Second-Life-Speicher aus gebrauchten Audi-Akkus elektrifiziert Dörfer in Afrika

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Copyright Abbildung(en): Africa GreenTec

Audi setzt sich in einer neuen Partnerschaft für die nachhaltige Elektrifizierung afrikanischer Dörfer ein: Gemeinsam mit dem Sozialunternehmen Africa GreenTec zeigt der Autohersteller, wie Batterien aus dem Audi e-tron weiterverwendet werden können, um ländliche Regionen in Afrika in der Nacht mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen.

Die globale Energiewende schaffen wir nur gemeinsam mit der Industrie. Mit Audi haben wir einen hervorragenden Partner gewonnen, leistungsstarke und qualitativ hochwertige Batteriespeicher lange und sinnvoll einzusetzen“, sagt Torsten Schreiber, Vorstand und Gründer von Africa GreenTec.

Laut Prognosen werden allein die drei größten deutschen Automobilhersteller in diesem Jahr mehr als eine Millionen Elektroautos produzieren, und die Tendenz wird in Zukunft weiter steigen. Daher suchen Experten schon heute vermehrt nach sinnvollen Second-Life Anwendungen von Batterien aus Gebraucht- und Erprobungsfahrzeugen, um den ökologischen Fußabdruck weiter zu verbessern und die Akkus so lange wie möglich zu nutzen, bevor sie ins Recycling gehen. In den meisten Fällen sind die Lithium-Ionen Batterien nach ihrem Einsatz in einem Elektrofahrzeug noch sehr leistungsfähig und gut für den stationären Einsatz geeignet, selbst wenn sie für dynamische Anwendungen wie die Mobilität nicht mehr alle Kriterien erfüllen sollten. Forscher gehen bei Lithium-Ionen-Akkus von einer Lebensdauer von deutlich mehr als 20 Jahren aus.

Africa GreenTec, als Partner der Industrie, möchte mit der Innovationspartnerschaft zeigen, wie man Second-Life Batterien mit der eigenen Afrika-Expertise sinnvoll kombinieren kann. Der Zugang zu Strom ist der Anfang nachhaltiger Entwicklung und kann eine Wachstumsspirale mit vielen positiven Folgeeffekten in Gang setzen. Als Pionier nutzt Africa GreenTec bereits seit 2015 Lithium-Ionen Speicher in seinem Solartainer, um Dörfer in Subsahara-Afrika mit Strom zu versorgen. Ein intelligentes Stromnetz verteilt den Strom über ein PrePaid Tarifsystem und ermöglicht Datenanalysen sowie Fernwartung.

Africa GreenTec hat nun Audi als Partner gewonnen, um leistungsstarke Batterien aus Elektrofahrzeugen mit einer hohen Kapazität für die Elektrifizierung von Dörfern zu verwenden. „Audi freut sich, gemeinsam mit Africa GreenTec einen weiteren spannenden Anwendungsfall für Second-Life Speicher zu testen. Durch die hohen Audi-Qualitätsstandards sind unsere Hochvolt-Batterien bestens für die besonderen klimatischen Bedingungen vor Ort geeignet. Neben Nachhaltigkeit und technischen Aspekten spielen bei dieser Kooperation aber auch soziale Aspekte eine wichtige Rolle„, sagt Hagen Seifert, Leiter Nachhaltige Produktkonzepte bei Audi. Durch die neue Partnerschaft und Forschungskooperation kommen im Rahmen eines Pilotprojektes Batterien aus Erprobungsfahrzeugen zum Einsatz. Mittelfristig möchte Africa GreenTec die Partnerschaft mit Audi ausbauen und insgesamt mindestens 50 Dörfer in der Sahelzone mit Second-Life Batterien aus der E-Mobilität ausrüsten. Die Batterien werden nach dem Einsatz für ein umfassendes Batterierecycling an Audi zurückgegeben.

Neben der Nachhaltigkeitskomponente in der Partnerschaft sieht Africa GreenTec großes Potenzial in der Möglichkeit, die Produktionskosten der Solartainer zu senken und den Strom günstiger zu speichern. Ein wichtiger Schritt, um die Wirkung und Skalierung des Sozialunternehmens weiter voranzutreiben. Das Unternehmen verzichtet seit der Gründung komplett auf den Einsatz von Dieselgeneratoren in allen Projekten und setzt auf Lithium-Ionen-Batterien für die Versorgung in der Nacht.

Der Solartainer ist das Kernelement der Africa GreenTec ImpactSites. Die ImpactSite demonstriert, wie Technologielösungen Menschen befähigen, ihre Zukunft nachhaltig und selbstbestimmter zu gestalten sowie Chancen auf neue Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten wahrzunehmen. Kühlketten und Wasseraufbereitung ermöglichen dabei einen besseren Umgang mit den Wetterfolgen des Klimawandels – und all diese neuen Perspektiven können Migrationsbewegungen entgegenwirken.

Quelle: Africa GreenTec – Pressemitteilung vom 28.10.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Dann hoffen wir mal, dass die Batterien nach dem 2nd Life wirklich im Recycling landen und nicht irgendwo auf einem großen Müllhaufen abgebrannt werden, wie das in Afrika häufig der Fall ist.

Bei der erwartbaren Nachfrage sorgen die Rohstoffpreise dafür, das Recycling gemacht wird.

seit wann baut Audi Elektro Autos ??? Und jetzt schon müssen die alte Akkus unter dem Deckmantel „Second-Life“ nach Afrika entsorgen ? Das kommt wohl noch viel dicker.
Überall schießen Batteriewerke aus dem Boden aber von neuen Recycling Werken hört man nix.

Die Menschen lassen sich halt leichter täuschen wie von der Täuschung überzeugen.

Das sind Batterien aus Prototypenfahrzeugen, die haben ganz andere Belastungen als die im Verkauf, als Beispiel beim etron wurde mit 200 kw von 0 bis 90% geladen. Und mit über 200 auf der Autobahn wieder entladen. Die Batterien haben eine Lebensdauer von ca. 4 Jahren bis sie unter 80% Kapazität sinken. Und Werke für Batterie-Recycling braucht man erst 10-20 Jahre später.

Und das sind jetzt wie viele Batterien? Für ein 100 Stück aus dem Test so eine Story zu basteln ist mehr als …. 😉

Steht doch sogar im Text das diese von Erprobungsfahrzeugen stammen. Also 2011 gabs den A1 etron und 2015 den R8 etron.

Ich frage mich, ob es nicht günstiger und umweltfreundlicher wäre, wenn die Afrikaner direkt aus China, also ohne Umweg über Europa, neue günstige LFP-Batterien beziehen würden, dann hätten sie nicht nur „Secondlife“, sondern auch noch das „Firstlife“ dazu.

Ein PR Gag der von Audis „Vorsprung durch Technik“ (lach) ablenken soll. In der Tat handelt es sich hier eher um eine Billigentsorgung.

Vielleicht solltest du mal deinen Riechdetektor kalibrieren lassen.

Es ist wie immer, das Haar in der Suppe findet man immer. Wie man anhand der Kommentare hier leicht erkennt. Auch wenn das stark nach PR klingt, zeigt es doch was möglich ist.

Aber eben, wenn man keine Lösungen hat geht meckern um einiges leichter. Oder welche Lösungen schlagen denn die Herren Marco, Tobi und Richard vor? Weiterhin Fossile Brennstoffe verpuffen?

Oder der Afrikanischen Bevölkerung (Neokolonialismus) Solarzellen vor die Nase bauen um daraus Wasserstoff zu erzeugen der dann mit riesigem Aufwand und grossen Verlusten zu uns gelangt?

Auf das wir grüngewaschen weiterhin unseren Hunger nach immer mehr Energie stillen können. Zum Teufel, was kümmert und schon Afrika! Die sollen schön brav dort bleiben und sich mit den von uns für Erdöl gelieferten Waffen gegenseitig die Köpfe einschlagen.

Könnte auch schön so weitergehen mit dem ach so tollen Wasserstoff. Ihr liefert Wasserstoff, einige verdienen sich eine goldene Nase an den nach Energie blöckenden Schafen und wir liefern Euch weiterhin Waffen und Geld für korrupte Scheichs. Alles wunderbar.

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