Neuer Test für Batterien unterstützt Wertermittlung eines gebrauchten E-Autos

Neuer Test für Batterien unterstützt Wertermittlung eines gebrauchten E-Autos

Copyright Abbildung(en): shutterstock / 1489717943

Der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos nimmt Fahrt auf – und damit wird die Frage wichtiger, wie denn der Zustand der Batterie bewertet werden kann. Immerhin macht die bis zu 50 Prozent des Gesamtwertes eines E-Fahrzeuges aus. Der TÜV SÜD startet daher in Kooperation mit dem österreichischen Start-up Aviloo ein System zur Prüfung des sogenannten „State-of-Health“ (SoH), also des „Gesundheitszustandes“ der Batterie.

Individuelles Fahrverhalten, Anzahl der Gesamtlade- und Schnellladezyklen, Alter – das sind Faktoren, die den Zustand einer E-Auto-Batterie beeinflussen. Leider sieht man der Batterie nicht an, ob sie in ihrer bisherigen Nutzung gestresst wurde oder nicht, auch wenn die Batterieexperten von TÜV SÜD und Aviloo beteuern, dass die Antriebsbatterien wesentlich haltbarer sind als mancherorts erwartet. „Mit der Zustandsbewertung der Batterie sorgen wir ein Stück mehr für Nachhaltigkeit in der Mobilität„, erklärt deshalb Markus Gregor, Product Manager Battery Evaluation beim TÜV SÜD. „Die Bewertung des Batteriezustandes ist ein wichtiger Beitrag für die Wertermittlung und dient damit beiden – dem Käufer genauso wie dem Verkäufer„.

Wie es funktioniert

Der Kunde fordert online die Aviloo-Box an, ein Diagnosegerät, das mit der OBD-Schnittstelle des Fahrzeugs verbunden wird. Die Box kann ab April im TÜV SÜD-Service-Center am Konzernsitz in München abgeholt werden (nach vorheriger Online-Bestellung). Das Gerät sammelt während der folgenden Alltagsfahrten Daten aus dem Batteriesteuergerät, die aussagekräftig für den Zustand der Batterie sind. Auch sollte die Batterie mindestens einmal auf 100 Prozent ge- und auf etwa 10 Prozent entladen werden. Der Kunde wird mittels App durch den Test geführt. Die Daten werden direkt in die Aviloo-Battery Cloud gespielt, wo die Auswertung erfolgt. Das Diagnosegerät wird zurückgeschickt und innerhalb von zwei Werktagen wird die Bescheinigung per Mail übermittelt. Diese enthält eine prozentuale Angabe über den Zustand der Batterie, die als Verhandlungsbasis für die Wertermittlung der Batterie – und damit auch des Gesamtfahrzeuges – geeignet ist. Wolfgang Berger, CEO von Aviloo freut sich daher, dass „ab sofort auch Verbraucher und Unternehmen in Deutschland vom objektiv ermittelten Batteriezustand eines Elektroautos profitieren„.

Kosten

Normalerweise kostet der Check 99 Euro (Box und Bescheinigung). Für den Start gibt es zwei Sonderangebote: 49 Euro nur für die Bescheinigung und 99 Euro, wenn man das Ergebnis zusätzlich auch noch online mit einem Aviloo-Spezialisten besprechen möchte. Das Angebot gilt bis 04. Mai 2022.

Was tun bei ausgebauter Batterie?

Die Aviloo-Box ist ein sehr einfaches Verfahren, den SoH und damit den Wert einer Batterie zu ermitteln – sofern diese noch im Fahrzeug eingebaut ist. Schwieriger wird die Aufgabe, wenn die Batterie bereits ausgebaut ist und beispielsweise ihre Eignung als Second Life-Speichermedium – also für das Leben nach der Nutzung in einem E-Auto – ermittelt werden soll. Dann ist ein Zugriff auf das Batteriemanagement nicht mehr möglich – und wird von den Autoherstellern auch aktiv unterbunden. So werden jedoch viele Batterien bereits recycelt, obwohl sie noch nahezu 80 Prozent Gesamtkapazität aufweisen und deshalb als Speicher bestens geeignet wären. Der österreichische Prüfgerätespezialist AVL DiTest arbeitet daher an einem handlichen Analysegerät, das ebenfalls eine Bewertung der Batterie vornimmt – nur eben im ausgebauten Zustand.

Quelle: tuvsud.com – TÜV SÜD und Aviloo bieten Tests für Antriebsbatterien an

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Neuer Test für Batterien unterstützt Wertermittlung eines gebrauchten E-Autos“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
3 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

So, jetzt kommt dann einmal „Licht ins Dunkel der Batteriebox“ bin gespannt wie sich die Batterien diverser Autos hier schlagen werden – auch Unterschiede verschiedener Batteriehersteller oder bei unterschiedlicher Zellchemie wird sicher interessante Einblicke und Bewertungen bringen.

Time will tell ;-)

Ich bin der Meinung dass dies Europaïsch eingeregelt werden muss. Bevor man ein Auto verkauft muss eine unabhängige Instanz wie TüV oder Dekra ein Batterieattest abgeben, dann erst weis der Käufer ob die Batterie in Ordnung ist oder nicht.
Dieses Östereichische Apparat ist zu umständlich wenn man sein Auto verkaufen möchte oder einen Händler.
(Entschuldige die Rechtschreibfehler, bin Niederländer)

Diese News könnten dich auch interessieren:

Renault: Mehr Effizienz bei E-Auto-Produktion im Werk Douai
VW arbeitet „intensiv“ an günstigen E-Autos wie ID.2 und ID.1
So nachhaltig ist der Mercedes EQE

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).