VDA-Chefin Müller beharrt auf E-Fuels

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Wolfgang Plank
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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) macht sich weiterhin für den Einsatz von E-Fuels stark. Das geht aus einem aktuellen Positionspapier hervor. Das Paket „Fit for 55“ müsse Grundlage für einen Dreiklang aus Innovationen, Investitionen und Infrastruktur für ganz Europa sein, forderte VDA-Chefin Hildegard Müller. „Entscheidend ist, dass die europäische Klimapolitik zugleich Wachstums- und Wohlstandsmotor wird und Arbeitsplätze schafft.

Kurzfristig komme es darauf an, in ganz Europa schnell die Voraussetzungen für einen Erfolg der E-Mobilität zu schaffen, so Müller. Die EU-Kommission solle das Paket am 14. Juli dafür nutzen, einen klaren Fahrplan mit konkreten Zielen und Plänen zur Umsetzung einer europaweiten Infrastruktur bei Ladesäulen vorzulegen. „Nur mit diesen Maßnahmen ist die Klimapolitik der EU glaubwürdig„, so Müller. Zudem sei klimaneutraler Strom Voraussetzung dafür, dass Europas Autofahrer auf E-Mobilität vertrauen.

Einmal mehr mahnte Müller Technologie-Offenheit an: Um auch den CO2-Ausstoß der existierenden Fahrzeuge weiter reduzieren zu können, würden neben dem Hochlauf der E-Mobilität auch Biokraftstoffe und E-Fuels gebraucht. „Wir werden 2030 noch viele Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren auf den Straßen haben – weltweit rund 1,5 Milliarden – und allein in Europa 421 Millionen! Die müssen möglichst klimaneutrale Kraftstoffe tanken können, so früh wie möglich„, so die VDA-Präsidentin. Nur mit beidem – Strom und Kraftstoffen aus nachhaltigen Quellen – könnten die gemeinsamen Ziele erreicht werden. Die EU-Kommission solle daher eine Quote von 30 Prozent für erneuerbare Kraftstoffe im Jahr 2030 vorgeben.

Mittelfristig solle der Verkehrssektor schrittweise in den EU-Emissionshandel einbezogen werden, fordert Müller. Marktwirtschaftliche Instrumente spielten bei der Erreichung der Klimaziele derzeit eine viel zu geringe Rolle. Nur so sei es aber möglich, den Ausstoß von Treibhausgasen innerhalb der EU volkswirtschaftlich effizient zu minimieren.

Ein Enddatum für bestimmte Motoren sowie direkte oder indirekte Verbote lehnt der VDA weiterhin entschieden ab. Alle Technologien würden gebraucht. Die Sicherung von Arbeitsplätzen sei auch eine industriepolitische Gestaltungsaufgabe. Für ganz Europa und für viele Regionen. Zudem müsse die EU-Kommission auch stets im Blick haben, dass Mobilität ein Grundrecht sei – und essenziell für die soziale Teilhabe. Müller: „Wir haben Verantwortung für das Klima, aber auch für die Beschäftigten und ihre Familien.“

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 28. Mai 2021

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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