„Auch in der Innenstadt werden Charge-Hubs kommen“

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Wolfgang Plank
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  —  Lesedauer 3 min

Die E-Mobilität gewinnt deutlich an Fahrt. Aus Klimaschutz-Gründen – aber auch, weil Regierungen sie fördern. Was uns im noch jungen Jahr 2022 erwartet, dazu gibt Hermann Winkler einige Einschätzungen. Er ist Manager bei EVBox, einem Unternehmen, das sich intelligenten Ladelösungen verschrieben hat.

So glaubt Winkler an einen zügigen Ausbau der Ladeinfrastruktur – getrieben von einer stetig steigenden Zahl zugelassener E-Autos. Gerade in Innenstädten wachse daher Bedarf an Schnelllademöglichkeiten, wie sie bisher vor allem an Fernstraßen zu finden seien. Schließlich bräuchten auch diejenigen eine alltagstaugliche Lösung, die weder zuhause noch am Arbeitsplatz laden könnten.

Nach Winklers Ansicht werden daher schnell „Charge-Hubs“ entstehen, an denen innerhalb kurzer Zeit – laut Umfragen sind 30 Minuten akzeptabel – 80 Prozent Ladung erreicht werden. Dies sei für den üblichen Alltag völlig ausreichend. In Berlin etwa gebe es bereits erste Projekte in dieser Richtung. „Parallel dazu werden immer mehr Arbeitgeber Ladelösungen für Mitarbeiter vor Ort anbieten“, so der EVBox-Manager. „Hierbei unterstützt auch die aktuelle KfW-Förderung für nicht-öffentliche Ladepunkte.

Für echte Umweltfreundlichkeit muss allerdings auch der Strom nachhaltig erzeugt werden. Da die Produktion von erneuerbarer Energie aus Sonne und Wind aber wetterbedingten Schwankungen unterliegt, sind verstärkt Zwischenspeicher nötig. Damit kann überschüssiger Strom entweder direkt in Akkus gespeichert oder in lagerfähigen Wasserstoff umgewandelt werden. Deshalb wagt Winkler die Prognose, dass in den nächsten Jahren viele traditionelle Tankstellen aus dem Straßenbild verschwinden und öffentlichen Lade-Hubs mit angeschlossenen Speichern Platz machen.

Auch das Stromnetz werde erweitert und erneuert werden müssen, so Winkler. Zudem werde es immer wichtiger, den Energiebedarf detailliert zu kennen und steuern zu können. Der in die Ladeinfrastruktur integrierten Software komme daher immer mehr Bedeutung zu. Sie ermittle zum einen den Bedarf und verwalte zum anderen die Ladelast. Aus diesem Grund gebe es bereits seit Juli vergangenen Jahres eine Richtlinie, die Steuerungsmodule auf Ladestationen verpflichtend vorschreibt. Winkler: „So soll garantiert werden, dass Netzbetreiber im Notfall die Energieversorgung regulieren können, um Überlastungen zu vermeiden.

Dies betreffe nicht nur die Charge Hubs – auch für Heimanlagen sei eine solche Steuerungssoftware notwendig. Immerhin werde die private Ladestation schnell zu einem der größten Stromverbraucher im Haushalt. Mehr Digitalisierung und mehr Software würden allerdings auch mehr Sicherheit erfordern. Winkler rät deshalb dazu, bei der Wahl einer Ladelösung auch darauf zu achten, dass diese nach entsprechend hohen Standards steuerbar ist.

Viel wird sich in naher Zukunft im Bereich städtischer Logistik tun, prognostiziert Winkler. Anders als im Fernverkehr sei in diesem Bereich relativ kurzer Strecken schon heuer ein deutlicher Anstieg von E-Fahrzeugen zu erwarten. Transportunternehmen seien verstärkt dabei, für die „letzte Meile“ auf Stromer umzustellen. Auch Müllabfuhren, Stadtwerke und Verkehrsunternehmen testeten diverse E-Fahrzeuge. Der Vorteil für die Städte liege auf der Hand: Weniger Lärm, weniger Feinstaub, weniger Abgase und mehr Lebensqualität.

Quelle: EVBox – Per Mail

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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