Opel baut Wasserstoff-Vivaro in Kleinserie noch 2021

Opel baut Wasserstoff-Vivaro in Kleinserie noch 2021

Copyright Abbildung(en): Opel

Opel ist mit E-Autos wie Mokka und Corsa gut aufgestellt. Dennoch bleibt die Brennstoffzelle in Rüsselsheim ein Thema. Und nicht nur in der Theorie. Bis Ende des Jahres wird auf Basis des Vivaro eine Kleinserie gebaut, verspricht Opel-Chef Lohscheller in einem Interview mit „Business Insider“. Schon im Sommer würden die Auftragsbücher für den Wasserstoff-Transporter geöffnet.

An der grundsätzlichen Ausrichtung werde sich nichts ändern. Insbesondere bei kleinen Fahrzeugen wie Corsa oder Mokka sei der Akku-Antrieb die Zukunft, so Lohscheller. „Es gibt aber auch Segmente wie die leichten Nutzfahrzeuge, in denen Wasserstoff nun eine gute Chance hat.“ Opel forsche dort seit 20 Jahren und sehe, dass die CO2-Bilanz bei grünem Wasserstoff ausgezeichnet sei. Und man dürfe das Betanken nicht vergessen. „Das schaffen Sie bei der Brennstoffzelle eben in drei Minuten.

Opel werde nun aber nicht alles auf Wasserstoff setzen, sondern gehe selektiv vor. „Eine Brennstoffzelle in einem Kleinwagen wie dem Corsa werden sie von uns auch in der Zukunft nicht sehen„, sagt Lohscheller. Der Vivaro habe als Nutzfahrzeug aber einen speziellen Kundenkreis – und dort bestehe großes Interesse. Deshalb soll von Ende 2021 bis 2023 in Rüsselsheim eine erste Serie von 2000 Fahrzeugen des Vivaro und seiner Schwestermodelle im Stellantis-Konzern produziert werden.

Über Preise will Lohscheller noch nicht reden. Höher als beim Diesel sei er in jedem Fall – schon wegen der Kosten, die wie bei jeder neuen Technologie am Anfang sehr hoch lägen. „Wir müssen schauen, was sind Flottenkunden bereit zu bezahlen? Aber ich glaube, in Deutschland haben wir da ganz gute Chancen.“ Der Markt sei gerade im gewerblichen Bereich sehr transparent, so der Opel-Chef. Es gebe den Vivaro ja auch als Batterie-Version. Da werde mit spitzem Stift gerechnet – was kostet mich der Strom, wie sind die Restwerte, wo liegen die Unterhaltskosten? Und doch gebe es Kunden, die bereit seien, einfach mehr auszugeben. „Denen ist es das wert, weil sie mit Wasserstoff-Fahrzeugen dann Image-Träger in der Flotte haben.

Gleichwohl will Opel auch weiterhin auf klassische Verbrenner setzen. Ein festes Ausstiegsdatum sieht Lohscheller deshalb nicht. Über den Zeitpunkt würden letztlich die Kunden entscheiden. „Für eine gewisse Zeit – und da reden wir bestimmt von noch einigen Jahren – wollen wir uns da offen aufstellen. Zumal auch synthetische Kraftstoffe in Zukunft eine größere Rolle spielen könnten.

Die Skepsis gegenüber E-Autos nehme aber beständig ab, so Lohscheller. „Immer mehr Menschen sehen, dass Elektromobilität viel mit Fahrspaß zu tun hat.“ Reichweite sei da zwar ein Thema – aber eben nicht nur. „Die Leute wollen auch wissen, wo kann ich laden? Und zwar sorglos. Daher muss die Lande-Infrastruktur schnell besser werden.“ Dann komme E-Mobilität endgültig aus der Nische.

Opel werde daher in der Masse auf Elektromobilität setzen. Das zeige auch die Produktion von Batteriezellen, die 2025 in Kaiserslautern beginnen und Kapazitäten für 500.000 E-Fahrzeuge im Jahr haben soll. Lohscheller peilt auch wieder einen Absatz von mehr als einer Million Autos im Jahr an. „Und gerne mit einem hohen Elektro-Anteil.

Quelle: businessinsider.de – Vorstandschef Lohscheller verrät Opels Pläne mit Brennstoffzellen

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Richtig so, das eine tun und das anderer nicht lassen. Denen traut man diesbezüglich mehr zu als Mercedes Benz.Wasserstoff und A Klasse elektrisch verschafen…. Heiland Sack…..Hatte mal jedes 2. Jahr bei euch einen eigenen Neuen aus Sindelfingen selber abgeholt.
Wenn Gottlieb Daimler zurückkäme, würde der mit den Coronahilfen arabische Bänker abfinden, und nicht die besten Ingenieure, denen seit Jahrzehnten die Hände gebunden wurden.

„Und doch gebe es Kunden, die bereit seien, einfach mehr auszugeben“ interessant es ist sogar in den Vorständen bekannt was Wasserstoff Fahrzeuge deutlich teurer sind als E-Fahrzeuge und baut sie trotzdem obwohl sie aus jahrzehntelanger Misserfolge wissen dass das nichts wird und klassische Verbrenner? denen gebe ich noch 5Jahre, max. 10 Jahre dann sind sie von Markt verschwunden und nur noch als Gebrauchtfahrzeuge zu bekommen
Es ist schwierig auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen zu wollen, insbesondere dann wenn die Kassen nicht prall gefüllt

Wo kommt denn der ganze grüne Wasserstoff mit der ausgezeichneten CO2 Bilanz her? Soweit ich weiß ist aktuell verkaufter Wasserstoff nicht so grün. Oder die E-Fuels in großem Maßstab? Aber der Aufbau dieser Infrastruktur ist ja nicht das Problem des Herstellers.

Die „Zapfsäule“ für die letzten 3 Jahre meiner E-Mobilität war schon beim Kauf der Immobilie in der Garage. Das wird bei vielen anderen E-Autofahrern auch so sein.

Farnsworth

Ich möchte auch mindestens eine „W“ Frage einbringen. ;-)
Wer kann überhaupt derartige Fahrzeuge reparieren und warten, wenn im Drucksystem etwas nicht stimmt? Beim BEV mussten die Werkstätten an Schulungen teilnehmen, auch wurde z.B. von Opel besondere Anforderungen an einen Verkaufsraum und Werkstatt gestellt. Okay, soweit halbwegs nachvollziehbar.
Aber ein 700 bar System?
Das sind wir kurz vor Wasserstrahlschneiden, das kann nicht der Schlosser von nebenan flicken. Auch die technischen Überwachungsvereine müssen sich da neu aufstellen, was übrigens nicht nur für die Prüfungen der Fahrzeuge gilt, auch die Tankstellen wollen dahingehend überwacht werden.
Und noch eine Kleinigkeit:
Wer transportiert das alles? Dazu aus https://www.energie-lexikon.info/wasserstoffspeicher.html

„Leider ist die volumetrische Energiedichte von Wasserstoff selbst bei hohen Drucken nicht allzu hoch; die Dichte ist eben relativ niedrig. Beispielsweise beträgt die Dichte bei 700 bar lediglich ca. 63 kg/m3; somit benötigt 1 kg Wasserstoff selbst bei diesem hohen Druck immer noch ein Volumen von ca. 16 Litern. Zusammen mit dem relativ hohen spezifischen Heizwert von 120 MJ/kg erhält man eine volumetrische Energiedichte von 7,55 MJ/l (Megajoule pro Liter). Dies ist wenig im Vergleich z. B. zu Benzin mit knapp 31 MJ/l, und gleichzeitig erfordert eine Speicherung bei diesem hohen Druck natürlich einen starken und entsprechend schweren Behälter. Dies führt dazu, dass beispielsweise ein 40-Tönner-Lkw so derzeit nur ca. 400 kg komprimierten Wasserstoff transportieren kann. Für eine Belieferung von Wasserstoff-Tankstellen wäre dies beispielsweise ein ziemlich unbefriedigender Wert; der Transportaufwand wäre weitaus höher als der für flüssige Kraftstoffe.“

Okay, goldene Zeiten für Tanklastwagenfahrer …

Ich bin gegen Wasserstoff im Automobil.
Wie wäre es mit folgenden Kompromiss? Für jedes ausgelieferte Wasserstoffauto muß auch ein Windkraftwerk gebaut werden.

Allein das Wort „Wasserstoff“ ruft ja so manche, teilweise dümmliche Forum-Kommentatoren auf den Plan.
Ich finde, Sebastian und wir alle sollten eher und ausschliesslich die zwar englischen aber längst international und verständlich eingeführten Begriffe FCEV (FuelCell Electric Vehicle), BEV (Battery Electric Vehicle und PHEV (PluginHybrid Electric Vehicle) benutzen. Alles sind „E-Autos“ mit teilweise identischen Elektromotoren. Ausserdem gibt es ja auch z.B. Methanol-Brennstoffzellen (Gumpert), während es auch „H2 Verbrenner“ (BMW Versuchsfahrzeuge) gibt, die zwar emissionsfrei aber eben nicht elektrisch arbeiten.

Ich habe die letzten 25 Jahre meines Berufslebens als Meister bei einem Opel-Händler verbracht, in der Zeit auch mit Opel durch gute und schlechte Zeiten gegangen – bin also durchaus „Opel-infiziert“. Ich habe auch bisher von Herrn Lohscheller eine ganze Menge gehalten. Wenn ich jetzt von den Wasserstoff-Träumereien lese, kann ich jedoch nur mit dem Kopf schütteln. Das ist für mich ein reines Programm um Subventionen abzufassen und die Ingenieure im Entwicklungszentrum zu beschäftigen. Was ist eigentlich aus den H2-Projekten auf Frontera und Zafira-Basis geworden? War an deren Nichtweiterverfolgung nur GM schuld?? Übrigens finde ich E-Corsa und E-Meriva sind durchaus schicke, vernünftige und noch bezahlbare Autos, solange ich aber nicht wenigstens einen kleinen Anhänger anhängen kann, kommen sie für mich nicht in Frage – von OTA und V2H hat bei Opel ohnehin noch niemand gehört. Schade – tschüss Opel

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