E-Offensive des VW Konzern greift: CO2-Flottendurchschnitt in der EU deutlich gesenkt

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Volkswagen AG

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 4 min

Ende Dezember stand noch eine 270 Millionen Euro Strafzahlung für Verfehlung der CO2-Ziele in 2020 zur Diskussion. Mitte Januar 2021 nun teilweise Entwarnung. Denn wie der VW Konzern zu berichten weiß greift die E-Offensive. Insbesondere VW und Audi haben zur Übererfüllung der CO2-Flottendurchschnitt-Ziele beigetragen. Nach vorläufigen Zahlen soll es dem VW Konzern 2020 möglich gewesen sein den Durchschnittswert der CO2-Emissionen der Pkw-Neuwagenflotte in der EU gegenüber 2019 um rund 20 Prozent auf 99,8 g/km zu senken. Eine Ansage.

Einen großen Anteil zu diesem Erfolg hat vor allem die Auslieferung elektrifizierter Modelle in der EU inklusive UK, Norwegen und Island beigetragen. Gegenüber 2019 wurde der dortige Absatz mit 315.400 E-Fahrzeugen mehr als vervierfacht. Der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV) an den Gesamtauslieferungen stieg auf 9,7 Prozent (2019: 1,7 Prozent). Damit ist der Volkswagen Konzern im reinen Elektro-Segment in Westeuropa klar Marktführer mit einem Anteil von rund 25 Prozent (2019: 14 Prozent).

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Der VW Konzern gibt in der aktuellen Mitteilung auch zu verstehen, dass Bentley und Lamborghini einzeln bewertet werden und sind deshalb nicht berücksichtigt. Für die knappe Verfehlung des mit anderen Herstellern gebildeten CO2-Pools von rund 0,5 g/km, hatte der Konzern bereits frühzeitig Rückstellungen gebildet, so dass das Ergebnis des vierten Quartals nicht belastet wurde. Rebecca Harms, Mitglied des unabhängigen Volkswagen Nachhaltigkeitsbeirats, ordnet die Entwicklung wie folgt ein: „Trotz sehr ehrgeiziger Anstrengungen bei der Elektrifizierung ist es noch nicht ganz gelungen, das gesetzte Flottenziel zu erreichen. Dennoch ist deutlich, dass Volkswagen auf einem sehr guten Weg ist. Das Unternehmen muss konsequent weiter an der Antriebswende und den Klima- und Nachhaltigkeitszielen arbeiten.“ Harms führt des Weiteren aus, dass vor allem „kleinere, effiziente und erschwingliche Modelle bei der Elektrifizierung eine größere Rolle spielen“ werden.

„Wir kommen auf dem Weg zum CO2-neutralen Unternehmen gut voran. Die CO2-Emissionen unserer Neuwagenflotte in der EU haben wir deutlich gesenkt. Vor allem die Marken Volkswagen und Audi haben mit ihrer E-Offensive einen großen Beitrag dazu geleistet. Das Flottenziel für 2020 haben wir knapp verfehlt. Die Covid-19-Pandemie hat uns hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun kommen neben Volkswagen Pkw und Audi auch CUPRA und ŠKODA mit weiteren attraktiven E-Modellen. Damit werden wir in diesem Jahr das Flottenziel erreichen.“ – Herbert Diess, CEO des Volkswagen Konzerns

Maßgeblich zur Senkung des CO2-Flottendurchschnitts habe der VW ID.3 beigetragen. Der erste Stromer von VW auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB). Erst im September eingeführt wurde er noch 2020 an 56.500 Kunden übergeben. Insgesamt konnte VW PKW rund 212.000 elektrifizierte Volkswagen in Kundenhand übergeben, davon rund 134.000 Elektroautos. Damit übererfüllte die Marke ihr CO2-Flottenziel deutlich und leistete einen wesentlichen positiven Beitrag für den Konzern.

„Volkswagen geht bei der Transformation der Industrie weiter voran. 2015 haben wir die größte und umfassendste Elektro-Offensive der Branche auf den Weg gebracht. Die sehr deutliche Übererfüllung unserer CO2-Ziele zeigt, dass der Kurs der Marke stimmt. 2021 werden wir die Transformation hin zur E-Mobilität mit neuen Modellen nochmals beschleunigen.“ – Ralf Brandstätter, Vorstandsvorsitzende der Marke Volkswagen

Ebenfalls positiv abgeliefert hat Audi, welche ihr CO2-Flottenziel ebenfalls unterboten haben. Laut aktueller Mitteilung setze man auch künftig die eigene Transformation zu einem Anbieter nachhaltiger Premiummobilität fort. Im vergangenen Jahr war Audi zudem mit Abstand größter Premiumhersteller von Elektrofahrzeugen unter den drei deutschen Premiummarken. Das Erfolgsmodell Audi e-tron (inkl. Audi e-tron Sportback) verzeichnete im vergangenen Jahr eine deutlich gesteigerte Nachfrage mit einem Zuwachs von 79,5 Prozent (47.300 Fahrzeuge) gegenüber dem Vorjahr. Weltweit ist der Audi e-tron das meist verkaufte Elektrofahrzeug unter den deutschen Premiumherstellern.

Doch auch in 2021 wird sich der VW Konzern nicht ausruhen. Die E-Offensive wird weitergeführt, mit zahlreichen neuen vollelektrischen Fahrzeugen auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB). Audi wird dieses Jahr mit Q4 e-tron und Q4 e-tron Sportback starten, CUPRA führt den el-Born im Markt ein und ŠKODA bringt den Enyaq iV zu seinen Kunden. Volkswagen Pkw wird mit dem ID.4 in zahlreichen weiteren Märkten starten und ein neues vollelektrisches Modell vorstellen.

Der Volkswagen Konzern hat gemeinsam mit weiteren Herstellern einen CO2-Pool für Pkw-Zulassungen in der Europäischen Union angemeldet. Dieser erzielte nach vorläufigen Zahlen einen CO2-Flottendurchschnitt von 99,3 g/km und verfehlte damit seinen Zielwert knapp um rund 0,5 g/km. Die finale Bestätigung durch die EU-Kommission erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Quelle: Volkswagen AG – Pressemitteilung vom 21. Januar 2021

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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