EU-Vorgaben: So steht es um die CO2-Werte der Autohersteller

EU-Vorgaben: So steht es um die CO2-Werte der Autohersteller
Copyright:

Shutterstock / 2431497833

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der durchschnittliche Anteil von Elektroautos an den gesamten Neuzulassungen in Europa blieb im Februar 2025 mit 16 Prozent stabil, genau wie bereits im Januar, wie die gemeinnützige Organistation International Council on Clean Transportation (ICCT) berichtet und in ihrer Mitteilung die Hersteller sowie deren CO2-Pools ausführlich anhand aktueller Zulassungsdaten analysiert hat. Der eher unbekannte Herstellerpool KG Mobility aus Südkorea hatte demnach im Februar den höchsten E-Auto-Anteil (41 Prozent), gefolgt von BMW mit Mini (25 Prozent), MercedesVolvoPolestar (23 Prozent), Kia (22 Prozent), Volkswagen (18 Prozent) und Hyundai (17 Prozent).

Der Pool TeslaStellantisToyota lag unter dem Durchschnitt (13 Prozent E-Auto-Anteil), zwei weitere Marken, Suzuki und Honda, traten im Februar dem Pool bei. Auch der E-Auto-Anteil der RenaultNissanMitsubishi-Allianz (11 Prozent) lag unter dem Marktdurchschnitt.

Anteile-E-Autos-Plug-in-Hybride-Hersteller-pools
ICCT

Die Kohlendioxidemissionen der Herstellerpools lagen im Februar durchschnittlich bei 103 g CO2/km. Damit liegen die Herstellerpools im Schnitt 10 g CO2/km über dem durchschnittlichen Zielwert von 93 g CO2/km für 2025. Aktuell erfüllen nur KG Mobility und BMW ihre Ziele für 2025, während Volkswagen mit einer Verfehlung um 17 g CO2/km am weitesten von seinem Ziel entfernt ist.

Bei der Betrachtung der einzelnen Automarken mit Marktanteilen von 1 Prozent oder mehr wies Volvo neben Tesla mit 30 g CO2/km unter seinem prognostizierten Markenziel für 2025 die größte Übererfüllung auf, gefolgt von Cupra (17 g CO2/km unter dem Zielwert). Am anderen Ende der Skala liegen Audi (33 g CO2/km über Ziel), Mazda (+30), Ford (+28), Seat (+27) sowie Nissan und Mercedes-Benz (beide +26) derzeit am weitesten von ihren prognostizierten Markenzielen für 2025 entfernt.

Flotte-CO2-Autohersteller-Pools
ICCT

Betrachtet man die wichtigsten europäischen Märkte, so sanken die Pkw-Zulassungen in Belgien und den Niederlanden im Vergleich zum Februar 2024 um 8 Prozent, während sie in Spanien um 12 Prozent stiegen. Der kombinierte Marktanteil von E-Autos und Plug-in-Hybriden lag im Februar 2025 in Europa durchschnittlich bei 22 Prozent und somit 2 Prozent höher als im Vorjahr.

Norwegen (97 Prozent), Dänemark (67 Prozent), Schweden (56 Prozent) und die Niederlande (51 Prozent) erreichten jeweils einen Anteil von über 50 Prozent, und auch Belgien (41 Prozent), Irland (29 Prozent) und Deutschland (26 Prozent) verzeichneten kombinierte E-Auto- und Plug-in-Hybrid-Marktanteile über dem europäischen Durchschnitt.

E-Autos in Europa mit deutlichen Zuwächsen

Unter den größten Märkten verzeichneten Tschechien und Spanien die höchsten Zuwächse bei den E-Auto-Zulassungen. Dort stiegen die Anteile im Februar 2025 im Vergleich zum Februar 2024 um 66 Prozent bzw. 61 Prozent. In Deutschland, Europas größtem Markt, wurden im vergangenen Monat fast 36.000 Elektroautos neu zugelassen, 31 Prozent mehr als im Februar des Vorjahres.

Allein Frankreich verzeichnet mit -2 Prozent unter den größeren Märkten ein leichtes Minus. Was allerdings hauptsächlich auf den starken Jahresbeginn 2024 zurückzuführen ist, als eine neu eingeführte Förderung den Absatz von E-Autos deutlich erhöht hatte.

Absatz-Anteile-E-Autos-Plug-in-Hybride-Laender
ICCT

Quelle: ICCT – Pressemitteilung vom 25.03.2025

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

Tobias Stahl  —  

Nicht die Belegschaft und auch nicht die EU-Vorgaben sind Schuld an der Misere der europäischen Autoindustrie, meint T&E-Chef Bock – sondern die Chefetagen.

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Sebastian Henßler  —  

Schaeffler senkt seine Umsatzziele bis 2028 deutlich, weil der Wegfall der E-Auto-Förderung in den USA das Geschäft rund um Vitesco stärker bremst als erwartet.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Sebastian Henßler  —  

Nach den Protesten bei Mercedes-Benz fordert Bosch eine Taskforce. Auch beim Volkswagen-Konzern sollen laut IG Metall Beschäftigtenaktionen folgen.

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Daniel Krenzer  —  

Bei Automobilzulieferern steigt der Krankenstand laut AOK auf 8,94 Prozent. Besonders psychische Fehlzeiten nehmen demnach zu.