VW-Presswerk in Zwickau spart 9000 Truck-Touren

VW-Presswerk in Zwickau spart 9000 Truck-Touren

Copyright Abbildung(en): Volkswagen AG

Volkswagen hat im E-Auto-Werk Zwickau die Erweiterung seines Presswerks offiziell in Betrieb genommen. Ab sofort wird die komplette Außenhaut für die in Zwickau gefertigten sechs Elektro-Modelle vor Ort gepresst. Die Investition in Höhe von 74 Millionen Euro trage dazu bei, die CO2-Bilanz von ID.3 und ID.4 weiter zu verbessern, heißt es in einer Mitteilung. Mehr als 9000 direkte Lkw-Fahrten für den Karosseriebau und damit 5800 Tonnen CO2 würden fortan jährlich eingespart. Und: In der Fabrik entstünden dadurch 60 neue Arbeitsplätze.

Christian Vollmer, Vorstand Produktion und Logistik der Marke Volkswagen, sagte bei der Einweihung: „Alle MEB-Standorte in Europa werden bilanziell CO2-neutral produzieren. Zwickau ist dafür Vorreiter und Vorbild.“ Das neue Presswerk sei auf diesem „Way to Zero“ ein wichtiger Meilenstein. Schon jetzt bezögen 90 Prozent aller Standorte der Marke Volkswagen Pkw Strom aus erneuerbaren Quellen.

Nach Angaben von VW ist die Erweiterung des Presswerks mit 74 Millionen Euro eine der größten Einzelinvestitionen im Zuge der Transformation des Standorts. Auf einer zusätzlichen Fläche von 8400 Quadratmetern sind demnach neben einer XL-Presse auch eine automatische Abstapelanlage und ein 30 Meter hohes Hochregallager für die Logistik in Betrieb gegangen. Allein die Kosten dafür hätten 23 Millionen Euro betragen. Von nun an könnten aber alle erforderlichen Außenhaut-Karosserieteile, wie etwa Türen und Heckklappen, für die in Zwickau gefertigten Elektro-Modelle vor Ort gepresst werden. Die Anlieferung aus anderen Standorten wie Emden und Wolfsburg entfällt.

Herzstück der Erweiterung sei die neue, 180 Tonnen schwere XL-Presse. Sie gilt laut VW als eine der modernsten Pressen der Automobilindustrie weltweit. Ihre Presskraft liegt bei 6900 Tonnen, aufgeteilt in fünf Stufen. Die 92 Meter lange, 22 Meter breite und 12 Meter hohe Maschine schafft mehr als 10.000 Presshübe pro Tag.

Nach dem Stammwerk in Wolfsburg verfügt das Fahrzeugwerk Zwickau nun über das zweitgrößte Presswerk innerhalb der Marke Volkswagen, heißt es. Im Schnitt seien in Westsachsen in den vergangenen zehn Jahren rund 20 Millionen Teile pro Jahr produziert worden. Mit der neuen XL-Presse werde der Ausstoß bis Anfang 2022 auf bis zu 30 Millionen Teile pro Jahr gesteigert. Diese würden nach wie vor teilweise auch an andere Konzernstandorte geliefert werden.

Zwickau spielt nach VW-Angaben für den Systemwechsel in Richtung E-Mobilität eine Schlüsselrolle: Erstmals wird demnach eine große Autofabrik mit Investitionen von rund 1,2 Milliarden Euro komplett auf die Elektromobilität umgerüstet. Alle Umbauten sollen plangemäß in diesem Jahr abgeschlossen sein. Die Umstellung des Werks erfolgt seit 2018 schrittweise und im laufenden Betrieb. Mit nun rund 1.700 Robotern im Karosseriebau und der Montage, fahrerlosen Transportsystemen und vollautomatisierten Fertigungsprozessen zeige Zwickau, wie eine zukunftsweisende Volumenproduktion von Elektroautos heute aussieht.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 6. Mai 2021

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Wann kommt VW endlich mal auf die Idee, anstelle rostanfälliger Eisen-Bleche, dünne gewalzte Edelstahlbleche zu verwenden ? Fahrzeuge, die länger als 15 Jahr halten, sind echte Nachhaltigkeit.Und mit e Autos ist die große Chance da, das auch hohes Alter und viele Kilometer kein Todesurteil für ein Auto bedeuten. Dann würden sich auch Upgrades für ältere Fahrzeuge lohnen. Vorbilder: DeLorean werden aktuell zu eLorean umgebaut. Oder Teslas Cyber-Truck. Der ist quasi für die Ewigkeit gebaut. Oder der Sono Sion, mit seiner PVC Aussehaut auf Alu Bodengruppe.

Autobleche können auch feuerverzinkt werden …

Dem Thema Korrosion begegnete Porsche im Jahr 1975 mit nachdrücklichem Erfolg: Der 911 erhielt als erster Serien-Pkw eine beidseitig feuerverzinkte Karosserie…

(Quelle: porsche.de)

… allerdings geschieht das nicht bei allen Autos, obwohl das „bischen Zink“ nicht so teuer wäre.

Auch die Feuerverzinkten Porsche fingen an zu rosten. Nur deutlich später. Bei dem ganzen Aufwand durch verzinken, kann man auch direkt Edelstahl nehmen. Und gebürstet kann auch auf den Lack verzichtet werden. Was einiges an Co2 und Schadstoffen beim Recycling einspart. Und hinzu kommt auch der Wegfall der erheblichen Kosten für die KLT Tauchbad Grundierung, der Nahtversiegelung der Falzen und Schweisspunkte und der Mehrschicht Lackierung bei Standardblech Karosserien. Das fängt die Kosten für Edelstahl locker auf.

Der letzte VW mit Rostproblemen war der Golf 3. Heutzutage sind viele Autos aus verschiedenen Werkstoffen und Stählen gebaut. Edelstähle gibts auch zig verschiedene, eignen sich aber nicht immer. Wenns um Crash-Sicherheit, ist Edelstahl der falsche Werkstoff. Delorean besteht auch nicht nur aus Edelstahl, unter der Edelstahl-Verkleidung ist ein Rohrrahmen aus nicht rostfreiem Stahl.

Ob der Rohrrahmen des DeLorean deshalb aus normalen Stahl ist, bezweifel ich. Es werden eher die Verfügbarkeit und die Kosten die Probleme gewesen sein. Als ich vor 25 Jahren mein Haus saniert habe, wollte ich V2A Rohre für Wasser und Heizung verwenden (und Dachrinnen/Fallrohre). Der Fachhandel hatte kein Angebot dafür. Vor zwei Jahren haben wohlhabende Bekannte gebaut und siehe da, jetzt gibt es V2A für Wasserführende Hausinstallation. Ich tausche daher auch korrodierte Amateuren, Bad Heizkörper, Dachrinnen, Fallrohre und alles andere konsequent gegen V2A aus und habe ab dann Ruhe. Ich mache Dinge ungern 2 mal. Es gibt sogar mittlerweile Falzblechdach Systeme, die aus V2A sind.

Diese Denkweise ist richtig und unter den Bedingungen des Klimawandels unbedingt erforderlich. Dem entgegen steht das kapitalistische Wachstumsbestreben, bei dem Nachhaltigkeit unerwünscht ist. Produktion um jeden Preis, egal ob erforderlich oder sinnvoll.

VW achtet darauf, dass bei der Produktion der Eautos möglichst wenig Zulieferverkehr und damit CO2 Ausstoß anfällt? Hey, das ist vorbildlich und macht die Eautos schon beim Bau CO2 ärmer. Bei den Verbrennern war es ja egal, dass die Teile kurz und quer herumkutschiert wurden.
Tja, fängt man einmal mit dem Thema Nachhaltigkeit an, kommt man auf viele Unsinnigkeiten drauf, die man wieder abstellen kann.

Regionale Fertigung ist eben nachhaltiger als Globalisierung. Die exessiver Mobilität wird als normal betrachtet, bricht uns aber das Genick.

Das wurde neulich mit der „Ever Given“ im Suezkanal erstmal ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, was da so auf den Weltmeeren los ist. Absoluter Irrsinn.

Farnsworth

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