Ampel-Koalition will Deutschland zum Elektromobilitätsland machen

Porsche-Schnellladenetz

Copyright Abbildung(en): Porsche

Rot-gelb-grün: Im neuen Bundestag haben SPD, FDP und Grüne die Mehrheit. Die letzten Koalitionsgespräche über eine Ampel-Regierung neigen sich so langsam dem Ende. Ein Fokus der Verhandlungen liegt auf der zukünftigen Entwicklung des Verkehrssektors: „Wir wollen Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität machen und dafür den Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur massiv beschleunigen“, heißt es in den Sondierungspapieren. Ein generelles Tempolimit ist übrigens (vorerst) vom Tisch. Klar ist: Alle drei Parteiprogramme zielen auf eine Richtung ab: die Verkehrswende. Wir haben uns die Pläne genauer angeschaut.

Annalena Baerbock (40, Bündnis 90/Die Grünen), Olaf Scholz (63, SPD) und Christian Lindner (42, FDP) planen tiefgreifende Veränderungen, die zukünftig gemeinsam umgesetzt werden sollen. In den laufenden Koalitions-Verhandlungen geht es vor allem auch über den EU-Klimaplan „Fit for 55“, bei dem die Vorschläge der EU-Kommision unterstützt werden sollen. Im Grunde genommen geht es um deutlich mehr Anstrengungen, was den Klimaschutz angeht. Hierzu gehört auch die Decarbonisierung des Verkehrssektors. So sollen ab dem Jahr 2035 nur noch CO2-neutrale Fahrzeuge zugelassen werden. Die Grünen würden sogar noch einen Schritt weiter gehen, wenn man sich das Wahlprogramm mal zu Gemüte geführt hat: Der Fahrradverkehr soll gestärkt, das Auto zumindest aus den Innenstädten weitgehend verbannt werden. Autoparkplätze sollen einfach in Fahrradparkplätze umgewandelt, zudem eine Citymaut eingeführt werden. Wenn es nach Baerbock geht, würden schon ab dem Jahr 2030 keine Verbrenner in Deutschland mehr zugelassen werden. Die Höhe einer Auto-Förderung soll nach Klimafreundlichkeit gestaffelt werden. Für die Umrüstung von Verbrenner auf E-Antrieb soll es ebenfalls Geld geben. Weiter geht aus den Plänen hervor, dass es auf dem Land mehr Carsharing-Angebote geben soll. Deutschland soll zum Fahrradland werden, aber auch die SPD und FDP haben noch mehrere Wörtchen mitzureden …

Zu einem zukünftigen Fahrverbot von Diesel oder Verbrennern äußert sich Scholz mit der SPD nicht. Auch hier ging aus dem Wahlprogramm hervor, dass Elektroautos stark gefördert werden sollen. Darüber hinaus sieht die SPD die Brennstoffzelle als wichtiges Antriebskonzept für den Schwerlastverkehr. Bis 2030 soll Deutschland zum Leitmarkt dieser Technologie aufsteigen. Grundsätzlich ist die Politik von SPD ebenfalls geprägt von „weniger Autos, mehr Fahrräder“ auf unseren Straßen. Und die FDP? Spricht von „einer innovativen, ökologischen und bezahlbaren Mobilität, eine zukunftsweisende Verkehrspolitik ohne ideologische Scheuklappen. Tempolimits, Diesel- oder Motorradfahrverbote sind weder progressiv noch nachhaltig“, heißt es im Programm der Gelben. Und weiter: „Durch die von uns geforderte Ausweitung des CO2-Emissionshandels werden sich umwelt- und klimafreundliche Motoren und alternative Kraftstoffe durchsetzen, weil sie gegenüber emissionsstarken Produkten günstiger werden. Ein pauschales Verbot von Verbrennungsmotoren lehnen wir ab.“ Lindner sieht Einschränkungen des Individualverkehrs als unsinnig an. Intelligente und innovative Verkehrslenkung biete hingegen enorme Möglichkeiten, den Verkehr vor allem in Innenstädten zu entspannen.

Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die drei Parteiprogramme ergänzen werden und was tatsächlich umgesetzt wird. Nicht von der Hand zu weisen ist der Fakt, dass Schulden – wenn es nach allen Parteien geht – minimiert werden sollen. Das gelinge etwa mit einer erneuten Steuererhöhung. Um trotzdem Geld für Investitionen zur Verfügung zu haben, muss an anderer Stelle gespart werden, heißt in einem Bericht der Welt: „Wir wollen zusätzliche Haushaltsspielräume dadurch gewinnen, dass wir den Haushalt auf überflüssige, unwirksame und umwelt- und klimaschädliche Subventionen und Ausgaben überprüfen“, heiße es im Sondierungspapier. Dies könnte auch Subventionen der Autoindustrie betreffen, meint Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Vor allem Grüne und FDP könnten sich damit auch auf ein Ende der Förderung von Plug-in-Hybriden einigen.

„Klimaschutzziele erreichen, ohne die Bevölkerung zu überfordern“

An einen jetzt zu verhandelnden Koalitionsvertrag hat der ADAC klare Erwartungen. So sieht der Automobilclub laut einer aktuellen Pressemitteilung eine der größten Herausforderungen darin, Klimaschutzziele zu erreichen, ohne die Bevölkerung zu überfordern oder Mobilität unverhältnismäßig einzuschränken. Dabei ist auch für den ADAC klar, dass Klimaschutzziele erreicht werden müssen. Deshalb müsse es jetzt darum gehen, die Verbesserung des Angebots an klimaneutraler Mobilität zu beschleunigen und bei Anpassungen im Abgabensystem immer die finanzielle Gesamtwirkung auf die Verbraucher im Blick zu behalten. Das schriftlich festgehaltene Ergebnis der Sondierungsgespräche lasse Aussagen zur zukünftigen Entwicklung des CO2-Preises und zur konkreten Ausgestaltung des angekündigten Subventionsabbaus offen. Es sei zu hoffen, dass das Bewusstsein aller Verhandlungspartner für finanzielle Belastungsgrenzen der Verbraucher gestiegen sei und die Maßnahmen jenseits von Kostensteigerungen und Verboten im Fokus der weiteren Verhandlungen stehen werden, so ADAC-Verkehrspräsident Hillebrand: „Mobilität und Klimaschutz dürfen kein Widerspruch sein. Niemand darf über steigende Kosten von der Möglichkeit ausgeschlossen werden, mobil zu sein. Ich hoffe und gehe angesichts der aktuellen Spritpreissteigerung davon aus, dass ein noch schneller ansteigender CO2-Preis vom Tisch ist.“

Für viele Verbraucher fehlten noch Alternativen zum Pkw beziehungsweise zu fossilen Antriebsenergien, mit denen die Menschen emissionsarm unterwegs sein können. Die Pläne der Parteien zu Investitionen in Ladeinfrastruktur, öffentlichen Verkehr und Digitalisierung sowie zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum lassen den Willen erkennen, auf dem Weg zu klimaneutraler Mobilität weiter voran zu kommen. Dass dies Zeit benötige und die Umsetzung beschleunigt werden müsse, lasse das Sondierungspapier deutlich erkennen. Trotz eines ambitionierten Hochlaufs der Elektromobilität würden 2030 noch mindestens 30 Millionen Pkw-Bestandsfahrzeuge mit Diesel- oder Ottomotor in Deutschland unterwegs sein, erklärt der ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze: „Ohne eFuels werden diese nicht CO2-reduziert genutzt und perspektivisch klimaneutral betrieben werden können.“ Weltweit gehe es um 1,5 Milliarden Fahrzeuge mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. eFuels können eine globale Lösung für eine globale Herausforderung sein“, so Schulze weiter. So sollte die Produktion regenerativer Energie in Deutschland forciert und eine Importstrategie für klimaneutrale Kraftstoffe auch für den Pkw-Verkehr definiert werden.

Quellen: ADAC, Welt.de, Wahlprogramme von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP

Über den Autor

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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Wenn die Wirtschaft es nicht schafft, dann muss die Politik wieder ran. Kann es sein, dass die Wirtschaft in Hinsicht auf das Klima eventuell nicht das tut, was ihre PR Abteilungen gross ankündigen?
Schlecht ist es sicher nicht, wenn die Politik den Druck erhöht. Aber auch hier bleiben Zweifel, ob es nicht nur auf der Klimawelle darum geht Wählerstimmen zu gewinnen. We will see.

„Wenn die Wirtschaft es nicht schafft, dann muss die Politik wieder ran.“

Pisa läßt grüßen…Es ist die originäre Aufgabe des Staates und damit der Regierung, die Leitplanken in allen Feldern zu setzen. Wie man am Internet gesehen hat, muss der Staat neue Themen erkennen und gestalten, sonst entsteht ein rechtsfreier Raum. Es ist also kein Versagen der Wirtschaft, das den Staat auf den Plan ruft, sondern er muss zuerst ran. Und er muss stets anpassen. Er muss immer dabei bleiben. Das ist seine Aufgabe – und er muss regeln.

Das hat er in diesem Fall gemacht und wird es weiter machen, wie wir lesen. Die gesamte Elektromobilität in Deutschland geht nämlich nicht auf Tesla zurück, sondern auf den „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ der Bundesregierung von….2009. Der Plan hatte schon damals das Ziel, bis 2020 1 Million elektrischer PKW auf die Straße zu bringen. Erst die Fördermittel auf Basis dieses Plans zur richtigen Zeit, brachten die Wende und jetzt wird die Million vermutlich Ende 2022 erreicht, also zwei Jahre später.

Da hatte man also seitens der Politik die Weichen vor 12 Jahren gestellt. Das wird gerne nicht gewusst.

Nein, ist es nicht, schon 1986 hat die Automobilindustrie verpflichtet, sparsame Autos und alternative Antriebe zu entwickeln. Was ist daraus geworden? Nichts. Ausser ein VW Lupo 3l und ein Mercedes Wasserstoff Prototyp. 1l Sprit kostet 45 KW Strom, gibt es kein Sprit mehr, gibt es genug Strom. Jährlich werden 63100000000 l verbraucht, ergo können hier schon 2839500000000 kw/h Strom eingespart werden. 2839500000 twh, das reich vollkommen, um sogar sehr viele fossile Kraftwerke abzuschalten und trotzdem noch ein Überschuss zu behalten. Natürlich fehlt da noch die Einsparung für die Tankstellen und Raffinerien.

„… schon 1986 hat [sich] die Automobilindustrie verpflichtet, sparsame Autos und alternative Antriebe zu entwickeln. Was ist daraus geworden? Nichts.“

+1 „Das wird gerne nicht gewusst.“

Obwohl Du in der Sache Recht hast sind in Deinem Beitrag leider einige Fehler. kW ist eine Leistung kein Energiegehalt. Für einen Liter Sprit werden vielleicht 45kW Strom benötigt vielleicht auch kurzzeitig 100kW vielleicht auch nur 10kW. Wer weiß es? Fakt ist, dass pro Liter Sprit 1,6kWh Energie benötigt werden, das ist aber nicht nur Strom, aber vor allem Prozesswärme. So weit ich mich erinnere sind es „nur“ 0,3kWh Strom pro Liter. Nichtsdestotrotz ist die Prozesswärme ja auch irgendwie benötigte und verloren gegangene Energie. Dann verhedderst Du Dich mit dem Umrechnen von Deutschland hat einen Strombedarf von 600TWh. Wenn wir nur durch das Einstellen der Spritproduktion eine Zahl mit so vielen Nullen einsparen könnten, dann bräuchten wir wohl keinen Gedanken mehr an die Energiewende verschwenden. Die hätten wir schon längst geschafft. Tausender Trennzeichen sorgen auch da für Übersichtlichkeit.

Auf der Seite des UBA steht, dass 2019 69.468Mio Liter Kraftstoff für Personen und Güterverkehr gebraucht wurden. Nehmen wir also die 0,3kWh pro Liter entspricht das 20.840GWh oder grob 21TWh Strom die durch die Nicht-Produktion des Kraftstoffes eingespart werden können. Geht man von 13.000km/a aus und 20kWh/100km würde man damit immerhin 8Mio E-Autos mit Strom versorgen, was ungefähr 16% des heutigen Fahrzeugbestands entspricht. Und wir würden natürlich noch 83TWh Prozesswärme einsparen. Und dann kommt noch die eigentliche Verbrennung dazu.

Nicht zu vergessen ist, dass man aus dem Rohöl ja auch noch andere Dinge herstellen kann, wie z.B. Kunststoffe. Das Zeug ist viel zu schade um es zu verbrennen.

Farnsworth

Ich denke mal, dass es die Ölindustrie es schon selber weiß, zumindest geben die den Energieverbrauch selber an.

Wo bitte soll der grüne Strom alles herkommen, wenn man jetzt die letzten Atomkraftwerke abdreht und wir jetzt schon zu wenig Strom haben?

gerade gabs diese Meldung mit den Atomkraftwerken:

Kohle löst Windkraft in Deutschland als wichtigste Stromquelle abWindarmes Frühjahr lässt den Anteil der Windenergie um rund ein Fünftel sinken. Der Anteil erneuerbarer Energien sank um knapp 11,7 Prozent auf 44 Prozent
Kohle löst Windkraft in Deutschland als wichtigste Stromquelle ab – Ökologie – derStandard.at › Panorama

Wie soll das in den nächsten Jahren klappen, wenn man den Ausstieg aus der Kohle vorziehen will und die Atomkraftwerke ausschaltet?

Denn durch die Elektrifizierung des Autoverkehrs; und durch die zunehmende Vernetzung unserer gesamten Umwelt, etwa Smarthome, internet der Dinge etc, wird der Bedarf an Strom in den nächsten Jahren gewaltig zunehmen.

Wenn du in zehn Jahren Google Maps aufmachst und dir deine Stadt von oben anschaust, müssten überall Solarpanels auf den Dachflächen sein. Heute siehst du fast keine. Das ist ein großer Punkt. Guck dir die neue Fabrik von Tesla in Grünheide an. Keine einzige Solargeschichte auf keinem Dach. Dabei verkaufen die doch angeblich sogar welche. Und genau so etwas darf man in Zukunft nicht mehr durchgehen lassen. Dazu wird man weiter Speicher auch für Privatleute fördern. Dann hast du ein sehr solides Netz ohne Tag/Nacht Problematik.

Eine Windkraftanlagen produziert im Jahr etwa 10 GWH.

Wegen des windarmen Frühjahrs sei der Anteil der Windenergie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Fünftel (21 Prozent) gesunken, erklärten die Statistiker. … Die Einspeisung von 57,1 Terawattstunden Windstrom war der niedrigste Wert für ein erstes Halbjahr seit 2018.

(Quelle: manager-magazin.de – 13.09.2021)

57,1 TWh sind umgerechnet 57.100 GWh oder (100% – 21% =) 79% im Vergleich zum Vorjahr.
Bis 100% fehlen 15.178 GWh oder 1.520 bzw. 1.930 Windräder für windschwache Jahre wie 2021.

In Deutschland gibt es 294 Landkreise. Zusammen mit den 106 kreisfreien Städten bilden sie die insgesamt 400 Gebietskörperschaften auf Kreisebene.

(Quelle: Wikipedia)

Wenn also im letzten Jahr in jedem Landkreis 7 zusätzliches Windkraftanlagen dazu gekommen wären, dann hätte man in Deutschland das windschwache Frühjahr 2021 ausgleichen können.

Schuld an der Erhöhung des Kohlestromanteils in diesem Jahr ist die politische Behinderung des zügigen Ausbaus von Windkraftanlagen wie auch das aufgeblähte Bürokratie-Monster bei den PV-Anlagen in Deutschland – hoffentlich macht es eine Ampel-Regierung besser.

Nicht zu vergessen die Dächer der Privathäuser, die ja aufgrund der alten Lobbyregierung aus der Energiewende ausgeschlossen wurden. Wäre ja schön, wenn die neue Ampel diese wieder mitnehmen würde.

Schuld an der Erhöhung des Kohlestromanteils in diesem Jahr ist die politische Behinderung des zügigen Ausbaus von Windkraftanlagen wie auch das aufgeblähte Bürokratie-Monster bei den PV-Anlagen in Deutschland – hoffentlich macht es eine Ampel-Regierung besser.“

+1

komisch das immer wieder dieser Unsinn behauptet wird es gebe nicht genügend strom in Deutschland. warum sehen dann die Energieerzeuger E-On und auch die ENBw kein Problem darin.
übrigens ich habe heute von einer neuen Studie gelesen dort stand drin wenn alle Dächer weltweit mit solar augestattet werden könne die gesamte welt mit strom versorgt werden. das halte ich für absolut glaubwürdig wenn ich sehe das meine kleine solaranlage von nur 4,16 Kwp bilnaziell soviel Strom erzeuge wie ich mit meiner Doppelhaushälfte im Jahr verbrauche.

Vlt. gibt es ein EU-STROMNETZ, welches UNS Deutsche immer mit genügend STROM versorgt?

Was zu Lesen?

https://www.hanswernersinn.de/de/themen/Energiewende

Ich habe mein E-Auto zwar vor der PV-Anlage gekauft, aber ich beziehe schon seit mehr als einem Jahrzehnt Ökostrom. Nichtsdestotrotz kommt aller Voraussicht nach -leider erst – nächstes Jahr eine PV-Anlage auf das Dach, die noch 1-2 weitere Haushalte mit Strom versorgen kann. Wenn das alle tun würden, die sich das leisten können, wäre der Umwelt schon ziemlich gut geholfen. Ich erwarte, dass ich durch intelligente Nutzung der Mittagsspitzen auch einen großen Wert bei der Autarkie hinkriegen werde. Somit würde mein Haus nur noch zusätzlichen Strom vom Netz in den Wintermonaten benötigen, wo glücklicherweise der Wind besonders stark bläst.

Wir müssen halt massiv Wind und Sonne ausbauen und dezentrale Speicher schaffen. E-Autos können Lastspitzen übrigens prima auffangen. Viele mit in eigener PV machen das schon.

Farnsworth

Ökostrom kaufen ist nur eine moderne Form des Ablasshandels (genau wie die CO2 Zertifikate für Flugmeilen), weil ja einfach jemand anderes den trotzdem produzierten dreckigen Strom verbraucht.

Nein, wer bei einem der „wahren“ Ökostrom-Anbieter ist, nicht der Greenwasher, der hat in seinem Vertrag eine Komponente zur Förderung von neuen EE-Anlagen drin. Das heißt, dass dieser Beitrag in weitere Anlagen investiert wird, die dafür sorgen, dass der Strommix grüner wird. Es ist also ein klarer Unterschied, welchen Anbieter man gewählt hat.

Farnsworth

Alles klappt. Keine Sorge! Mit viele Fantasie! Wahrscheinlich hat Prof. SINN über dieses THEMA nur UNSINN geredet.
https://www.vdi.de/fileadmin/pages/vdi_de/redakteure/vor_ort/bv/luebecker-bv/Energiewende_Wunsch_Wirklichkeit_2021-03-14.pdf
Blöd ist es immer, wenn Wunsch und Wirklichkeit zusammen kommen….
(https://youtu.be/GqPLW4ECb3E)

Sorry Miesepeter wie Herrn Sinn, die uns erzählen was alles angeblich nicht geht, können wir leider gerade nicht gebrauchen. Wir brauchen Leute, die das was machbar ist umsetzen. Zum Glück können sich die Bürger an der Energiewende beteiligen, wenn es die Politik nicht auf die Kette kriegt.

Und ja, vieles was Herr Sinn von sich gibt geht von Worst-Case Szenarien der erneuerbaren Energien aus und vergleicht sie mit Best-Case Szenarien der herkömmlichen Erzeugungsformen. Wenn ich alles schlecht rechne, dann kann ich Leuten die zu faul sind selber zu rechnen natürlich alles erzählen.

Farnsworth

Miesepeter? Natürlich kann man sogar Fakten mies reden oder auch schön reden. Das hilft aber der Umwelt gar nichts. Und dieser Menschheit auch nichts. Von Ihnen höre ich immer: „WIR brauchen Leute, die……“ Warum fangen Sie damit nicht selbst an? Dazu müssen Sie aber wissen, was Sie anfangen müssen. Herr Prof. Sinn macht nur seinen Job und hält SEINE Erkenntnisse nicht hinter dem Berg…..
Sie meinem er würde nur von WORST-CASE-SZENARIEN ausgehen und Alles schlecht reden?
JEDER Mensch der sich mit solchen Dingen befasst, der hat die Pflicht möglichst ALLE RISIKEN zu berücksichtigen. Risiken, mögen Sie noch so gering sein, müssen einkalkuliert sein. Die kommen sogar für informierte Menschen oft völlig überraschend. Wenn Alles was machbar ist auch umgesetzt werden würde, dann gute Nacht. Stellen Sie sich vor, ein Präsident Xi findet es durchführbar TAIWAN einzukassieren, was meinen Sie dann passiert? Ich sage Ihnen dass dann NIEMAND mehr an ein BEV denkt, Sie auch nicht.

Ich habe doch schon längst angefangen. Ich fahre BEV, trage demnächst mit einer PV Anlage aktiv zur Energiewende bei. Ich werde das Haus besser dämmen und mir eine Wärmepumpe zulegen. Ich gestalte meine Ernährung fleischärmer. Ich verzichte auf Flugreisen.

Also ich habe einen konkreten Plan und handele danach.

Welchen Zweck erfüllen denn die Präsentationen des Herrn Sinn? Aufzuzeigen, dass das alles Mumpitz ist und wir weitermachen sollen wie bisher. Investieren in die Kernenergie. Tolle Idee. Wir hinterlassen den nächsten 30.000 Generationen planlos unsere strahlenden Hinterlassenschaften und wehe so ein Teil fliegt uns um die Ohren und macht weite Teile des Landes unbewohnbar. Als ob nicht schon eine der zwei miterlebten Atomhavarien konkrete Auswirkungen auf unser Land gehabt hätte (ich sage nur Wildpilze aus Bayern).

Und dass Sinns Studien auf Fehlannahmen basieren wurde ja durch die freie Presse zu Genüge dargestellt. Sinn ist klarer Gegner der Erneuerbaren Energien und Elektromobilität. Und das merkt man auch in seinen Beiträgen.

Farnsworth

Wenn schon der zweite Satz nicht stimmt, fällt es mir schwer weiter zu lesen. Die Koalitionsverhandlungen haben am Wochenede gerade mal gestartet…
Wenn man so einen Artikel schon schreibt wäre es nicht schlecht das öffentlich zugängliche Sondierungspapier zu lesen. Dort steht zum Thema Verkehrswende wörtlich:

Gemäß den Vorschlägen der EU-Kommission hieße das im Verkehrsbereich, dass in Europa 2035 nur noch CO2-neutrale Fahrzeuge zugelassen werden – entsprechend früher wirkt sich dies in Deutschland aus. Außerhalb des bestehenden Systems der Flottengrenzwerte setzen wir uns dafür ein, dass nachweisbar nur mit E-Fuels betankbare Fahrzeuge neu zugelassen werden können. Wir wollen Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität machen und dafür den Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur massiv beschleunigen. Ein generelles Tempolimit wird es nicht geben. Im Rahmen klimafreundlicher Mobilität werden wir die Entwicklung intelligenter Systemlösungen für den Individualverkehr und den ÖPNV unterstützen.

Nicht mehr und nicht weniger. Den Rest werden die Kolalitionsverhandlungen der nächsten Wochen zeigen.

Last edited 1 Monat zuvor by Dagobert

Das Tempolimit fallen zu lassen war eigentlich ein cleverer Schachzug der Grünen. Das kommt mit der E-Mobilität sowieso. Niemand fährt mit 200 über die Bahn, wenn er dann umso länger an der Ladesäule stehen muss. Die meisten E-Autos, die auf Langstrecke unterwegs sind fahren eh nicht schneller als 120-130. Ich mit meinem Langsamlader sogar noch langsamer. Die Fahrer haben nämlich mitgekriegt, dass man es je nach Entfernung zum Ziel es selbst im „Stromfuß“ hat, ob man überhaupt zwischendurch an die Ladesäule muss. Und wenn es geht auf das vermieden, weil ich mein Auto lieber am Ziel lade, während es eh ungenutzt rumsteht. Und wenn man sich schon mal dran gewöhnt hat, dann ballert man auch auf kürzeren Strecken nicht mehr über die Bahn (da verpufft der vermeintliche Geschwindigkeitsvorteil ja an der nächsten Ampelphase).

VW hat sich Elektromobilität auf die Fahnen geschrieben. Und wenn die schon früher aussteigen können, dann werden sie es tun.

Und E-Fuels… selten war eine Idee für Landfahrzeuge so blöd. Meinetwegen für Langstreckenflüge, aber Autos? Wozu? 8n 10 Jahren wird es Fahrzeuge geben, die genauso schnell laden, wie tanken heute dauert. Schon der Ioniq 5 braucht nur 18 Minuten auf 80%. Ich vermute das wird in Zukunft noch schneller gehen.

Farnsworth

????? Langsterdckenfahrer fahren eh langsam? Warum in aller Welt macht man dann diesen Riesen-E-Motorenaufwand, um mit den Dieseltruckern auf Deutschlands AUTO-Bahnen um die Wette zu stehen? Das ist doch absurd. ÖKO-STROM-SPAREN mit RISENAKKUS Für Geschwindigkeiten eines Opel Kadett aus 1980? WO bitte sind da denn die passenden Argumente? Der alte Opel oder Ford Eskort kam wenigstens deshalb vom Fleck, weit das Tanken binnen Minuten beendet war. Hier macht man Dr.Arbeiten wegen diverser Ladesäulen und spielt Oberförsdter für Ladesäulenwälder. An diesen Dinger gibt es oft nicht einmal ein WC, keinen Abfallkorb, kein Dach überm Kopf und man ist förmlich gezwungen in iregnd welchen Gewerbgebieten „edle Boliden“ in der Pampe oft stundenlang zu tanken. Ein besonders Vernügen für Jene die Eulen im Winter beim Jagen zu beobachten. Da lernt man auch etwas über Mondphasen. Ist das Wahrheit oder ein schlechter Witz?

Wie immer: außer Polemik kein Inhalt.

Schon mal ein E-Auto gesehen, das mit 200 über die Bahn fährt? Machen die äußerst selten. Können die zwar, machen sie aber nicht auf Langstrecke, weil es sich icht lohnt.

Schnellladen interessiert mich im Jahr 5 mal. Und das trotz nur 260km Reichweite. Mit 400km würde ich wahrscheinlich alle paar Jahre Mal am Schnellader stehen. Ich fahre sehr selten längere Strecken. Und „Stunden“ habe ich da auch noch nie gestanden. Höchstens Minuten. Das ist halt der Unterschied zwischen Vorteilen und Erfahrung.

Und die Klimabilanz des alten Kadett wird auch um Längen geschlagen, der jedes Jahr 2,3t CO2 in die Umwelt rausbläst. Aber das sieht man ja nicht.

Und wenn einem die Zukunft seiner Kinder so egal ist, dann sucht man halt Ausflüchte in der Polemik.

Farnsworth

Inhalt Nr. X

https://www.t-online.de/finanzen/news/unternehmen-verbraucher/id_91023854/chipmangel-nun-laesst-vw-selbst-seine-manager-warten.html

Inhalt MUSS INHALT haben und keine Wunschträume. Auf o. genannte Weise wird man E-AUTO-WELTMEISTER. Dazu braucht man Chips. und auch für Intelligenz über dem jeweiligen E-Mobil. Andernfalls geht man zu Fuss. So weit sind wir schon beinahe, wenn keine Chips mehr mit DIESEL-LKWs kommen. Aus TAIWAN mit DIESEL-CHARGO-SCHIFFEN verschifft. Auch diese Schiffe saufen ein Unmenge an DIESEL. Der DIESEL-SPRIT ist aber zur Zeit teuer und die DIESELTRUCKER in Deutschland werden immer knapper und fahren verstärkt DIESELBUSSE. Warum? E-Mobilisten möchten BEV fahren, aber die Chips gehen aus. Das war Polemik, die auf reinen FAKTEN basiert und kein Witz! Sie sollten endlich Trucker werden und Lithium holen. Sonst gehen die Akkus auch noch aus..

Last edited 1 Monat zuvor by Helmuth Meixner

Während das für Verbrenner alles natürlich nicht gilt. Die werden nämlich mit polemikfreien Chips gebaut. Das ist das Problem mit ihrer Argumentation. Sie verschweigen, dass es die anderen Produkte genauso betrifft.

Ich muss übrigens nicht zu Fuß laufen. Mein BEV steht in der Einfahrt und der Dieselpreis interessiert mich knapp die Hälfte. Ich brauche auch kein Lithium mehr. Das ist nämlich auch längst im Akku.

Vielleicht fördert der Spritpreid ja mal endlich den Absatz von LKW mit alternativen Antrieben. Die sind dann auch nicht mehr auf den volatilen Dieselpreis angewiesen.

Wenn wie in GB keine Trucker mehr Lust haben Treibstoff zu Tankstellen zu fahren, sieht man ja was passiert. Mein Treibstoff kommt durch ein Kabel was schon seit Jahrzehnten in der Straße liegt.

Rumbrüllen in Großbuchstaben machen ihre Argumente aber auch nicht richtiger. Denn die Statistik bsagt, dass der Automarkt insgesamt um 25% zum Vorjahresmonat eingebrochen ist, während Elektro-Auto Neuzulassungen trotz Chipmangel um 58% gestiegen sind. Die erfassten Zahlen passen irgendwie nicht zu ihrer gefühlten „Wahrheit“. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass der eine reine E-Auto Hersteller wohl alles richtig gemacht hat und kein Problem mit dem Chipmangel hat.

Derweil überlegt der nächste im Bekanntenkreis sich ein E-Auto zu kaufen und den Benziner abzustoßen, solange man dafür noch ordentliches Geld kriegt. Wenn in Zukunft immer mehr Leute auf ein BEV umsteigen und ein Überangebot an Verbrennern besteht, wird wohl der Restwert ziemlich fallen.

Farnsworth

Ich hab da andere Erfahrungen gemacht.
Mit 140-150 km/h so 2 Stunden über die Autobahn.
Dann in 20 Min schnell aufs Klo und als Dank in der Lobby einen super Espresso für 2 €. Ich liebe es, elektrisch fahren. (ausser in Italien, da nerven die Mautstationen beim Abfahren).

Warum E-Fuels? Deshalb:

IONIQ 5 Wie schnell stirbt der Akku ? Range Test – Top Speed 190 km/h ? – Autobahn – Reichweite – YouTube

Für viele E-Mobilisten mag das ein völlig bescheuerter Extremtest sein. Für mich sind 180km/h „Montag morgen, fahrt zum Kunden“. 125km kommt der IONIQ 5 da mit dem großen Akku, also keine 90km ab dem erstem HPC-Ladestop. Lächerlich, die Leistung ist damit nicht mehr als ein Party-Trick, den man eh nicht nutzen kann…

Hypermiling mag manchmal Spaß machen, aber in der Regel muss ich wo hin und will auch zum Abendessen wieder zu Hause sein. Ich kann Ihnen sagen was ich innereuropäisch viel mehr tun werde, wenn es nur noch BEVs gibt: Fliegen.

Sorry, dann ist Dein Job halt nicht nachhaltig. Mit einem EQE könntest Du wahrscheinlich deutlich weiter kommen. Und nein mit 180 über die Bahn ballern ist nicht wirklich sinnvoll. Erstmal der Energiebedarf und zweitens das Unfallrisiko. Stell Dir vor, da liegt was auf der Bahn, was einem LKW hinten runter gefallen ist und Du
verreist das Lenkrad im Affekt
in einen Brückenpfeiler. Deine Familie wäre wahrscheinlich nicht so erfreut, dass Du theoretisch abends noch zu Hause gewesen wärst.

Wenn Dein Chef bereit ist Dir die mehrfachen Energiekosten für E-Fuels zu bezahlen, nur damit Du am Abend wieder zu Hause bist. Warum nimmst Du kein Hotel und fährst am nächsten Tag in Ruhe zurück? So einen Blödsinn würde ich nicht mitmachen. Bei uns ist eine Dienstreise zum Kunden meistens Anreise, Halbtagestermin, Hotelübernachtung, weiterer Halbtagestermin, Rückreise. Alles andere hört sich auch nach Überschreitung der gesetzlichen Arbeitszeitgesetze an. Wenn Du das mit Dir machen lässt, bist Du auch selber schuld.

Farnsworth

Wie ich lebe und arbeite ist meine Sache. Mein Job ist es Komponenten für E-Auto-Antriebe zur Serienreife zu bringen. Ist mein Job jetzt Nachhaltig oder nicht? Ist mir ehrlich gesagt auch egal, ist halt ein Job. Ich kenne auch keinen Antriebsentwickler, der privat ein E-Auto fährt. Von den Ingenieuren betrachtet das nun mal keiner mit rosaroter Brille.

Das ist das Problem. Wir können es uns diese Einstellung in Zukunft nicht mehr leisten. Das mit dem „nicht nachhaltig“ bezog sich auf die Reisetätigkeit. Wenn die Reisetätigkeit wöchentlich oder öfter ist, dann ist das nicht nachhaltig. Wenn das monatlich ist: dann ist man halt mal einen Tag länger weg. Man kann aus Mücken Elefanten machen.

Super, wenn man so hinter seinem Produkt steht. Es wundert mich nicht, warum die E-Mobilität in Deutschland nur so langsam in Fahrt kommt. Ich bin übrigens auch Ingenieur und fahre selbstverständlich BEV.

Ich betrachte das auch nicht durch die rosarote Brille, sondern durchaus berechnend. Allein die Effizienz des E-Antriebs hat das Potenzial unsere Lebensgewohnheiten so weiter zu führen ohne große Komfort-Einbußen. Den gesamten PKW Verkehr in Deutschland mit E-Fuels aus EE zu versorgen wäre absoluter Irrsinn. Male Dir mal ein Energieflussdiagramm über die Prozesskette auf. Als Ingenieur solltest Du ja dazu in der Lage sein.

Und wegen Deines Beispiels oben bin ich auch für ein Tempolimit von 120 oder 130. Damit würde sich diese Frage nämlich gar nicht stellen. Auch solltest Du Dir als Ingenieur herleiten können, dass die erforderliche Antriebsleistung für einen Ioniq5 190 km/h bei ca. 77 kW liegen muss, während es bei 130km/h nur ca. 28kW sind und bei 120 km/h 23kW. Das ist halt Physik. Also für Große Preisfrage: Wie schnell würde ich maximal fahren, wenn ich eine Strecke von 300km ohne Zwischenhalt fahren wollte?

Farnsworth

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