VW prüft Börsengang für sein Batterie-Zellgeschäft

VW prüft Börsengang für sein Batterie-Zellgeschäft
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1854622555

Wolfgang Plank
Wolfgang Plank
  —  Lesedauer 2 min

Volkswagen denkt über einen Börsengang für seinen neuen Batterie-Bereich nach. „Wir schließen zunächst nichts aus – zumindest für das Zellgeschäft„, sagte Technik-Vorstand Thomas Schmall im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Ein einzelnes Zellwerk ließe sich aber nicht an die Börse bringen, das Ganze müsse schon auf höherer Ebene zusammengefasst werden. Zu diesem Zweck wolle der Konzern Technologie-Partnerschaften aufbauen und sich zudem nach externen Kapitalgebern umsehen.

„Der Bau von Zellwerken ist extrem teuer„, so Schmall. Bis zum Jahr 2030 will Volkswagen allein in Europa zusammen mit Partnern für einen zweistelligen Milliardenbetrag sechs neue Gigafactories für die Zellfertigung errichten. Laut Schmall reicht das, um mehr als fünf Millionen Pkws mit Batterien auszustatten. Möglicherweise braucht der Konzern aber noch zusätzliche Zellfabriken für seine Lkw-Sparte Traton.

Volkswagen bereitet zudem den Einstieg in das Geschäft mit Rohstoffen vor, die für die Zellfertigung benötigt werden. „Wir als Volkswagen wollen auf den Fahrersitz und das operative Geschäft mit den neuen Fabriken steuern„, so Schmall weiter. Zudem müsse VW ein Modell der Zusammenarbeit mit großen Zellen-Herstellern aus Asien finden, das ausreichend Spielraum biete. „Wir wollen Zellen selbst herstellen, wollen zugleich aber auch Zellen von außen beziehen.“

Da helfe natürlich die Größe des Volkswagen-Konzerns. Schmall: „Mit unseren zwölf Marken und jährlich zehn Millionen Fahrzeugen können wir stärker auftreten.“ Außerdem werde der Markt für Batterien so groß, dass damit auch zusätzlicher Raum für einen Autohersteller wie Volkswagen entstehe. „Allein für Europa brauchen wir sechs neue Gigafactories bis zum Jahr 2030, für die gesamte Branche sind es ungefähr 30 Fabriken.“ Von jetzt an müssten also jedes Jahr drei neue Zellfabriken gebaut werden.

Bei allen Aufgaben der Transfornmation schaffe E-Mobilität aber Arbeitsplätze, so Schmall. In den deutschen Motoren- und Getriebefabriken von VW werde die Zahl der Arbeitsplätze trotz der Umstellung auf den Elektroantrieb bis zum Jahr 2025 ungefähr konstant bleiben. Aktuell arbeiten dort etwa 21.000 Menschen.

Große Hoffnungen setzt der VW-Konzern in die Entwicklung einer neuen Generation von Feststoffzellen, die die Wolfsburger mit ihrem US-Partner Quantumscape betreiben. Feststoffzellen sollen die Reichweite von Elektroautos in der Zukunft deutlich erhöhen. Schmall: „Wir gehen davon aus, dass wir 2025 oder 2026 die ersten Pilotanlagen für die Serienfertigung sehen.“

Quelle: handelsblatt.de – „Wir schließen zunächst nichts aus“

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

Tobias Stahl  —  

Kurz vor Beginn der Tarifrunde hat IG Metall 175.000 Beschäftigte mobilisiert. IG-Metall-Chefin Benner wirft den Auto-Vorständen strategisches Versagen vor.

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Daniel Krenzer  —  

Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen fordern mehr Schutz für die Automobilindustrie, günstigeren Ladestrom und flexiblere CO₂-Vorgaben.

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

Tobias Stahl  —  

Europäische Hersteller könnten bis 2030 rund ein Viertel des hiesigen Markts für schwere E-Lkw an Hersteller aus China und den USA verlieren, warnt T&E.

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

Sebastian Henßler  —  

Der VDA erwartet bis 2035 den Verlust von 125.000 weiteren Autojobs in Deutschland und verweist auf hohe Energiekosten sowie fehlende Reformen.

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

Tobias Stahl  —  

Kurz vor einem geplanten Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping sorgt US-Präsident Trump mit überraschender Offenheit für Kritik aus Reihen der US-Hersteller.

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Michael Neißendorfer  —  

Expertinnen und Experten von 50 Organisationen aus Afrika gestalten Strategien für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem.

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Michael Neißendorfer  —  

In Bezug auf die Aussichten der deutschen Automobilindustrie geben sich mehr als 500 Manager alles in allem recht pessimistisch.