron (inkl. Audi e-tron Sportback) verzeichnete im vergangenen Jahr eine deutlich gesteigerte Nachfrage mit einem Zuwachs von 79,5 Prozent (47.300 Fahrzeuge) gegenüber dem Vorjahr. Weltweit ist der Audi e-tron das meist verkaufte Elektrofahrzeug unter den deutschen Premiumherstellern.

Doch auch in 2021 wird sich der VW Konzern nicht ausruhen. Die E-Offensive wird weitergeführt, mit zahlreichen neuen vollelektrischen Fahrzeugen auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB). Audi wird dieses Jahr mit Q4 e-tron und Q4 e-tron Sportback starten, CUPRA führt den el-Born im Markt ein und ŠKODA bringt den Enyaq iV zu seinen Kunden. Volkswagen Pkw wird mit dem ID.4 in zahlreichen weiteren Märkten starten und ein neues vollelektrisches Modell vorstellen.

Der Volkswagen Konzern hat gemeinsam mit weiteren Herstellern einen CO2-Pool für Pkw-Zulassungen in der Europäischen Union angemeldet. Dieser erzielte nach vorläufigen Zahlen einen CO2-Flottendurchschnitt von 99,3 g/km und verfehlte damit seinen Zielwert knapp um rund 0,5 g/km. Die finale Bestätigung durch die EU-Kommission erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Quelle: Volkswagen AG – Pressemitteilung vom 21. Januar 2021

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „E-Offensive des VW Konzern greift: CO2-Flottendurchschnitt in der EU deutlich gesenkt“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
16 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Nix gegen die Elektroffensive von VW & Co., sehr lobenswert, aber mit einem so geringen Produktionsanteil an wirklich klimafreundlichrn Fahrzeugen eine CO2-Neuralität erreichen zu können ist doch einem Systemfehler geschuldet?

Schneller geht die Umstrukturierung großer Verbrennerhersteller schlicht nicht. Man hätte natürlich früher anfangen können, statt die beachtlichen Fördergelder seit 2002 für alternative Antriebe sonst wo zu verprassen. Und bis Ende 2021 wirkt schon die Bremse Zellversorgung weltweit schmerzlich. Nimmt leider kein gutes Ende mit den großen Verbrennerherstellern, zumal sich China für Elektromobilität entschieden hat.

PS: wie überlebenswichtig die Baugenehmigung Tesla/Grünheide für Deutschland ist, scheint kaum Jemanden klar zu sein – selbst für Hartz4-Empfänger.

Warum soll die überlebenswichtig sein, ist das Kommentar ironisch gemeint oder was?

Vielleicht liegt der Fehler darin, dass die Hersteller (incl. VW) noch immer diese Phantasiewerte der Plug-In-Hybrid-Autos ansetzen.

Vielleicht liegt der Fehler darin, dass die Hersteller (incl. VW) noch immer diese Phantasiewerte der Plug-In-Hybrid-Autos ansetzen [dürfen!].

Ja, und ich habe den Satz wg. der generellen Bedeutung mal ergänzt 😉
Der CO2-Wert in der Atmosphäre allerdings läßt sich damit nicht betrügen …

wahrscheinlich die Addition aller Bonuspunkte, die Elektro- und Hybridfahrzeuge hergeben.
Durch unseren Strommix erzeugen BEVs auch CO2 (ca. 50-70g/km). Also in echt sieht es etwas anders aus.

Das kommt darauf an, wie das E-Auto geladen wird. Die meisten (wenn nicht alle) Ladesäulen bieten grünen Strom an. Und der Strom von der eigenen PV-Anlage ist auch nahezu Co2 frei. Ich glaube also nicht, dass man da den normalen Strommix annehmen darf, vor allem auch deshalb weil E-Autofahrer in der Regel besonders klima- bzw. umweltbewusst sind.

Ein BEV mit einer in China oder im Ostblock mit 95% Kohlestrom produzierten Batterie kommt hier auch mit zwei mal 0 (Null) in die CO2-Rechnung rein, obwohl der schon bei der Produktion so viel CO2 verursacht hat, wie ein PHEV bei vernünftigem Betrieb nie und bei unvernünftigem Betrieb vielleicht nach 150’000 km verursacht haben wird.

China ist viel „grüner“ als viele Leute glauben.

China ist der mit Abstand größte Produzent von Energie aus Wind, Sonne und Erdwärme. 634,2 TWh an diesen erneuerbaren Energien konnte die Volksrepublik laut dem BP-Report 2018 generieren.

(Quelle: capital.de – Juni 2020)

Nachtrag:

Zum Vergleich die Werte von Deutschland.

Aus erneuerbaren Energien wurden 2019 insgesamt 223,9 TWh Strom (2018: 206,6 TWh) erzeugt.

(Quelle: bundesnetzagentur.de)

Einwohner: China – Deutschland, Verhältnis 16.8 zu 1

Ökostrom: 634,2 TWh – 206,6 TWh, Verhältnis 3 zu 1

Für die gleiche Ökostrommenge pro Einwohner müsste China etwa das 5,5-Fache an Ökostrom erzeugen.

2020 wurden in China 72 GW Windkraft onshore und 48GW PV gebaut.
Ich bin gespannt, wie lange der Vergleich noch für Deutschand positiv ausgeht.

Die üblichen Zahlentricksereien, die die Autoindustrie-Lobby noch immer den Politikern in deren Gesetze schreiben darf – Motto „Eine Hand wäscht die andere“ – und Umweltschutz nur in Billigausführung.

Dies ist auch dringend notwendig bei VW, Mister Brandstätter, sonst wird er dann zum Brandstifter….
Zur Zeit bezahlen sie noch riesige Summen an Strafen, wegen zu hohem CO2 Ausstoss deren Fahrzeuge.

Unglaublich, wie offensichtlich Desinformation durch Politiker, Medien und Autohersteller getrieben wird und die Mehrheit der Leser das scheinbar nicht mitbekommt. Natürlich hat VW den CO2-Aausstoß der Flotte nicht um 20% gesenkt:
der zusätzlich benötigte Strom für die Autos wird größtenteils durch eine höhere Auslastung von Braunkohlekraftwerken bereitgestellt. Demzufolge erzeugt ein Elektroauto natürlich nicht 0g CO2/100km, sondern mehr CO2 als ein sparsamer neuer Diesel-Hybrid (ohne „Plugin“).

Bei Next Move erfahre ich gerade, daß VW das CO2 Ziel zwar „nur“ um 0,5g verfehlt hat – das kostet zwar „nur“ 50€ Strafe je Fahrzeug – blöd ist halt, wenn man dann so viele Verbrenner oder prozentual so wenig Elektrofahrzeuge baut daß trotzdem 200 Millionen Strafzahlungen übrig bleiben – Das wird nicht kommuniziert

Diese News könnten dich auch interessieren:

Green-Vision stattet Foodtrucks, E-Roller und Kühlfahrzeuge mit Second-Life-Akkus aus
VW & QuantumScape prüfen Bau von Feststoffbatteriefabrik in Salzgitter
Toyota will beim Klimaschutz dreigleisig fahren
16
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).