VW-Vorstand Schmall: „Der Elektromobilität gehört die Zukunft“

VW-Vorstand Schmall: „Der Elektromobilität gehört die Zukunft“
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Thomas Schmall, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Technik, hat 2015 eine wichtige Wende im VW Konzern eingeleitet. Damals übernahm er die Verantwortung für den Bereich der Komponentenfertigung, der bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich Verbrennungsmotoren und Getriebe produzierte. Schmalls Vision war es, diese traditionelle Produktionssparte in eine zukunftsweisende Elektromotoren- und Pulswechselrichterproduktion umzuwandeln.

Seit Beginn des Jahres 2021 agiert Schmall zudem als Technikvorstand von Volkswagen und hat kurz darauf ein bedeutendes Projekt in Angriff genommen: den Aufbau einer eigenen Batteriezellenproduktion im großen Maßstab. Im sehr großen Maßstab: Das Vorhaben könnte Volkswagen in die Lage versetzen, auf Augenhöhe mit den beiden Elektroauto-Marktführern Tesla und BYD zu konkurrieren. Die Folgen dieser Entscheidung fallen in eine Zeit, in der das Interesse der Branche an der Elektromobilität ein wenig zu schwinden beginnt. Was durch die Aufhebung von Mercedes’ „Electric only“-Strategie und Warnungen vor einem Rückfall in Verbrennungstechnologien unterstrichen wird, wie das Manager Magazin im Gespräch mit Schmall ausführt.

Auf dem „Power Day“ vor drei Jahren stellte Schmall die Pläne vor, bis 2030 sechs Batteriezellenwerke zu errichten. Dieses Vorhaben wurde als Volkswagens entscheidender Schritt in das Elektrozeitalter gefeiert. Der Aktienkurs reagierte sofort und sprang kurzzeitig um fast 20 Prozent. Trotz des aktuellen Kursrückgangs bleibt Schmall entschlossen, die gesteckten Ziele zu erreichen. Die Errichtung der Batteriezellenwerke verlief jedoch nicht ohne Herausforderungen. Nach einer der anfänglichen Euphorie stießen Schmall und sein Team auf Schwierigkeiten, was die Lieferung der Zellen betrifft. Ein Jahr nach der Ankündigung gründete Volkswagen die Tochtergesellschaft PowerCo, die die neuen Werke bündelt und die Fachkräfte aus über 50 Nationen zusammenführt, um die Zelltechnologie voranzutreiben.

Mit mehr als 1500 spezialisierten Mitarbeiter:innen arbeitet die Tochtergesellschaft daran, ein einzigartiges Zellformat zu entwickeln. Dieses wird derzeit in China auf einer Produktionslinie gefertigt und soll später in die deutschen Werke integriert werden. Volkswagen plant die Zellproduktion 2025 in Salzgitter aufzunehmen und in den folgenden Jahren weitere Standorte in Valencia und Kanada zu eröffnen. Schmall betont, dass die anfänglich hohen Investitionen und der politische Druck, die Transformation der Autoindustrie zu verzögern, keine Gründe für einen Rückzug sind. Er sieht die Elektromobilität weiterhin als die Zukunft der Branche.

Die politische Unterstützung für Elektroautos ist in letzter Zeit zurückgegangen. Dennoch erwartet Volkswagen, dass sich die Elektromobilität in Europa durchsetzen wird. Der Konzern bereitet sich darauf vor, bis 2030 einen Elektroanteil von 70 Prozent zu erreichen. Schmall unterstreicht die Notwendigkeit verlässlicher politischer Rahmenbedingungen, um die teure Übergangsphase zu verkürzen. Etwas worauf auch VW Konzernvorstand Oliver Blume pocht.

Trotz der Wettbewerbsvorteile von etablierten Elektroautobauern und Zellherstellern ist Schmall zuversichtlich, dass Volkswagen mit eigenen Batteriezellen erfolgreich sein wird. Das Unternehmen plant, mit strategischen Partnerschaften und Investoren die erforderlichen Mittel aufzubringen, um den Aufbau der Batteriezellenproduktion zu finanzieren, wie er abschließend im Interview mit dem Manager Magazin zu verstehen gibt.

Quelle: Manager-Magazin – VW-Technikvorstand warnt vor Comeback der Verbrenner

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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