Hoher Wertverlust bei älteren E-Autos

Hoher Wertverlust bei älteren E-Autos

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Wer schön länger ein Elektroauto fährt und sich bald nach einem neuen umschauen möchte, könnte ein Problem haben. Obwohl man auf elektrisch betriebene Neuwagen aktuell bis zu einem Jahr wartet, ist der Kauf eines gebrauchten E-Autos für viele keine echte Alternative. Das hat eine Umfrage von Civey im Auftrag der Automobilwoche ergeben. Nur 29 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, ein gebrauchtes Elektroauto zu kaufen, während 55 Prozent das nicht tun würden. Nur die jüngere Generation ist etwas aufgeschlossener den Gebrauchten gegenüber. Der Wertverlust bei Elektroautos ist demnach schon nach wenigen Jahren enorm.

Schuld ist die mit den Jahren abnehmende Akku-Leistung. Ältere Modelle würden zudem auch bei konstanter Akku-Leistung deutlich schlechter im Leistungsvergleich abschneiden wie neue E-Autos, besonders in Sachen Reichweite und Akku-Lebensdauer, weil sich die Technik so schnell weiterentwickelt. Aktuell werden bereits Superakkus erprobt, die innovative Materialien enthalten und Reichweiten bis weit über 1.000 Kilometer ermöglichen sollen. Ein vor mehreren Jahren gekauftes Modell kann da natürlich nicht mithalten.

Neuere Modelle könnten nach Ansicht des ADAC noch deutlich bessere Preise im gebrauchten Zustand erzielen, wenn sie nach drei Jahren wieder verkauft werden. Die Restwerte älterer E-Autos seien hingegen „im freien Fall„, wie der Münchner Marktbeobachter Berylls bestätigt. Die ungleiche Behandlung von Neuwägen und Gebrauchten bei der Kaufprämie trage noch dazu bei, denn den Zuschuss erhält man nur für den Kauf eines neuen Autos. Abzüglich der Prämie würden Neuwägen mitunter gleich viel kosten wie gebrauchte.

Interessiert sich dennoch jemand für ein gebrauchtes Auto, ist der Zustand der Batterie oft ein großes Fragezeichen. Zu viele Schnellladezyklen und kapazitätsschädigendes Fahrverhalten sieht man ihr leider nicht von außen an. Mittlerweile gibt es aber beispielsweise mit dem österreichischen Start-up Aviloo einen Anbieter, der um wenig Geld einen unabhängigen Batterietest durchführt. Die kleine Box, die man zugeschickt bekommen, steckt man im Auto an, startet eine App und fährt die Batterie von 100 Prozent auf etwa 10 Prozent leer. Dann schickt man die Box zurück und erhält ein umfangreiches und übersichtliches Batteriezertifikat, das beim Verkauf sicher hilfreich ist.

Quelle: kreiszeitung.de – Stehen sich die Reifen platt: Preise für gebrauchte E-Autos „im freien Fall“

Über den Autor

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen.

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Ich denke, dass eher die Förderung für eine aktuelle Schieflage sorgt.

Für grob 21.500Euro bekommt man aktuell die Basis Zoe mit CCS Anschluss (inkl. Förderung).

Guckt man auf Mobile.de dann kostet eine Zoe von 2013 mit gekaufter Batterie so 8.000 – 9.000Euro. Ein Batterie Upgrade auf die 41kWh Batterie kostete mal 4.800€ (falls man schon mal einen Tauschakku einrechnen möchte, ich weiß aber nicht, ob Renault das noch anbietet. Zumindest kann man bei der Zoe immerhin die Batterie upgraden.). Dann hat man aber ein 9 Jahre altes Auto (was ja per se erstmal nicht schlecht ist)

Gucken wir mal nach einer Zoë von 2018 mit 41kWh Kaufakku so sind wir bei ca. 16.000-19.500€. Da ist der Unterschied so gering, dass man dann doch lieber zu dem Neuwagen greift.

Farnsworth

So ist das immer, wenn du früh im Innovationszyklus bist. War bei Personalcomputern und bei Digitalkameras am Anfang genauso. Weil die Sprünge am Anfang am größten sind.

Kann man sehr gut am e-up sehen: 18 kWh für 28k war das Angebot etliche Jahre. Dann kam der optisch kaum veränderte e-up2 mit 36 kWh für 22k. Und dann gab es noch die Prämie, die sich um 5.500€ erhöht hat. Dass das Restwerte zerstört, ist einleuchtend. Wird aber nicht so extrem weitergehen.

Sehr informativer Beitrag. Die Förderung für EV sollte reduziert und für Pluginhybride sofort eingestellt werden.

Logisch. Die Summe von rascher technischer Entwicklung und Förderung bei Neukauf sorgt für extremen Wertverlust bei Gebrauchtwagen.
Speziell daran ist eigentlich nur, dass in diesem Forum jahrelang immer etwas ganz Anderes behauptet wurde: Verbrenner würden unter einem extremen Wertverlust leiden und mit Elektromobilien sei man diesbezüglich auf der sicheren Seite. Es war immer absehbar, dass das nicht so ausgehen wird.

Vielleicht sollte wir in unserer Wegwerfgesellschaft ja in Bezug auf die allseits beschworene Nachhaltigkeit mal über ein anderes Konsumverhalten nachdenken.

Man könnte ein passendes Fahrzeug ja auch einmal bis zu seinem Lebensende fahren.
Nehmen wir mich und meine Familie;
2 Elten 2 Kinder einen Hund.

Vor 17 Jahren wurde eine Kaufentscheidung gefällt – Kombi war eher zu klein und wir leidenschaftliche Camper – so entschieden wir und für den T5, den wir heute mit über 280.000 km immer noch besitzen, aber seit unserem Tesla Model Y sehr selten fahren.

Die Autoindustrie sieht als Kunden natürlich lieber denjenigen, der alle paar Jahre einen Neuwagen kauft – oder least.

Wenn unser Bus einen Motorschaden oder ähnliches teures bekommen sollte, dann wird er vor unseren Augen verschrottet werden, und nicht irgendwo zusammengeflickt, um die Luft weiterhin unnötig mit Schadstoffen zu belasten.

Vor 17 Jahren gab es für unseren Usecase kein besseres Fahrzeug – heute schon!

Damals mußte das ganze Zelt & Stühle Geraffel mit in den Bus – heute zieht unser Model Y den Wohnwagen.

Das wir im Urlaub alle 200 km laden müssen…….
dieses Umstand nehme ich 2-3x Jahr gerne in Kauf – die Kinder und den Hund freut es – die Umwelt noch viel mehr.
Als Belohnung fahren wir die übrigen 95% des Jahres nie an eine Tankstelle und laden extra günstig zu Hause 😉

Life is change – so change your mindset.

Ich betrachte den Wertverlust mal anders!
Mal angenommen ich kaufe ein neues E-Auto.
29.000€ (Kaufpreis) -9.000€ (Förderung) = 20.000€ (bezahlt)
Verkauf: 10.000€ = 10.000€ (Verlust)

Das gleiche beim Benziner.
20.000€ (Kaufpreis) – 0€ (Förderung) = 20.000€ (bezahlt)
Verkauf: 10.000€ = 10.000€ (Verlust)

Ist diese Betrachtung halbwegs realistisch?

Ist es nicht eher so, dass die Leute ihre Verbrenner bis auf weiteres behalten und ihn durch kein „neues“ gebrauchtes E-Fahrzeug ersetzen wollen

In der derzeitigen Marktlage über Restwerte von Autos zu spekulieren mag ja ganz interessant sein – ist aber reine Glaskugel.
Wir haben eine fette E-Förderung, die höher ist als in allen Nachbarländern – das treibt die Restwerte von (günstigeren) E-Autos massiv nach oben.
Gleichzeitig werden seit einem Jahr extrem wenige Benziner und noch viel weniger Diesel-PKW gebaut. Das treibt deren Gebrauchtpreise wiederum nach oben (und zwar derzeit v.a. bei Diesel tlw. extrem).
Als gegenläufiger Effekt ist das Akku-Thema vor allem bei Mittel-/Langstrecken-BEVs zu sehen. Hier sehen wir derzeit eine Kapazitätsverdoppelung c.a. alle 4-5Jahre bei gleichem Bauraum. Dass sowas brutal auf die Restwerte durchschlagen muss dürfte ja wohl klar sein. Und zwar solange, bis Verbrennerreichweiten erreicht werden – danach wird das Akkuthema wieder nebensächlich.
Was heißt das für die Restwerte? Keine Ahnung, weil die Märkte derzeit durch Angebotsverknappung und Förderung so verzerrt sind, dass man dazu nur spekulieren kann.
Meine persönliche Prognose auf Sicht von 5Jahren: Kleine BEV bleiben wertstabil, weil kein Angebot vorhanden und Akku egal. Große BEV verlieren stark, weil neue Akkugeneration kommt. PHEV verliert genauso wie alle ICEs mäßig, so wie im langfristigen Trend.

Besitzer:innen von E-Fahrzeugen, die vor dem 05.11.2019 zugelassen wurden und die nicht bis zur Verschleissgrenze fahren wollen, sollten den Wagen verstärkt in EU Länder anbieten, in denen es keinen Kaufbonus gibt.

Die Frage ist ja nicht nur die, was man für seinen Gebrauchten bekommt sondern wieviel man für einen Neuen (mit deutlich mehr Leistung) draufzahlen muss.
Und da gab es zumindest letztes Jahr sehr sehr gute Angebote. Insofern spricht nichts gegen ein eAuto. Zumal man den Waagen ja auch einfach länger fahren kann, man muss ja nicht nach einigen Jahren schon verlaufen.

Mein Ioniq VFL war ein Glücksgriff und hält auch nach bald 3 Jahren noch locker mit aktuellen Neueagen mit. Und die Qualität ist überragend, insbesondere die Schnellladefähigkeit im Winter.

Derzeit kommt für E-Autos meiner Meinung nach nur das Leasing in Frage. Da es überwiegend hochpreisige E-SUV’s gibt, macht nur das Firmenwagen Leasing Sinn. Es wird höchste Zeit dass die „Ampel“ diese Lobbypolitik ändert.

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