BMVI stellt Standorte für Deutschlandnetz-Schnellladesäulen und neues Preismodell vor

BMVI stellt Standorte für Deutschlandnetz-Schnellladesäulen und neues Preismodell vor
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Michael Neißendorfer
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Bundesminister Andreas Scheuer hat am vergangenen Montag den Startschuss für die Ausschreibung des Deutschlandnetzes gegeben. Um die Grundversorgung mit Schnellladeinfrastruktur im Mittel- und Langstreckenverkehr bereitzustellen, schreibt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Errichtung und den Betrieb von gut 1000 Schnellladestandorten mit jeweils mehreren Ladepunkten aus.

Damit sollen mehrere Tausend neue Schnellladepunkte entstehen – das Deutschlandnetz. Sie ergänzen die bereits vorhandenen großen Schnellladestandorte und sollen so deutschlandweit für eine flächendeckende und bedarfsgerechte Schnellladeinfrastruktur sorgen. Die Ausschreibung sieht vor, dass vor Ort Ladeleistungen bis 300 kW ermöglicht werden müssen. Der Bund fördert den Aufbau des Deutschlandnetzes mit gut zwei Milliarden Euro an Fördergeldertn

„Die nächste Schnellladesäule muss in 10 Minuten erreichbar sein! Laden muss immer und überall in Deutschland möglich sein. Nur so gelingt es uns, dass wir Menschen von klimafreundlicher Mobilität begeistern und sie vom Verbrenner auf ein E-Auto umsteigen. Ein wichtiger Faktor dabei ist der Preis an der Ladesäule. Deshalb haben wir bei unserer Ausschreibung eine Preisobergrenze von aktuell 44 Cent pro kWh vorgesehen, die unterhalb des Dieselpreises liegt. Insgesamt nehmen wir für den Aufbau der 1000 Schnellladestandorte rund 2 Milliarden Euro in die Hand – ein starkes Signal, das zeigt, wie ernst es uns mit dem Umstieg auf klimafreundliche Mobilität ist.“ – Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister

Die Errichtung und der Betrieb des Deutschlandnetzes werden im Rahmen von zwei getrennten Ausschreibungen vergeben: Den Regionallosen sowie den bundesweiten Losen an Autobahnen. Im Mittelpunkt der aktuellen Bekanntgabe steht die Veröffentlichung der 900 Suchräume der Regionallose und das Preismodell. In der Ausschreibung ist eine atmende Preisobergrenze von 44 Cent pro kWh vorgesehen.

Durch die Festlegung des Preismodells für das Laden an den Standorten des Deutschlandnetzes soll sichergestellt werden, dass sich keine schädlichen Rückwirkungen auf den sich parallel entwickelnden Markt ergeben und Nutzerinnen und Nutzer faire Preise vorfinden. Die Höhe der atmenden Preisobergrenze von 44 Cent pro kWh sei sowohl unter Betrachtung marktwirtschaftlicher Gesichtspunkte als auch klimapolitischer Aspekte gewählt worden.

„Mit der Ausschreibung des Deutschlandnetzes ergänzt nun ein neuer Ansatz die Instrumente der Bundesregierung zum schnellen Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland. Damit tilgen wir gezielt die letzten ‚weißen Flecken‘ auf der Ladelandkarte. Dieser Weg ist weltweit einzigartig. Ich freue mich auf den Start der Ausschreibung und einen ‚Wettbewerb der Ideen‘.“ – Johannes Pallasch, Sprecher des Leitungsteams der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur

Den Schritt von der Förderung zur Ausschreibung bezeichnet das BMVI als einen Paradigmenwechsel bei der staatlichen Unterstützung des Ausbaus von Ladeinfrastruktur in Deutschland. Zusätzlich zu den Förderprogrammen des BMVI für öffentliche und nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur existiert damit nun ein Ansatz, in dem für die Gewinner des Ausschreibungsverfahrens Aufbau und Gewährleistung des Betriebs der Ladepunkte vertraglich verpflichtend sind. Die Bewertungskriterien umfassen Kosten, Konzept und Kundenfreundlichkeit.

Die 900 Suchräume verteilen sich auf 23 Regionallose in insgesamt 6 Regionen (Nord-West, Nord-Ost, Mitteldeutschland, Süd-Ost, Süd-West und West). Diese Suchräume geben ein bestimmtes Gebiet, z.B. rund um einen Verkehrsknotenpunkt vor. In jedem Suchraum soll ein Schnellladestandort mit mindestens vier und bis zu 16 Schnellladepunkten entstehen. Die Bieter müssen geeignete Standorte innerhalb dieser Suchräume einbringen bzw. finden. Angesprochen werden mit diesem Verfahren regional tätige Betreiber sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Die Ausschreibung der Regionallose soll am 15. September 2021 erfolgen. Eine interaktive Karte mit den Suchräumen finden Interessenten unter www.deutschlandnetz.de.

Die bundesweiten Autobahn-Lose umfassen gut 200 Standorte auf unbewirtschafteten Rastanlagen entlang der Bundesautobahnen. Damit soll eine lückenlose Ladeinfrastruktur entlang der Autobahnen geschaffen werden. Mit dieser Ausschreibung sollen insbesondere Unternehmen, die deutschland- und europaweit tätig sind, angesprochen werden. Die Ausschreibung der bundesweiten Autobahn-Lose soll im Herbst durch die Autobahn GmbH erfolgen.

Bei der Ermittlung des Bedarfs an Suchräumen und ihrer Bestückung mit Ladepunkten wurde die bereits existierende Schnellladeinfrastruktur mit mehr als 150 kW Leistung berücksichtigt. Der Bund legt darüber hinaus auch technische Mindestanforderungen und Qualitätsstandards an den Standorten des Schnellladenetzes fest und will deren Einhaltung sicherstellen.

Quelle: BMVI – Pressemitteilung vom 16.08.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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