Deutsche Bank: E-Mobilität vom Staat teuer erkauft

Deutsche Bank: E-Mobilität vom Staat teuer erkauft

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Der Umstieg auf E-Mobilität wird teuer erkauft und verläuft sozial ungerecht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Bank, aus der „heise.de“ zitiert. Demnach kostet es den deutschen Staat mehr als 20.000 Euro, wenn in der gehobenen Mittelklasse ein BEV statt eines Autos mit Verbrennungsmotor genutzt wird. Grund seien neben der reinen Kaufprämie weitere fiskalische Effekte. Zudem würden Besserverdienende deutlich mehr profitierten, heißt es.

Die fiskalischen Effekte resultieren aus geringeren Einnahmen aus Energie- beziehungsweise Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, CO2-Abgabe auf Benzin und Diesel und Mehrwertsteuer, schreibt die Bank unter dem Titel „Vorfahrt der E-Mobilität vom Staat teuer erkauft„. Wenn E-Autos als Firmenwagen genutzt werden, sinken sie demnach noch mehr. Zum Vergleich zieht die Bank Ausgaben der öffentlichen Haushalte pro Schüler oder Schülerin heran, die in Deutschland im Jahr 2019 bei 8200 Euro gelegen haben sollen.

Als größten fiskalischen Unterschied zwischen Stromern und Verbrennern ermittelte die Deutsche Bank die Energie- bzw. Stromsteuer. Über zwölf Jahre hinweg würden Energiesteuern für den Kraftstoffverbrauch beispielsweise eines VW Golf Life in Höhe von EUR 6500 anfallen. Für den VW ID.3 Pure liege das Aufkommen aus der Stromsteuer bei 550 Euro.

Insgesamt kommt die Deutsche Bank zu dem Schluss, der Beitrag zum Klimaschutz sei bisher in Deutschland noch klein und werde mit der Elektromobilität teuer erkauft. „Die CO2-Vermeidungskosten können die Schwelle von 1000 Euro pro Tonne übersteigen„, heißt es in der Studie. Im Emissionshandel lägen sie lediglich bei gut 50 Euro pro Tonne. Damit genüge die aktuelle Förderung nicht den Kriterien der ökonomischen Effizienz und der ökologischen Effektivität.

Außerdem sieht die Deutsche Bank mit Blick auf die fiskalischen Effekte eine soziale Schieflage. Besserverdienende profitierten aktuell am meisten von den Förderungen, während Geringverdienende (mit eigenem Auto) relativ zu ihrem Einkommen einen recht hohen Teil der Förderungen zahlten. Generell nähmen derzeit Personen mit einem höheren Einkommen die staatlichen Förderungen stärker in Anspruch als Personen mit einem niedrigeren Einkommen.

Häufig sind Elektroautos Zweitwagen in einem Haushalt und/oder sie werden als Firmenwagen genutzt. Dagegen finanzieren alle Steuerzahler gemäß ihrer jeweiligen Leistungsfähigkeit die Fördermaßnahmen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur„, wird in der Studie erläutert. Bei der Förderung privater Ladestation spiele auch eine Rolle, ob ein eigener Stellplatz vorhanden sei.

Die Fahrer und Fahrerinnen von Verbrennern zahlten zudem bei jedem Tankvorgang einen Teil des Geldes für den Betrieb der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Wenn Subventionen in Zukunft heruntergefahren werden, bestehe die Gefahr, dass einkommensschwache Haushalte gewissermaßen dafür bestraft werden, dass sie sich kein förderfähiges Elektroauto leisten können, schreibt die Bank.

Wenn ein Elektroauto als Firmenwagen genutzt wird, muss es nur mit 0,25 statt 1 Prozent des Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden, solange der Brutto-Listenpreis unter 60.000 Euro liegt. Auch können Beschäftigte, die die Stromkosten für das Aufladen selbst zahlen, eine monatliche Pauschale von bis zu 70 Euro von ihrem Arbeitgeber beziehen. Zudem fördere die KfW Ladepunkte auf privaten Grundstücken mit 900 Euro. Der Bund stelle außerdem für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur insgesamt über 5 Milliarden Euro bereit.

Allerdings zementiere der Staat durch technologiespezifische Subventionen und die regulatorische Einstufung von Elektroautos als Null-Emissions-Fahrzeuge zu einseitig die Technologiepfade. Die vermehrte Nutzung von synthetischen, CO2-armen Kraftstoffen sei eine Möglichkeit, die Emissionen des großen globalen Flottenbestandes zu vermindern, heißt es.

Quelle: heise.de – Studie: Elektromobilität für den Staat teuer erkauft und mit sozialer Schieflage

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Sagt die Deutsche Bank ….., welche mit massiver staatlicher Unterstützung vor einem Absturz bewahrt werden musste.
Hierbei handelte es sich Gelder der Steuerzahler, aber mit welcher Gegenleistung?
Verbrenner-fahrenden Vorstandsposten in der 3-Tonnen-Klasse?

Jep, teuer erkauft wurden Jahrzehnte die Subventionen für den krankmachenden, den Planeten zerstörenden Verbrenner- sowie Kerosindreck. Das wird dann unter den Teppich gekehrt –
gerade die Deutsche Bank, bei der über Jahre fast jede Woche eine neue gesetzesbrechende Sau durchs Dorf getrieben worden ist – für mich völlig inkompetent dieser Verein.

Ist das jetzt ein Einwand zur Sache?

Ich lache mich kaputt. Die Deutsche Bank. Ein unseriöseres Bankhaus kann man sich ja kaum vorstellen. Selbst mit Milliarden vom Steuerzahler gerettet und dann den Mut haben sich über E Fahrzeugförderung aufzuregen. Der blanke Hohn!!! Egal ob es um riskante Spekulationsgeschäfte, Waffendeals, Finanzierung von Kohlemienen, alten Kraftwerken oder sonstigen Mensch- und Umweltverachtenden Geschäftsideen geht, die Deutsche Bank steht immer ganz hoch oben im Ranking. Kehrt vor eurer eigenen Türe. Dort stapelt sich genug Müll den ihr aufräumen könnt!!!

Ich entnehme Ihrem Votum nichts, aber auch gar nichts, was die Argumentation der DB in Frage stellt. Können Sie da auch etwas bieten?

Wirtschafts- und Technologieförderungen gehen immer zu Lasten der Geringverdiener. Egal ob Bankenrettung oder Eautoförderung. Daher sollte man nicht zu laut schreien, wenn man im Glashaus sitzt.
Man braucht wohl nicht darüber diskutieren, dass Geringverdiener, die sich kein oder kaum ein Auto leisten können, von der Eautoförderung nicht profitieren.
Andererseits, wer leidet am meisten unter den Schadstoffen und dem Lärm der Verbrenner? Der Besitzer eines schmucken Häuschen im Grünen nicht. So kommt indirekt die Umstellung des Verkehrs aber auch wieder den sozial Schwächeren zu Gute.

Warum E-Fuels keine gute Idee sind wurde hier wohl oft genug dargelegt.

Und dass sich Wohlhabende Neuheiten leisten können und der ärmere Teil der Bevölkerung nicht, ist wohl auch eine Binsenweisheit und bedarf keiner Studie. Ob man das in dem Maße fördern muss steht auf einem anderen Blatt. Mir wäre es auch lieber gewesen, dass die Förderung in den Aufbau der Ladeinfrastruktur fließen.

Und dass es jetzt weniger Steuereinnahmen gibt … Ja Steuern sind auch da um das Verhalten von Leuten zu lenken.

Der einzig Diskussionswürdige Punkt ist der Preis pro Tonne CO2 Vermeidung. Der sieht in der Tat etwas hoch aus. Aber dafür das Alibiprodukt „Emissionshandel“ zu nennen, ist wirklich lächerlich. Ich erlaube mir das Recht die Umwelt zu zerstören. Sehr fragwürdig, Konsequent wäre es dir CO2 Steuer deutlich raufzusetzen wie in Schweden.

Farnsworth

Die Deutsche bank übersieht hier wohl das die Subventionen nicht beim Käufer ankommen sondern zu 100% dem Hersteller der E-fahrzeuge Förderungen gehören generell nur für Wissenschaft und entwicklung, und nicht zur förderung von noch mehr Gwinn von Industrie und Banken

Für die Deutsche Bank wäre es sicher besser, wenn der Staat für die E-Autos einen DB-Kredit gewährt und 10 Jahre lang die Zinsen übernimmt. Dann hätten die Herren auch was davon und dann wärs in Ordnung.

Man hätte natürlich auch ganz einfach weiter den Dieselantrieb fördern können. Basierend auf der jeweils kleinsten Motorisierung für Benziner und Diesel eines VW Golf kriegt man da nach aktuellem Stand die Tonne CO2 Reduzierung zum Schnäppchenpreis von 600 Euro nachgeschmissen.
Der Nachteil dabei ist natürlich, dass man damit nie CO2 neutral werden kann. Deshalb müssen unbedingt synthetische Treibstoffe her. Im Vergleich zum BEV braucht man dafür aber dreimal soviel Energie. Wie man diese Treibstoffe ohne massive Subventionen konkurrenzfähig machen kann, weiß wahrscheinlich nur die Deutsche Bank.

Man produziert sie dort wo Energie billig ist. Sehen Sie, war doch gar nicht so schwer.

…und damit werden sie billiger als fossile Treibstoffe? Glaube ich kaum.
Man kann dann natürlich den umgekehrten Weg gehen und fossile Treibstoffe verteuern. Aber was die deutschen Steuerzahler davon halten, hat man ja bei der Einführung der CO2 Abgabe gesehen. Da ging plötzlich die Welt unter, weil Benzin wieder so teuer war wie vor Jahren schon mal.

Last edited 1 Monat zuvor by Andreas Kühweg

Korrektur: Dreimal so viel Energie braucht man für Wasserstoff. Für E-Fuels werden aktuell 27,3 kWh pro Liter e-Diesel benötigt. Der Idealzustand benötigt 21,3kWh pro Liter. Der Durchschnittsverbrauch von allen Diesel Fahrzeugen bei Spritmonitor liegt bei 6,59 l/100km. Die registrierten E-Autos haben einen Durchschnittsverbrauch von 16,78kWh/100km. Die Schlüsse daraus könnt Ihr selber ziehen.

Farnsworth

Der korrekte Weg währe tatsächlich gewesen, diese Kosten auf den Neuwagenpreis von Verbrenner aufzuschlagen und so diese Lenkungsabgabe zu finanzieren. Mit dem jetzigen System in Deutschland zahlt jeder Steuerzahler für den Umstieg auf Co2 freundliche Fahrzeuge, selbst jemand der sein Leben lang kein Auto besessen hat. Im Prinzip absurd.

Tja so ist das in einer Solidargemeinschaft nun einmal – da zahlen auch alle, die einen gesunden Lebenswandel führen die Krebstherapie eines jeden erkrankten Rauchers mit.
Aber da zahle ich lieber und bin gesund.
Das könnte ein nicht Autobesitzer auch so sehen – mit zahlen und dafür bessere Luft in den Innenstädten – das haben die BWL Helden der Deutschen Bank natürlich auch nicht in ihre „Berechnungen“ einfließen lassen – wahrscheinlich haben die Bänker nur Angst das Kredite von OEMs oder Pharmaunternehmen platzen könnten –
Cui Bono – mal darüber nachdenken 😉

Wahre Worte sind nicht schön und schöne Worte sind nicht wahr. Man muss eben auch damit leben, dass andere zu anderen Schlüssen kommen. Auf jeden Fall wäre das bisher für die Subventionierung von E-Auto-Käufen ausgegebene Geld im Erneuerbare Energie Sektor oder beim Netzausbau viel effektiver angelegt gewesen. Soweit ich das im Hinterkopf habe wurde die Commerzbank vom Staat gerettet und nicht die Deutsche Bank. Die Förderung der E-Mobilität halte ich erst oberhalb von 80% Strom aus erneuerbaren Energien für sinnvoll. Darunter sollte die Pflicht zur Installation einer mindestens 3kW-PV-Anlage zur Auflage gemacht werden. Dann ist das Auto wenigstens bilanziell ein Null-Emissions-Fahrzeug.

Naja, der Beitrag der deutschen Bank übersieht halt mehrere Faktoren. Zum Beispiel indirekte Abgaben über den EU-Zertifikatehandel für Strom oder das EEG wird nicht berücksichtigt über das erneuerbare Energien finanziert werden.

Außerdem muss man mehr also direkt vermiedenen Emissionen berücksichtigen. Durch Implementation von E-Autos lernen die Hersteller besser und günstiger E-Autos, bzw. Akkus herzustellen. Das ist natürlich ein komplexer Effekt, aber EA gibt ihn.

Daneben ist Netto-Null das Ziel, deswegen sind Reduktionen auch in den schwierigen Bereichen vorzubereiten.

Wieso nicht Förderung und PV Verpflichtung gleichzeitig?

So hatte ich das gemeint. Förderung und Verpflichtung für PV gleichzeitig unterhalb von 80% regenerativem Strom. Oberhalb von 80% kann man lockerer rangehen, ab dann wird das E-Auto besser, weil dann die Deckung mit sauberem Strom zeitlich relevant wird.
Auf die 1000 €/t bzw. 1€/kg bin ich hier
https://www.elektroauto-news.net/2020/polestar-spricht-ueber-klimaauswirkungen-elektrofahrzeuge#comments auch schon gekommen.
Mittlerweile halte ich die CO2-Einsparung für zu hoch, da die Legende vom Strommix ungefähr mit der Geschichte vom Weihnachtsmann und vom Osterhasen vergleichbar ist.

Bedenken sie, dass die Autos ein durchschnittliche Lebensdauer von 18 Jahren haben. Wenn man also erst beginnt die EMobilität einzusetzen, wenn irgendwann in 10 oder noch mehr Jahren der Strom zu 80% regenerativ ist, würde das nix werden mit einer Nettonull bis 2040 und auch nicht bis 2050.
Abgesehen davon ist ein Eauto, durch nur ein Drittel des Energiebedarfes eines Verbrenners, auch mit einem noch hohem CO2 belastetem Strom CO2 ärmer unterwegs als eben die Verbrenner. Und den Strom kann man und macht man ständig CO2 ärmer, der Verbrenner fährt immer mit Sprit.

Ich bin hier einer der wenigen, die mit der Studie in den groben Zügen einverstanden ist, aber diesen Einwand lasse ich gelten.
Schön, hier auch mal einen sachlichen Einwand gegen die Studie zu sehen, der erkennen lässt, dass der Verfasser den Artikel gelesen und verstanden hat.

Die Studie der Deutschen Bank entspricht schon der Realität. Aber ein derartiger Sinneswandel dieser korrupten Banker ist widersprüchlich und damit unglaubwürdig. Damit wollen sie wahrscheinlich ihr schlechtes Image aufbessern.

Schon vergessen, dass das Hochwasser vor einigen Wochen Schäden in Milliardenhöhe verursacht hat und wir wohl alle paar Jahre mit ähnlich hohen Schäden alleine durch Hochwasser rechnen müssen?

Kaum ein Zitat eines Topmanagers hält sich ähnlich hartnäckig wie jenes von Hilmar Kopper. Am 21. April 1994 fielen die denkwürdigen Worte. Offene Handwerkerrechnungen in Höhe von 50 Millionen Mark bezeichnete der damalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank als Peanuts. Für sein Haus sei die Begleichung solcher Rechnungen aus der Milliardenpleite des Immobilienunternehmers Jürgen Schneider, die damals die Bankenwelt erschütterte, kein Problem.

Quelle: tagesspiegel.de – 2006)

Wenn wir nicht umsteuern, dann können wir die jetzigen E-Auto-Förderungen in Zukunft als „Peanuts“ bezeichnen.

Könnte das Motiv dieser „Studie“ darin liegen, dass die Deutsche Bank immer noch Investments in den fossilen Sektor tätigt und von daher ein Interesse am Erhalt der Fossilwirtschaft hat?
Nebenbei, etwas off topic: Die Abschaffung der Vermögenssteuer kostet den Staat auch viel Geld. So müsste die DtBk auch für ihre Wiedereinführung plädieren? Die Logik der „Studie“ einmal vorausgesetzt. Ach nee, das ist ja was gaaaaanz anderes. Mit Logik und Konsequenz darf man jetzt aber nicht kommen, wo kämen wir da hin?

Die Vermutung, dass man hier aus Eigeninteresse wieder mal gegen die EMobilität schießt, habe ich auch. Es steckt halt viel Geld in der Kohlenstoffindustrie.

Die Studie der deutschen Bank liegt nicht ganz falsch. Aber gerade von denen ist diese Aussage zu hören, wo sie seit Bestehen die Bevölkerung fleißig teilt. Wie ein Dieb, der mit den Fingern auf andere Diebe zeigt, damit man ihn übersieht.

Vorteilhaft sind Elektroautos vor allem für Geringverdiener, die an den Ausfallstraßen wohnen und nicht mehr Dieselruß und Stickoxide einatmen müssen.

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