E-Autos mit weniger Pannen, aber mehr Rückrufen als Verbrenner

E-Autos mit weniger Pannen, aber mehr Rückrufen als Verbrenner
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Daniel Krenzer
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Mit der zunehmenden Anzahl an Elektroautos ändert sich auch die Arbeit in den Werkstätten. Dass die Arbeit weniger wird, lässt sich anhand einer Auswertung von Uscale jedoch widerlegen. Zwar erleiden demnach Elektroautos deutlich seltener Pannen, doch dafür kommt es häufiger zu technischen Defekten und Problemen mit der Software. Die Anzahl der notwendigen Arbeiten ändert sich also offenbar für Werkstätten bislang durch E-Autos kaum, ändert sich jedoch zunehmend in ihren Schwerpunkten.

Für die Ergebnisse hat Uscale 2154 E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer befragt und ihnen 404 Fahrende von Verbrennerfahrzeugen gegenübergestellt. Das Durchschnittsalter aller Fahrzeuge in der Studie lag bei drei Jahren. „Die Auswertungen zeigen, dass E-Autos deutlich seltener die Pannendienste beschäftigen als die Vergleichsgruppe der Verbrenner-Fahrzeuge„, schreibt das Marktforschungsinstitut. Gleichzeitig liege die Zahl technischer Probleme und Rückrufe höher. Die Unterschiede zwischen den Marken seien jedoch erheblich: Fahrzeuge von Skoda, Audi und Opel müssten deutlich häufiger in die Werkstatt, die von Mercedes, BMW und Nissan deutlich seltener. „Die Reparaturen von E-Autos sind in vielen Fällen schwieriger als geplant. Jeder fünfte Nutzende wartet länger als erwartet. Gleichzeitig verbessern die Werkstätten ihre Perfomance und auch die Häufigkeit der Werkstattaufenthalte geht deutlich zurück“, erläutert Uscale.

Wie erwartet sei der Aufwand der Werkstätten im Bereich Software und Digitales dagegen deutlich gestiegen. Das betreffe vor allem die Software-Updates, die mit 63 Prozent mehrheitlich in Werkstätten und nicht „over the air“ – wie beispielsweise bei Tesla – erfolgen. Das ärgert Kunden, die von ihren Smartphones anderes gewohnt sind und noch dazu wertvolle Zeit in Werkstätten verlieren, stellt das Marktforschungsinstitut fest. Im Vergleich zu Benzin- und Diesel-Fahrzeug-Fahrern haben die E-Mobilisten mit ihrem Auto jedoch einen geringeren Inspektions- und Wartungsbedarf, auch Saison-Checks werden deutlich seltener nachgefragt, heißt es weiterhin. Ebenfalls deutlich sinkend sei der Bedarf an Verschleißreparaturen.

E-Auto-Fahrer haben andere Bedürfnisse

„Nicht nur bei E-Autos nehmen digitale Dienste zu und die Fahrzeug-App wird wichtiger; auch die E-Auto-Fahrer sind digital-affin und wünschen sich verstärkt digitale Kontaktkanäle zu den Werkstätten“, schreibt Uscale außerdem. Im Vergleich zu Verbrenner-Fahrern sehen die Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos in Software-Updates grundsätzlich einen hohen Mehrwert, sind neuen digitalen Angeboten gegenüber aufgeschlossen, wünschen sich zusätzliche Services und nutzen öfter die Marken-Hotline, führt Uscale aus. Der persönliche Kontakt bleibe eine Vorliebe der Verbrenner-Fahrer.

Insgesamt ließen die Werkstätten allerdings noch viele Wünsche der E-Auto-Fahrer offen. Ein Beispiel wird in der Pressemitteilung von Uscale näher ausgeführt: 73 Prozent der E-Auto-Fahrenden erwarten demnach, dass ein von der Werkstatt gestellter Ersatzwagen ebenfalls elektrisch ist. Während jedoch kein Verbrenner-Kunde erwartet, dass die Werkstatt das Fahrzeug nach der Reparatur umsonst auftankt, meinen 32 Prozent der Elektroauto-Fahrer, dass das kostenfreie Aufladen für sie „in jedem Fall“ oder „eigentlich“ dazugehört.

Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von Uscale, sagt: „Viele Werkstätten haben die Sorge, dass Ihnen mit der Elektromobilität die Arbeit ausgeht. Diese Sorge scheint bis auf Weiteres unbegründet. Langfristig ist jedoch damit zu rechnen, dass das Qualitätsniveau der Elektroautos weiter steigt und Werkstattbesuche zurückgehen.“ Zudem gibt er zu bedenken: „Nicht nur die Fahrzeuge werden digitaler werden, sondern auch die Kunden. E-Auto-Fahrende bevorzugen digitale Kontaktwege und sie sind bereit, umfassend Daten aus ihren Fahrzeugen mit der Werkstatt zu teilen, wenn dadurch die Dienstleistung verbessert wird. Hier liegt auch eine große Chance für die Werkstätten.“ 

Bei der Diskussion um die Sorge vor Werkstätten, denen die Arbeit ausgehen könnte, wird jedoch häufig vergessen, dass durch den demografischen Wandel und den bevorstehenden Ruhestand bald viele Werkstattmitarbeiter ausscheiden werden. Der teils schon deutlich spürbare Fachkräftemangel könnte sich also deutlich verschärfen – und dem wiederum könnten wartungsärmere Fahrzeuge entgegenwirken.

Quelle: Uscale – Pressemitteilung vom 9. April 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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