Analyst: Europa wurde beim E-Auto-Absatz in 2020 den Erwartungen gerecht

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Analyst: Europa wurde beim E-Auto-Absatz in 2020 den Erwartungen gerecht

Ende 2020 war mit einem Schlussspurt in puncto Elektroauto- und Plug-In-Hybrid-Absatz zu rechnen. Doch wie es dann gekommen ist, dass war nicht vorhersehbar. Eine Zulassungsoffensive der ganz besonderen Art hat dazu geführt, dass in 2020 727.927 Elektroautos sowie 606.466 Plug-In-Hybride in Europa zugelassen wurden. Beides wichtige Pfeiler für die Automobilindustrie zur Erreichung der auferlegten CO2-Flottenziele.

Bezeichnend ist hierbei die Tatsache, dass jeder achte (12,4 Prozent Marktanteil) PKW auf Europas Straße entweder ein PHEV oder reines Elektrofahrzeug war. Dies gepaart mit der Tatsache, dass im vergangenen Jahr, aufgrund von Covid-19, der geringste Absatz von PKW-Markt seit 1985 stattfand, führte dazu, dass BMW, PSA, Renault und Daimler ihre CO2-Ziele erreicht haben. Nach Angaben des Volkswagen Konzern habe der in Wolfsburg ansässige deutsche Hersteller sein CO2-Ziel um 0,5g/km verfehlt. Noch Ende Dezember fiel der Ausblick auf eine Verfehlung der CO2-Ziele höher aus, zum damaligen Zeitpunkt war die Rede von 1g/km.

Sicherlich wäre das Ergebnis bei VW noch besser ausgefallen, wenn der ID.3, VWs erster Stromer auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB) früher auf den Markt gekommen wäre. Erst im September eingeführt wurde er noch 2020 an 56.500 Kunden übergeben. Insgesamt konnte VW PKW rund 212.000 elektrifizierte Volkswagen in Kundenhand übergeben, davon rund 134.000 Elektroautos.

Betrachtet man den Dezember 2020 für sich alleine, zeigt sich, dass gar jede vierte PKW-Zulassung eine Form der Elektrifizierung aufgewiesen hat. Für 2021 darf laut Automobil-Analyst Matthias Schmidt aus Berlin davon ausgegangen werden, dass sich der Markt ähnlich dynamisch wie im Vorjahr entwickelt. Wenn auch mit einer leicht reduzierten Wachstumsrate. Die gesamte Flotte des Herstellers wird 2021 auf den Flottendurchschnitt angerechnet und der Wert der angebotenen Superkredite wird reduziert (falls die Hersteller noch etwas von ihrer begrenzten 7,5g/km Menge übrig haben, verteilt über drei Jahre). Zur Erläuterung: Betroffen sind von den Superkrediten Fahrzeuge, die weniger als 50g CO2 pro Kilometer emittieren, werden beim Flottenverbrauch 2020 beispielsweise doppelt gezählt, im Jahr 2021 noch 1,66-fach und 2022 noch 1,33-fach – begrenzt auf 7,5g/km. Danach bekommt man keine Superkredite mehr.

Schmidt bezeichnet 2021 als Galaveranstaltung der E-Mobilität, nach dem 2021 die „Pressevorschau“ auf das war was in puncto E-Antrieb möglich scheint. Der Analyst geht zudem davon aus, dass der Anteil von E-Fahrzeugen auf 8,5 Prozent Marktdurchdringung ansteigen wird. Dies ist mit 1,045 Millionen Einheiten in einem sich erholenden westeuropäischen Pkw-Gesamtmarkt von 12,3 Millionen Einheiten gleichzusetzen. Dazu kommen PHEVs, welche entscheidend zur Einhaltung der Vorschriften beitragen werden, besonders für Premiumhersteller. Somit wird laut seiner Analyse der PHEV-Markt 2021 voraussichtlich 15,5 Prozent des Marktes ausmachen, was 1,907 Millionen Einheiten entspricht.

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 12.2020 Full Year

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Ich weiss nicht, warum immer auf die PHEV‘s kapriziert wird. Das machen nur Hersteller, die BEV nicht können. Ein paar elektrische Fensterheber einbauen, macht noch keinen Mild-Hybrid. Bei mir steht PHEV für Prä Historisches Elektrifiziertes Vehikel.

Ich weiss nicht, warum immer auf die PHEVs [sp!] kapriziert wird. Das machen nur Hersteller, die BEV nicht können.

Ja, das ist doch einfach 🙂
U.a. bieten Zulieferer doch – notfalls mit nur ganz kleinen Änderungen in die bisher schon gebauten, ggf. betagten Verbrennerkonstruktionen – einbaubare Hybrid-„Umbau-Sätze“ an!

Ein Beispiel:
https://www.zf.com/products/de/cars/products_34949.html

Nur 30 Millimeter zusätzlicher Bauraum im Vergleich zum Standardgetriebe

… und schon geht das Geldverdienen weiter und der Grünanstrich mit PHEVs los! 🙁

PHEV ist viel schwieriger als BEV.
Ich bastle selbst problemlos ein fahrbares BEV. Ich habe aber null Chancen, ein funktionierendes PHEV zu bauen.
Man sieht ja auch, wie die BEV-Hersteller wie Pilze aus dem Boden spriessen. Jeder bessere Karosserie-Spengler beginnt mit der Produktion eines kleinen BEV-Lieferwagens für irgend eine Nische.

PHEV ist viel schwieriger als BEV.

Ich bastle selbst problemlos ein fahrbares BEV. Ich habe aber null Chancen, ein funktionierendes PHEV zu bauen.

<Pffft…>, hättest Du den Link in meiner Antwort auf J.B. und das dort befindliche Video angesehen, wäre Dein Umbau ja schon fertig!:

Altes Getriebe raus, neues (fast?) bauraumneutral rein, dann noch etwas Steuerelektronik unter die Rücksitzbank, Akkupaket für minimale E-Reichweite schwupps in den Kofferraum, ein wenig verkabeln – schon fertig! Ja, ein passendes „Altfahrzeug“ hat auch ZF vorausgesetzt – aber die wissen ja eh, wo ihre bisherigen Getriebe schon drin sind …

Zum großen Glück fehlt dann nur noch das begehrte E-Kennzeichen und schon kannst Du Dir gaaanz leicht auch – z.B. im Hamburger Stadtzentrum – einen kostenlosen LadeParkplatz schnappen und gut 2 Stunden dort ganz legal und mit grünem Gewissen den Ladeanschluß belegen

Last edited 1 Monat zuvor by Wolfbrecht Gösebert

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