VW-Leak: Interner Vergleich des VW ID.4 mit Tesla Model Y

Tesla Model Y vs. Volkswagen ID.4 GTX – Duell der Mittelklasse Elektro-SUVs

Copyright Abbildung(en): Collage - Volkswagen AG / Christopher Lyzcen / Shutterstock.com

VW hat mit dem ID.4 GTX eine sportlichere Variante des ID.4 vorgestellt, von dem sich die Marke viel verspricht. Und obwohl der Verkauf erst im Sommer so richtig losgeht, lohnt sich schon jetzt ein Vergleich mit dem direkten Konkurrenten aus dem Hause Tesla: dem Model Y.

Wir beginnen dort, wo ein Elektroauto in der Regel am meisten für sich werben kann: bei der Technologie. Bisher lag US-Autobauer Tesla hier stets weit voraus, doch so langsam holen die etablierten Hersteller auf. Auch Traditionshersteller VW? Ein Blick auf die Reichweite offenbart nur einen geringen Unterschied zwischen ID.4 GTX (480 km) und Model Y (505 km). Dafür bringt dieses mit 345 PS spürbar mehr Leistung als der Volkswagen (299 PS) auf die Strecke. Daraus resultieren auch die zügigere Beschleunigung:

• Tesla Model Y: 5,1 s von 0 auf 100
• VW ID.4 GTX: 6,2 s von 0 auf 100

sowie die höhere Maximalgeschwindigkeit:

• Tesla Model Y: 217 km/h
• VW ID.4 GTX: 180 km/h

Beide Fahrzeuge arbeiten mit dem Dualmotor-Prinzip, dass heißt sie verfügen über zwei Elektromotoren und Allradantrieb. Wenn man von Technologie spricht, darf man heutzutage aber nicht nur auf die Hardware schauen, sondern muss auch die Software betrachten. Diese ist vor allem bei Elektroautos ein entscheidender Punkt, denn über die Software wird zum Beispiel das Batteriemanagementsystem gesteuert und Daten über die Batterienutzung gesammelt und den Akkuzustand gesammelt.

Die Software ersetzt auch mechanische Funktionen, die es in konventionellen Verbrennern gibt, wie das Sperrdifferenzial. Die Software ist also ein essenzieller Aspekt aller Elektroautos und hat Einfluss auf Reichweite, Effizienz und Funktionalität. Genau hier wird die Dominanz von Tesla wohl am deutlichsten: Die Software des kalifornischen Autoherstellers, – der sich auch als Software-Unternehmen sieht, – ist der deutschen in sämtlichen Punkten klar überlegen und wird es wohl auch noch einige Jahre bleiben.

In Sachen Technik konnte VW seinem Konkurrenten also nicht gefährlich werden. Doch wie sieht es mit dem Platzangebot aus? Auch hier überzeugt das Model Y: Mit umgeklappten Sitzen kommt der GTX auf 1575 Liter Gepäckvolumen, der Kofferraum des Model Y schafft trotz flacherem Heck 1900 Liter.

Beim Thema Innenraum folgt sogleich der nächste Punktsieg für das Model Y: Obwohl das Interieur des ID.4 GTX etwas länger ist, wirkt es insbesondere im Cockpit verbauter und weniger geräumig. Außerdem erweckt das viele Plastik einen billigen, nicht zeitgemäßen Eindruck. Das schlichte, aber hochwertige Design des Tesla, das wie alle Modelle der Marke im Wesentlichen aus einem einzigen 15-Zoll-Display besteht, kommt ihm hier zugute. Dazu kommt, dass die Amerikaner eine optionale 3. Sitzreihe anbieten, die das Fahrzeug zum 7-Sitzer macht. Zwar leidet darunter die Kofferraum-Kapazität des Model Y, da man die Sitze aber ganz einfach umklappen kann, hält sich das Problem in Grenzen.

Das Tesla Model Y ist als Kompakt-SUV im Prinzip ein höher gelegtes Model 3 – und genau so sieht es auch aus. Es ist unverwechselbar ein Tesla, der visuell irgendwo zwischen Model 3 und dem großen Bruder Model X anzusiedeln ist. Im Kontrast dazu steht der ID.4 GTX, der zwar auch erkennbar ein VW ist, aber kein direktes „Vorbild” hat. Demzufolge handelt es sich bei dem Wolfsburger um ein Neudesign mit bulliger, dominanter Front und ansonsten eher unaufgeregter, klassischer Kompakt-SUV Ästhetik.

Bei so viel Überlegenheit erwartet man einen deutlich höheren Preis für das Model Y, – doch den findet man nur bedingt. 58.620 Euro will Tesla für das E-Auto haben, etwa 8.000 Euro mehr als VW, deren ID.4 GTX bei 50.415 Euro startet.

Der Angriff auf Tesla ist VW mit dem ID.4 GTX nur mäßig gelungen. Da der ID.4 schon jetzt bestellbar ist, wird sich bis zum Verkaufsstart am Auto voraussichtlich auch nichts mehr signifikant ändern. Das Model Y ist in sämtlichen Aspekten überlegen, hat dafür aber auch einen höheren Preis. Die Empfehlung geht hier dennoch Richtung Tesla.


Über den Autor: Verfasst wurde der Artikel von Moritz Kopp, Herausgeber von insideTesla.de

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Fahre nur Deutsche Autos. Die Amy Kisten können mich. Eines ist sehr traurig, dass VW die Autos in Amerika billiger verkaufen als bei uns in Deutschland und Österreich.

Mir sind folgende Dinge an einem E-Auto wichtig:

  • Vier Jahre Garantie
  • Keine Pflicht für regelmäßige Wartung und trotzdem Garantie
  • gutes Fahrverhalten mit „one-Pedal-driving“
  • kostengünstige und einfach zu handhabende Ladeinfrastruktur
  • Updates (OTA)
  • funktionierendes Navi ohne jährlich Updates bezahlen zu müssen
  • hoher Wiederverkaufswert
  • dass der Service zu mir nach Hause kommt und ich nicht hinfahren muss, falls nötig
  • lange Lebensdauer

Und deshalb habe ich ein Model 3.
Beim Model Y wird das nicht anders sein.

Last edited 11 Monate zuvor by bergfex

Kurz und kanckig kann man sagen, im Prinzip sind beide Autos vom preis her gleich. Keiner wird das Einstiegsmodel von vw kaufen, und das Einstiegs model y ist schon auf einem hohen Austattungsniveau.

entscheident für den kauf ist es ob das Auto immer zuhause geladen wird oder von unterwegs.

Bei 100% iger zuhause Ladung sind beide gleich.

Bei Ladung von unterwegs kann ich nur Tesla Empfehlen. Die Supercharger sind Gold wert. Die Software im Tesla berechnet diese Automatisch ein und gibt verbindliche realistische Reißezeiten an.
Bei unserer Urlaubsfahrt mit dem model 3 von Günzburg (Bayern), nach Triest (Italien) hatte er 2 ladestopps mit jeweils 15 und 18 Minuten geplant. Das ging relativ schnell da die Lader mit 150 kw /h laden können. Ein weiter Vorteil man steckt den Stecker ein und alles geht automatisch. Den Ladebetrag sieht man im Bildschirm und die Bezahlung geht automatisch ohne irgendwelche Karten oder sonstiges.

Deutlich überlegen… Das Interieur des ID4 wirkt auf mich in keinster Weise billig. Dieses ewige Stammtischgeschwurbel geht mir auf die Nerven. Was spielt das für eine Rolle, welcher eine Sekunde schneller ist oder ein paar Liter mehr Kofferraum hat. Soll doch jeder kaufen, was ihm gefällt. Ich hab mich für den GTX entschieden. Hat mir einfach am besten zugesagt. Seien wir einfach froh, dass die Auswahl steigt, anstatt das andere immer schlecht zu machen.

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