„Steht er, dann lädt er“: E-Fahrer wünschen sich deutlich mehr Lademöglichkeiten

„Steht er, dann lädt er“: E-Fahrer wünschen sich deutlich mehr Lademöglichkeiten

Copyright Abbildung(en): North Monaco / Shutterstock.com

Eine gut funktionierende öffentliche Ladeinfrastruktur ist zentral für die erfolgreiche Verbreitung der E-Mobilität in Deutschland. Pünktlich zum Beschluss der europäischen Kommission zum Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur hat das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen UScale die Einschätzungen und Bedarfe von E-Auto-Fahrern. Eine Umfrage von gut 1800 E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrern zeigt, welche Erfahrungen sie mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur gemacht haben – und wo sie Ausbau- und Optimierungsbedarfe sehen.

E-Auto-Fahrer nutzen der Umfrage zufolge eine Vielzahl an Lademöglichkeiten. 76 Prozent der Befragten haben zuhaue eine Ladelösung (meist eine Wallbox). Dennoch nutzen auch sie (halb-)öffentliche Ladeinfrastruktur. Im Durchschnitt über alle Befragten und abhängig von ihren individuellen Ladelösungen werden 39 Prozent der aufgenommenen Energiemengen (halb-)öffentlich geladen. Dabei fällt insbesondere die hohe Bedeutung von Ladevorgängen auf Kundenparkplätzen (12 Prozent) auf.

Elektroauto-Ladestrom
UScale

Die Befragung zeigt, dass öffentliche Ladeinfrastruktur für jedes Ladeprofil von Relevanz ist. Unter den Nutzerinnen und Nutzern findet sich zudem eine große Mehrheit, die möglichst jede Gelegenheit zum Laden nutzt – unabhängig davon, ob der Batteriefüllstand das erfordert oder sie eine Lademöglichkeit zuhause oder beim Arbeitgeber haben. Die häufig genannte Devise unter E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrern lautet: „Steht er, dann lädt er.

Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur: AC vor DC

Mehr als 90 Prozent der Befragten sehen einen massiven Ausbaubedarf von öffentlichen Ladesäulen und diesen am größten an Parkplätzen innerorts und in Wohngebieten. Der weitere Ausbau von Schnellladern wird vor allem außerorts begrüßt. Innerorts findet sich eine Präferenz für langsames Laden. Einer der Studienteilnehmer sei der Meinung, dass „das Potenzial von vielen relativ schwachen Ladepunkten, die den Menschen dort zur Verfügung stehen, wo das Fahrzeug eh steht, unterschätzt“ werde, so UScale. Die folgende Grafik zeigt, wo E-Fahrer den größten Ausbaubedarf sehen.

Elektroauto-Ladeinfrastruktur-Ausbau
UScale

83 Prozent der Befragten haben bereits Erfahrungen mit Problemen beim Laden gemacht. Am häufigsten werden Probleme beim Ladestart (74 Prozent) und mit Ladeabbrüchen (50 Prozent) genannt. Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonen wiederholt, wie entscheidend aus ihrer Sicht eine zuverlässig funktionierende Ladeinfrastruktur für den Erfolg der Elektromobilitäts-Offensive in Deutschland ist.

Die zahlreichen Akteure – vom Ladesäulenhersteller, über den Energieversorger, die Kommunen und Gemeinden bis hin zum Fahrzeughersteller – sollten gemeinsam Lösungen erarbeiten um die Zuverlässigkeit der öffentlichen Ladeinfrastruktur zu erhöhen, schließt UScale.

Quelle: UScale – Pressemitteilung

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Ich sehe vor allem das Problem bei Autonutzern,

  • welche über keinen eigenen Stellplatz mit Lademöglichkeite verfügen, und
  • welche oft in ländlichen Bereichen unterwegs sind.

Innerstädtisch können zwar viele AC-Ladestationen errichtet werden, ob dies etwas nützt ist fraglich, zumal die meisten eher als Parkplatz genutzt werden.
Ein gut ausgebautes und verteiltes Schnellladernetz an Tankstellen, Einkaufszentren, Parkplätzen, etc. wäre sehr hilfreich. Umso schneller, desto mehr BEVs können an einer Säule abgefertigt werden.
Und, schafft diese PHEVs und Car-Sharer von den Ladestellen, AC insbesondere, die blockieren und parken mehr, als dass sie wirklich laden wollten.

Wie ich schon mal schrieb: Liebe Besitzer von großen Park-Plätzen (z.b. Möbelhäuser), baut die Ladeplätze bitte in die letzte Reihe nicht in die erste. Wenn sie in der ersten Reihe stehen werden sie häufig von Leuten missbraucht die gar nicht laden müssen, sondern den Platz benutzen, weil sie dann bequem in der ersten Reihe parken können.

Keiner stellt sich freiwillig in die letzte Reihe, wenn er das nicht muss. So würde man als E-Autofahrer auch häufiger eine freie Ladesäule finden.

Als jemand der eine Lademöglichkeit zu Hause hat, habe ich es mir inzwischen abgewöhnt an öffentlichen Ladesäulen zu laden, wenn ich nicht gerade weit weg von zu Hause bin und auf eine Ladung angewiesen bin.

Farnsworth

Dazu muß man fairerweise auch sagen, dass sich die reinen BEV-Fahrer auch nicht alle mit Ruhm bekleckern was die Nutzung öffentlicher Ladesäulen angeht. Ich habe vor Kurzem einen ID3 mit Kölner Kennzeichen gesehen, der Rückwärts zentral vor einer Ladesäule mit 2 Ladepunkten geparkt hat und dadurch beide Parkplätze belegte. Der zweite Ladepunkt war dadurch nicht mehr nutzbar.

Wir haben gerade eine 4000 km Tour nach Schweden hinter uns. Hat funktioniert, aber defekte Ladesäulen haben uns mehr als einmal den Tag versaut. Einmal mussten wir sogar zur nächsten Säule geschleppt werden – großen Dank an die HUK die das anstandslos geregelt haben.
Einige Säulen werden in den Apps sogar als funktionierend gemeldet, gehen aber nicht. Und in diesem Zustand bleiben sie manchmal wochenlang. Wäre schön, wenn es da einen A-Tritt Mechanismus gäbe à la Bundesnetzagentur.

Es fehlt am Ausbau der Ladesäulen im Handel. E-Center, Rewe-Center, Kaufland und ähnliche müssten viel mehr Ladesäulen aufstellen.
Bei unserem E-Center sind die 2 AC-Lader immer belegt. Als ich zum letzten Mal bei unserem Autohof tankte, war keiner der neuen 4 Schnelllader belegt.

Die erste Grafik zeigt, wo was geändert werden muß.
Es sind die Arbeitgeber, die Lademöglichkeiten anbieten müssen.

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