BMW-Chef: „Wenn die ganze Welt nur noch E-Autos kauft, machen wir nur noch E-Autos“

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Copyright Abbildung(en): BMW

Die BMW Group hat im dritten Quartal 2020 ihren Absatz und Konzernüberschuss gesteigert und liegt nach neun Monaten auf Kurs für ihre Jahresziele, wie der Hersteller aktuell mitteilt. Die BMW Group konnte demnach im dritten Quartal von der regional wieder erstarkenden Nachfrage und ihrem breiten Modellportfolio profitieren. Gleichzeitig bleiben Kosteneffizienz und Cash-Management entscheidend, um die weiterhin anhaltenden Folgen der Corona-Pandemie mit ihren regional unterschiedlichen Ausprägungen bestmöglich zu beherrschen.

Das dritte Quartal unterstreicht die Leistungsfähigkeit der BMW Group in einem herausfordernden Umfeld. Wir haben unser Konzernergebnis gesteigert und liegen damit auf Kurs für unsere Jahresziele. Wir steuern das Tagesgeschäft eng an der regionalen Entwicklung der Nachfrage und können jederzeit auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren“, so der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Oliver Zipse. So konnte der Konzern im dritten Quartal ein Ergebnis vor Steuern von rund 2,5 Milliarden Euro erreichen. Im Segment Automobile wurde ein Free Cashflow von mehr als 3 Milliarden Euro erzielt. „Wir gestalten die Transformation unserer Industrie aus einer Position der Stärke heraus und sind für die kommenden Jahre sehr gut aufgestellt. Gleichzeitig richten wir das Unternehmen schon jetzt strategisch und technologisch auf die Zeit nach 2025 aus – und beziehen dabei zentrale Aspekte wie Fahrzeugarchitekturen und Werkebelegung mit ein.“

Die Wahlen in den USA und das Ringen um einen Brexit-Handelsvertrag siehe BMW gelassen, so Zipse. „Wir kommen mit jeder Regierung zurecht“, sagte der BMW-Vorstand anlässlich der Vorstellung des Zwischenberichts vor Journalisten in München. Auch eventuelle Zölle beim Warenverkehr zwischen Großbritannien und der EU, die vor allem die Motorenherstellung für BMW, Mini und Rolls Royce in England betreffen, seien zwar eine Belastung, allerdings eine verschmerzbare: „Das bringt uns nicht um“, so Zipse.

Vor allem beim X5 Plug-in-Hybrid und beim Elektro-Mini, der sich seit dem Frühjahr bereits 13.000 Mal verkauft habe, sei BMW „überrascht und erfreut über die hohe Nachfrage“. Zwar setzt BMW mit seinem „Power of Choice“ genannten Antriebsportfolio weiterhin auch auf Benziner und Diesel, um die unterschiedlichen Wünsche der Kunden erfüllen zu können. Der Hersteller wolle aber „sehr flexibel“ auf Verschiebungen reagieren, so Zipse: „Wenn eines Tages die ganze Welt nur noch elektrische Autos kauft, machen wir nur noch elektrische Autos.“

Zukunftsinvestitionen bleiben zentral

Die BMW Group will auch in einem sehr herausfordernden Umfeld weiter in zukünftige Technologiefelder und entsprechenden Kompetenzaufbau investieren. Wie angekündigt will das Unternehmen bis 2025 mehr als 30 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufwenden.

Per September beliefen sich die Forschungs- und Entwicklungskosten des Konzerns auf gut 4,1 Milliarden Euro. Darin enthalten seien unter anderem Aufwendungen für künftige elektrifizierte Modelle und E-Baukästen. „Hohe Profitabilität und ein konsequentes Kostenmanagement stehen im Fokus unserer finanziellen Steuerung. Auf dieser soliden Basis investieren wir weiter in die Zukunft des Unternehmens und stemmen die Transformation aus eigener Kraft“, sagte Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen. „Wir profitieren heute beispielsweise von der strategischen Fokussierung auf das obere Luxussegment, die wir 2016 getroffen haben: Mit den Modellen der 8er Reihe und dem BMW X7 haben wir das Absatzvolumen hochprofitabler Modelle seit 2018 um über 70 Prozent steigern können. Auf der Kostenseite erhöhen zahlreiche Initiativen unsere Effizienz. Damit halten wir das Unternehmen im herausfordernden Umfeld sowohl kurz- als auch langfristig auf Kurs.

2022 kommen Elektroautos aus allen deutschen Werken

Die BMW Group will den Hochlauf der E-Mobilität dabei immer weiter beschleunigen. Künftig sollen in allen vier deutschen Automobilwerken vollelektrische Fahrzeuge produziert werden. Nach dem BMW i3, der bereits seit 2013 in Leipzig gefertigt wird, startet 2021 die Produktion des BMW iNEXT in Dingolfing und die Produktion des BMW i4 in München. Anschließend soll 2022 auch in Regensburg die Fertigung eines vollelektrischen Modells beginnen. Damit will die BMW Group langfristig die Auslastung und damit das hohe Beschäftigungsniveau in ihren Werken am Standort Deutschland sichern.

Zudem baut das Unternehmen die Fertigung von E-Antriebskomponenten deutlich aus. In Dingolfing können ab 2022 E-Maschinen für bis zu 500.000 elektrifizierte Fahrzeuge pro Jahr gefertigt werden. In Leipzig und Regensburg werden Batteriemodule beziehungsweise Hochvoltbatterien produziert, um die steigende Zahl von elektrifizierten Fahrzeugen zu versorgen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an strukturellen Effizienzverbesserungen und weiter optimierter Auslastung in der Produktion – und plant so, bis Mitte des Jahrzehnts einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag einzusparen.

CO2-Senkung durch Millionen elektrifizierte Fahrzeuge

Einen zweiten strategischen Schwerpunkt bei BMW bildet die Nachhaltigkeit. Während der Corona-Pandemie habe der Vorstand ambitionierte Langfristziele festgelegt, teilt der Hersteller mit. Die BMW Group setzt sich dabei klare Ziele zur CO2-Reduktion bis zum Jahr 2030 – erstmals über den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte, von der Lieferkette über die Produktion bis zum Ende der Nutzungsphase. Über diesen gesamten Zeitraum sollen die CO2-Emissionen je Fahrzeug bis 2030 gegenüber 2019 deutlich um mindestens ein Drittel gesenkt werden.

Unter anderem sollen die CO2-Emissionen der Fahrzeuge in ihrer Nutzungsphase um 40 Prozent je gefahrenem Kilometer reduziert werden. Zentraler Hebel dafür sei eine weitreichende Produktstrategie mit einem massiven Ausbau der E-Mobilität: In zehn Jahren sollen insgesamt mehr als sieben Millionen elektrifizierte Fahrzeuge der BMW Group auf den Straßen unterwegs sein – davon etwa zwei Drittel mit vollelektrischem Antrieb.

In gut einem Jahr soll die Elektro-Palette der Münchner im Vergleich zum aktuellen Stand deutlich umfangreicher ausfallen: Ende 2021 will die BMW Group mit dem BMW i3, dem MINI Cooper SE, dem BMW iX3, dem BMW iNEXT sowie dem BMW i4 fünf vollelektrische Serienfahrzeuge anbieten. Ein weiterer Meilenstein soll in der Folge die kommende Generation des BMW 7er. Das Flaggschiff der Marke BMW soll mit vier unterschiedlichen Antriebsarten verfügbar sein: als Diesel und Benziner sowie als elektrifizierter Plug-in-Hybrid und erstmals auch als vollelektrisches BEV-Modell. 2023 will das Unternehmen 25 elektrifizierte Modelle auf der Straße haben – 13 davon vollelektrisch.

Weitere vollelektrische Modelle in Vorbereitung

Zusätzlich zu dem BMW 7er soll die umfassende Elektrifizierung weiter über die Modellpalette ausgerollt werden: Weitere Beispiele für die „Power of Choice“, wie BMW sein vielfältiges Antriebsportfolio nennt, werden die volumenstarken X1 und 5er Baureihen sein, die in Zukunft ebenfalls mit allen vier Antriebsvarianten – vollelektrisch, Plug-in-Hybrid, Diesel und Benziner – verfügbar sein werden.

Die BMW Group arbeite unverändert daran, die CO2-Emissionen ihrer aktuellen Neuwagenflotte deutlich zu senken. Das Unternehmen will in diesem Jahr auch das vorgegebene CO2-Flottenziel seiner europäischen Neuwagenzulassungen erreichen. Dieses liegt um rund 20 Prozent unter der Vorgabe aus dem Jahr 2019. Die konsequente Elektrifizierung seiner Modellpalette trägt zu dieser Zielerreichung entscheidend bei.

Wie 2020 bisher gelaufen ist

Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 1.427.392 Automobile der Marke BMW ausgeliefert (-11,3 Prozent). Die Marke MINI kam in diesem Zeitraum auf 208.124 Einheiten (-20,0 Prozent) und Rolls-Royce Motor Cars erzielte per September einen Absatz von 2.651 Fahrzeugen (-28,5 Prozent). Trotz des Rückgangs des gesamten Absatzes konnte die BMW Group die Zahl der ausgelieferten elektrifizierten Fahrzeuge in den ersten neun Monaten auf einen Höchstwert von insgesamt 116.381 Einheiten (+20,0 Prozent) erneut steigern.

In der Region Europa wurden in den ersten neun Monaten 648.494 (‑19,7 Prozent) Automobile der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce ausgeliefert. In Deutschland ging der Absatz der BMW Group auf 203.442 Einheiten (-14,6 Prozent) zurück. In China setzte sich die Erholung aus dem zweiten Quartal fort: Per September stieg der Absatz der BMW Group in ihrem größten Markt auf einen Rekordwert von 560.367 Einheiten (+6,4 Prozent). In den USA wurden in den ersten neun Monaten 200.286 (-24,6 Prozent) Automobile abgesetzt.

Ausblick für 2020 bestätigt

Die BMW Group setzt sich auch in einem politisch und wirtschaftlich herausfordernden Umfeld ehrgeizige Ziele. In der Gesamtsicht 2020 geht die BMW Group weiterhin davon aus, dass in allen wesentlichen Märkten die Nachfrage aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus und der notwendigen Eindämmungsmaßnahmen erheblich beeinträchtigt sein wird. Im Segment Automobile dürfte der weltweite Absatz im Jahr 2020 dadurch deutlich unter Vorjahresniveau liegen. Infolgedessen rechnet das Unternehmen mit einer EBIT-Marge im Segment zwischen 0 und 3 Prozent.

Die Mitarbeiterzahl soll leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Das Unternehmen will die bereits kommunizierten Personalmaßnahmen nutzen, um den Personalumbau voranzutreiben. Aufgrund der aktuellen Situation werde jede Einstellung dabei sehr kritisch geprüft.

Die negativen Folgewirkungen des Pandemieausbruchs werden als hoch eingeschätzt. Nach einer Stabilisierung des wirtschaftlichen Umfelds im dritten Quartal nimmt die Dynamik der Pandemie nunmehr wieder deutlich zu. Somit bestehen weiterhin große Unsicherheiten aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus und der volkswirtschaftlichen Auswirkungen. Falls die Corona-Pandemie einen noch schwerwiegenderen Verlauf nimmt und die Lage der Weltwirtschaft sich deutlich verschlechtert, ergeben sich erhebliche Risiken, insbesondere auf der Nachfrageseite. Die BMW Group beobachtet die weitere Entwicklung aufmerksam und ist weiterhin vorbereitet, schnell und zielgerichtet zu handeln.

Quelle: Handelsblatt – BMW-Chef: Harter Brexit „bringt uns nicht um“ // BMW – Pressemitteilung vom 04.11.2020

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Erst jahrelang die Kunden mit dem Abgasskandal betrügen und jetzt vollmundig ankündigen nur noch Elektroautos bauen zu wollen, wenn alle anderen auch E-Autos bauen. Ich sehe auf den Straßen nur teure i3 durch die Städte schleichen und weiterhin nur Werbung für Diesel, Benziner und Hybride, die die Ladestationen blockieren….

BMW hat keinen Betrogen seinen sie Vorsichtig mid ihren Behauptungen das kann Teuer werden.

Das ganze Konsortium aus VW, Mercedes und BMW hat da eng zusammen gearbeitet, Alles derselbe Sumpf. In einer Demokratie darf sich jeder äussern, so wie er das will.

Was ist den das für eine Einstellung von ganze weit oben eines Weltkonzerns.
„Wenn die ganze Welt nur noch E-Autos kauft, machen wir nur noch E-Autos“. Einziges Ziel, möglichst viel Geld zu scheffeln.Man produziert also einfach ohne Gewissen nur darauf loss. Angenommen, was wäre, wenn die ganze Welt nur noch Verbrenner ohne Katasysator kaufen würde ?

Diese Aussage von BMW ist eber gerade der Punkt. „Visionslos, mittläuferisch, risikoloss, getrieben von einer Herde von in die Zukunft strebenden Leuten“.

Auch in einer Demokratie darf ich nicht sagen was ich will und Behaupten was ich will.Kann zu ihnen auch nicht sagen sie sind ein Betrüger.Und wenn BMW sagt was die Leute wollen und sie das Liefern hat Herr Zispe Recht.

Und Übrigens Herr Dossegger sind die Neuen Diesel sauberer wie jedes E Auto.BMW und Co möchten auch Lieber Diesel oder Benziner Verkaufen.Wer wollte das so unsere Liebe Regierung und Schaufeln die Zulieferer ins Grab aber weiter so.

Wie lautet der Spruch? „wo ein Wille….“
Wusste jedenfalls nicht dass eigene Landsleute eine Kundschaft 2- Klasse sind…

https://youtu.be/UXN9Wsg8-Qo

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