Volkswagen stellt Fahrplan für klimaneutrale Mobilität vor

Volkswagen stellt Fahrplan für klimaneutrale Mobilität vor
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Mit der ersten Way to Zero-Convention hat Volkswagen Ende April seine Pläne zur Dekarbonisierung des Unternehmens und seiner Produkte konkretisiert. Bis spätestens 2050 will VW demnach bilanziell klimaneutral sein. Als neues Zwischenziel sollen die CO2-Emissionen pro Fahrzeug in Europa bis 2030 um 40 Prozent sinken – und das konzernweite Ziel von 30 Prozent deutlich übertreffen (Basis: 2018). Ein durchschnittlicher Volkswagen werde damit rund 17 Tonnen CO2 weniger emittieren, teilt der Hersteller mit. Neben einem beschleunigten Hochlauf der E-Mobilität sollen auch die Herstellung einschließlich der Lieferketten sowie der Betrieb von E-Autos bilanziell klimaneutral gemacht werden. Hinzu komme das konsequente Recycling der Hochvoltbatterien alter E-Fahrzeuge.

„Volkswagen steht für nachhaltige E-Mobilität für alle. Wir haben uns auf den ‚Way to Zero‘ gemacht und stellen die Umwelt konsequent in den Mittelpunkt unseres Handelns. Unsere große E-Offensive war dabei nur der Anfang. Wir denken Dekarbonisierung ganzheitlich: Von der Herstellung über die Nutzung bis hin zum Recycling. Zudem unterstützen wir nun auch selbst den Ausbau regenerativer Energien im industriellen Maßstab.“ – Ralf Brandstätter, CEO von Volkswagen

Ein wesentlicher Faktor für eine CO2-neutrale E-Mobilität ist das konsequente Laden mit 100 Prozent regenerativ erzeugtem Strom. Allein dadurch können im Vergleich zum normalen EU-Strommix fast die Hälfte aller CO2-Emissionen vermieden werden. Bereits heute bietet Volkswagen seinen Kunden Grünstrom für das Laden zuhause (Volkswagen Naturstrom) und das Laden unterwegs (u.a. bei Ionity). Jetzt geht die Marke einen Schritt weiter: Volkswagen unterstützt als einer der ersten Automobilhersteller auch direkt den Ausbau erneuerbarer Energien im großen Stil. Bis 2025 sollen so in verschiedenen Regionen Europas neue Wind- und Solarparks entstehen.

Die ersten Projekte wurden VW zufolge bereits mit dem Energiekonzern RWE vertraglich vereinbart. In Deutschland etwa unterstützt Volkswagen den Aufbau einer Solaranlage mit einer Gesamtkapazität von 170 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Die entsprechende Anlage entsteht bis Ende 2021 im mecklenburgischen Tramm-Göthen und wird vollständig ohne staatliche Subventionen realisiert. Mit knapp 420.000 Solar-Modulen ist sie eines der größten unabhängigen Solarprojekte Deutschlands.

Bis zum Jahr 2025 sollen alle Projekte zusammen dann rund sieben Terawattstunden an zusätzlichem Ökostrom erzeugen. Parallel zur Zahl der ID.-Fahrzeuge wächst somit auch der regenerativ erzeugte Strom im Netz. Damit will Volkswagen die Klimabilanz der ID. Familie verbessern und die Basis für eine bilanziell CO2-neutrale Nutzungsphase seiner Elektroflotte schaffen.

Grüne Produktion und Lieferkette

Neben der „grünen Nutzungsphase“ treibt Volkswagen auch die Dekarbonisierung der Produktion und der Lieferkette voran. Schon heute beziehen alle europäischen Fahrzeugwerke der Marke ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Vorreiter ist hier unter anderem die E-Auto-Fabrik in Zwickau, in der die ID. Familie vom Band läuft. Ab 2030 sollen weltweit alle Werke außerhalb von China regenerativ erzeugten Strom beziehen. In der Lieferkette sollen CO2-Treiber künftig konsequent identifiziert und reduziert werden. Als Vorbild dient die Batteriezellfertigung für ID.3 und ID.4, die schon heute vollständig mit Grünstrom erfolgt und die CO2-Bilanz wesentlich verbessert hat.

Bei den ID. Modellen werde Volkswagen bereits in diesem Jahr weitere nachhaltige Bauteile einsetzen, darunter Batteriegehäuse und Felgen aus grünem Aluminium sowie emissionsarm produzierte Reifen. Über zehn Fokus-Bauteile könne die CO2-Bilanz der ID. Familie VW zufolge in den nächsten Jahren um rund zwei Tonnen pro Fahrzeug verbessert werden. Bei neuen Fahrzeugprojekten werde Volkswagen die CO2-Emissionen zu einem zentralen Vergabe-Kriterium für Zulieferer-Verträge machen. Gemeinsam mit den Zulieferern will das Unternehmen so die Klimabilanz sukzessive verbessern und für eine nachhaltige Lieferkette sorgen. Auch in der Eigenfertigung von Bauteilen verfolge das Unternehmen über Volkswagen Group Components eine klare Dekarbonisierungs­strategie. So sollen die im Rahmen des Power Days angekündigten Gigafabriken zur Batteriezellfertigung vollständig mit Grünstrom versorgt werden.

Auch über konsequentes Batterie-Recycling, bei dem künftig mehr als 90 Prozent der Rohstoffe wiederverwertet werden können, sollen weitere CO2-Einsparungen erzielt werden. Das Ziel ist ein geschlossener Kreislauf für die Batterie und ihre Rohstoffe, den das Unternehmen konzernweit selbst in der Hand hat. In Salzgitter betreibt Volkswagen Group Components dazu bereits eine erste Recycling-Anlage.

Beschleunigter Hochlauf der E-Offensive

Im Zentrum des Way to Zero steht der beschleunigte Hochlauf der E-Offensive mit der neuen Markenstrategie ACCELERATE. Ziel ist die vollständige Elektrifizierung der Neuwagenflotte. Bis 2030 sollen mindestens 70 Prozent des Volkswagen Absatzes in Europa reine E-Autos sein, das entspricht deutlich mehr als eine Million Fahrzeuge. Damit würde Volkswagen die Vorgaben des EU Green Deal deutlich übererfüllen. In Nordamerika und China soll der E-Auto-Anteil mindestens 50 Prozent betragen. Dazu bringt Volkswagen mindestens ein neues E-Auto pro Jahr auf den Markt. Mit dem ID.4 GTX hatte die Marke zuletzt das nächste Modell der vollelektrischen ID. Familie vorgestellt.

„Der ‚Way to Zero‘ ist unser Fahrplan für effektiven Klimaschutz, mit klaren, ambitionierten Meilensteinen. Wir übernehmen Verantwortung für die Umwelt“, sagt VW-Chef Brandstätter. Er geht davon aus, dass der Way to Zero für den weltweit größten Autohersteller „aber auch ein echter Wettbewerbsvorteil“ sein kann: „Mitarbeiter, Kunden und Investoren werden in Zukunft Unternehmen den Vorzug geben, die ihre gesellschaftliche Verantwortung in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen. Nachhaltigkeit wird damit zum entscheidenden Faktor für den langfristigen unternehmerischen Erfolg“. Klar sei aber auch, dass Volkswagen die Dekarbonisierung der Mobilität nicht alleine leisten könne: „Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, innovativer Ideen und mutiger Investitionen“, so der VW-Chef.

Mit der Way to Zero-Convention will Volkswagen einen offenen Dialog zwischen Unternehmen, Politik und Gesellschaft fördern. An der ganztägigen Veranstaltung, die aufgrund von Corona komplett digital stattfand, waren neben Vertretern von Volkswagen auch mehr als 20 Teilnehmer aus Parteien, NGOs, Wissenschaft und anderen Unternehmen vertreten.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 29.04.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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