BYD soll Mikro-Elektroautos mit SAIC-GM-Wuling bauen wollen

BYD soll Mikro-Elektroautos mit SAIC-GM-Wuling bauen wollen
Copyright:

Wuling

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Berichten zufolge planen die chinesischen Autohersteller BYD und SAIC-GM-Wuling, künftig gemeinsam Elektroautos im wiedererstarkten Kleinstwagensegment auf die Straße zu bringen, zitiert CNTechPost das chinesische E-Auto-Portal EVHui. Einer beiden Unternehmen nahestehenden Quelle zufolge sollen die beiden Autohersteller vorhaben, gemeinsam Mikroelektrofahrzeuge für die urbane Mobilität zu entwickeln. Bereits im Frühjahr 2019 hatte BYD davon gesprochen, in dieser Fahrzeugklasse aktiv werden zu wollen.

Die neue Produktreihe sei völlig unabhängig von der Dynasty-Produktreihe geplant, um den Markt für erschwingliche Elektroautos zu erschließen. BYD habe dafür bereits einen neuen Vertriebskanal gestartet, genannt e-net, der ebenfalls unabhängig vom Dynasty-Programm sei. Unter dem Kürzel e hat BYD bereits mehrere Elektro-Modelle vorgestellt: e1, e2, e3 und S2.

Abgesehen vom e2, der sich zu seinen besten Zeiten immerhin mehr als 1000 mal pro Monat verkaufen konnte, ist die e-Produktreihe nicht sonderlich erfolgreich. Der Kleinwagen e1 etwa wurde insgesamt weniger als 5000 mal verkauft. Das war nicht immer so mühsam: Um 2017 machten Mikro-Elektrofahrzeuge noch gut die Hälfte des chinesischen Marktes für neue Energiefahrzeuge (NEV) aus, zu denen neben reinen Elektroautos auch Plug-in-Hybride und Wasserstoffautos gehören. Seit 2018 ist der Markt für Mikro-Elektrofahrzeuge jedoch deutlich geschrumpft. Bis Ende 2019 sank der Marktanteil auf nur noch zehn Prozent.

Im aktuellen Jahr allerdings entwickle sich der Markt jedoch wieder gegenläufig, so CNTechPost, unter anderem wegen der Einführung neuer Mikro-Elektrofahrzeuge von SAIC-GM-Wuling, Chery New Energy und anderen Herstellern. Insbesondere SAIC-GM-Wuling verzeichnete mit der Einführung des Hongguang MINI EV einen großen Erfolg: Der Hongguang MINI EV, das erste Elektroauto der chinesischen Marke Wuling, das einem Joint Venture zwischen General Motors, dem chinesischen Autokonzern SAIC Motors und der ebenfalls chinesischen Guangxi Automobile Group entsprang, hat sich bereits in den ersten drei Wochen nach seinem Marktstart im Sommer mehr als 15.000 mal verkauft. Allein im Oktober seien gut 24.000 Einheiten abgesetzt worden.

Ein Grund für den Erfolg ist nicht zuletzt der äußerst niedrige Preis des Hongguang MINI EV: Dieser variiert je nach Ausstattung zwischen 28.800 und 38.800 chinesichen Yuan, umgerechnet also zwischen rund 3500 und 4800 Euro. Mit seinem Markterfolg hat der chinesische Kleinststromer sich sogar an die Spitze der NEV-Verkaufszahlen in China katapultiert. Wo zuvor niemand geringeres residierte als Teslas Mittelklasse-Bestseller Model 3.

Quelle: CNTechPost – BYD reportedly plans to team up with SAIC-GM-Wuling for micro electric cars

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

Tobias Stahl  —  

Nicht die Belegschaft und auch nicht die EU-Vorgaben sind Schuld an der Misere der europäischen Autoindustrie, meint T&E-Chef Bock – sondern die Chefetagen.

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Sebastian Henßler  —  

Schaeffler senkt seine Umsatzziele bis 2028 deutlich, weil der Wegfall der E-Auto-Förderung in den USA das Geschäft rund um Vitesco stärker bremst als erwartet.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Sebastian Henßler  —  

Nach den Protesten bei Mercedes-Benz fordert Bosch eine Taskforce. Auch beim Volkswagen-Konzern sollen laut IG Metall Beschäftigtenaktionen folgen.

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Daniel Krenzer  —  

Bei Automobilzulieferern steigt der Krankenstand laut AOK auf 8,94 Prozent. Besonders psychische Fehlzeiten nehmen demnach zu.