Volkswagen-Konzern baut Elektroauto-Produktion weltweit massiv aus

Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender Volkswagen AG, und Frank Witter, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Finanzen und Controlling, am SEDRIC

Die „Roadmap E“ nimmt Fahrt auf, der Volkswagen Konzern setzt den Wandel zur Elektromobilität mit voller Kraft um: Bis Ende 2022 sollen an 16 Standorten weltweit batterieelektrische Fahrzeuge produziert werden. Das hat Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, auf der Jahrespressekonferenz des Konzerns in Berlin angekündigt.

Aktuell werden im Konzern an drei Standorten E-Fahrzeuge produziert, bereits in zwei Jahren sollen dafür neun weitere Werke des Konzerns gerüstet sein. Um für den massiven Ausbau der umweltfreundlichen Elektromobilität die Batteriekapazitäten zu sichern, wurden bereits Partnerschaften mit Batterieherstellern für Europa und für China vereinbart. Die bisher beauftragten Umfänge belaufen sich auf ein Volumen von rund 20 Millarden Euro. Für Nordamerika steht die Lieferantenentscheidung kurz bevor.

Wir haben in den vergangenen Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die ‚Roadmap E‘ zügig und entschlossen umzusetzen“, erklärte Konzernchef Müller in Berlin. Volkswagen hatte im vergangenen Herbst mit seiner „Roadmap E“ angekündigt, bis zum Jahr 2025 bis zu drei Millionen Elektroautos pro Jahr zu bauen und 80 neue elektrifizierte Konzernmodelle auf den Markt zu bringen. Zu den acht E-Autos und Plug-In-Hybriden, die der Konzern bereits im Programm hat, kommen bereits im laufenden Jahr neun weitere neue Fahrzeuge hinzu – davon drei reine E-Fahrzeuge.

E-Modelloffensive „fast im Monatsrhythmus“

Einige Neuheiten aus dem Konzern wurden vergangene Woche auf dem Autosalon in Genf vorgestellt, etwa der Audi e-tron, der Porsche Mission E und mit dem I.D. Vizzion ein weiteres Mitglied der Volkswagen I.D.-Familie. Ab 2019 gehe es dann bei der E-Modelloffensive „fast im Monatsrhythmus“ weiter, sagte Müller: „Über alle Marken und Regionen hinweg wollen wir auf diese Weise schon in wenigen Jahren die weltweit größte Elektro-Flotte auf die Straße gebracht haben.

Der Vorstandsvorsitzende betonte aber, dass dies nicht die Abkehr von konventionellen Antrieben bedeute. Der moderne Dieselantrieb sei – auch mit Blick auf den Klimaschutz – Teil der Lösung, nicht das Problem. „Wir investieren kraftvoll in die Mobilität von morgen – aber ohne die aktuellen Technologien und Fahrzeuge zu vernachlässigen, die noch für Jahrzehnte eine wichtige Rolle spielen werden“, sagte Müller. „Allein 2018 fließen fast 20 Milliarden Euro in unser konventionelles Fahrzeug- und Antriebsportfolio; über die nächsten fünf Jahre sollen es in Summe über 90 Milliarden Euro sein.

Das wichtige Zukunftsthema „Digitalisierung“ treibt im Konzern ein eigener Vorstandsausschuss unter der Leitung von Konzernchef Müller voran. „Die Zukunft der Mobilität gewinnt langsam Konturen, genauso wie die künftige Gestalt des Volkswagen Konzerns“, so Müller. Bestes Beispiel dafür sei der SEDRIC, mit dem der Volkswagen Konzern die Potenziale des vollautonomen Fahrens erstmals gezeigt hat. Der im Konzern entworfene SEDRIC werde künftig „bei einer unserer Konzernmarken in Richtung Serie weiterentwickelt“, kündigte Müller an.

Wandel werde „von Tag zu Tag konkreter, sichtbarer, erlebbarer“

Der 2016 auf den Weg gebrachte Wandel des gesamten Konzerns werde „von Tag zu Tag konkreter, sichtbarer, erlebbarer“, so Müller. Mit TOGETHER – Strategie 2025 sei genau der Ruck durch das Unternehmen gegangen, den es bei Volkswagen gebraucht habe. „2017 war ein exzellentes Jahr für den Volkswagen Konzern und seine Marken. Wir sind wieder in der Offensive – und wir werden es weiter bleiben“, betonte der Vorstandschef. Das gelte insbesondere für die Elektromobilität.

Schon jetzt zahle sich die Neuausrichtung im gesamten Konzern aus. „Wir sind finanziell robust und strategisch richtig aufgestellt“, so Müller. „Bei uns ist viel in Bewegung gekommen. Und wir haben noch sehr viel vor. Der Tanker Volkswagen hat seine Richtung geändert. Kurs: Zukunft!

Für den Wandel ist der Volkswagen Konzern finanziell gut gerüstet. Trotz hoher Milliardenabflüsse durch die Dieselkrise lag die Nettoliquidität Ende 2017 mit 22,4 Milliarden Euro weiter auf einem sehr soliden Niveau.

Kennzahlen 2017: Starkes Ergebnis trotz Dieselthematik

Das Geschäftsjahr 2017 hat der Volkswagen Konzern erfolgreich abgeschlossen. Bei fast allen wesentlichen Kennzahlen wurden Rekordwerte erzielt, allen voran bei den ausgelieferten Fahrzeugen: 10,7 Millionen Kunden weltweit – mehr als je zuvor – haben sich im letzten Jahr für ein Modell einer Konzernmarke entschieden. Darin enthalten sind die Verkäufe der chinesischen Joint Ventures, die im Berichtsjahr 2017 (inkl. Hongkong und Importe) 4,2 Millionen Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert haben. Das waren 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Auch der Konzernumsatz stieg 2017 auf eine Bestmarke. „Die Umsatzerlöse des Konzerns lagen mit 230,7 Milliarden Euro um 6,2 Prozent über dem Vorjahreswert, damit haben wir einen neuen Rekordwert erzielt„, erläuterte Finanzvorstand Frank Witter. Die operative Rendite vor Sondereinflüssen stieg von 6,7 auf 7,4 Prozent.

Für die Aktionäre der Volkswagen AG wurde ein Ergebnisanteil von 11,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Witter: „Vorstand und Aufsichtsrat freuen sich, den Aktionären eine Dividende je Stammaktie von 3,90 Euro und je Vorzugsaktie von 3,96 Euro vorschlagen zu können.“

Ausblick für 2018

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern, dass die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen Konzerns im Jahr 2018 den Vorjahreswert moderat übertreffen werden. Herausforderungen ergeben sich im laufenden Geschäftsjahr vor allem aus dem konjunkturellen Umfeld, der steigenden Wettbewerbsintensität, volatilen Wechselkursverläufen sowie der Dieselthematik. Zudem gilt in der EU ein neues, zeitlich aufwendigeres Testverfahren zur Bestimmung von Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoffverbrauchs bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (WLTP).

Erwartet wird, dass die Umsatzerlöse des Volkswagen Konzerns um bis zu fünf Prozent über dem Vorjahreswert liegen werden. Für das Operative Ergebnis wird mit einer operativen Rendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent gerechnet.

Quelle: Volkswagen – Pressemeldung vom 13.03.2018

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