Zwei von drei europäischen E-Auto-Fahrern wünschen sich mehr Ladepunkte am Arbeitsplatz

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Zwei von drei europäischen E-Auto-Fahrern wünschen sich mehr Ladepunkte am Arbeitsplatz

Die Möglichkeit, Elektroautos am Arbeitsplatz zu laden, wird in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle bei der Elektrifizierung des europäischen Verkehrs spielen. Die europäischen Bürger erwarten von ihren Arbeitgebern, dass sie zur Bewältigung der Klimakrise beitragen, indem sie elektrische Firmenwagen sowie die erforderliche Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen.

38 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass Elektroautos eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Klimakrise spielen. Da fast die Hälfte der Bürger erwägt, in naher Zukunft auf ein E-Auto umzusteigen, steigt der Druck auf Unternehmen und Arbeitgeber, elektrische Firmenwagen und eine ausreichende Ladeinfrastruktur bereitzustellen.

Derzeit laden europäische E-Auto-Fahrer am meisten zu Hause (73 Prozent) und am Arbeitsplatz (40 Prozent). Dennoch bemängeln 29 Prozent der E-Fahrer, dass es am Arbeitsplatz nicht genügend Lademöglichkeiten gäbe, 20 Prozent haben am Arbeitsplatz überhaupt keinen Zugang zu Ladestationen. 20 Prozent der E-Fahrer wünschen sich für die Zukunft zudem mehr Schnellladestationen an ihrem Arbeitsplatz.

Dies sind einige der Ergebnisse aus dem EVBox Mobility Monitor—dem jährlichen Marktforschungsbericht von EVBox, der zusammen mit Ipsos durchgeführt wurde und sich mit der Nutzung von Elektroautos und Hindernissen dafür beschäftigt. Teilgenommen haben an der Studie 3600 Bürger aus sechs Ländern: Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Norwegen und Großbritannien.

Der Bericht zeigt, dass nur einer von fünf der befragten Berufstätigen in Europa in einem Unternehmen arbeitet, das Elektroautos als Leasingoption anbietet. Großbritannien hat den größten Anteil an Unternehmen, die E-Autos in ihrem Geschäftsplan anbieten (27 Prozent) – während Deutschland (19 Prozent) im Mittelfeld vor Frankreich (16 Prozent), den Niederlanden (17 Prozent) und Belgien (18 Prozent) liegt. In Deutschland wünschen sich 48 Prozent der Bürger, die gerne elektrisch fahren möchten, dass ihre Arbeitgeber Elektroautos als Firmenwagen anbieten. Noch auffälliger ist dies in Belgien (55 Prozent), den Niederlanden und Großbritannien (52 Prozent).

Europäische Bürger erwarten von Unternehmen nachhaltiges Denken und Handeln

Europäische Bürger erwarten von den Regierungen, sich auf eine Politik zu konzentrieren, die für die Interessen unseres Planeten kämpft – aber es gibt auch steigende Erwartungen an Unternehmen, dieselbe Denkweise anzunehmen. Die Erwartungen der Verbraucher an Unternehmen sind höher denn je. Sie erwarten von ihnen, Schritte zu unternehmen, um Umweltfragen anzugehen, wobei die Nutzung von Elektromobilität eine Schlüsselrolle spielt.

„Von Elektromobilität im Unternehmen profitieren Mitarbeiter, die Gesellschaft und unser Planet. Diese Studie bestätigt, dass es einen wachsenden Druck auf Unternehmen gibt und diese jetzt die Chance haben, mit gutem Beispiel voranzugehen, indem sie ihre Flotten elektrifizieren und ihre Mitarbeiter zur Nutzung von Elektroautos ermutigen. Die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz ist ein entscheidender Faktor zur Beschleunigung der Einführung von Elektromobilität in Europa. Es ist ermutigend zu sehen, dass in Deutschland und in vielen weiteren Ländern mehr Anreize sowohl für E-Fahrer als auch für Unternehmen gesetzt werden. Das wird dazu beitragen, dass nachhaltiger Transport auf dem gesamten Kontinent Realität wird.“ – Hermann Winkler, Regional Director DACH bei EVBox

Ungefähr zwei von fünf europäischen Bürgern arbeiten für ein Unternehmen, das bereits eine nachhaltige Vision verfolgt. Während die Niederlande mit 42 Prozent und Norwegen mit 41 Prozent zu den Spitzenreitern gehören, befindet sich Deutschland auf dem vorletzten Platz (32 Prozent), knapp vor Frankreich (31 Prozent).

Anders verhält es sich bei folgendem Punkt: der Meinung der Bürger, dass Regierungen in der Corona-Krise nur Unternehmen finanziell unterstützen sollten, die nachweislich Maßnahmen ergreifen, um ihre Umweltbelastung deutlich zu reduzieren. Mit 44 Prozent starker Zustimmung befindet sich Deutschland hier auf dem zweiten Platz kurz hinter Frankreich (46 Prozent). Deshalb ist es ratsam, dass Unternehmen anfangen, genauso umweltbewusst zu denken wie ihre Mitarbeiter und Kunden.

Elektrifizierung von Firmenwagen und Flotten immer wichtiger und attraktiver

Die Elektrifizierung von Firmenwagen und Flotten wird v.a. durch nationale politische Maßnahmen gefördert, dabei spielen finanzielle Anreize eine entscheidende Rolle. Regierungen in ganz Europa beginnen damit, neue Benzin- und Dieselfahrzeuge zu verbieten. Dies wird in Großbritannien ab 2030 der Fall sein – Belgien plant ebenfalls ein Verbot für neue Firmenwagen mit Verbrennungsmotoren ab 2026, in Frankreich wird es bis 2040 ein Verbot für den Verkauf von Benzin- und Dieselfahrzeugen geben.

Derzeit wird in Deutschland die private Nutzung eines vollelektrischen Firmenwagens mit einem Listenpreis unter 60.000 Euro mit nur 0,25 Prozent des Listenpreises pro Monat besteuert. Bei einem Listenpreis über 60.000 Euro oder einem Hybrid-Firmenwagen beträgt die Steuer 0,5 Prozent des Listenpreises pro Monat. Im Vergleich dazu werden Firmenwagen mit Verbrennungsmotoren mit 1 Prozent besteuert.

In vielen anderen europäischen Ländern können Unternehmen und öffentliche Einrichtungen Zuschüsse beantragen, die einen bestimmten Prozentsatz der Kosten für die Ladestationen abdecken. In Deutschland können Unternehmen Zuschüsse von bis zu 3000 Euro pro AC-Ladestation und bis zu 30.000 Euro pro DC-Schnellladestation beantragen, wenn diese für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Quelle: EVBox – Pressemitteilung vom 26.01.2021

Über den Autor

Michael ist freier Journalist und schreibt seit 2012 fast ausschließlich über nachhaltige Mobilität, Elektro- und Hybridautos, Energiethemen sowie Umweltschutz.

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Warum kann man nicht einfach überall 3,7 KW Lader aufbauen….

Zumindest dort, wo die Straße sowieso aufgerissen wird, sollte es kostengünstig möglich sein, diese
Anschlüsse zu legen. Aber ich bin Laie und weiß nicht, warum in diese Richtung in meiner Region absolut gar nichts passiert.

Eine 230Volt Steckdose mit 16A abgesichert sollten alle Mitarbeiter zur Verfügung gestellt bekommen, unter der Maßgabe den Strom dafür natürlich zu bezahlen! Immerhin steht ein Auto während der Arbeitszeit etwa 6 ~ 9 Stunden auf dem Firmenparkplatz und da ist Ladeleistung nun wirklich nicht wichtig . . . >> Steht es (EV) . . . dann lädt es . . . .

Eine 230 Volt Steckdose mit 16 A abgesichert sollten alle Mitarbeiter zur Verfügung […]

Grundsätzlich ja … aber bitte nicht als Schuko-Dose:

  1. Mit 16 A Last absolut grenzwertig und nicht dauerhaft betriebssicher!
  2. da ohne „Protokoll“ keine Sicherheit gg. „versehentliche oder absichtliche Sabotage“!

Inzwischen gibt es (schon im Unternehmensinteresse!) AFAIK doch rel. preiswerte Lastverteilungen plus 11-kW-Wallboxen, die die obigen Schwachpunkte sicher vermeiden!
Eine „Typ-2-Anschluß-Möglichkeit“ besteht doch so gut wie für jedes eAuto!

Last edited 1 Monat zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Eine Camping Steckdose (CEE 1-polig 16A blau) reicht. Absicherung 16A träg für Dauerstrom und FI Schalter. Zuleitung ab Verteilerschrank 3×1.5mm2. Dann von der Camping Steckdose weiter an das Auto entweder mit dem NRGkick (Österreich) oder dem Juice Booster von Christoph Erni (Schweiz)

In der Schweiz gibt es sogar noch eine Steckdose Typ15, 10A, 3-phasig und damit fast 7kW oder ca. 35km/h. 🙂

Last edited 1 Monat zuvor by Markus Doessegger

Eine Camping Steckdose (CEE 1-polig 16A blau) reicht. […]

Nö!
Auch eine CEE 1-polig 16A blau ist ohne „Protokoll“, bietet also in sich keine Sicherheit gg. „versehentliche oder absichtliche Sabotage“! Und der Arbeitgeber wird sich zweimal überlegen, ob er sowas „in Mengen“ auf einem kaum überwachten, ggf. weitläufigem Parkplatz einrichtet (oder überhaupt einrichten darf?)!

Oh doch! Lesen Sie genau was ich gechrieben habe.

Ich sagte: ab Steckdose mit NRGkick oder Juice Booster. Ich lade meinen Tesla Roadster und mein Tesla Model 3 stets so, wenn ich ausswärts bin und nur eine CEE Dose zur Verfügung habe. Funktioniert jedesmal fehlerfrei und absolut perfekt.

Christoph Erni, der Projektleiter, wohnt 2km von mir entfernt, hat einen Tesla und hat den Juice Booster genau für solche Fälle entwickelt. Sie können sicher sein, dass ich zumindest in diesem Fall genau weiss, was geht und was nicht geht.

Mag sein, dass Sie in Deutschland ein gröberes Problem mit Vandalismus haben.

Zugegeben, ein Arbeitgeber wird ev. schon eine Wallbox einrichten.

Wenn ich aber bei einem Bauunternehmen arbeiten würde, gibt es da jede Menge CEE Dosen, die schon vorhanden sind. Die sind jeweils einzeln abgesichert. Zumindest bei uns in der Schweiz.

Ich schrieb:

eine CEE 1-polig 16A blau ist ohne „Protokoll“, bietet also in sich keine Sicherheit gg. „versehentliche oder absichtliche Sabotage“!

Sie unterscheidet sich in DIESEM Punkt ja nicht von 230-V-Schuko-Dosen. Und
was immer dahinter angeschlossen wird, ändert nichts an der Sicherheitslücke!

Im Verlaufe Ihrer Antwort schrieben Sie:

[…] Zugegeben, ein Arbeitgeber wird ev. schon eine Wallbox einrichten.

Ja, ich denke, wir können uns darauf verständigen, dass ein verantwortungsbewusstes Unternehmen sich doch eher hüten wird, auf einem Firmenparkplatz 50, 100 oder gar 200 offene, jederzeit stromführende, nichtverriegelnde Steckdosen aufzustellen!

3×1,5mm2 als Zuleitung wohl eher nicht. In Deutschland wird schon ein E-Herd mit 2,5mm2 angeschlossen. Das ist auch das mindeste für eine Ladedose.

Last edited 1 Monat zuvor by KaiGo

Ich kenne die Vorschriften in der Schweiz, da ich selber Elektroinstallationen mit Fähigkeitsausweis ausgeführt habe. Ausserhalb des Schaltschrankes darf die Zuleitung als Kabel um einen Queschnitt reduziert werden. Habe dies bei mir zu Hause so gmacht und das Elektrizitätswerk hat die Abnahme als korrekt taxiert und das steht auch so im Normenkatalog der Schweiz. Die Installation läuft seit 10 Jahren perfekt und ohne Probleme.

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