BMW Group weitet Netzwerk für E-Antriebsfertigung aus

BMW-Elektroauto-Akku-Batterie-Modul-Produktion

Copyright Abbildung(en): BMW

Der Autohersteller BMW startet die Produktion von Batteriekomponenten in den Werken Leipzig und Regensburg und baut damit sein Produktionsnetzwerk für elektrische Antriebe weiter aus. Anfang Mai beginnt im BMW Group Werk Leipzig die Serienproduktion von Batteriemodulen. Das BMW Group Werk Regensburg begann bereits im April 2021 mit der Lackierung von Batteriezellen für Hochvoltbatterien. Ab 2022 werden dort auch Hochvoltbatterien produziert. „Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2030 mindestens 50 Prozent der Fahrzeuge, die wir weltweit an unsere Kunden ausliefern, vollelektrisch sein werden“, sagt Michael Nikolaides, Leiter Planung und Produktion Motoren und E-Antriebe. „Entsprechend erweitern wir konsequent unser Produktionsnetzwerk für elektrische Antriebe.“

Das Unternehmen investiert mehr als 250 Millionen Euro allein in die Standorte Regensburg und Leipzig, um die wachsende Zahl an elektrifizierten Fahrzeugen der BMW Group mit Hochvoltbatterien zu versorgen. Die Hochvoltbatteriekomponenten sind unter anderem für die Produktion des BMW iX und BMW i4 gedacht, die beide in Kürze auf den Markt kommen. Die Produktionsanlagen seien hochflexibel und sollen zukünftig auch Batteriekomponenten für weitere elektrifizierte Fahrzeuge der BMW Group liefern, wie der Hersteller mitteilt. In Summe investiert die BMW Group an den Standorten Dingolfing, Leipzig, Regensburg und Steyr von 2020 bis 2022 rund 790 Millionen Euro in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten der Antriebskomponenten für elektrifizierte Fahrzeuge.

Produktion von Batteriemodulen im BMW Group Werk Leipzig

Das Werk Leipzig ist das BMW Group Pionier-Werk der Elektromobilität: Mit dem BMW i3 produziert es bereits seit 2013 das erste vollelektrische Fahrzeug der BMW Group. Nun werden am Standort auch E-Antriebskomponenten gefertigt. Auch der Nachfolger des MINI Countryman, der ab 2023 in Leipzig vom Band rollt, wird mit einem Elektro-Antrieb auf den Markt kommen. Auf der ehemaligen Produktionsfläche des BMW i8 werden ab Mai 2021 auf mehr als 10.000 qm Batteriemodule produziert. Zum Produktionsstart sind 80 Mitarbeiter in der Fertigung der Batteriemodule beschäftigt; bis Ende dieses Jahres sollen es rund 150 Mitarbeiter sein. Das Unternehmen investiert von 2020 bis 2022 mehr als 100 Millionen Euro in die erste Ausbaustufe der Batteriemodulproduktion am Standort Leipzig.

BMW-Elektroauto-Akku-Batterie-Modul-Produktion-Roboter
BMW

Die nun angelaufene Produktionslinie für Batteriemodule ist jedoch nur der Anfang: Bereits jetzt hat das Unternehmen eine weitere Kapazitätserweiterung der Batteriemodulproduktion in Leipzig beschlossen. Eine zweite Produktionslinie soll 2022 den Betrieb aufnehmen. So könne der steigenden Nachfrage mit entsprechendem Volumen auf der Antriebsseite begegnet werden.

Produktion von Batteriekomponenten und Hochvoltbatterien im BMW Group Werk Regensburg

Das BMW Group Werk Regensburg produziert mit den Plug-in-Hybridvarianten des BMW X1 und des BMW X2 bereits zwei elektrifizierte Modelle, die Produktion des vollelektrischen BMW X1 soll dort im Jahr 2022 beginnen. Die Kompetenz und Erfahrung in der Elektromobilität werde nun auch zur Produktion von Batteriekomponenten und Hochvoltbatterien genutzt.

Auf einer Produktions- und Logistikfläche von mehr als 40.000 qm nahm im April 2021 die erste von vier Lackieranlagen für Batteriezellen der fünften Generation den Betrieb auf. Batteriezellen werden bisher im BMW Group Werk Dingolfing und im BMW Brilliance Automotive Plant Powertrain in Shenyang, China lackiert. Die Zelllackierung erhöht die mechanische Robustheit und Wärmeleitfähigkeit der Batteriezelle. Damit dient sie der besseren Isolierung und Kühlung der leistungsfähigeren Batteriezellen der fünften Generation des E-Antriebs. Ab 2022 soll das Werk in Regensburg aus Batteriemodulen auch Hochvoltbatterien produzieren. Heute sind bereits 100 Mitarbeiter in der Batteriekomponentenfertigung am Standort Regensburg tätig; bis Ende 2022 sollen es mehr als 300 sein. Das Unternehmen investiert von 2020 bis 2022 über 150 Millionen Euro in den Aufbau der Produktion von Batteriekomponenten und Hochvoltbatterien.

Nachhaltigkeit als ganzheitlicher Ansatz

Den von Unternehmenschef Oliver Zipse formulierten Anspruch „das grünste Elektrofahrzeug kommt von der BMW Group“, verfolge die BMW Group bereits in der Produktion. Schon heute bezieht der Hersteller für seine Fertigungsstandorte weltweit ausschließlich Grünstrom. Die Energie-Ziele der BMW Group seien langfristig angelegt. Das Unternehmen reduzierte von 2006 bis 2019 die Emissionen je Fahrzeug in der Produktion um mehr als 70 Prozent. Bis 2030 sollen diese CO2-Emissionen abermals um 80 Prozent gesenkt werden. Somit verringern sich die CO2-Emissionen in der Produktion der BMW Group im Vergleich zum Jahr 2006 auf dann weniger als zehn Prozent des damaligen Werts.

Ein weiteres Unternehmensziel ist es, die CO2-Emissionen im Lieferantennetzwerk bis 2030 um 20 Prozent zu senken. In diesem Zuge vereinbarte die BMW Group mit ihren Lieferanten, dass diese für die Produktion der Batteriezellen der fünften Generation ausschließlich regenerativen Grünstrom verwenden.

Von der Batteriezelle zur Hochvoltbatterie

Die Fertigung der Hochvoltbatterien gliedert sich in zwei Produktionsabschnitte. Die Produktion der Batteriemodule erfolgt in einem hochautomatisierten Prozess. Die Lithium-Ionen-Zellen durchlaufen zunächst eine Plasmareinigung. Eine speziell entwickelte Anlage lackiert anschließend die Zellen, um so eine optimale Isolation zu gewährleisten. Danach werden die Batteriezellen zu einer größeren Einheit zusammengefügt, den sogenannten Batteriemodulen. Die Batteriezellen bezieht die BMW Group von Partnern, die diese nach genauen Vorgaben des Unternehmens produzieren. Die BMW Group setzt dabei unterschiedliche Batteriezellen ein – je nachdem, welche für das jeweilige Fahrzeugkonzept die besten Eigenschaften liefern.

BMW-Elektroauto-Akku-Batterie-Modul-Produktion-Lackierung
BMW

Anschließend werden die Batteriemodule gemeinsam mit den Anschlüssen zum Fahrzeug, Steuergeräten und Kühlaggregaten in ein Aluminiumgehäuse montiert. Die Größe und Form des Aluminiumgehäuses sowie die Anzahl der verwendeten Batteriemodule sind je nach Fahrzeugvariante unterschiedlich. So entsteht eine optimal an das Fahrzeug angepasste Hochvoltbatterie.

Weltweites Produktionsnetzwerk für E-Antriebe mit Fokus in Deutschland

Die Hochvoltbatterien und Batteriekomponenten für sämtliche elektrifizierte Fahrzeuge der Marken BMW und MINI kommen aus hauseigenen Batteriefertigungen in Dingolfing, Leipzig und Regensburg in Deutschland sowie Spartanburg/USA und Shenyang/China. Auch in Thailand hat die BMW Group die Produktion von Hochvoltbatterien für das Werk Rayong lokalisiert und arbeitet hierfür mit der Dräxlmaier Group zusammen. In München befinden sich das Pilotwerk für E-Antriebe sowie das Kompetenzzentrum Batteriezelle, in dem die BMW Group die Wertschöpfungsprozesse der Batteriezelle vollständig analysiert und ihre Produktionsprozesse technologisch vorantreibt.

E-Motoren produziert das Unternehmen im Kompetenzzentrum E-Antriebsproduktion in Dingolfing und im BMW Group Werk Landshut. Im BMW Group Werk Steyr wird das Gehäuse für den hochintegrierten E-Antrieb der fünften Generation produziert.

Die steigende Produktionskapazität an E-Antriebskomponenten ist nötig, denn die Elektro-Offensive der BMW Group hat an Fahrt aufgenommen. Dank intelligenter Fahrzeugarchitekturen und eines hochflexiblen Produktionsnetzwerks will die BMW Group ab dem Jahr 2023 rund ein Dutzend vollelektrische Modelle auf der Straße haben. Neben den bereits im Markt befindlichen BMW i3, MINI Cooper SE und BMW iX3 folgen dieses Jahr der BMW iX und der BMW i4.

Bis 2025 will die BMW Group den Absatz vollelektrischer Modelle jährlich im Schnitt um deutlich mehr als 50 Prozent steigern – und damit gegenüber dem Jahr 2020 mehr als verzehnfachen. Insgesamt will das Unternehmen bis Ende 2025 rund zwei Millionen vollelektrische Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert haben. Auf Basis der aktuellen Markterwartungen geht die BMW Group davon aus, dass im Jahr 2030 mindestens 50 Prozent ihres weltweiten Absatzes aus vollelektrischen Fahrzeugen bestehen wird. Insgesamt will das Unternehmen damit in den nächsten rund zehn Jahren etwa zehn Millionen vollelektrische Fahrzeuge auf die Straße bringen. Damit wäre die BMW Group strategisch auf Ziel, die CO2-Minderungsziele der EU auch in 2025 und 2030 zu erreichen.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 30.04.2021

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Richtig, weiter so. Produktion vor Ort………..

Wie weit ist man mit dem Batterie Recycling der Altfahrzeuge? Kann man die wertvollen Rohstoffe umweltfreundlich zurückgewinnen? Mein i3s wird noch lange fahren, aber dieser Fleck auf der Umweltbilanz sollte entfernt werden

Sie eignen sich am besten für Kunden, die … keinen regelmäßigen Zugang zu elektrischer Ladeinfrastruktur haben.

Zugang zu Ladestationen dürften „regelmäßiger“ verhanden sein als der zu Wasserstoff-Tankstellen.

Die BMW Group hat über 40 Jahre Erfahrung mit der Wasserstoff-Technologie und mehr als 20 Jahre im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie: …

Dann sollte BMW wissen, dass batterie-elektrische Antriebe „effizienter, robuster und billiger“ (Laut Scania) sind und sie mit Wasserstoff-Autos auf dem Holzweg sind.

Derzeit seien die Voraussetzungen noch nicht gegeben, um Kunden der BMW Group ein Wasserstoff-Fahrzeug anbieten zu können. Insbesondere bei der Infrastruktur für die Wasserstoff-Betankung, als auch bei den Voraussetzungen im gesamten Energiesystem, in dem grüner Wasserstoff in relevanten Mengen und zu wettbewerbsfähigen Preisen für die individuelle Mobilität produziert werden muss, sei noch weiteres Engagement nötig.

Wahrscheinlich meint BMW damit die H2-Lobby-Arbeit, damit Bürger und Steuerzahler viele Millarden in das H2-System pumpen, um den Konzernen die fetten Renditen zu garantieren – ähnlich wie bei den Atomkraftwerken, da haben die Konzerne fette Gewinne gemacht und die Bürger dürfen jetzt die Zeche zahlen.

Und diese H2-Lobby-Arbeit trägt schon politische Früchte …

In Deutschland, der EU und weiteren wichtigen Weltregionen hat die Politik die Bedeutung des grünen Wasserstoffs für das Energiesystem der Zukunft erkannt. Die Europäische Union hat mit dem „Green Deal“ die Wasserstoff-Technologie in den Fokus genommen.

… für die zukünftigen Ökostrom-Verschwender aus der alten Verbrenner- und Minralölindustrie.

Die Bürger müssen diese durchsichtige Hinterzimmer-Mauscheleien ja nicht weitere 5 Jahre mitmachen, im Herbst ist Bundestagswahl, eine gute Gelegenheit den Geldkoffer-Amigos ein kräftiger Tritt in den „Allerwertesten“ zu verpassen – verdient hätten sie es auf jeden Fall.

Der Beitrag sollte eigentlich unter den Artikel …

https://www.elektroauto-news.net/2021/wie-bmw-wasserstoff-autos-erforscht-und-entwickelt

… aber wegen Hackerattaken o.ä. konnte ich den Kommentar nicht absenden und dann habe ich ihn versehentlich unter diesem Artikel gepostet – dies als Hinweis warum die Zitate nicht passen.

War kein Hacker-Angriff, es waren einfach zu viele neugierige Leser unterwegs. Hat den Server ein wenig in die Knie gezwungen.

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