CO2-Einhaltung gesichert – Regierungen helfen Ziele in 2020 zu erreichen

CO2-Einhaltung gesichert - Regierungen helfen Ziele in 2020 zu erreichen

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Zuletzt haben wir im April einen Blick auf die Einhaltung/ Überschreitung der CO2-Flottenwerte in 2020 in Europa geworfen: „Frankreich dominiert Europa in puncto E-Auto Absatz und CO2-Werte“. Seit dem hat sich einiges getan. Matthias Schmidt, Automobil-Analyst, zeigte uns bereits im April 2020 auf, dass die Elektroauto-Zulassungszahlen in Europa in 2020 eher rückläufig sein werden. Im Rückblick betrachtet war zumindest noch das erste Quartal 2020 positiv geprägt, insbesondere im Vergleich zum Weltmarkt entwickelte sich der europäische Elektroautomarkt positiv. Im April kam dann ein erster Einbruch.

Europas E-Automarkt wächst gegen den Trend

Betrachtet man hingegen den europäischen Elektroautomarkt im Mai 2020 zeigt sich, dass man sich trotz Corona-Krise um die 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau befindet. Dies ist insofern als positiv anzusehen, da der gesamte PKW-Markt im gleichen Zeitraum ein negatives Wachstum von -57,2 Prozent verzeichnen musste. Dies führt dazu, dass der Anteil an reinen E-Autozulassungen am Gesamtmarkt auch im Mai über vier Prozent lag – die Prognose für das Gesamtjahr 2020 wird mit 5 Prozent E-Auto-Anteil am Gesamtmarkt angegeben.

Getrieben durch eben diese CO2-Flottenwerte, welche Hersteller zu erfüllen haben ging Schmidt bereits in der Vergangenheit davon aus, dass die Automobilhersteller 2020 ihre CO2-Ziele erreichen. Er gab in einem seiner früheren Berichte zu verstehen, dass das Elektroauto-Volumen in Europa von 335.000 Einheiten im Jahr 2019 auf über 700.000 ansteigen wird. Mittlerweile hat er diese Aussage korrigiert auf 556.000 E-Autozulassungen. Eine Reihe von wichtigen Anpassungen sowohl beim privaten Kauf als auch bei den steuerlichen Anreizen für Elektroautos und Plug-In-Hybride werden dazu beitragen, dass in diesem Jahr die CO2-Konformitätsziele erreicht werden. Insbesondere die Hauptmärkte Frankreich und Deutschland, als auch Großbritannien werden ihren Teil dazu beitragen.

Frankreich, Deutschland und Großbritannien treiben E-Auto-Absatz in 2020

Der Automobil-Analyst geht davon aus, dass diese drei Märkte den E-Auto-Absatz in 2020 massiv bestimmen und treiben werden und somit die Rolle vom ehemaligen E-Automarkt-Führer Norwegen übernehmen. Die deutsche Regierung kündigte ihre Absicht an, den staatlichen Beitrag für elektrifizierte Fahrzeuge bis Ende 2021 zu verdoppeln. Die Erhöhung entspricht der höchsten privaten Kaufsubvention für Elektroautos, die von 6.000 € auf 9.000 € für Fahrzeuge unter 40.000 € (vor Steuern) steigt. Dies sind 2.000 € mehr als die höchste in Frankreich verfügbare Subvention für Fahrzeuge bis 45.000 €. Mit einer zusätzlichen Abwrackprämie von 5.000 € erhöht sich dieser Betrag jedoch auf 12.000 €.

Notwendig sind diese hohen Subventionen, da die Volkswirtschaft beider Länder stark durch die Automobilindustrie bestimmt wird. Des Weiteren wolle man sicherstellen, dass die heimischen Hersteller die CO2-Vorgaben einhalten können, um in diesen eh schon fragilen Zeiten verheerende Strafen zu entgehen. Das Ziel von Bundeskanzlerin Merkel, bis Ende 2021 eine Millionen elektrifizierte Fahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen, scheint wohl eher nicht erreichbar. Ende Mai lag das Volumen bei knapp über 0,3 Millionen Einheiten.

Wachstumsboom wird nicht erwartet

Trotz Subventionen und Unterstützung vonseiten der Politik sollte man nicht davon ausgehen, dass das E-Auto-Volumen für 2020 wesentlich ansteigt. Was auch daran liegt, dass etablierte Hersteller wahrscheinlich eine Reihe von Auslieferungen bis 2021 zurückhalten werden, was zu langen Lieferzeiten führen wird. Die Reduzierung des Angebots bis 2021 wird den Automobilhersteller helfen, die strengeren CO2-Ziele für 2021 zu erreichen. Im vergangenen Monat hat ŠKODA beispielsweise die Einstiegsvarianten seines Citigo EV in Deutschland entfernt und bietet jetzt nur noch die Version mit der höchsten Spezifikation an.

Derzeit darf davon ausgegangen werden, dass insbesondere die Verschiebung von Bestellungen ins kommende Jahr dazu führen wird, dass chinesische Automobilhersteller leichter in Europa Fuß fassen werden; da diese nicht direkt von den CO2-Vorgaben getroffen sind. Auch Tesla wird seinerseits von der steigenden Nachfrage und der taktischen Zurückhaltung europäischer Hersteller profitieren. Da diese den Absatz der eigenen E-Fahrzeuge sicherlich nicht drosseln werden.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence Edition 05.2020

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2 Antworten

  1. Weil in Europa einige der hochmögenden Manager geschlafen haben, sind nun die Subventionen nötig – notabene aus Steuergeldern. Zugespitzt: Die Dame aus dem Coiffeur Salon rettet den CEO’s den Kopf.

  2. Richtig gesehen. Da hätte die Bürger anders wählen müssen.
    Wenn Unternehmen mit Stellenabbau, Verlagerung… drohen, haben diese Unternehmen schon länger einen Plan.
    Ein Mehrwert ist da nicht zu erwarten.

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