Hoher Wertverlust bei älteren E-Autos

Hoher Wertverlust bei älteren E-Autos
Copyright:

shutterstock / 1638589843

Iris Martinz
Iris Martinz
  —  Lesedauer 2 min

Wer schön länger ein Elektroauto fährt und sich bald nach einem neuen umschauen möchte, könnte ein Problem haben. Obwohl man auf elektrisch betriebene Neuwagen aktuell bis zu einem Jahr wartet, ist der Kauf eines gebrauchten E-Autos für viele keine echte Alternative. Das hat eine Umfrage von Civey im Auftrag der Automobilwoche ergeben. Nur 29 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, ein gebrauchtes Elektroauto zu kaufen, während 55 Prozent das nicht tun würden. Nur die jüngere Generation ist etwas aufgeschlossener den Gebrauchten gegenüber. Der Wertverlust bei Elektroautos ist demnach schon nach wenigen Jahren enorm.

Schuld ist die mit den Jahren abnehmende Akku-Leistung. Ältere Modelle würden zudem auch bei konstanter Akku-Leistung deutlich schlechter im Leistungsvergleich abschneiden wie neue E-Autos, besonders in Sachen Reichweite und Akku-Lebensdauer, weil sich die Technik so schnell weiterentwickelt. Aktuell werden bereits Superakkus erprobt, die innovative Materialien enthalten und Reichweiten bis weit über 1.000 Kilometer ermöglichen sollen. Ein vor mehreren Jahren gekauftes Modell kann da natürlich nicht mithalten.

Neuere Modelle könnten nach Ansicht des ADAC noch deutlich bessere Preise im gebrauchten Zustand erzielen, wenn sie nach drei Jahren wieder verkauft werden. Die Restwerte älterer E-Autos seien hingegen „im freien Fall„, wie der Münchner Marktbeobachter Berylls bestätigt. Die ungleiche Behandlung von Neuwägen und Gebrauchten bei der Kaufprämie trage noch dazu bei, denn den Zuschuss erhält man nur für den Kauf eines neuen Autos. Abzüglich der Prämie würden Neuwägen mitunter gleich viel kosten wie gebrauchte.

Interessiert sich dennoch jemand für ein gebrauchtes Auto, ist der Zustand der Batterie oft ein großes Fragezeichen. Zu viele Schnellladezyklen und kapazitätsschädigendes Fahrverhalten sieht man ihr leider nicht von außen an. Mittlerweile gibt es aber beispielsweise mit dem österreichischen Start-up Aviloo einen Anbieter, der um wenig Geld einen unabhängigen Batterietest durchführt. Die kleine Box, die man zugeschickt bekommen, steckt man im Auto an, startet eine App und fährt die Batterie von 100 Prozent auf etwa 10 Prozent leer. Dann schickt man die Box zurück und erhält ein umfangreiches und übersichtliches Batteriezertifikat, das beim Verkauf sicher hilfreich ist.

Quelle: kreiszeitung.de – Stehen sich die Reifen platt: Preise für gebrauchte E-Autos „im freien Fall“

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

BMW i3 50 xDrive im Test: „Freude am Fahren“ unter Strom

BMW i3 50 xDrive im Test: „Freude am Fahren“ unter Strom

Stefan Grundhoff  —  

Der BMW i3 50 xDrive bringt den Dreier erstmals rein elektrisch auf die Straße: mit 345 kW, Allrad und einer 108,7 kWh großen Batterie für bis zu 910 Kilometer.

PwC: Einführungsphase des Elektroautos ist abgeschlossen

PwC: Einführungsphase des Elektroautos ist abgeschlossen

Sebastian Henßler  —  

PwC sieht die Einführungsphase des Elektroautos als abgeschlossen an und hält es für möglich, dass in zwei Jahren jeder zweite Neuwagen elektrisch fährt.

Xpeng L05 soll Familien viel Platz und KI im Alltag bieten

Xpeng L05 soll Familien viel Platz und KI im Alltag bieten

Sebastian Henßler  —  

Schulweg, Einkauf, Wochenendausflug: Unter dem Motto „Raum fürs Leben“ spricht Xpeng mit dem L05 Familien an. Den Marktstart verkündet die Marke in Brüssel.

Beim Autokauf wird die Marke zunehmend zur Nebensache

Beim Autokauf wird die Marke zunehmend zur Nebensache

Daniel Krenzer  —  

Beim Autokauf zählen Preis und Technik zunehmend mehr als die Marke. Eine Bain-Studie zeigt, warum davon auch chinesische Hersteller profitieren könnten.

VW Zwickau baut Autos jetzt auch wieder auseinander

VW Zwickau baut Autos jetzt auch wieder auseinander

Sebastian Henßler  —  

Zur Förderung der Kreislaufwirtschaft zerlegt VW Autos auf einer industriellen Linie. Ab 2027 sollen dort jährlich 4100 Fahrzeuge demontiert werden.

Batterieprobleme bei VW: Auch Audi muss Tausende E-Autos zurückrufen

Batterieprobleme bei VW: Auch Audi muss Tausende E-Autos zurückrufen

Daniel Krenzer  —  

Audi muss Tausende Q4 e-tron wegen möglicher Batterieprobleme zurückrufen. Auch Fahrzeuge außerhalb der USA sind betroffen.

Stellantis’ Europa-Dilemma: Mehr E-Autos, weniger Marge

Stellantis’ Europa-Dilemma: Mehr E-Autos, weniger Marge

Sebastian Henßler  —  

Während in Europa E-Autos das Wachstum von Stellantis tragen, sorgt in den USA vor allem der Ram 1500 für Rückenwind. Zölle kosten rund eine Milliarde Euro.