Verkehrsminister Scheuer will mehr Wasserstoff-Autos

Verkehrsminister Scheuer will mehr Wasserstoff-Autos

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will den Einsatz von Wasserstoff in Autos vorantreiben. Für ein neues Innovations- und Technologiezentrum Wasserstofftechnologie (ITZ) sind drei Standorte in der engeren Auswahl – Chemnitz (Sachsen), Pfeffenhausen (Bayern) und Duisburg (Nordrhein-Westfalen). Die Entscheidung soll nach einer Machbarkeitsstudie fallen. Am Ende winkt laut Scheuer eine Förderung im dreistelligen Millionenbereich.

In Chemnitz geht es laut einer Mitteilung des Ministeriums um Brennstoffzellen für Fahrzeuganwendungen. In Pfeffenhausen liege ein Schwerpunkt auf Flüssigwasserstoff, in Duisburg gehe es um Entwicklung, Testung und Prüfung von Wasserstoff-Antrieben. Insgesamt hatte es laut Scheuer 15 Bewerbungen gegeben. Für ein Projekt in Bremerhaven, Hamburg und Stade solle eine Untersuchung mit Fokus auf Luft- und Schifffahrt gefördert werden.

Wie die Nachrichtenagntur dpa meldet, sprach sich Scheuer einmal mehr für Technologie-Offenheit aus – und bekräftigte seine Position, bei den Antrieben der Zukunft nicht alleine auf Batterien zu setzen, sondern eben auch auf Wasserstoff und sogenannte E-Fuels. Zu Kritik an hohen Kosten wird Scheuer mit den Worten zitiert: „Wasserstoff ist nicht der Champagner der Energiewende, sondern das Tafelwasser, daran arbeiten wir.“ Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm sagte, es sei wichtig, eine Vielzahl von Technologien zu entwickeln. Es gehe nicht um die Frage Batterie oder Brennstoffzelle. Was zunächst ineffizient scheine, könne langfristig große Vorteile haben.

Die Autoindustrie forscht seit langem an der Brennstoffzelle. Dazu kommt ein Einsatz von E-Fuels – synthetische Kraftstoffe, die mittels Strom aus Wasser und Kohlendioxid erzeugt werden. Dieser Strom soll aus ökologischer Sicht vor allem aus erneuerbaren Energien gewonnen worden. Mit E-Fuels könnten Verbrennungsmotoren weiter genutzt werden – nur eben nicht mit fossiler Energie. Viele kleine und mittlere Zulieferer in Deutschland mit Tausenden von Jobs hängen noch am Verbrenner.

Der Leiter Verkehrspolitik beim Umweltverband BUND, Jens Hilgenberg, sagte: „Gerade im Verkehrssektor dürfen jetzt keine kostspieligen Fehlinvestitionen getätigt werden.“ Im Hinblick auf Energieeffizienz seien reine E-Autos klar im Vorteil gegenüber Fahrzeugen mit Brennstoffzelle oder gar Verbrennern mit E-Fuels. Eine effektive Klimaschutz-Strategie müsse auf die jeweils effizienteste Technik setzen – damit scheide Wasserstoff im Pkw eindeutig aus.

Quelle: BMVI – Pressemitteilung vom 28. April 2021

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Jepp, sponsored by BMW…? Hobbys können sehr teuer sein, besonders bei extrem uneffizienter und komplizierter Technik. Nun denn…

Wenn Scheuer es für gut hält wissen wir mit absoluter Sicherheit, es taugt nix.

Man muss sich da auch die Frage stellen, warum der Verkehrsminister, der die „Technologieoffenheit“ predigt, der Autoindustrie jetzt vorschreiben will was sie zu entwicklen hat? Der sollte sich mal überlegen, auch wenn es ihm schwer fällt, warum sich die meisten Hersteller auf das Batterieauto festgelegt haben. Ich denke die haben durchaus einen „technologieoffenen“ Grund BEVs zu bauen. Die wollen auch was verkaufen!

„Was zunächst ineffizient scheine, könne langfristig große Vorteile“ und welche Vorteile sollen das denn sein!!!!
sogar die Politik weiß das Wasserstoff PKWs ineffizient sind und wollen trotzdem daran festhalten?? das ist doch Be“scheuer“t und wie im letzen Absatz richtigerweise zu lesen ist „dürfen jetzt keine kostspieligen Fehlinvestitionen getätigt werden.“ das gilt selbstverständlich nicht nur im Verkehrssektor sondern generell

 „Wasserstoff ist nicht der Champagner der Energiewende, sondern das Tafelwasser, daran arbeiten wir.

Cool, die arbeiten an Physik 2.0. Viel Erfolg!

Farnsworth

Man gut, dass das Ende seiner Zeit als Verkehrsminister in Sicht ist. Dann müssen wir uns den Blödsinn nicht mehr anhören. Nicht ein deutscher Autohersteller setzt ernsthaft noch auf Wasserstoff für PKWs. Alle haben erkannt, dass im PKW das BEV die Zukunft ist. Nur beim Verkehrsminister ist das wohl noch nicht so richtig angekommen.
Wasserstoff ist zwar etwas, was für die Energiewende benötigt werden wird, aber eben nicht im PKW. Industriell wird er dagegen eine große Rolle spielen, also investieren muss man da schon.

Wasserstoff ist viel zu teuer werde keine 10 € für 100 km zahlen . Herr Scheuer kann sich das ja leisten wir normale Bürger nicht . Er soll sich das schleunigst verabschieden von seinem Plan .

Selbst für Busse und LKW ist Wasserstoff-Antrieb ineffizient. Da gibt es schon lange bessere E-Antriebe. Es ist schon erstaunlich mit welcher Borniertheit diese Technologie im KFZ-Sektor betrieben wird, obwohl schon lange der Nachweis erbracht ist, dass diese Technologie dafür ungeeignet ist. Eigentlich müssten doch die dafür Verantwortlichen wissen, dass sie mit dieser Strategie der ganzen Branche schaden abgesehen von der Umwelt.

Ideal zum Verbrennen von Staatsgeldern:
sowohl H2 als auch Strom > efuels > VERBRENNER hat einen katastrophalen Gesamtwirkungsgrad.
aberim Gegensatz zum BEV ist das Betanken zu Hause ausgeschlossen, und darum geht es ja.

Wie kann sich die Deutsche Regierung einen Scheuer noch leisten? Alles was er anfasst geht bachab oder dient seinen eigenen Vorteilen. Ist er die personifizierte Fehlerquelle? Ist das in seinem Stellenprofil so beschrieben? Wenn ja, dann ist er top.

Die Interessen der Fossilindustrie vertritt er wirklich gut, der Andi. Einfach nochmal das Stöckchen „Wasserstoff“ hinwerfen und schon sagen wieder ein paar Tausend Leute „och ich hol mir nochmal nen Diesel bis Wasserstoff kommt“

„Mathe 5 setzten, Herr Scheuer!“

Last edited 8 Monate zuvor by steinpilz

Das beweist, dass der Verkehrsminister weiter an die Verbrenner glaubt und sein Portemonnaie damit gefüllt wird.
Wie kann man nur bei dem derzeitigen Klimawandel soooo viel Schaden dem deutschen Volk zufügen?
Haben unsere Politiker nicht die Pflicht Schaden vom deutschen Volk abzuwenden ?
Dieser Verkehrsminister muss zur Rechenschaft gezogen werden.
Meiner Meinung sind nicht die dreckigsten der Verbrenner, die Plug-in-Hybride, die Übergangstechnologie, sondern die reinen BEV´s.
Danach kann es nur noch den Weg hin zur BSZ-Wasserstoff-Technologie geben.
Und diese kann man nur mit Hilfe der erneuerbaren Energien, ohne Schaden an Flora und Fauna zu hinterlassen, herstellen.
Leider besitzt Deutschland nicht mehr das Ingenieurswissen und zu viel Gier nach Reichtum und Macht um dieses auch ohne gierige Vorstände und Aktionäre in kostengünstige Produkte umzusetzen, die in Deutschland mit Arbeitskräften, die auch in unsere Sozialsysteme einbezahlen, hergestellt werden.
Zu viel Geld hat man jetzt in die Förderung der dreckigsten Verbrenner, Plug-in-Hybride, gesteckt.
Wurden unsere Nachkommen, die nicht nur diese dreckige Luft atmen müssen sondern auch die Staatsschuldenlast dieser dreckigen Förderung bezahlen müssen, gefragt ?
Wir haben unseren Nachkommen die Verpflichtung saubere Luft und einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen.
Und das geht auch nicht mit E-Fuels die aus fossilen Stoffen hergestellt werden

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