VDA-Chefin Müller beharrt auf E-Fuels

VDA-Chefin Müller beharrt auf E-Fuels

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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) macht sich weiterhin für den Einsatz von E-Fuels stark. Das geht aus einem aktuellen Positionspapier hervor. Das Paket „Fit for 55“ müsse Grundlage für einen Dreiklang aus Innovationen, Investitionen und Infrastruktur für ganz Europa sein, forderte VDA-Chefin Hildegard Müller. „Entscheidend ist, dass die europäische Klimapolitik zugleich Wachstums- und Wohlstandsmotor wird und Arbeitsplätze schafft.

Kurzfristig komme es darauf an, in ganz Europa schnell die Voraussetzungen für einen Erfolg der E-Mobilität zu schaffen, so Müller. Die EU-Kommission solle das Paket am 14. Juli dafür nutzen, einen klaren Fahrplan mit konkreten Zielen und Plänen zur Umsetzung einer europaweiten Infrastruktur bei Ladesäulen vorzulegen. „Nur mit diesen Maßnahmen ist die Klimapolitik der EU glaubwürdig„, so Müller. Zudem sei klimaneutraler Strom Voraussetzung dafür, dass Europas Autofahrer auf E-Mobilität vertrauen.

Einmal mehr mahnte Müller Technologie-Offenheit an: Um auch den CO2-Ausstoß der existierenden Fahrzeuge weiter reduzieren zu können, würden neben dem Hochlauf der E-Mobilität auch Biokraftstoffe und E-Fuels gebraucht. „Wir werden 2030 noch viele Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren auf den Straßen haben – weltweit rund 1,5 Milliarden – und allein in Europa 421 Millionen! Die müssen möglichst klimaneutrale Kraftstoffe tanken können, so früh wie möglich„, so die VDA-Präsidentin. Nur mit beidem – Strom und Kraftstoffen aus nachhaltigen Quellen – könnten die gemeinsamen Ziele erreicht werden. Die EU-Kommission solle daher eine Quote von 30 Prozent für erneuerbare Kraftstoffe im Jahr 2030 vorgeben.

Mittelfristig solle der Verkehrssektor schrittweise in den EU-Emissionshandel einbezogen werden, fordert Müller. Marktwirtschaftliche Instrumente spielten bei der Erreichung der Klimaziele derzeit eine viel zu geringe Rolle. Nur so sei es aber möglich, den Ausstoß von Treibhausgasen innerhalb der EU volkswirtschaftlich effizient zu minimieren.

Ein Enddatum für bestimmte Motoren sowie direkte oder indirekte Verbote lehnt der VDA weiterhin entschieden ab. Alle Technologien würden gebraucht. Die Sicherung von Arbeitsplätzen sei auch eine industriepolitische Gestaltungsaufgabe. Für ganz Europa und für viele Regionen. Zudem müsse die EU-Kommission auch stets im Blick haben, dass Mobilität ein Grundrecht sei – und essenziell für die soziale Teilhabe. Müller: „Wir haben Verantwortung für das Klima, aber auch für die Beschäftigten und ihre Familien.“

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 28. Mai 2021

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Meine Tochter (11) beharrt auch auf der Existenz von Feen & Einhörnern ;-)

Es steht Frau Müller frei ein Unternehmen zu gründen, dass sowohl die nötige Infrastruktur aufbaut die E-Fuels zu produzieren, sowie die dafür notwendigen Kapazitäten an erneuerbaren Energien aufbaut. Und wie sie fordert das möglichst schnell.

Ich würde gerne den Geschäftsplan sehen, wann sie wieviel Treibstoff gedenken zu liefern und zu welchem Preis und was man gedenkt mit den Anlagen zu tun, wenn immer weniger Autos mit Verbrennungsmotoren unterwegs sind.

Ich habe das Gefühl, das viele BWLer mit Physik nichts am Hut haben

Farnsworth

Frau Müller wohnt sicherlich nicht in einer Stadt wie Berlin, Stuttgart, München, Hamburg, und vielen mehr, in welchen der Gestank der Abgase mächtig zum Himmel stinkt.
Abgase sind gesundheitsschädlich und sogar tödlich, egal ob Öl, Gas, Kohle oder eFuels.
Abgase sind vermeidbar und zukünftig sollte die Notwendigkeit des Erwerbs eines Verbrenners nachgewiesen werden. Mittlerweile können alle Fahrten mit abgasfreien Mobilen gemacht werden. Abgasbelästigungen sind nicht mehr notwendig.

e-fuels fein. Dann fehlen aber die Autos, die die Abgasnormen einhalten, denn das klappte ja schon mit EURO 6 nicht wirklich. Frau Müller will also e-fuels aus (ökologischen) Quellen, die nicht genug produzieren, für Autos, die die Abgaswerte nicht einhalten, zu Preisen, die sich keiner leisten will in einer Infrastruktur, die heute schon abgewählt ist. Na das sind doch beste Geschäftsaussichten – sowas von nachhaltig. Zudem müssen Stadtradler auf den „liebgewonnenen“ karzinogenen Diesel- und Benzingestank verzichten. Lieber Steuerzahler, lass doch für solch einen „Leuchtturm“ am besten wieder 100Md raus – Einnahmen können ja eine neu erfundene Elektroauto- oder Straßenbahnsteuer bzw. -Umlage generieren

E-Mobilität ist sinnvoll, soweit basale Nutzerbedürfnisse erfüllt werden und das nationale Grünstromangebot dazu ausreicht. Ersteres erweist sich für Mio Ballungsraumbewohner ohne Stellplatz als schwierig und Schnelladetarife stelle sich aus Kostengründen häufig als unwirtschaftlich heraus. Bekanntlich „befürchtet“ der BEV-Befürworter Prof. Quaschning, dass sich diese Wahrheit unter VerbrennerfahrerInnen „herumspricht“.
Zum zweiten erwartet selbst Prof. Quaschning nach dem Atomstromausstieg 2022 eine Grünstromlücke, die folglich zu mehr Schmutzstrommix oder sogar -import führen wird. Denn E-Mobilität ist nur ein neuer Stromverbraucher von vielen und würde bereits die komplette deutsche Windstromproduktion benötigen. Die Chemieindustrie rechnet bis Mitte der 2030er mit einer Verzehnfachung ihres (Grün)Strombedarfs. Das wird schwierig, denn BASF verbraucht schon heute so viel Strom wie ganz Dänemark.
In Deutschland fehlt das Windangebot samt Flächen für eine derart stromlastige Energiewende. Und da Strom aus wind- und sonnenreichen Regionen nicht importierbar ist, werden wir anstelle von Strom grüne Kraftstoffe importieren müssen. Damit kann die stromlastige Energiewende und das Problem drohender Atomstromimporte in eine ausgewogene Energiewende überführt werden.
Eine Porsche-Grafik zeigt beispielhaft, dass E-Mobilität in Deutschland kaum weniger Windanlagen benötigt als Import-E-fuel für Verbrenner-Mobilität.
https://www.focus.de/auto/ratgeber/kosten/efuels-und-euro-7-klima-sprit-soll-kommen-tanken-wir-bald-alle-co2-neutral_id_13016662.html

Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, nur diese Frau vertritt definitiv nicht ihre Meinung sondern quatscht sch….e nach die ihr irgendein bestens bezahlter und vollkommen gewissenloser Lobbyist vor gequatscht hat.

Ich könnte die bekloppten eFuels aktzeptieren wenn der VDA dafür einem Verbot von neuen Verbrennerfahrzeugen zustimmt.

Last edited 11 Monate zuvor by Markus V.

Das ist so armselig.
Natürlich sind in Deutschland 2030 noch viele Verbrenner auf der Strasse. aber es werden dann schnell weniger. Pro Jahr werden eben nur etwa 3,5 Millionen private PKW ausgetauscht.Und im Moment ist der Ersatz eben noch zu 75% ein reiner Verbrenner. Das die dann in 9 Jahren noch nicht verschrottet sind ist doch wohl klar.

Der Punkt ist aber, das diese riesigen Investitionen für E-Fuels 20-30 Jahre in Betrieb sein müssen um sich zu rechnen. Also wie lange sollen wir weiterhin Verbrenner produzieren? Schliesslich wurde noch nicht mal angefangen mit der Infrastruktur für E-Fuels, oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass vor 2030 E-Fuels einen nennenswerten Beitrag zur Kraftstoffversorgung leisten können, selbst wenn wir jetzt sofort volle Pulle mit dem Aufbau beginnen?

Nur mal um in der Realität anzukommen. Die Regierung unterstützt ab sofort mit dem Wasserstoffprogramm den Aufbau einer afrikanischen Hochschule für den Schwerpunkt EE und E-Fuels. Dort wird es dann zukünftig für 5 teilnehmende afrikanische Staaten 150 Studienplätze geben… Also ab ca. 2025 30 Fachleute pro Land.
Aber das ist ja bestimmt gut ausreichend für Projekte, die im zweistelligen Quadratkilometerbereich gerechnet werden…

Anstatt vollmundig Quoten zu verlangen, sollte der VDA einfach mal eine seriöse Studie vorlegen wie der Aufbau der E-Fuels Infrastruktur zeitlich realistisch ablaufen könnte und was es kosten würde.

Last edited 11 Monate zuvor by Silverbeard

Haha und ich beharre auf e-Futter für mein Pferd und e-Kohle für meine Dampfmaschine. Mit beharren meine ich der Steuerzahler soll bitte für Entwicklung und Infrastruktur aufkommen.

E-Fuels – da leuchten die Augen der alten Mineralölindustrie wie auch die der Verbrennerhersteller, da man dann Alles beim Alten belassen kann – z.B. durch E-Fuel-Produktion in Südamerika.

EE-Strom Deutschland

Einspeisung > Übertragung > Ladesäule > E-Auto

E-Fuels Südamerika

Elektrolyse > Methanolsynthese > Transport (12.000 km) > Raffinerie > Lkw-Transport > Tankstelle > Auto

(Quelle: Grafik in focus.de)

Wo soll denn der ganze Ökostrom bei uns für Industrie und E-Autos herkommen?

1) Die Chemieindustrie hat riesigen Flächen auf Dächern, Freiflächen, Firmenparkplätzen (die Autos stünden unter den PV-Anlagen im Sommer sogar im Schatten) und wohl auch auf Sondermülldeponien.

2) Andere Industrien haben ebenfalls riesigen Flächen auf Dächern, Parkülätzen usw.

3) Autokarosserien – über 40 Mio. Autos x gut 7m² = ca. 300 Mio. m² oder 300 km² und damit könnten in Zukunft alle E-Autos die Hälfte ihres Stromes selber erzeugen, das würde Ladestationen entlasten.

4) Hausdächern gibt es mehr als genug, viele haben noch Platz für PV-Anlagen, die in Zukunft bei günstigeren Speicherbatterien auch ganz autark sein könnten, so dass mehr Strom für Andere bleibt.

5) Windkraft wird fast bei zum Stillstand politisch und lobbygesteuert blockiert, dabei bleibt das Land darunter für Land- und Forstwirtschaft weiter nutzbar. Oft wird Vogelschutz als Gegenargument vorgebracht, während sich an riesigen Glasfassaden, die Millionen Vogelleben kosten, scheinbar niemand stört.

In Deutschland und Europa haben wir soviele Möglichkeiten für günstigen Ökostrom aus Solar- und Windkraft, den man sinnvollerweise direkt nutzt, so dass man sich wundern muss warum die Mineralöl- und Verbrenner-Lobby, mit ihrer willfährigen VDA-Sprecherin mit aller Macht E-Fuels will.

Das Beharren auf E-Fuels lässt sich nur durch die Interessen großer Konzerne erklären, die aufwändige Kraftstofferzeugung, lange Transportwege und komplizierte Technik brauchen, damit ihre alten Geschäftsmodelle weiter funktionieren – kleine Firmen könnten dabei nicht mithalten, darum geht es beim E-Fuel-Unsinn.

Don’t use ANY liquids to drive, drive simply electric

Darf man das so verstehen, das der VDA die Erreichung der Klimaziele durch einen entsprechenden Hochlauf der EFuels unterstützen will? Dann müßte fossiler Kraftstoff deutlich teurer werden. Um dem kleinen Mann an der Tankstelle die Qual der Wahl zu ersparen sollten Bio oder EFuels gleich beigemischt werden. Also jetzt sofort 5% und dann pro Jahr 3-5% mehr. Damit würden auch die Verbrenner ihren Beitrag zur CO2 Einsparung leisten. Kraftstoff der dem nicht entspricht muss natürlich entsprechen extra sanktioniert werden, um EFuels eine faire Chance zu geben.

Mutti werd doch mal wach

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