Berlin, Hamburg, München und Köln planen Anschaffung von mehr als 3.000 Elektrobusse

Berlin, Hamburg, München und Köln planen Anschaffung von mehr als 3.000 Elektrobusse
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1172665525

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Stickoxide und Feinstaub sind nur zwei Gründe die unsere Politiker dazu anregen sich Gedanken über Elektromobilität im Personalverkehr zu machen. Denn langfristig wird an Bussen mit alternativem Antrieb kein Weg vorbeiführen. Aktuell versuchen betroffene Städte mit Akkutprogrammen und Sofortmaßnahmen zu retten, was zu retten ist.

Das Bundesverkehrsministerium hat für fünf Städten insgesamt 125 Millionen Euro für die Umsetzung von Modellprojekten zugesagt. Dies soll dazu führen, dass die Preise für den Nahverkehr deutlich gesenkt werden sowie das Angebot an Bus und Bahn ausgebaut wird. Schlußendlich mit dem Ziel, dass Autofahrer ihren Wagen des Öfteren stehen lassen.

Insgesamt planen allein die fünf größten deutschen Städte dafür bis 2030 den Kauf von mindestens 3.000 E-Bussen, ergab eine Umfrage der WirtschaftsWoche unter den Nahverkehrsbetrieben von Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt.

Berlin setzt auf Elektrifizierung bis 2030

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) halten es für möglich, den gesamten Linienverkehr der Hauptstadt bis zum Jahr 2030 auf Elektrobusse umzustellen. Für die Fahrleistung, die derzeit 1.500 Dieselbusse in Berlin erbringen, werden 1.875 E-Busse benötigt.

Der Beschaffung von zunächst 30 Eindeckomnibussen und 15 Gelenkbussen mit E-Antrieb sowie der entsprechenden Ladeinfrastruktur wurde bereits im Juni 2018 zu gestimmt.

Hamburg zieht nach und will ebenfalls langfristig e-mobil unterwegs sein

Hamburger Hochbahn will ab 2020 mit der Elektrifizierung des eigenen Angebots beginnen. Stand heute sind dort rund 1.000 Busse im Einsatz. Bis 2025 ist geplant, dass rund die Hälfte der Gesamtflotte rein elektrisch unterwegs ist. Bis 2030 dann komplett.

In puncto Infrastruktur liegen Hamburg und Bayern ganz vorne: Hamburg ist mit 774 Elektroauto-Ladepunkten Spitzenreiter beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in deutschen Städten, gefolgt von Berlin (628) und Stuttgart (402).

Frankfurt, München und Köln peilen ebenfalls 2030 Elektrifizierung des öffentlichen Personalverkehr an

München und Köln rüsten ihre Flotten ebenfalls um und nennen das Jahr 2030 als Zielmarke. Frankfurts Busflotte soll bis dahin je zur Hälfte auf Brennstoffzellen- und Elektrofahrzeugen bestehen.

Seit Dezember 2017 ist es offiziell, die ersten fünf reinen Elektrobusse für Frankfurt am Main sind bestellt. Die Stadt Frankfurt erreicht durch eine vollständige Umstellung der Linie 75 auf E-Busse jährlich eine Einsparung von circa 200 Tonnen Kohlendioxid (CO2) und 640 Kilogramm Stickoxid (NOx). Der Anschaffungspreis der Fahrzeuge einschließlich der erforderlichen Ladeinfrastruktur betrage rund 2,7 Millionen Euro.

Bis 2030 soll die gesamte Kölner Busflotte auf Elektroantrieb umgestellt werden. Eine erste Phase dauert bis 2021 an und soll insgesamt sechs Linien auf den E-Betrieb umstellen.

Im März haben wir bereits berichtet, dass München in Zukunft 40 Elektrobusse für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beschaffen wirdIn einem ersten Schritt wurden nun bei Ebusco die ersten sechs bestellt, vier E-Solobusse und zwei E-Gelenkbusse. Mitte des Jahres 2019 sollen die Elektrobusse für die erste reine E-Buslinie der MVG zum Einsatz kommen. Des Weiteren umfassen die Verträge mit Ebusco eine Option über 16 weitere E-Solobusse und acht zusätzliche E-Gelenkbusse.

Quelle: WirtschaftsWoche – Vier Städte wollen bis 2030 auf Elektro-Busse umstellen

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Sebastian Henßler  —  

Alpitronic lässt seine Ladesäulen hacken – ohne Grenzen und mit KI-Unterstützung. Was dahintersteckt, zeigt ein exklusiver Besuch im Cybersecurity-Labor.

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Sebastian Henßler  —  

Wie macht man einen Hypercharger fit für Norwegen, Arizona und die Türkei? Die Antwort liegt im Bozner R&D-Zentrum von Alpitronic.

Neues Buch rechnet mit Fehlern der Autoindustrie ab

Neues Buch rechnet mit Fehlern der Autoindustrie ab

Daniel Krenzer  —  

Thomas Sedran und Harald Hamprecht analysieren in ihrem Buch die Krise der deutschen Autoindustrie – und sehen das Problem vor allem im jahrelangen Zögern.

„Verbrenner-Aus“ der EU: Einigung rückt in weite Ferne

„Verbrenner-Aus“ der EU: Einigung rückt in weite Ferne

Daniel Krenzer  —  

Der Streit um das EU-Verbrenner-Aus verschärft sich. EVP, Industrie und Gewerkschaften drängen auf Ausnahmen – eine zeitnahe Einigung gilt als unwahrscheinlich.

Exklusiv: So produziert Europas größter Ladesäulenhersteller Alpitronic

Exklusiv: So produziert Europas größter Ladesäulenhersteller Alpitronic

Sebastian Henßler  —  

Europas Schnellladeinfrastruktur kommt zu einem großen Teil aus Bozen. Wir waren vor Ort und haben uns angeschaut, wie Alpitronic seine Hypercharger produziert.

Neue E-Auto-Prämie: Knapp 42.000 Anträge in zwei Wochen

Neue E-Auto-Prämie: Knapp 42.000 Anträge in zwei Wochen

Tobias Stahl  —  

Zwei Wochen nach dem Start der neuen E-Auto-Prämie liegen dem Umweltministerium knapp 42.000 Anträge vor – die überwiegende Mehrheit entfällt auf reine E-Autos.

Plug-in-Hybride: CO2-Betrug im Megatonnen-Maßstab

Plug-in-Hybride: CO2-Betrug im Megatonnen-Maßstab

Michael Neißendorfer  —  

Plug-in-Hybride stoßen fünfmal mehr CO2 aus, als offiziell laut WLTP-Messung angegeben. Die Auswirkungen auf die Klimabilanz sind enorm.