Volvo XC40 Recharge P8 AWD Pure Electric: Test- und Erfahrungsbericht

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Etwas mehr als ein halbes Jahr ist es her, als ich den Volvo XC40 Recharge P8 AWD Pure Electric in Hamburg auf dem Parkplatz abstellen musste, um die Reise in Richtung Heimat anzutreten. Direkt gefolgt ist mir der Stromer nicht. Hat es dann aber Mitte Oktober 2021 doch noch geschafft für ein paar Tage bei mir vorbeizuschauen. Dieses Mal sollten wir uns dann auch nicht nur zu einem kurzen Kennenlernen und Abtasten treffen.

Vielmehr war es so, dass ich den Volvo XC40 Recharge P8 AWD, das erste batterieelektrischen Fahrzeug von Volvo, seines Zeichens dem ersten E-SUV der „Recharge“-Familie der Schweden, genauer unter die Lupe nehmen durfte. Unterwegs war ich mit dem E-Auto, welches seit Oktober 2020 in Gent, Belgien, vom Band läuft auf Landstraßen, der Autobahn und im innerstädtischen Verkehr. Eben überall dort, wo man mit seinem Auto unterwegs ist. Bevor du nun in meinen Test- und Erfahrungsbericht des XC40 Recharge von Volvo eintauchst sei dir noch die Podcast-Episode mit Olaf H. Meidt und Michael Schweitzer – beide verantwortlich für Public Relations & Events bei Volvo – empfohlen.

Vorab sei noch erwähnt, meine Eindrücke sind vollkommen subjektiv und spiegeln demnach nur meine eigene Meinung wider. Denke aber, dass die Informationen, Eindrücke und Fotos in diesem Artikel ihren Teil dazu beitragen können, um sich ein erstes Bild vom Volvo XC40 Recharge P8 AWD zu verschaffen.

Wie immer gilt; sollten nach dem Lesen des Test- und Fahrberichts des XC40 von Volvo von deiner Seite noch Fragen offenstehen, einfach melden und ich versuche diese zu beantworten. Deine persönlichen Erfahrungen mit dem E-Auto von Volvo kannst du mir gerne zukommen lassen, damit wir diese mit den anderen Lesern teilen. Über Elektroautos im Allgemeinen kannst du dich auf dieser Seite informieren.

Alter Bekannter in neuem Gewand. Oder wie aus einem Verbrenner ein E-Auto wird..

Im Gegensatz zu anderen Herstellern setzt Volvo in seiner E-Mobilitätsstrategie nicht auf eigenständige, reine E-Modelle sondern will dem Kunden die Wahl des Antriebs überlassen. Vorerst noch. Ab 2030 wolle der schwedische Automobilhersteller aber voll und ganz auf reine E-Autos setzen. Sprich, ab dann sollen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, darunter auch Hybride, nicht mehr angeboten werden. Der Wandel hin zum reinen E-Auto-Hersteller sei Teil des ambitionierten Klimaplans des Unternehmens. So wolle Volvo den CO2-Fußabdruck jedes Modells über den gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich reduzieren.

Diese Entwicklung kann man zumindest im Ansatz schon erkennen. Denn die Antriebswahl wird dezent immer mehr in Richtung Fahrzeug mit Ladekabel gedrängt. Einen ähnlichen Ansatz; wahrscheinlich nicht ganz so konsequent kennt man von BMWs „The Power of Choice“ beziehungsweise Peugeot, welche für sich einen ähnlichen Ansatz gewählt haben. Im Blick haben wir nun aber dennoch erst einmal die reine E-Variante des XC40 von Volvo.

Mit dem XC40 hat sich der schwedische Automobilhersteller bei seinem ersten reinen E-Auto dazu entschieden ein beliebtes Verbrenner-Modell in E-Variante auf die Straße zu bringen. Dabei gibt Volvo zu verstehen, dass man keine Kompromisse gegenüber dem Verbrenner eingeht. Im Exterieur unterscheiden sich die Fahrzeuge nicht wesentlich, im Interieur gibt es zumindest in Bezug auf das Platzangebot nur geringe Unterschiede. 

Denn die flexible Plattform erlaubt eine problemlose Integration der Hochvoltbatterie und der weiteren Komponenten des Elektroantriebs, ohne das vielseitig nutzbare Platzangebot im Innenraum zu beeinträchtigen. Durch den Wegfall des Verbrennungsmotors entsteht sogar zusätzlicher Stauraum unter der Fronthaube.

Die 2022er-Modellvariante des XC40 Recharge Pure Electric von Volvo fuhr mit zwei Elektromotoren – je einem an Vorder- und Hinterachse – und einer Gesamtleistung von 300 kW (408 PS) sowie 660 Nm Drehmoment vor. Trotz entsprechender Leistung schießt der Stromer nicht direkt nach vorne, sondern lässt sich mit entsprechendem Gefühl im Fuß auch ganz gezielt an Hindernissen vorbei taktieren. Oder besser gesagt aus Parkbuchten heraus, wenn andere Autofahrer nicht ganz so darauf geachtet haben, ob man eigentlich jemand zuparkt. Die 360°-Kameras mit Einzelauswahlmöglichkeit der Ansicht haben beim manövrieren natürlich auch geholfen.

Seit September 2021 gibt es nun auch eine „Einsteiger-Variante“ des XC40. Denn der vollelektrische Volvo XC40 Recharge hat Zuwachs bekommen: Mit einer zweiten Antriebsversion und drei Ausstattungslinienkommt dieser daher. Der neue Volvo XC40 Recharge kombiniert einen 170 kW (231 PS) starken Elektromotor erstmals mit Frontantrieb. In Verbindung mit einer 70-kWh-Hochvoltbatterie sind im kombinierten WLTP-Zyklus Reichweiten von bis zu 400 Kilometern möglich. Doch zurück zu meinem Test-Stromer.

Zurückhaltung schaut anders aus. Der Volvo XC40 Recharge ein massiver Elektro-SUV

In den äußeren Abmessungen ist der elektrische Volvo XC40 nahezu komplett identisch mit den übrigen Varianten (Verbrenner und PHEV) des Kompakt-SUV. Rein auf seine Abmessung beschränkt bringt es der E-SUV auf eine von 4.425 mm, eine Breite 1.863 mm (ohne Außenspiegel) sowie 2.034 mm (mit Außenspiegeln). Die Höhe des Stromers gibt Volvo mit 1.647 mm an. Der Radstand des vollelektrischen SUV wird mit 2.702 mm angegeben, welcher zu ausgezeichneten Platzverhältnissen im Innenraum führt, wie die schwedische Marke zu verstehen gibt. 

Einen Unterschied zwischen der vollelektrischen Variante und der Verbrenner-Variante gibt es dann aber doch. Die Bodenfreiheit. Diese beläuft sich beim Pure Electric auf 176 mm, bei den Plug-In- und Mild-Hybrid-Versionen wird diese mit 211 mm angegeben. Im Umkehrschluss führt dies dazu, dass der Stromer noch satter und dynamischer auf der Straße liegt. Klarer Pluspunkt für die E-Variante.

Ein Leichtgewicht ist der XC40 Recharge mit einem Leergewicht von 2.188 kg nicht. Was stark dem Lithium-Ionen-Akku mit 78 kWh- (brutto)/ 75 kWh-Kapazität (netto) – Gewicht von 500 kg – zuzuschreiben ist. Diesen benötigt man allerdings auch, um den Stromer bis zu 418 km nach WLTP-Zyklus fahren zu lassen. Gefertigt wird der Akku des Elektro-SUV, wie der Stromer selbst in Gent, die dafür notwendigen Zellen stammen von LG Chem beziehungsweise CATL. Verbaut werden diese von Volvo selbst zunächst zu Batteriemodulen, dann zu den endgültigen Akkus.

Gehen wir noch ein wenig auf die Unterschiede zur Verbrenner-Variante ein. Denn trotz der Tatsache, dass sich die Fahrzeuge ziemlich ähnlich sind gibt es durchaus noch den ein oder anderen Unterschied. So setzt der Pure Electric-SUV auf einen verkleideten Kühlergrill in Wagenfarbe und individuelle Räder im 19- und 20-Zoll-Format. Die nicht vollelektrischen Varianten setzen auf den bekannten Volvo Kühlergrill mit Wasserfall-Motiv oder im R-Design-Stil. Darüber hinaus verrät der „Recharge“-Schriftzug an der C-Säule und der hochglänzend schwarze Heckdiffusor zwar, dass es sich um eine elektrifizierte Variante des XC40 handelt. Wobei sich alleine daraus nicht darauf schließen lässt ob vollelektrisch oder teilelektrifziert.

In der Seitenansicht präsentiert sich der Volvo XC40 Recharge Pure Electric mit einer klaren Keilform, die die dynamische Ausrichtung zusätzlich betont. Die zum Heck hin ansteigende Linienführung verläuft über die nach hinten kraftvollere Schulterpartie und mündet in einen charakteristischen Heckabschluss mit weit in die Seiten gezogenen Rückleuchten. Durch eine breite C-Säule wird dem Stromer eine zusätzliche Stabilität verliehen. Schwarze Kunststoffblenden an den Radläufen und im unteren Bereich der Türen vermitteln SUV-typische Robustheit. 

Weitere Details wie LED-Scheinwerfer mit „Thors-Hammer Lichtmotiv“, Fahrzeugdach in Kontrastfarbe, weit öffnendes Panorama-Glasschiebedach mit Hebefunktion, sowie Heckdiffusor in Hochglanzschwarz kann man ebenfalls noch entdecken, wenn man sich ein wenig genauer mit dem Außendesign des Stromers auseinandersetzt. Auffälliger ist jedoch sicherlich die für den Stromer exklusive Außenfarbe „Sage Green“, dieses lässt den Recharge Pure Electric optisch in einem erdigen und trendigen Erscheinungsbild erscheinen. Die Wagenfarbe selbst kannst du ganz gut auf den von mir eingefügten Fotos wahrnehmen. Schaut live noch einen Ticken spannender aus. 

Widmen wir uns Mal noch den inneren Werten des Stromers. Nordische Zurückhaltung ergänzt um minimalistisches Erscheinungsbild lassen den XC40 entsprechend in seinem Auftreten zu überzeugen. Mit dem Volvo XC40 Recharge Pure Electric setzt Volvo neue Maßstäbe bei Bedienung und Vernetzung, wie man es bereits von Perfomance-Tochter Polestar kennt. Das vollelektrisch betriebene Kompakt-SUV ist das erste Modell des schwedischen Premium-Automobilherstellers, das über ein gemeinsam mit Google entwickeltes Infotainment und Konnektivitätssystem verfügt. Sprachsteuerung heißt das Zauberwort.

Denn mit dem SUV „sprechen“ ist mit dem Over-the-Air Updatefähigem Stromer möglich. Wie bereits der Polestar 2 setzt auch der XC40 Recharge von Volvo auf ein Infotainmentsystem das mit Android Automotive läuft. Dem Google Assistent kann man dann all die Befehle geben, wie man sie vielleicht schon aus dem eigenen Smart-Home oder zumindest vom eigenen Android-Smartphone kennt. Viele Unterschiede gibt es nicht. So spielt der Google Assistenten wunschweise die eigene Lieblingsplaylist von Spotify ab oder sucht das nächste Restaurant aus den Favoriten. Ziele mit Google Maps finden an sich stellt eh keine Herausforderung mehr da. Denn eintippen spart man sich. Stattdessen heißt es einfach: „Hey Google! Fahr mich nach Mannheim“. Das vorgeschlagene Ziel noch kurz bestätigen, dann ist man auch schon unterwegs.

Viele Schalter, Drehknöpfe und Einstellmöglichkeiten sucht man beim XC40 vergeblich. Denn auch hier setzt Volvo bewusst auf Reduktion. Volvo möchte gar nicht mehr, dass man sich mit wie Themen wie Fernlicht-Einstellungen, Ambiente-Beleuchtung, usw… auseinandersetzt. Welche laut deren Auswertungen durch die Fahrer in der Vergangenheit eh kaum angepasst wurden. Stattdessen setzt man auf eine klare Struktur und Menüführung, welche den E-Auto-Fahrer den Überblick bewahren lässt. Für mich ein absoluter Plus-Punkt, denn ich bin der Überzeugung, dass zu viel Auswahlmöglichkeiten eher zu Frust und Verwirrungen führt, als zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. 

Was mich persönlich überzeugt und freut ist die Tatsache, dass bewusst auf zig Fahrmodi oder Rekuperationsstufen verzichtet wird. Habe hier bereits in der Vergangenheit gemerkt, dass ich mich zu Beginn des Fahrzeugs für entsprechende Einstellung entschieden und diese dann beibehalten habe. Veränderungen in Zukunft, sollten sie den notwendig werden, wären aber zumindest dank „Over the Air“-Update möglich. So könnte Volvo das derzeitige Rekuperationsstufen-System durch ein Update ähnlich dem Polestar 2 (3-Stufen-Rekuperation) anpassen. Nachvollziehbar, teilen sich die beiden Stromer doch bereits Lithium-Ionen-Akku und E-Motor.

Vollelektrisch durch den Alltag mit dem Volvo XC40 Recharge

Der Volvo XC40 Recharge Pure Electric macht es einem im Alltag einfach Freude am Fahren zu empfinden. Tür auf, ohne Schlüsselbetätigung, einsteigen und losfahren. So einfach ist es. Gut, Gang muss noch eingelegt werden. Aber aufs Schlüsseldrehen verzichtet Volvo gänzlich. Zu Beginn etwas ungewohnt, dann aber einfach ein überzeugender Ansatz, welcher den Fokus darauf lenkt was der Stromer bieten soll. Ein überzeugendes Fahrgefühl.

Vom Fleck kommt er trotz seines massiven Erscheinungsbildes und dem nicht gerade geringen Leergewicht dennoch recht flott. In 4,9 Sekunden absolviert dieser den Sprint von 0 auf 100 km/h. Überzeugt aber vor allem in den Zwischensprints von 60 auf 80 oder 80 auf 120 km/h immer noch durch genügend Vortrieb. Gerade in diesen Bereichen hat sich der E-SUV des Öfteren bewegt, wenn ich mit diesem unterwegs war. Der klassische Sprint von 0 auf 100 km/h bleibt dann schon aus. Und auch, wenn Strom geben Reichweite kostet, konnte ich es mir nicht nehmen lassen die 300 kW (408 PS) ein wenig zu fordern und den E-SUV nach vorne schießen zu lassen. Ein Gefühl, welches einem den Magen kribbeln lässt.

Aber sind wir ganz ehrlich entscheidender ist das Vorankommen im alltäglichen Treiben und hier schlägt sich der E-SUV von Volvo ebenfalls überzeugend. Es gilt eben nur darauf zu achten, dass das Strom-Pedal nicht zu stark durchgetreten wird. Vielmehr sollte man ein wenig mit dem Pedal spielen. Dann ist auch das Ein-Pedal-Fahren, bei dem der Fahrer mit dem gleichen Pedal beschleunigt und verzögert, im Alltag möglich. Macht das Fahren mit dem wuchtigen Stromer noch eine Spur angenehmer, auch wenn man sich beim „vom Pedal gehen“, auf ein Abbremsen einstellen muss, welches durch Rekuperation die Bremsenergie zurück in den Akku führt.

Das Ein-Pedal-Fahren lässt sich allerdings auch ausschalten. Dies kann durchaus bei Autobahnfahrten und höheren Geschwindigkeiten empfehlenswert sein. Das Fahrzeug wird dann beim Lösen des Gaspedals nicht abgebremst, sondern kann frei rollen und den kinetischen Schwung optimal ausnutzen. 

Für mich eher weniger relevant, aber von Interessierten der E-Mobilität oft nachgefragt ist die Möglichkeit einer Anhängerkupplung. Im Fall des XC40 machen der leistungsstarke Elektroantrieb und das wirkungsvolle Allradsystem den Stromer zum idealen Zugfahrzeug. Bis zu 1.500 Kilogramm kann das Fahrzeug an den optionalen Haken nehmen, der sich halbelektrisch aus dem hinteren Stoßfänger klappen lässt. 

Reichweite, Verbrauch und Lademöglichkeiten im Blick

Bis zu 418 Kilometer Reichweite (WLTP-Zyklus kombiniert) soll der Volvo XC40 Recharge P8 AWD zurücklegen können. Dies galt es zu beweisen. Bevor wir uns allerdings der alltäglichen Reichweite beziehungsweise Verbrauch widmen zunächst ein paar Fakten zu unserem Testwagen, übersichtlich zusammengefasst.

Von reinen Stadtfahrten, über Überland- bis hin zu Autobahnfahrten war alles mit dabei. Somit hatte ich die Möglichkeit einen ganz guten Querschnitt durch die Strecken abzubilden, welche der Stromer von Volvo wohl auch unter „normalen Begebenheiten“ meistern müsste. Am Ende standen um die 375 Kilometer auf dem Tacho, welche ich zurückgelegt habe. Dennoch ausreichend, um ein erstes Bild vom Stromer zu bekommen.

Trotz der Tatsache, das der Volvo XC40 Recharge P8 AWD auf eine optionale Wärmepumpe setzt, die die Abwärme der beiden Elektromotoren und der Batterie sowie die in der Umgebung vorhandene thermische Energie nutzt, um den Innenraum zu beheizen, wird der 78-kWh-Akku irgendwann leer. Zwar wird durch die Wärmepupe weniger Batteriestrom für die Klimatisierung des Innenraums benötigt, was zur Steigerung der Reichweite beiträgt, aber eben nur im beschränkten Ausmaß.

Zudem war es so, dass der Volvo XC40 Recharge nicht mit vollem Akku bei mir abgegeben wurde. Hierdurch kam ich in den Genuss die Ladeleistung des E-SUV selbst unter die Lupe zu nehmen. Zur Verfügung stand „nur“ der örtliche 50 kW-Lader. Angestöpselt wurde der XC40 Recharge Pure Electric mit 5% Ladezustand. Nach gut 95 Minuten stand der Ladezustand dann bei 94%. Angegeben wird eine Ladezeit von 10 auf 80% in 74 Minuten am 50 kW-Lader.

Aber der Elektro-SUV kann auch schneller laden. Bis zu 150 kW-Ladeleistung sei möglich. Dann dauert es unter idealen Bedingungen auch nur 33 Minuten, dass der Akku von 10 auf 80% geladen wird. An der heimischen Wallbox dauert das dreiphasig (16 A) Laden mit maximal 11 kW Ladeleistung mindestens 8 Stunden. Optional sei zudem eine Wärmepumpe erhältlich, die die Klimatisierung des Innenraums unterstützt.

So viel dazu, wie schnell der Volvo XC40 Recharge P8 AWD Pure Electric seinen Akku wieder voll bekommt. Zum Verbrauch hatte ich bisher kein Wort verloren. Dieser wird von Seiten des Herstellers mit 25,0- 23,8 kWh pro 100 km angegeben. Im Rahmen meiner Fahrten für den Test- und Erfahrungsbericht des XC40 bin ich allerdings eher im Bereich von 26,0- 30,2 kWh/100 km gelandet. Ohne bewusst zu viel Strom gegeben zu haben oder gerast zu sein. Aber 2.188 Kilogramm müssen eben auch erst einmal bewegt werden.

Exterieur und Interieur des Volvo XC40 Recharge P8 AWD Pure Electric

Erste Erfahrungen, beschriebene Eindrücke und eingebundene Fotos haben dir hoffentlich einen Eindruck des XC40 Recharge Pure Electric vermitteln können. Nun tauchen wir gemeinsam noch ein wenig mehr ein und betrachten das Exterieur und Interieur des E-Autos von Volvo etwas genauer.

Exterieur: Massiver E-SUV mit Liebe zu Details

Bereits im Abschnitt „Zurückhaltung schaut anders aus…“ habe ich einige Worte zum Design des Elektro-SUV von Volvo verloren. Einzelne Details sollen nun nochmals aufgegriffen und etwas detaillierter herausgearbeitet werden. Wie die anderen Modelle des schwedischen Herstellers überzeugt auch deren erster Stromer durch visuelle Klarheit und die Konzentration auf das Wesentliche. Klare Zeichen dafür, dass das bekannte skandinavische Design Einzug hält.

Auf Unterschiede von E-Auto- zu Verbrenner-Design bin ich bereits eingegangen. Möchte nun auf typische Merkmale des kompakten SUV eingehen. Diese Designmerkmale zeigen sich beispielsweise durch das in kontrastierendem Schwarz lackierte Dach, klare und präzise ausgeführte Linien auf Motorhaube und Fahrzeugflanken sowie die breite C-Säule mit charakteristischem Knick. 

Durch „Volvo-Markenzeichen“ wie die Scheinwerfergrafik mit „Thors Hammer“-Motiv und die vertikalen Rückleuchten wird eine optische Brücke zu den größeren Modellbrüdern der Volvo 60er und 90er Familie geschlagen. Wobei man diese dennoch leicht verändert präsentiert. Festhalten lässt sich für den XC40 – unabhängig von der Antriebsart -, dass dieser einen durchaus als energiegeladenen, lebendigen und wagemutigen zu bezeichnenden Stil mit sich bringt. 

Dabei sind es die Kleinigkeiten, welche den Unterschied machen. Egal, ob man hier nun auf die schwarzen Kunststoffblenden an Radläufen und im unteren Bereich der Türen verweist, welche eine SUV-typische Robustheit hervorheben sollen. Oder die Tatsache, dass die Türen nicht wie gewöhnlich mit dem Seitenschweller abschließen, sondern mit der Unterkante der Karosserie. Dies hält den Einstiegsbereich sauber und ermöglicht einen besonders leichten Ein- und Ausstieg.

Ebenfalls nicht unerwähnt sollte man das weit öffnende Panorama-Glasschiebedach mit Hebefunktion lassen, welches mit der Ausstattungsvariante Twin Pro im XC40 Einzug hält. Dies verleiht dem Stromer im Innenraum auf eine ganz besondere Art und Weise das Gefühl von Platz und Geräumigkeit. Innen ist ein stufenlos einstellbarer Sonnenschutz integriert. Er besteht aus einem exklusiven perforierten Textilgewebe und lässt sich elektrisch betätigen. Im Fahrzeugmenü kann man zudem einstellen, dass der Sonnenschutz automatisch schließt, wenn das Fahrzeug bei
einer Außentemperatur von mindestens 25 Grad Celsius geparkt und abgeschlossen wird. Hierdurch soll das Aufheizen im Innenraum vermieden werden.

Den Kofferraum bringen wir auch Mal beim Exterieur unter, da dieser aus meiner Sicht der perfekte Übergang zum Interieur des Stromers ist. Denn einen besonders bequemen Zugang zum Gepäckabteil bietet die elektrisch bedienbare Heckklappe, die auf Knopfdruck elektrisch geöffnet und geschlossen werden kann: entweder per Fernbedienung oder einen Schalter auf der linken Seite der Armaturentafel. Noch spannender und praktischer – gerade mit vollen Händen nach dem Einkauf – ist der Zugang in Verbindung mit Keyless Drive. Hierdurch wird ein berührungsloses Öffnen und Schließen der Heckklappe per Sensorsteuerung möglich. Mag nach einem Feature klingen, welches man nicht benötigt. Wenn man es hat, mag man es aber auch nicht mehr missen.

Interieur: Reduktion auf das Wesentliche

„Stilvoll, elegant und geradlinig im Design, warm, natürlich und erlesen in der Materialauswahl“, mit diesen Worten beschreibt Volvo den Innenraum des Stromers. Und trifft dabei, meiner Meinung nach, eine Aussage, die man so stehen lassen kann. Aus meiner Sicht fasst lediglich die Bezeichnung „sportlich stilvoll“ das Auftreten des E-Autos besser zusammen.

Ebenso wie seine Verbrenner-Alternativen kommt der XC40 Recharge mit durchdachter Funktionalität und cleveren Ablagemöglichkeiten daher, die das Interieur in einen großzügigen Stauraum verwandeln. Um den Kofferraum aus dem letzten Absatz der „Exterieuer-Betrachtung“ als Beispiel zu wählen: Der Kofferraum ist gleichmäßig und rechteckig geschnitten: Da das Gepäckabteil nicht durch hineinragende Radhäuser beeinträchtigt wird, ist der Stauraum zwischen den Radkästen voll nutzbar. Das Ladevolumen oberhalb des Kofferraumbodens beträgt 414 Liter. Durch das Umklappen der Rücksitzlehnen ergibt sich ein Ladevolumen von bis zu 1.290 Litern bei dachhoher Beladung.

Weitere Ablagefächer finden sich zudem in der Mittelkonsole des Fahrzeugs – um nur ein weiteres Beispiel aufzuführen. Diese umfasst ein unter der Mittelarmlehne integriertes Staufach, zwei Getränkehalter, ein herausnehmbares Abfallfach mit Deckel, ein offenes Ablagefach vor dem Wählhebel und ein kleines Ablagefach an der Fahrerseite. Aber keine Sorge, es finden sich weitere Staumöglichkeiten im XC40.

Über die Software, welche beim Stromer zum Einsatz kommt, hatte ich bereits ein paar Worte in einem der vorherigen Abschnitte verloren. Möchte daher lieber auf den großen Touchscreen im Zentrum der Mittelkonsole eingehen, der sich wie ein Tablet bedienen lässt und als Herzstück des Infotainmentsystems die Schnittstelle zwischen dem Fahrer und vielen Fahrzeugfunktionen bildet.

Das Touch-Display ist neun Zoll (22,9 Zentimeter) groß. Der Touchscreen ermöglicht die Bedienung aller Komfort- und Unterhaltungsdienste des Fahrzeugs. Mit der Einführung des Infotainmentsystems auf Android-Basis erhält der Touchscreen eine Bedienoberfläche, die die Funktionen Google Maps und Google Assistant auf intuitive Weise einbindet. Eine Leiste am oberen Rand bietet schnellen Zugriff auf häufig verwendete Funktionen wie: 360-Grad-Kamera, Apps, Benutzerprofile und Fahrzeugeinstellungen. Ansonsten lassen sich über entsprechende Kacheln, weitere Einstellmöglichkeiten, Apps und Co. auswählen. 

Unter dem zentralen Touchscreen sind ein Minimum an Knöpfen sowie mittig ein großer Drehregler angeordnet. So gewährleistet der Automobilhersteller aus Schweden, dass wichtige Sicherheitsfunktionen wie die Warnblinkanlage sowie die Heckscheibenheizung jederzeit direkt aktiviert werden können. Mehr Knöpfe, Schalter und Co. sind dann aber auch kaum zu finden im Inneren des Fahrzeugs.

Volvo XC40 Recharge: Preise & Förderung durch Umweltbonus

Sollten dich die bisherigen Eindrücke des Stromers von Volvo überzeugt haben, dann ist es nun wohl an der Zeit einen Blick auf die Preise zu werfen. Auch ob die Förderung durch den Umweltbonus für das Elektroauto der Schweden eine Option ist will ich nicht unbeachtet lassen.

Seit Februar 2020 gibt es mehr Geld, wenn ein E-Auto unter einem Listenpreis von 40.000 Euro erworben wird. 6.000 Euro statt 4.000 Euro werden nun vom Kaufpreis erstattet. Bei Plug-In-Hybride in dieser Preisklasse gibt es künftig 4.500 Euro statt 3.000 Euro. Für Elektroautos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro wird der Zuschuss für reine E-Autos künftig bei 5.000 Euro liegen, für Plug-in-Hybride bei 4.000 Euro. Bisher werden Elektroautos nur bis zu einem Netto-Listenpreis von 60.000 Euro gefördert. Diese Deckelung wird künftig bei 65.000 Euro stattfinden. Des Weiteren ist mit dem jüngsten Konjunkturpaket eine Förderung reiner E-Autos in Höhe von maximal 9.000 Euro möglich; wenn der Netto-Listenpreis unter 40.000 Euro liegt.

Vorstellig war bei mir der Volvo XC40 Recharge Twin Pro, welcher gemäß der zuvor aufgeführten Preisliste ab 64.900,00 Euro beginnt. Hinzu kam im Fall des Elektroauto-News.net Testwagens noch die Lackierung in Sage Green Metallic (+1.100,00 Euro) sowie abgedunkelte Seiten- und Heckfenster (+390 Euro). Somit lag der Gesamtpreis des Stromers bei 65.130,00 Euro.

Fazit zum Test des Volvo XC40 Recharge Pure Electric

Zwei Wochen mit dem Erstlingsstromer von Volvo haben gereicht, um diesen ein wenig besser kennenzulernen und zu schauen, ob dieser als E-Auto im Alltag eine vernünftige Wahl ist. Ist er, wenn man sich auf bestimmte Einschränkungen einlässt. Dafür auf der anderen Seite seine Vorzüge genießt.

Festhalten lässt sich, dass der E-SUV trotz der Größe und dem hohen Gewicht durch die Stadt gleitet. Auch absolviert er Zwischensprints souverän und kommt als Familien-Fahrzeug in Frage. Denn ein Platzwunder ist er allemal. Sowohl in puncto Stauraum, als auch Platz für Fahrgäste.

Selbst die Reichweite von über 400 km nach WLTP – welche sich wahrscheinlich nur unter idealen Umständen erreichen lässt – wirkt mit Abstrichen noch ausreichend. Entsprechender Schnelllademöglichkeit sei Dank. Man sollte sich aber eben darauf einstellen, dass der nicht gerade windschnittige, schwere Stromer durchaus aus dem Akku Energie zieht, wenn man nicht gerade zurückhaltend mit diesem interagiert.

Design, sowohl im Exterieur, als auch Interieur ist natürlich Geschmackssache. Mir persönlich gefällt die schwedische, zurückhaltende Art. Weniger ist mehr. Gilt aus meiner Sicht auch für die Überlegungen in puncto Software, welche sich Volvo gemacht hat. Den Fahrer bewusst einschränkt und dadurch den Fokus auf das Wesentliche richtet. Alles in allem ist der Volvo XC40 Recharge Pure Electric ein wunderbares E-Auto, für mich jedoch gefühlt ein paar Nummern zu groß im täglichen Treiben einer eher ruhigen Kleinstadt.

Disclaimer

Der Volvo XC40 Recharge P8 AWD Pure Electric wurde mir für diesen Testbericht kostenfrei, für den Zeitraum von zwei Wochen, von Volvo zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine hier geschriebene ehrliche Meinung.

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Wie beim Polestar fällt auch beim Volvo der sehr hohe Verbrauch auf. Dazu kommt, dass der erste Elektriker von Volvo auf der Plattform des kleinsten und billigsten SUV aufgesetzt wurde. Das freut die Kunden natürlich nicht, wenn Sie für 65.000 € die Optik von 32.000 € bekommen. Zumal bekannt ist, dass man alle Volvo-Verbrenner deutlich unter Listenpreis bekommt. Da hätte man vermutlich besser gewartet und dann ein reines BEV gebracht…

Als 850-Fahrer und Volvo-Fan müsste ich eigentlich auf dieses Auto gewartet haben, aber ein solcher, umgebauter Verbrenner mit Leasing-/care by-Konditionen abseits jeglichen Marktniveaus ist einfach absurd.
Oder eben nur für Volvo-Fans, welche eine blaugelbe Brille aufhaben.
Dann doch lieber Tesla samt funktionierendem SC-Netz und elektrischer Kompetenz.

Last edited 1 Monat zuvor by Gerd

Schön ja aber doch viel zu teuer für ein Familienauto.
der Verbrauch ist auch viel zu hoch.
Es ist erstaunlich, dass diese Tatsache in einem solch detaillierten Test nicht entsprechend zur Sprache kommt.
Der Volvo XC40 wird sicherlich nicht zur maßgeblichen Steigerung der der E Akzeptanz
und Erhöhung der E Stückzahlen beitragen.
Es wird eine Auto für wenige bleiben. Schade, dass ihr dafür in einem Test einen so hohen
Stellenwert einräumt.

„Und auch, wenn Strom geben Reichweite kostet, konnte ich es mir nicht nehmen lassen die 300 kW (408 PS) ein wenig zu fordern und den E-SUV nach vorne schießen zu lassen. Ein Gefühl, welches einem den Magen kribbeln lässt.“

Ich frage mich immer wieder wenn ich die Motorisierung von neuen BEV sehe (meist 80kW+) und dann sowas sehe? Was in aller Welt soll an diesen Fahrzeugen bitte ökologisch sein?
Da ein Verbrenner nur ca. 20% der eingesetzten Energie auf die Straße bringt, ein Elektro-Fahrzeug aber 90% müsste ein E-Fahrzeug mit vergleichbaren Fahrleistungen eigentlich nur 1/4 bis 1/3 (wg. Batteriemehrgewicht) der Motorisierung eines Verbrenners benötigen.

Ein XC40 mit Diesel hat knapp 150kW -> mit Elektroantrieb müssten dann eigentlich 50kW für vergleichbare Fahrleistungen reichen.
Stattdessen hat man gleich 300kW – das entspricht dann einem Verbrenner mit knapp 1MW – klar macht das Spaß – aber wenn man so ein Auto noch gut findet – dann darf man eigentlich auch nichts gegen einen Porsche o.ä. sagen.

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