Deutsche Bank: E-Mobilität vom Staat teuer erkauft

Deutsche Bank: E-Mobilität vom Staat teuer erkauft

Copyright Abbildung(en): Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com

Der Umstieg auf E-Mobilität wird teuer erkauft und verläuft sozial ungerecht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Bank, aus der „heise.de“ zitiert. Demnach kostet es den deutschen Staat mehr als 20.000 Euro, wenn in der gehobenen Mittelklasse ein BEV statt eines Autos mit Verbrennungsmotor genutzt wird. Grund seien neben der reinen Kaufprämie weitere fiskalische Effekte. Zudem würden Besserverdienende deutlich mehr profitierten, heißt es.

Die fiskalischen Effekte resultieren aus geringeren Einnahmen aus Energie- beziehungsweise Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, CO2-Abgabe auf Benzin und Diesel und Mehrwertsteuer, schreibt die Bank unter dem Titel „Vorfahrt der E-Mobilität vom Staat teuer erkauft„. Wenn E-Autos als Firmenwagen genutzt werden, sinken sie demnach noch mehr. Zum Vergleich zieht die Bank Ausgaben der öffentlichen Haushalte pro Schüler oder Schülerin heran, die in Deutschland im Jahr 2019 bei 8200 Euro gelegen haben sollen.

Als größten fiskalischen Unterschied zwischen Stromern und Verbrennern ermittelte die Deutsche Bank die Energie- bzw. Stromsteuer. Über zwölf Jahre hinweg würden Energiesteuern für den Kraftstoffverbrauch beispielsweise eines VW Golf Life in Höhe von EUR 6500 anfallen. Für den VW ID.3 Pure liege das Aufkommen aus der Stromsteuer bei 550 Euro.

Insgesamt kommt die Deutsche Bank zu dem Schluss, der Beitrag zum Klimaschutz sei bisher in Deutschland noch klein und werde mit der Elektromobilität teuer erkauft. „Die CO2-Vermeidungskosten können die Schwelle von 1000 Euro pro Tonne übersteigen„, heißt es in der Studie. Im Emissionshandel lägen sie lediglich bei gut 50 Euro pro Tonne. Damit genüge die aktuelle Förderung nicht den Kriterien der ökonomischen Effizienz und der ökologischen Effektivität.

Außerdem sieht die Deutsche Bank mit Blick auf die fiskalischen Effekte eine soziale Schieflage. Besserverdienende profitierten aktuell am meisten von den Förderungen, während Geringverdienende (mit eigenem Auto) relativ zu ihrem Einkommen einen recht hohen Teil der Förderungen zahlten. Generell nähmen derzeit Personen mit einem höheren Einkommen die staatlichen Förderungen stärker in Anspruch als Personen mit einem niedrigeren Einkommen.

Häufig sind Elektroautos Zweitwagen in einem Haushalt und/oder sie werden als Firmenwagen genutzt. Dagegen finanzieren alle Steuerzahler gemäß ihrer jeweiligen Leistungsfähigkeit die Fördermaßnahmen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur„, wird in der Studie erläutert. Bei der Förderung privater Ladestation spiele auch eine Rolle, ob ein eigener Stellplatz vorhanden sei.

Die Fahrer und Fahrerinnen von Verbrennern zahlten zudem bei jedem Tankvorgang einen Teil des Geldes für den Betrieb der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Wenn Subventionen in Zukunft heruntergefahren werden, bestehe die Gefahr, dass einkommensschwache Haushalte gewissermaßen dafür bestraft werden, dass sie sich kein förderfähiges Elektroauto leisten können, schreibt die Bank.

Wenn ein Elektroauto als Firmenwagen genutzt wird, muss es nur mit 0,25 statt 1 Prozent des Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden, solange der Brutto-Listenpreis unter 60.000 Euro liegt. Auch können Beschäftigte, die die Stromkosten für das Aufladen selbst zahlen, eine monatliche Pauschale von bis zu 70 Euro von ihrem Arbeitgeber beziehen. Zudem fördere die KfW Ladepunkte auf privaten Grundstücken mit 900 Euro. Der Bund stelle außerdem für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur insgesamt über 5 Milliarden Euro bereit.

Allerdings zementiere der Staat durch technologiespezifische Subventionen und die regulatorische Einstufung von Elektroautos als Null-Emissions-Fahrzeuge zu einseitig die Technologiepfade. Die vermehrte Nutzung von synthetischen, CO2-armen Kraftstoffen sei eine Möglichkeit, die Emissionen des großen globalen Flottenbestandes zu vermindern, heißt es.

Quelle: heise.de – Studie: Elektromobilität für den Staat teuer erkauft und mit sozialer Schieflage

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Sagt die Deutsche Bank ….., welche mit massiver staatlicher Unterstützung vor einem Absturz bewahrt werden musste.
Hierbei handelte es sich Gelder der Steuerzahler, aber mit welcher Gegenleistung?
Verbrenner-fahrenden Vorstandsposten in der 3-Tonnen-Klasse?

Ich lache mich kaputt. Die Deutsche Bank. Ein unseriöseres Bankhaus kann man sich ja kaum vorstellen. Selbst mit Milliarden vom Steuerzahler gerettet und dann den Mut haben sich über E Fahrzeugförderung aufzuregen. Der blanke Hohn!!! Egal ob es um riskante Spekulationsgeschäfte, Waffendeals, Finanzierung von Kohlemienen, alten Kraftwerken oder sonstigen Mensch- und Umweltverachtenden Geschäftsideen geht, die Deutsche Bank steht immer ganz hoch oben im Ranking. Kehrt vor eurer eigenen Türe. Dort stapelt sich genug Müll den ihr aufräumen könnt!!!

Die Deutsche bank übersieht hier wohl das die Subventionen nicht beim Käufer ankommen sondern zu 100% dem Hersteller der E-fahrzeuge Förderungen gehören generell nur für Wissenschaft und entwicklung, und nicht zur förderung von noch mehr Gwinn von Industrie und Banken

Für die Deutsche Bank wäre es sicher besser, wenn der Staat für die E-Autos einen DB-Kredit gewährt und 10 Jahre lang die Zinsen übernimmt. Dann hätten die Herren auch was davon und dann wärs in Ordnung.

Man hätte natürlich auch ganz einfach weiter den Dieselantrieb fördern können. Basierend auf der jeweils kleinsten Motorisierung für Benziner und Diesel eines VW Golf kriegt man da nach aktuellem Stand die Tonne CO2 Reduzierung zum Schnäppchenpreis von 600 Euro nachgeschmissen.
Der Nachteil dabei ist natürlich, dass man damit nie CO2 neutral werden kann. Deshalb müssen unbedingt synthetische Treibstoffe her. Im Vergleich zum BEV braucht man dafür aber dreimal soviel Energie. Wie man diese Treibstoffe ohne massive Subventionen konkurrenzfähig machen kann, weiß wahrscheinlich nur die Deutsche Bank.

Der korrekte Weg währe tatsächlich gewesen, diese Kosten auf den Neuwagenpreis von Verbrenner aufzuschlagen und so diese Lenkungsabgabe zu finanzieren. Mit dem jetzigen System in Deutschland zahlt jeder Steuerzahler für den Umstieg auf Co2 freundliche Fahrzeuge, selbst jemand der sein Leben lang kein Auto besessen hat. Im Prinzip absurd.

Wahre Worte sind nicht schön und schöne Worte sind nicht wahr. Man muss eben auch damit leben, dass andere zu anderen Schlüssen kommen. Auf jeden Fall wäre das bisher für die Subventionierung von E-Auto-Käufen ausgegebene Geld im Erneuerbare Energie Sektor oder beim Netzausbau viel effektiver angelegt gewesen. Soweit ich das im Hinterkopf habe wurde die Commerzbank vom Staat gerettet und nicht die Deutsche Bank. Die Förderung der E-Mobilität halte ich erst oberhalb von 80% Strom aus erneuerbaren Energien für sinnvoll. Darunter sollte die Pflicht zur Installation einer mindestens 3kW-PV-Anlage zur Auflage gemacht werden. Dann ist das Auto wenigstens bilanziell ein Null-Emissions-Fahrzeug.

Die Studie der Deutschen Bank entspricht schon der Realität. Aber ein derartiger Sinneswandel dieser korrupten Banker ist widersprüchlich und damit unglaubwürdig. Damit wollen sie wahrscheinlich ihr schlechtes Image aufbessern.

Schon vergessen, dass das Hochwasser vor einigen Wochen Schäden in Milliardenhöhe verursacht hat und wir wohl alle paar Jahre mit ähnlich hohen Schäden alleine durch Hochwasser rechnen müssen?

Kaum ein Zitat eines Topmanagers hält sich ähnlich hartnäckig wie jenes von Hilmar Kopper. Am 21. April 1994 fielen die denkwürdigen Worte. Offene Handwerkerrechnungen in Höhe von 50 Millionen Mark bezeichnete der damalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank als Peanuts. Für sein Haus sei die Begleichung solcher Rechnungen aus der Milliardenpleite des Immobilienunternehmers Jürgen Schneider, die damals die Bankenwelt erschütterte, kein Problem.

Quelle: tagesspiegel.de – 2006)

Wenn wir nicht umsteuern, dann können wir die jetzigen E-Auto-Förderungen in Zukunft als „Peanuts“ bezeichnen.

Könnte das Motiv dieser „Studie“ darin liegen, dass die Deutsche Bank immer noch Investments in den fossilen Sektor tätigt und von daher ein Interesse am Erhalt der Fossilwirtschaft hat?
Nebenbei, etwas off topic: Die Abschaffung der Vermögenssteuer kostet den Staat auch viel Geld. So müsste die DtBk auch für ihre Wiedereinführung plädieren? Die Logik der „Studie“ einmal vorausgesetzt. Ach nee, das ist ja was gaaaaanz anderes. Mit Logik und Konsequenz darf man jetzt aber nicht kommen, wo kämen wir da hin?

Die Studie der deutschen Bank liegt nicht ganz falsch. Aber gerade von denen ist diese Aussage zu hören, wo sie seit Bestehen die Bevölkerung fleißig teilt. Wie ein Dieb, der mit den Fingern auf andere Diebe zeigt, damit man ihn übersieht.

Vorteilhaft sind Elektroautos vor allem für Geringverdiener, die an den Ausfallstraßen wohnen und nicht mehr Dieselruß und Stickoxide einatmen müssen.

Klimaschutz ist teuer, Klimawandel ist aber noch viel teurer. siehe Ahrtal usw.

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