EU-Rechnungshof: E-Autos haben bei der Antriebswende klar Vorrang

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Daniel Krenzer
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Die Europäische Union will bis 2050 klimaneutral werden, doch vor allem im Verkehrssektor gestaltet sich die Umsetzung des „Green Deal“ als schwierig. Der europäische Rechnungshof hat nun darauf hingewiesen, dass Autos nach wie vor viel zu viel CO2 ausstoßen. Wie unter anderem die Berliner Morgenpost auf Grundlage eines Berichts der Deutschen Presseagentur (dpa) berichtet, sieht die Behörde in alternativen Kraftstoffen wie E-Fuels oder HVO keinen ernstzunehmenden Baustein der Verkehrswende.

Ein wenig ernüchtert stellt der Rechnungshof demnach fest, dass die Autos in Europa trotz aller Ziele und Vorgaben nach wie vor so viel CO2 ausstoßen wie noch vor zwölf Jahren. Grund dafür sei, dass die Fahrzeuge trotz effizienterer Antriebe immer größer und schwerer geworden seien. Ab 2035 sollen in der EU eigentlich keine Pkw mehr neu zugelassen werden, die CO2-Emissionen abgeben. Angesichts des zuletzt schleppenden Elektroauto-Absatzes sei dies aber ein schwieriges Unterfangen.

HVO „keine glaubwürdige Alternative“

Vor allem sei es problematisch, dass viele europäische Elektroautos noch so teuer seien – und das, obwohl die Batterien als teuerstes Bauteil oft gar nicht in Europa selbst produziert werden würden. „Elektrofahrzeuge müssen die breite Masse erreichen“, fordert der Rechnungshof. Um dabei nicht zunehmend von Importen wie aus China abhängig zu werden, sollten sich die Automobilhersteller noch mehr auf die Entwicklung preiswerter Elektroautos fokussieren.

Außerdem sei die Ladeinfrastruktur innerhalb Europas noch sehr ungleichmäßig ausgebaut. 70 Prozent der Ladestationen befänden sich in lediglich drei EU-Mitgliedsstaaten: Frankreich, den Niederlanden und Deutschland.

Denjenigen, die parallel zum Hochlauf der Elektromobilität auf alternative Kraftstoffe wie HVO setzen wollen, erteilt der Rechnungshof eine Abfuhr. „Da sie nicht flächendeckend verfügbar sind, stellen Biokraftstoffe keine zuverlässige und glaubwürdige Alternative für Autos dar“, führt die Behörde aus. Zudem werde ihre Umweltfreundlichkeit überschätzt und die Importe schafften neue Abhängigkeiten. Zudem schreiben die Prüfer: „Es stellt sich die ethische Frage, ob die Erzeugung von Kraftstoffen Vorrang vor der Erzeugung von Lebensmitteln haben sollte.“

Quelle: Berliner Morgenpost – „EU-Rechnungshof: E-Autos müssen die breite Masse erreichen“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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