Importierte Fahrzeuge stauen sich in europäischen Häfen

Importierte Fahrzeuge stauen sich in europäischen Häfen
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Maria Glaser
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In vielen europäischen Häfen stauen sich die Fahrzeuge, die mit Schiffen importiert werden. Laut einem Bericht der Financial Times gibt es dafür verschiedene Ursachen, unter anderem die Importe chinesischer Elektroautohersteller ohne Vertriebsnetz oder Weitertransport sowie verlangsamte Verkäufe und logistische Engpässe.

Chaos auf europäischen Häfen

Der Hafen Antwerpen-Brügge, der den verkehrsreichsten Hafen für Autoimporte in Europa betreibt, gab an, dass Autohändler zunehmend die Parkplätze des Hafens als Depot nutzten. Anstatt die Autos bei den Händlern zu lagern, würden sie am Autoterminal abgeholt werden. Alle großen Autohäfen hätten mit einer Überlastung zu kämpfen, so der Hafen Antwerpen-Brügge.

Während dieser Hafen keine Herkunft der Fahrzeuge nannte, gaben einige Führungskräfte der Autoindustrie an, dass vor allem chinesische Autohersteller ihre Fahrzeuge in Europa nicht so schnell verkauften wie erwartet. Dies führe zu einer Überfüllung der Häfen in der Region.

Aber die Staus haben auch andere Ursachen. Nachdem die deutsche Bundesregierung im Dezember des vergangenen Jahres die Subventionierung für den Kauf von E-Autos eingestellt hatte, habe es beispielsweise auch in Bremerhaven längere Verweilzeiten gegeben.

Stau durch chinesische Elektroautos

Als eine der Hauptursachen des Problems, so die Financial Times, haben Führungskräfte der Häfen und die Automobilindustrie einen Stau chinesischer Elektroautos ausgemacht. Dabei hätten einige Unternehmen Zeitfenster für die Auslieferung gebucht, ohne den Weitertransport zu bestellen. Außerdem sei es für Autohersteller derzeit grundsätzlich schwierig, Lkw für den Weitertransport zu finden, da es an Lkw-Fahrer:innen sowie Transportausrüstung mangele. Zudem seien viele der Lkw von Tesla reserviert worden, so die Financial Times.

Einige Elektroautos chinesischer Marken hätten bis zu 18 Monate lang in europäischen Häfen gestanden, sodass die Häfen derweil einen Nachweis über den Weitertransport forderten. Viele der mit dem Schiff importierten Fahrzeuge seien einfach in den Häfen geblieben, bis sie an den Handel oder Endverbraucher:innen verkauft wurden.

Logistische Schwierigkeiten chinesischer Hersteller

Cui Dongshu sagte, dass die Verschiffung im europäischen Binnenland für chinesische Hersteller von Elektroautos schwierig sei. Die Marken, so der Generalsekretär der China Passenger Car Association, müssten ihren Kundendienst verbessern.

Derzeit exportieren viele chinesische Autohersteller wie BYD, Great Wall, Chery und SAIC nach Europa. Chinas Autoexporte waren im vergangenen Jahr um 58 Prozent höher als im Vorjahr, was den Fahrzeugmarkt stark verändert hat. Unter den wichtigsten Importländern für chinesische Elektro-, Hybrid– und Wasserstoffautos waren in den ersten beiden Monaten dieses Jahres Belgien, das Vereinigte Königreich, Deutschland und die Niederlande.

Als Einsteiger auf dem europäischen Markt hätten chinesische Unternehmen oft Schwierigkeiten, Spediteure zu finden, die ihre Aufträge priorisieren, berichtet die Financial Times. Vor allem neue Marken mit kleineren Aufträgen hätten mit dem Mangel an Lkw zu kämpfen.

Globale Auswirkungen der Autostaus

Aufgrund der überfüllten Häfen kam es zuletzt immer wieder zu Verzögerungen im Betriebsablauf. So wurden Schiffe in europäischen Häfen wegen überlasteter Terminals zum Teil beim Anlegen und Abladen zurückgehalten. Neben den weltweiten Auswirkungen der Angriffe im Suez-Kanal auf Handelsschiffe ist diese Überlastung der Häfen ein weiteres Problem für das globale Transportsystem mit Elektroautos.

Quelle: Financial Times – European ports turned into ‘car parks’ as vehicle imports pile up

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Maria Glaser

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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