Berlin: BVG will ab 2030 nur noch Elektrobusse in der Flotte

Berlin: BVG will ab 2030 nur noch Elektrobusse in der Flotte
Copyright:

woodshoots 2017 / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) halten es für möglich, den gesamten Linienbusverkehr der Hauptstadt bis zum Jahr 2030 auf Elektrobetrieb umzustellen. Zu dieser Erkenntnis kam die BVG-Vorstandschefin Sigrid Nikutta nach einer Dienstreise in China, wo sie gemeinsam mit der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klima, Regine Günther (parteilos), die vier Millionenstädte Peking, Hangzhou, Hongkong und Shenzen besucht hatte. In Shenzen, so Günther, seien seit 2017 alle 17.000 Busse elektrisch unterwegs, mit der Umstellung der Flotte auf Elektrobusse sei bereits im Jahr 2009 begonnen worden.

China ist in Sachen Elektromobilität längst als Vorreiter etabliert, nicht nur im Bus-, sondern auch im Pkw-Sektor. So hat die chinesische Regierung etwa eine verpflichtende Quote für Elektroautos eingeführt. Hersteller, die diese nicht erfüllen, müssen Strafzahlungen leisten.

Für Berlin sprach die Verkehrssenatorin von „einer großen Aufgabe, die aber lösbar sein wird“. Berlins Regierung ist gar unter Zugzwang, hat doch die rot-rot-grüne Koalition in ihrem Mobilitätsgesetz das Ziel festgeschrieben, bis 2030 alle der gut 1500 Dieselbusse durch klimaneutrale Fahrzeuge zu ersetzen.

In Berlin sind bislang fünf Elektrobusse im Einsatz, 30 weitere sollen im März 2019 in Betrieb gehen. Je 15 Fahrzeuge liefern die Daimler-Tochter Evo-Bus und der polnische Hersteller Solaris nach Berlin. Weitere 15 Gelenkbusse mit E-Antrieb befinden sich derzeit in der Ausschreibung. Damit für alle E-Busse ausreichend Lademöglichkeiten vorhanden sind, wird momentan im Betriebshof in Berlin-Weißensee die Ladeinfrastruktur ausgebaut. Nach und nach sollen auch andere Betriebshöfe umgerüstet werden.

Da die Reichweite der Elektrobusse bislang noch unter der von Dieselbussen liegt, sollen sie vorrangig auf kleineren Nebenstrecken eingesetzt werden. Die aktuellen E-Busse schaffen gut 150 Kilometer, bevor sie für sechs Stunden an die Ladestation müssen, bis sie wieder voll geladen sind. Ein Dieselbus ist bei der BVG täglich zwischen 200 und 500 Kilometern im Einsatz.

Quellen: Morgenpost – BVG-Busflotte wird bis 2030 unter Strom gesetzt // Tagesspiegel – Berlin will sich Shenzhen zum Vorbild nehmen

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Diese 7 E-Autos mit viel Zugkraft sind besonders günstig

Diese 7 E-Autos mit viel Zugkraft sind besonders günstig

Daniel Krenzer  —  

Diese E-Autos können mindestens zwei Tonnen ziehen und sind vergleichsweise günstig – und die Reisetauglichkeit haben wir auch im Blick.

E-Autos führen das Stadtauto-Ranking des ADAC an

E-Autos führen das Stadtauto-Ranking des ADAC an

Michael Neißendorfer  —  

In Städten mit viel Verkehr bleibt für alle Verkehrsteilnehmer naturgemäß wenig Platz. Mit einem kleinen Auto ist man vor allem beim Parken klar im Vorteil.

Wald.Weit im Rheingau: Ankommen, laden, abschalten

Wald.Weit im Rheingau: Ankommen, laden, abschalten

Sebastian Henßler  —  

Rückzug ins Wald.Weit: viel Raum, warme Materialien, konsequent gedachte Nachhaltigkeit und ein Hotelkonzept, das unabhängig vom Wetter funktioniert.

Rimac-Technik im Dienste des Kunstflugs

Rimac-Technik im Dienste des Kunstflugs

Sebastian Henßler  —  

Rimac Nevera und Nevera R dienen als Trainingsplattform für die erste Landung und den Start eines Flugzeugs auf einem fahrenden Zug.

Abhängigkeit der Zulieferer vom Verbrenner bleibt hoch

Abhängigkeit der Zulieferer vom Verbrenner bleibt hoch

Michael Neißendorfer  —  

Das Vertrauen in die E-Mobilität als Wachstumsmotor lässt indes nach, stattdessen werden E-Autos zunehmend als Risikofaktor gesehen.

Audi A6 Sportback e-tron performance: Das Ende der ‚German Angst‘

Audi A6 Sportback e-tron performance: Das Ende der ‚German Angst‘

Fabian Mechtel  —  

Der A6 Sportback e-tron performance ist der Beweis, dass Audi seine „Vorsprung durch Technik“-DNA wiedergefunden hat.

Audi A1 e-tron und Škoda Fabia Elektro aus Spanien?

Audi A1 e-tron und Škoda Fabia Elektro aus Spanien?

Daniel Krenzer  —  

Audi und Škoda prüfen elektrische Ableger von A1 und Fabia aus Spanien. Martorell könnte zum E-Kleinwagen-Hub des VW-Konzerns werden.