Elektroautos hadern beim Restwert mit einigen Unwägbarkeiten

Elektroautos hadern beim Restwert mit einigen Unwägbarkeiten
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Michael Neißendorfer
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Der Wertverlust eines Neuwagens wird oft unterschätzt, er gilt als Kostenfresser, der die Gesamtkosten eines Fahrzeugs maßgeblich beeinflusst. Der durchschnittliche Wertverlust liegt bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern allein im ersten Jahr nach der Neuzulassung bei etwa 24 Prozent. Danach sind es nur noch rund fünf bis sechs Prozent pro Jahr. Focus Online und Bähr & Fess Forecasts haben wie jedes Jahr soeben wieder einmal die Autos mit den besten Restwert-Aussichten vorgestellt.

Restwert-Prognosen für Elektroautos und Plug-in-Hybride sind mit einigen Unsicherheits-Faktoren behaftet, so Bähr & Fess Forecasts. Staatliche Förderungen verzerren das Gesamtbild, da der Erwerb oder das Leasing eines neuen E-Autos mit – wie zuletzt im Sommer 2020 geschehen – dank eines um 3000 Euro erhöhten Umweltbonus günstiger sein kann als ein gebrauchtes Modell. Der technologische Fortschritt bei E-Autos wiederum zerschieße Herstellern, Händlern sowie auch Privatverkäufern die Restwerte mitunter ebenfalls um ein weiteres Stück: „Zum Teil verdoppeln sich die Reichweiten bei einer neuen Modellgeneration nahezu“, sagt Dieter Fess von Bähr & Fess Forecasts. „Das macht natürlich die jeweilige Vorgänger-Generation alles andere als attraktiv.“

Diesen Unwägbarkeiten zum Trotz erlebt die Elektromobilität derzeit einen nie da gewesenen Boom, mit Rekord-Zulassungszahlen beinahe im Monatsrhythmus, während die Verkäufe von Verbrennern, insbesondere Dieseln, immer mehr nachlassen. Diese Faktoren seien auch in der Restwert-Entwicklung zu beobachten, wie Fess erklärt: „Wir sitzen hier hinter dem Zaun und sehen zu, wie eine Technologie langsam aber sicher verschwindet, und das gilt grundsätzlich natürlich auch für den Benzinmotor.“

Im Segment der Elektroautos hat Bähr & Fess Forecasts den Skoda Enyaq iV zum Restwert-Sieger erklärt. Das Elektroauto hat vier Jahre nach dem Kauf noch einen Wert von 50,5 Prozent des Neupreises. Bei den Plug-In-Hybriden steht Mercedes mit dem GLC 300 e auf dem ersten Platz, mit einem Restwert von 54,5 Prozent. Zum Vergleich: In anderen Segmenten erreichen die Restwert-Sieger zum Teil auch Werte zwischen 55 und 59 Prozent.

Bei den wertstabilsten Marken führt BMW die Liste an, mit zwölf Platzierungen in den Top 3. Mercedes kommt auf elf Podestplätze, Audi auf zehn, Porsche auf sechs. Bei den Restwert-Siegern schafft Porsche wiederum gleich fünf erste Plätze. Mercedes stellt drei Restwert-Sieger, Audi und BMW jeweils zwei.

Quelle: Focus Online – Elektroautos haben ein Wertverlust-Problem – Benziner und Diesel bleiben noch stabil

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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