Experten äußern Kritik an „Lobbyistenschreiben“ von 170 Wissenschaftler aus aller Welt

Experten äußern Kritik an "Lobbyistenschreiben" von 170 Wissenschaftler aus aller Welt

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Wie groß ist der Beitrag von E-Autos für den Klimaschutz? Möglicherweise liegt er weit niedriger als seit Jahren versprochen. Zumindest haben sich 170 Wissenschaftler aus aller Welt in einem offenen Brief an die EU-Kommission entsprechend geäußert. Grundaussage „Die Politik habe sich grundlegend verrechnet“. Doch dieser Meinung sind nicht alle Experten und üben daher Kritik an den Wissenschaftlern.

Professor Christian Rehtanz von der TU Dortmund kritisierte den Brief offen: „Der Brief ist hochgradig peinlich. Es ist ein wissenschaftlich verbrämtes Lobbyistenschreiben, welches krampfhaft versucht, die Kolbenmaschinen (Lehrstuhldenomination von Prof. Koch des KIT) zu retten.“ Zur Einordnung: Professor Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hatte zusammen mit Kollegen der EU-Kommission einen grundlegenden Rechenfehler vorgeworfen.  Der Strom-Mix sei schlicht falsch berechnet worden. „Die Frage ist nicht: Elektroauto oder Verbrenner. Die Frage ist: fossil oder nicht„, so Koch. Der Zeitpunkt der Kritik ist gut gewählt. Die EU ist gerade dabei, ihre CO2-Vorgaben für neu zugelassene Autos in Europa noch einmal zu verschärfen.

Professor Martin Wietschel vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung schrieb in einem Beitrag für das Science Media Center, Koch stelle die Frage, ob für den von E-Autos verbrauchten Strom der CO2-Ausstoß des Strommix insgesamt anzusetzen sei oder aber der CO2-Ausstoß des Grenzstrommix, also zusätzlich nötigen Stroms. Dabei gebe es laut Wietschel für beide Positionen entsprechende Argumente. Laut ihm sei es aber wissenschaftlicher Standard die Verwendung der Durchschnittsemissionen anzusetzen. Denn Grenzstromemissionen ließen sich nicht klar zuordnen. Des Weiteren gilt es zu bedenken, dass E-Autos künftig als flexible Speicher für überschüssige Wind- und Sonnenenergie dienen könnten.

Patrick Jochem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt führt weiter aus: „Der Brief greift einen validen Punkt auf“, greife aber an einer Stelle zu kurz. Denn E-Autos könnten die Energiewende in der Stromerzeugung beschleunigen und zu negativen marginalen Emissionen führen, „insbesondere, wenn man die E-Pkw als mobile Speicher“ in das Energiesystem integriere.

Quelle: Zeit.de – Forscher streiten über Klimabilanz von E-Autos

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Ob diesen Gegenbeitrag genauso viele lesen werden?

Den Halbwahrheiten wird immer mehr gegelaubt, deshalb muss den Halbwahrheiten auch immer und in viel stärkerem Maße mit einer Richtigstellung begegnet werden, sonst werden sie in den Köpfen zu „Wahrheiten“.

Das sah man in den USA während der Trump-Jahre und bei uns aktuell im Fall von Corona. Alle werden sich von den Richtigstellungen nicht erreichen lassen, die Halbwahrheiten haben sich bei Etlichen im Kopf festgesetzt – auf dieses Prinzip bauen die Populisten weltweit und seit Jahrhunderten.

Also, vor 2 Wochen hatten wir in der Schweiz eine Abstimmung (direkte Demokratie) über ein neues CO2 Gesetz:

Das Gesetz sieht vor, dass die CO2-Abgabe auf Heizöl und Erdgas erhöht wird und dass der Benzinpreis steigt (ca. 12 Rappen) steigt.
Auch das Fliegen soll teurer werden – wegen einer Flugticketabgabe von 30 Franken (EU Flüge) und 120 Franken (Interkontinentalflüge). Es wurde als sehr moderat bezeichnet und von fast allen Parteien unterstützt.

Diese Abgaben wären den Leuten über die Krankenkasse fast vollumfänglich zurückgezahlt worden, abgesehen von einem Beitrag in die CleanTech Industrie.

  • Wer war gegen das Gesetz? Die Öl-H2-Lobby und der Hauseigentümerverband (HEV).
  • Welche Partei war gegen das Gesetz? Die Rechtspopulistische Messerstecher und Stiefeltreter Partei.
  • Was waren deren Argumente: Totale Angstmacherei der übelsten Sorte. So wie im Artikel „Rechnet die Politik beim E-Auto falsche“. Exakt dieselben Argumente und oberpeinlichen Äusserungen in manchen Kommentaren.
  • In welcher Art haben die Gegner die Argumentation geführt: äusserst gehässig und unglaublich abstossend, widerlich, oberpeinlich, wie halt eben die ganze Rechte Sauce seit Jahrzehnten argumentiert. Man hat sich da buchstäblich zum Affen gemacht.

Resultat: 51.6% Nein, 48.4% Ja, also der Status Quo wird weiter erhalten bleiben 🙁

Ich glaube fast, dass wir Demokratien an einem Wendepunkt stehen.
Wir müssen diese ganze Öl-H2-Lobby als eine Art weltweit operierendes Mafia-Kartell sehen, das über fast unerschöpfliche Geldmittel verfügt, und seine Felle davonschwimmen sieht und sich jetzt in einer Art „The Empire Strikes Back“ aritkuliert. Wenn wir uns vor Augen halten, dass bis vor 10-20 Jahren dieses Kartell ganz unangefochten operieren konnte, und nota bene auch die Autoindustrie und somit auch die Politik fest im Griff hat. Ein Anruf eines dieser Manager im Kanzleramt genügt und die Fahne dreht sich gegen den Wind.

Ich bin mir sicher, dass die Millenials und auch die Jugend sich das nicht mehr länger gefallen lassen wird. Es wird soviel politischer Druck aufgebaut werden, dass auch ein Grossteil der Leute mitgezogen wird, um dieses Kartell endlich in die Schranken zu weisen, und das ist ganz dringend uns sehr schnell nötig.

1+

Geistige Brandstiftung ist einfach. Das Feuer wieder auszubekommen ist deutlich schwieriger. Genährt von Skeptikern und Leuten die einfache Antworten mögen brennt das Feuer immer weiter.

„Ein Akku hält nur 119.000 km“, „Die Produktion stößt 17t CO2 aus“ „Das E-Auto ist eigentlich dreckiger als der Verbrenner“ Sowas bleibt hängen in Köpfen, die nicht so gerne selber denken.

Farnsworth

Mit welcher Technik bewegen Sie denn in absehbarer Zeit die Warenströme dieser Welt? Bis jetzt lese ich nur Geschwafel über Theorien die es bis dato nicht einmal gibt. Es geht doch gar nicht um Autos mit Akkus. Ohne Erdöl bewegt sich bis jetzt har nix, außer das die Chinesen den Gesamtmarkt übernehmen. Mit fossilen und Kernkraftwerken. So wollen, aber können gar nix, weil die Grundlagen zu dem was Sie predigen fehlen. So einfach ist das. Sie bedienen sich fremder Technologien auf die weder Sie noch ich einen Einfluss haben.

Das ist genau so eine Argumentation wie sie Farnsworth beschreibt. Angstmacherei mit fadenscheinigen Argumenten.

China wird nicht immer grösser weil sie auf Kernkraft und Kohlekraftwerke setzen. Der Grund ist die uferlose ungebremste Globalisierung die wir aus Profitgier angestossen haben.

Weil wir den Chinesen ohne Zwang all unsere dreckigen Industrien aufgedrängt haben.

Weil wir dachten wir könnten mit ihnen verfahren wie wir es Jahrhunderte lang mit den Kolonien getan haben.

Aber China ist kein 3Welt Land. Sie expandieren weil wir es so angestossen haben. Und sie werden es auch ohne Kohle, Atomkraft und fossilen Brennstoffe tun.

Also verschonen sie uns mit ihrer substanzlosen Angstmacherei.

Last edited 4 Monate zuvor by Hiker

Die Bahn fährt schon seit Jahren elektrisch, ganz ohne Akku. Die wurde aber von der Autolobby kleingehalten.

Immer die gleichen fadenscheinigen Argumente.

Den Beitrag von Herrn Sinn habe ich mittlerweile geguckt und in dem anderen Thread ausführlich kommentiert. Ignorieren von wissenschaftlichem Konsens, verbogene Zahlen und weggelassene Tatsachen, damit das Argumentationskartenhaus hält. Reines Lobby Geschwurbel. Und Atomkraft als Lösung der Probleme… Lachhaft. Alles anprangern und keine Lösung liefern. Hauptsache noch ein paar Leute zum Verbrenner drängen.

Farnsworth

Dem ist nichts hinzuzufügen !

Vielleicht sollten Sie sich mit ihren Phobien einmal professioneller Hilfe bedienen – nur so ein Gedanke

Die Luft für die Ewiggestrigen wird immer knapper. Bedenklich ist, dass hier eine Autolobby, welche via PR Klimafreundlchkeit vorgaukelt, nichts unversucht lässt, um den Verbrenner weiterhin vermarkten zu können. Dieser Schuss könnte nach hinten losgehen. Denn der Fortschtschritt lässt sich durch rückwärts gewandtes Denken nie aufhalten. Man verliert einfach immer mehr den Anschluss an die Gegenwart und an die Zukunft sowieso. Von Glaubwürdigkeitsproblemen darf man schon gar nicht mehr sprechen. Eigentlich ist es peinlich für die Autolobby des letzten Jahrhunderts und eine Schande für sogenannte Wissenschaftler, welche Geld annehmen um Lobbyisten aus dieser Zeit zu unterstützen.

In dem Fall glaube ich noch nicht mal an die Auto-Lobby. Die schwenkt gerade komplett um. In dem Fall geht es um Forscher die ihr Leben lang an Kolbenmaschinen geforscht haben und letztlich sehen sie ihre Fördergelder wegschwimmen. Wenn die Autokonzerne, mit denen das KIT ja in Projekten zusammen arbeitet, den Verbrennungsmotoren den Geldhahn zudreht, heißt das, dass die Forschungsinstitute auch keine Förderprojekte mehr bekommen und das Institut von Herrn Koch eingestampft wird. So einfach ist das. Und wenn man sein leben lang an Kolbenmaschinen geforscht hat, wird es schwierig jetzt plötzlich was anderes zu machen.

Ist „Autolobby“ eine paranoide Verschwörungstheorie? – Teils-teils.
In der Tat ist der Umstieg auf Elektro Hersteller-getrieben. Für die Fahrzeughersteller wäre ein künftiger Flottengrenzwert von 50 gCO2/100km mit Verbrennern völlig utopisch.
Nur:

  • Wie soll der Verbraucher verstehen, dass er für ein Produkt minderer Verwendbarkeit (Reichweite, Verfügbarkeit) auch noch einen erhöhten Preis zahlen soll?
  • Gibt es denn für den Verbraucher neben dem „psychologischen Nutzen“ (Umwelt, vlt. Mode -> neuestes IPhone) irgendeinen greifbaren Vorteil?

Die gekaufte Wissenschaft erscheint immer wieder, egal in welchem Wissenschaftszweig.

Also zunächst mal verfolgt jeder Wissenschaftler auch seine eigenen Interessen. Ohne Fördergelder geht nicht und wenn die versiegen ist das für die betroffenen Wissenschaftler erstmal Mist. Und unter Garantie merkt das Prof. Koch seit mindestens 2 Jahren mehr als deutlich.

Auf der anderen Seite ist es denke ich für die Allgemeinheit dazu schwer zu verstehen, wie die Wissenschaft funktioniert. Man hat es ja durch das für viele suggerierte „hin und her“ der Wissenschaftler während Corona für die Öffentlichkeit sichtbar erlebt. Dorsten & Co haben nach ihrem aktuellen Wissensstand beraten. Da Corona neu war, wurde aber während der Pandemie dazugelernt und der Wissensstand änderte sich. Für die Öffentlichkeit kommt das dann einen „hin und her“ gleich, obwohl es lediglich eine Neubewertung nach Erlangung neuem Wissens ist. Über die Fakten hinaus haben dazu unterschiedliche Wissenschaftler auch noch unterschiedliche Meinungen, was jetzt auch nichts neues ist.

Aber im Artikel von Herrn Koch geht es ganz klar um persönliche Interesse seine Arbeit irgendwie am Laufen zu halten.

Wären Sie Wissenschaftler würden Sie Ihre Erkenntnisse doch auch zu Geld machen oder nicht? Was ich von Ihnen zu lesen bekomme ist zwar keine Wissenschaft, aber sie tun so… Wo kaufen Sie denn Ihr „Wissen“? Von Leuten, die nicht in der Lage sind über ihren eingeschränkten Horizont zu blicken. Haben Sie bemerkt, dass dieser Planet und wir uns nicht mehr hinter Mauern verstecken können? Mein Rat wäre, Sie würden z.B. den chinesischen Führer Ihre Wunschträume erklären. An Besten mit chinesischer Elektronik, die mit Dieselschiffen zu uns kommt. Wenn nicht ist ein Riesenhafen in China gerade dichtgemacht und was macht man hier ohne deren E-Mobilitätswaren? Basteln Sier dann diese Grundlagen in Deutschland selber? Dazu müssen Sie aber die altbekannte Mauer wieder dicht machen, bis Sie merken, das wir hier kaum noch Grundlagen haben. Nicht mal mehr Verbrenner um die Waren transportieren zu können. AUSVERKAUFT!

Und sie glauben ernsthaft, dass Verbrenner von dem geschlossenen Hafen nicht betroffen sind? Sie bauen heute nichts mehr ohne Waren aus China. Da sind nicht nur E-Autos von betroffen. Folgen der neoliberalen Wirtschaftspolitik. Würde man alles lokal produzieren, wären wir nicht betroffen. Aber es wird heute sich als in China produziert, weil es hier zu teuer ist. Die Produktionsarbeitsplätze sind größtenteils längst weg. Billiges Lebensgrundlagen zerstörenden Öl und Geldgier haben den Weg in dieses Hamsterrad geebnet. Nicht das Elektroauto.

Farnsworth

Last edited 4 Monate zuvor by Farnsworth

Ja so ist das im Leben – die „Arschlochdichte“ (Entschuldigung für das harte Wort) ist in allen Bevölkerungsgruppen in etwa gleich groß – das gilt natürlich auch für „Wissenschaftler“ 😉

und die Dichte derer, die nichts von Mathematik verstehen ist mindestens genau so gross. Der angebliche Beitrag von immer mehr BEVs wurde seitens der EU mit mathematischen Gleichungen berechnet, die unvollständig ( hier quasi selektiv) und damit falsch waren. Wenn man genau diese Gleichungen vollständig=richtig verwendet, kommt man zu dem Ergebnis der 170 Unterzeichner.

Mathematik ist ideologiefrei und lügt nicht.

Offensichtlich gibt es aber tausende Wissenschaftler, die zu anderen Ergebnissen kommen – und das mit der selben Mathematik- wie geht das denn jetzt zusammen 🙂

Also der Artikel von Prof. Koch war natürlich rein aus persönlichem Interesse. Ihm brechen die Fördergelder weg und er versucht sein Institut zu retten. Seine Kooperationspartner in der Autoindustrie schwenken mittlerweile alle auch Elektro um und stecken nur noch wenig Geld in die Weiterentwicklung von Kolbenmaschinen. So einfach ist die Sache.

Natürlich gibt es dann auch ganz schnell Gegenstimmen die vermutlich genauso motiviert von der Jagd nach Fördergeldern sind. Sei es für Erneuerbare Energien, Batterie-Forschung oder was auch immer.

Man sollte aber auch meinen (ist leider nicht so), dass alle wissen, dass das BEV alleine unser Klima nicht rettet. Wenn wir zur Erzeugung des zusätzlichen Strom nur die Kohle weiter hochfahren, ist keinem geholfen. Die Verkehrswende muss Hand in Hand mit der Energiewende laufen. Heißt Windkraft und Photovoltaik müssen stark ausgebaut und Speicherkapazitäten aufgebaut werden. Das hat der Staat in den letzten Jahren (danke an u.a. Herr Altmeier) absolut nicht auf die Kette bekommen. Wir wollen eine Energiewende schaffen aber die Förderung für PV wird immer weniger, der Aufbau von Windparks immer schwerer. Das passt nicht zusammen.
Da steckt mit Sicherheit nicht einmal nur die Öl-Lobby dahinter die Druck ausübt. Auch die Energieversorger haben sicherlich kein Interesse daran, dass sich die Leute selber mit Strom und sogar Wärme (Wärmepumpe) versorgen. Ist ja auch schlecht fürs Geschäft wenn jeder seinen eigenen Strom macht. Man könnte auch z.B. Mehrfamilienhäuser mit PV zupflastern und durch die vielen Parteien im Haus würde vermutlich kaum etwas eingespeist werden. Aber rechtlich ist das ein Albtraum wenn man seinen Mietern den eigenen PV-Strom verkauft. Das ist doch alles bescheuert.

Lieber Herr Kai Go. Leider ist alles nicht so einfach, wie sich das der Laie vorstellt. Ein Industrieland braucht eine stabile (Frequenz, Spannung, Strommenge) Stromversorgung, die leider mit Fotovoltaik und Wind alleine bei uns nicht möglich ist. Lesen Sie mal die Bücher von Leuten, die ihr Leben lang Energie produziert und sich im Detail Gedanken zu dem Thema gemacht haben, z. B. ‚Klimadämmerung‘ oder ‚Damit die Lichter weiter brennen‘. Die sind schon für Neues: Aber das muss funktionieren. Windkraftwerke an Land in Deutschland schaffen nur 84 sogenannte Volllasttage, das ist die Jahreserzeugung in GWh geteilt durch die installierte Leistung in GW. Dies ist ein Maß dafür, wie viel Energie Sie mit dem Wind erzeugen können. Wasser-, Kohle- und Kernkraftwerke schaffen 330 – 340 Tage (die restlichen 25 Tage sind für die Wartung) sofern Wasser bzw. Brennstoff vorhanden ist. Dieses Wissen stammt nicht aus Studien, es sind reale, gemessene Werte. Unser Land hat früher erst dann eine neue Technik eingesetzt, wenn sie erprobt und besser war als die alte. Das ist leider bei den E-Autos nicht der Fall, weil die Reichweite noch zu gering ist und die Ladung meist mit nicht erneuerbarem Strom erfolgen muss. Übrigens: E-Auto Batterien als Energiespeicher zum Abpuffern von Energieschwankungen nutzen funktioniert nur fürs Einfamilienhaus. Als Netzreserve geht das nicht und macht auch keinen Sinn, weil man entweder nur fahren oder den Strom anderweitig nutzen kann. Wir müssen in diesem Land endlich wieder dazu kommen, dass Experten aller Lager wieder miteinander diskutieren und nicht versuchen den jeweils anderen zu diffamieren!

Beide Seiten glänzen durch Voreingenommenheit und dadurch sich die Daten so zu legen, wie sie gerade ins Konzept passen. Keine Studie lässt sich einordnen, ohne den Auftraggeber zu kennen und glaube keiner Messung, die du nicht selbst gefälscht hast.
Fakt ist, das BEV ist politisch beschlossen und wird durch gedrückt. Es wurde schon viel zu viel Geld investiert um das noch mal rum zu drehen. Ob das nun sinnvoll für die Umwelt ist oder nicht ist völlig irrelevant.
Persönlich überzeugen mich aktuelle Modelle noch nicht, aber unsere Ingenieure werden schon Lösungen finden. Ich kaufe mir um das Jahr 2030 herum noch mal einen neuen Verbrenner und fahre den dann, wie alle meine privaten Autos ~15Jahre. Danach wird sich zeigen, was der Markt so zu bieten hat.
Ich bin zuversichtlich, dass bis 2045 die meisten Kinderkrankheiten der BEVs gelöst sein sollten.

Viel Glück mit dem Verbrenner beginnend 2030. Das wird richtig teuer.
Ich fahre seit 2 Jahren voll elektrisch, bin Ing und weise das die Dinger, die von Tesla, ausgereift sind. Auch das Ladenetzproblem haben die perfekt gelöst. Ich fahre heute schon mit 50% Verbrennerkosten.

Hierzu hätte ich mal die ehrliche Kostenrechnung gesehen. Gerade aus Gründen der Wirtschaflichkeit habe ich mir einen Verbrenner zugelegt, dem man zu Unrecht viel zu wenig Beachtung schenkt – CNG. Fährt sich prima, verbraucht nicht mehr als ein Diesel, wird besteuert wie ein Benziner und kann dank Biomethan auch regenerativ betrieben werden. Es gibt mehrere Veröffentlichungen, in denen die umwelt- und klimaschonenden Eigenschaften bestätigt wurden. Selbst das Fraunhofer Institut hat CNG-Fahrzeuge mit Biomethan betrieben als sinnvolle Alternative eingeordnet.

Sorry, wenn man einfach mal ein bisschen nachrechnen ist es ziemlich eindeutig. Das hat nichts mit Voreingenommenheit zu tun. Ein H2 Auto hat schließlich den selben Antrieb. Würde alles für H2 sprechen, wäre ich H2 Verfechter. E-Fuels sind noch verheerend schlechter. Da erzählen irgendwelche Wissenschaftler ähhh Lobbyisten, dass ja nicht genügend EE für E-Autos da wäre, aber für E-Fuels ist die 5 Fache Menge auf einmal überhaupt kein Problem.

Ich habe vorher schon einen Hybriden gefahren, der mit 45kWh/100km aus Benzin für einen Verbrenner hervorragende Verbrauchswerte hatte. Aber an die 14kWh/100km von meinem E-Auto kommt der einfach nicht ran. Zumal die aus dem Strommix schon heute zu 50% regenerativ erzeugt werden. Und ich gehe davon aus, dass ich den spätestens ab nächstem Jahr größtenteils aus eigenem PV Strom laden werde.

Farnsworth

Faktor fünf ist leider noch zu gering!
Für einen Liter E-Fuel werden 27 kWh Strom verbraucht. Selbst ein sparsamer Diesel (5 l/100 km) verbraucht somit 135 kWh für 100 km! Damit schafft ein sparsames BEV (15 kWh/100 km) 900 km!
Die Menge an EE für E-Fuels ist also leider eher mit Faktor 8 statt 5 anzunehmen!!
Aber Sie bemerken völlig richtig: Das ist kein Problem – der Ladestrom für BEVs kann aber nur mit Kohlekraftwerken generiert werden… (Sarkasmus aus)
Tatsächlich werden für die Energiewende die großen Speicher der BEVs essentiell wichtig sein, denn wo sonst soll die überschüssige Energie „gelagert“ werden?
Speicherung in H2 oder E-Fuels hat sehr hohe Umwandlungsverluste.
Speicherkraftwerke sind halt nur möglich, wenn ausreichend hohe Berge in der Nähe sind, oder sehr tiefes Wasser (mit hohem Aufwand für den Bau von versenkten Betonkugeln).

Ich möchte von Rand-Berlin nach Rand-Hamburg fahren. Das mit 4 Personen unter zeitlichem Limit. Bahn mit umsteigen und dann noch Taxi zu lange und zu teuer. Ab Dreieck Wittstock freie Fahrt. Wer kennt ein Auto, was dann nur 14kWh/100km mit Ladeverlust benötigt. All meine Probefahrten mit vielen Autos waren dann sehr, sehr weit von meinem Wunsch entfernt. Bleibt also dabei. Jeder wie er es benötigt. Sicherlich bis 2030 wohl zum Vorteil Stromer.

Sie nehmen Bedingungen, die physikalisch gar nicht einzuhalten sind als Argumentationsgrundlage? Auch 2030 wird kein Stromer alle diese Bedingungen einhalten können, da ihre Bedingung „zeitliches Limit“ sehr dehnbar ist. Laut Google Maps ist es von Hamburg Mitte bis Berlin Mitte 289km. Mein E-Up benötigt bei Tempomat 105 km/h 10kWh/100 km. Im Sommer würde er diese Distanz (Angenommenes Durchschnittstempo durch Stau/Baustellen und Stadtverkehr: 80km/h) in 3,6h schaffen, wenn auch mit wenig Restreichweite. Ich würde also einen 20 Minütigen Schnellladestop für eine angenehme Ankunft mit sicherer Restreichweite einlegen. Nach 4 Stunden wäre ich also da und hätte ihre Verbrauchsvorgabe locker unterboten.

Was auch immer Rand-Rand bedeutet und wie lang die Strecke dann ist. Ich nehme mal 240km an. Wenn man 105 Tempomat (also 100 fährt), kommt man sicherlich auf 95km/h Durchschnitt für den reinen Autobahn Anteil. Man ist also 2,5 Stunden auf der Autobahn unterwegs. Mit Tempo 150 schafft man erfahrungsgemäß einen Schnitt von 120 km/h.Wenn man Abschnittsweise ich schneller fährt kommt man vielleicht auf Schnitt 130. Man spart also max.30-40 Minuten für einen unverhaltnismäßig hohen Mehrverbrauch. Durch die Effizienz des E-Antriebs schlägt die Physik viel spürbarer durch, als bei einem Verbrenner. Ich vermute mit jedem ID.3 ist die Fahrt bei dem gleichen Tempo mit einem Verbrauch unter 14kWh zu bewältigen. Mit einem Model 3 ebenso. Wir reden hier letztendlich über 1st World problems. Weil Sie nicht bereit sind für Sonderfälle 30 Minuten mehr zu investieren, verbrauchen sie lieber noch 10 Jahre lang die 5 fache Energie aus garantiert rein fossilen Quellen. Genau das ist unser Problem: Keiner ist bereit seine Ansprüche runterzuschrauben. Also verhalten wir uns weiter so wie vorher.

Das führt vor Augen, wie dringend das Tempolimit benötigt wird. In NL gilt inzwischen Tempo 100 auf Autobahnen. Einfach vorbildlich.

Farnsworth

Lieber Herr Farnsworth, 10 kWh bei 105 km/h können nicht stimmen. Das wäre in einer Stunde eine Leistung von 10 kW. Eine alte Ente mit 12,5 PS (9,2 kW) schaffte nur 80 km/h. Also bitte keine Zeitungsenten verbreiten und bei der Wahrheit bleiben. Übrigens: Im ADAC-Test verbraucht der E-Up 16,7 kWh/100km. Schön, dass Ihre Angaben so leicht zu widerlegen sind. Also bitte nicht der Gegenseite Trickserei vorwerfen und selbst eine lange Nase kriegen wie Pinoccio.

Mein eAuto stinkt nicht, emittiere auch nach dem Kaltstart keine Schadstoffe und macht im Stadtverkehr deutlich weniger Lärm.
Ausserden lade ich zu Hause Ökostrom von einem Anbieter, der regenerativen Strom aktiv ausbaut

warum zur Hölle sollte ich einen Verbrennungsmotor kaufen. Der macht nichts besser

Um dein Haus nicht 500 km zum Laden mitzunehmen.

Riesentanker mit Rohöl tausende Kilometer über Meer schippern zu lassen und Tankwagen mit Benzin und Diesel hunderte Kilometer übers Land fahren zu lassen, da ist ok oder?

Stromleitungen werden einmal verlegt und dann werden nur noch Elektronen im Kabel bewegt. Und die Batterien im E-Auto werden zunehmend leichter, laden schneller und werden günstiger, so dass schon Ende des Jahrzehnt die E-Autos bei Preis, Gewicht, Tankzeit und Reichweite gleichziehen.

Die Verbrennerfahrer sollten dieses Jahrzehnt noch genießen – solange der Klimawandel die Politik nicht zu zu einem frühen Verbrennerende zwingt, was ich allerdings erwarte.

Die Ladestromambieter unterwegs sind auch verpflichtet Ökostrom zu verkaufen. Das Haus kann also zu Hause bleiben.

Farnsworth

Klar, natürlich kommt aus der Steckdose nur Ökostrom. Also diese Theorie ist ja schon längst widerlegt. Und deshalb ist das E-Auto auch nicht schadstofffrei, wie das immer glaubhaft gemacht wird. Der Dreck und Gestank wird halt für die wenigsten spürbar bei den Kohle-Kraftwerken emittiert. … btw CNG-Motoren fahren übrigens auch ohne Gestank. Die Zeiten des „weniger Lärm“ sind ebenfalls vorbei https://www.spiegel.de/auto/elektroauto-vorschrift-avas-akku-fahrzeuge-muessen-kuenftig-kuenstlichen-laerm-erzeugen-a-1ad4376f-a0db-4100-9c27-c9e71d7a803f. Es gibt also keine nennenswerten Vorteile mehr.

Milchmädchen, die Schadstoffe kommen jetzt aus dem Schlot des Kraftwerks, welches deine Batterie lädt. – Mir als Nicht-Großstädter stinkt das.
Um den Spritverbrauch insgesamt elektrisch zu substituieren, müssten wir die Stromerzeugung mehr als verdoppeln; und das bei Herunterfahren des Kohlestroms. – Kaum zu glauben.

Worauf Ihr in dem Artikel leider gar nicht eingegangen seid ist die entlarvende Behauptung in dem offenen Brief, e-Fuels seien die Lösung. Sowas kann doch nur von der konventionellen Automobilindustrie kommen. E-Fuels haben in der Gesamtbilanz einen dermaßen schlechten Wirkungsgrad (sprich: hohen Strombedarf), dass man sie keinesfalls für Landfahrzeuge einsetzen sollte. Allenfalls für Flugzeuge, bei denen das Gewicht von Batterien und die Größe von Wasserstofftanks ein Problem ist, wären sie vielleicht eine Option.

Ich bin erstaunt über soviel Ideologie statt sachlicher Argumente. Es gibt von Seiten der Ökolobby keinerlei Plan, wie die althergebrachten Energien durch neue ersetzt werden können, ohne dass die Versorgung zusammenbricht.

Dazu hat Karl May passende Sätze zu den Greenhorns gesagt:

‚Ein Greenhorn hat fünf Jahre lang Astronomie studiert, kann aber ebenso lange den gestirnten Himmel anstarren, ohne zu wissen, wie viel Uhr es ist. Ein Greenhorn steckt das Bowiemesser so in den Gürtel, dass er sich beim Bücken die Klinge in den Schenkel sticht. Ein Greenhorn macht im Wilden Westen ein so starkes Lagerfeuer, dass es baumhoch emporlodert, und wundert sich dann, wenn er von den Indianern entdeckt und erschossen worden ist, darüber, dass sie ihn haben finden können. Ein Greenhorn ist eben ein Greenhorn….‘

Bei uns wird kein Feuer auflodern und niemand erschossen. Es geht einfach das Licht aus!

Also: Wenn wir Industrieland bleiben wollen, brauchen wir eine verlässliche Energieversorgung mit stabiler Spannung und Frequenz und keinen volatilen Wind- oder Solarstrom. Wir brauchen ein verlässliches Transportsystem und falls es elektrisch ist, genügend Lademöglichkeiten dafür. All das muss erst geschaffen werden, unsere bisherigen Niederspannungsnetze in den Städten schaffen das nicht und sind zu schwach ausgelegt. Die Norweger heizen schon elektrisch und fahren E-Autos, haben aber den vierfachen Stromverbrauch. Dies verkraftet unser Land noch lange nicht.
Und noch eines: Deutschland produziert 2,26% des weltweiten CO2-Aufkommens. Wenn wir alle CO2-Verbraucher in Deutschland alleine abschalten, hat die Welt gar nichts davon.

Also liebe Greenhorns: Machen Sie einen Plan, wie Sie alles Alte ersetzen, damit es auch funktioniert und führen Sie das vor. Wenn das dann funktioniert, mache ich gerne mit. Am Schluss noch eine Bitte: Befassen Sie sich einmal mit den Argumenten der Gegenseite und überlegen Sie, wo diese Recht haben könnte.

Professor Koch hat nicht nur Recht mit der mathematischen Falschberechnung des Strommixes, es sieht in der Realität noch viel schlimmer aus. Schauen Sie einmal in das Portal der Bundesnetz-agentur smard.de, da finden Sie die stündliche Erzeugung aller Energieträger. Daraus können Sie ersehen, dass E-Autos ÜBERWIEGEND mit fossilem oder Atomstrom geladen werden müssen und das versaut die Umweltbilanz, selbst wenn wir die Batterieproduktion nicht mitbetrachten.

Erst lernen, dann nachdenken, danach schreiben. Das ist die richtige Reihenfolge.

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