Auch günstige Wallboxen überzeugen im ADAC-Test

Auch günstige Wallboxen überzeugen im ADAC-Test

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Mit dem Elektroautomarkt wächst die Nachfrage nach Wallboxen, um das Elektroauto zuhause aufladen zu können. Neben der staatlichen Förderung für die Fahrzeuge werden der Kauf und die Installation einer Lademöglichkeit daheim mit 900 Euro von der KfW bezuschusst. Der ADAC hat sechs Wallboxen getestet, die nicht nur förderfähig sind, sondern sich auch in Verbindung mit einer Smartphone-App nutzen lassen.

Testkriterien waren Sicherheit, Funktion, Ausstattung, Lieferumfang und Montage sowie die Nutzung per App. Alle sechs Wallboxen laden sehr zuverlässig, Unterschiede gibt es insbesondere beim Bedienkomfort, der Ausstattung und der App-Funktionalität. Eine Wandladestation scheiterte jedoch bei der Sicherheitsprüfung und musste entsprechend abgewertet werden.

Der Testsieger Kostad (Note 1,8) ist zwar eine teure Wallbox (über 1100 Euro), aber auch umfangreich ausgestattet. Mittels der App lässt sich der Ladestrom in Echtzeit einstellen sowie der Energieverbrauch komfortabel ablesen. Kostad hat das getestete Modell TX-1000 inzwischen aus dem Programm genommen. Da es auf der Terra AC-Wallbox von ABB basiert, sollten die Ergebnisse darauf übertragbar sein.

Die beiden zweit- und drittplatzierten Boxen von Vestel und Volkswagen sind kostengünstiger (knapp 800 bzw. 700 Euro) und schneiden ebenfalls gut ab (2,1). Die Wallbox von Vestel besticht durch zeitgesteuertes Laden über die App, die VW ID. Charger Connect mit besten Sicherheitseigenschaften und einer insgesamt fehlerfreien Funktionalität. Beide lösen die Kabelaufbewahrung vorbildlich: Bei VW lässt sich das Ladekabel komfortabel um die Boxen wickeln, bei Vestel der Stecker zusätzlich in einer Steckergarage parken.

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ADAC

Die hesotec electrify erzielt die Note 2,2 und landet an vierter Stelle. Die Design-Wallbox aus Edelstahl kann bei der Ausstattung nicht überzeugen und ist mit über 1000 Euro relativ teuer. Pluspunkte sind ihre Zuverlässigkeit und eine individualisierbare Statusanzeige.

Befriedigend (Note 2,6) zeigt sich die Box von STARK-IN-STROM.DE. Positiv bewerten die Tester den modularen und damit reparaturfreundlichen Aufbau, den geringen Verbrauch im Stand-by-Modus und die Möglichkeit der Sprachsteuerung über die App. Negativ ins Gewicht fällt, dass die Wallbox die Ladung beim Simulationstest mit einer gasenden Autobatterie nicht unterbrach. Eine vom Hersteller angekündigte neue Version der Wallbox soll dieses Problem nicht mehr aufweisen.

Testverlierer scheitert bei der Sicherheit

Testverlierer und gleichzeitig durchgefallen mit der Note 5,0 ist die EVBox Elvi, die an der Sicherheitsprüfung scheiterte: Die integrierte Überwachungseinrichtung für Gleichstromfehler löste in einer Messreihe nicht aus. Dies könnte zum „Erblinden“ des Schutzschalters in der Hausinstallation und in der Folge zu einem Stromschlag führen. Außerdem: Stellt der Elektroinstallateur diesen Fehler bei der Inbetriebnahme fest, muss er die Abnahme verweigern. Der Hersteller hat bereits reagiert und bietet ein entsprechendes Firmware-Update an.

Wichtig für eine Kaufentscheidung sind nicht nur der Preis für Anschaffung und Montage, sondern auch die Kosten durch den Stromverbrauch im Stand-by-Modus: Diese reichen von weniger als 4 Euro (STARK-IN-STROM.DE) bis zu über 13 Euro (hesotec electrify) jährlich. Der ADAC rät zudem, beim Kauf auf vollständige Bedienungs- und Montageanleitungen zu achten, die zudem auf der Homepage des Herstellers und idealerweise per QR-Code an der Wallbox abrufbar sind. Auch eine Konformitätserklärung sollte beiliegen oder zumindest per Download einsehbar sein.

Der ADAC Test zeigt, dass günstige Wallboxen sicher sind und zuverlässig laden. Wer wenig Wert auf Zusatzfunktionen legt und nur sein Auto laden möchte, ist mit einer simplen und günstigen Wallbox gut bedient. Wer hohen Bedienkomfort und eine umfassende App-Funktionalität wünscht, sollte den Funktionsumfang genau prüfen. Beides variiert deutlich.

Quelle: ADAC – Pressemitteilung vom 04.05.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Die Teuerste kostet knapp 1200 Euro, die Preiswerteste knapp 700 Euro.
Gibt aber auch gute professionelle Wallboxen um die 500 Euro.
Und die aufgezählten Software Funktionen bieten heute auch die meisten E-Autos.

Ob die Preise so hochgegangen sind, weil der Staat hier 900 Euro dazu gibt?
Beim letzten ADAC Test wurden noch preiswertere Wallboxen getestet.

Last edited 4 Monate zuvor by Highforest

Wir haben im November letzten Jahres die gekauft: https://www.eon.de/de/pk/e-mobility/produkt-drive/eon-drive-powerbox-comfort.html
Da die Leitungen im Carport schon lagen, war das eine einfache Übung. Die Förderung gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Ob die Preise so hochgegangen sind, weil der Staat hier 900 Euro dazu gibt?

Nun ja, wer keinen Anschluss hat, muss buddeln und Erdkabel verlegen oder was auch immer, das wird teuer. Davor schrecken doch viele zurück.
Nebenbei bemerkt, es ist ein Dschungel: https://www.net4energy.com/de-de/mobilitaet/wallbox-foerderung

Das könnte vielleicht auch daran liegen, dass das alles Wallboxen sind, die den Förderrichtlinien entsprechen. Heißt die müssen sich vom Netzbetreiber prinzipiell fernsteuern lassen. Den ID Charger von VW gibt es ja z.B. auch in günstigeren Ausführungen.

Wir haben Anfang 2020 (also lange vor irgendwelchen Förderungen) eine simple 11kW Wallbox von Heidelberg mit 5m Kabel installiert, hat 450€ gekostet. Funktioniert ohne jegliche Probleme und ist sehr robust. Heute würde ich wegen der Förderung natürlich eine teurere nehmen. Da kommt man ja billiger bei weg. Kabel verlegen/ verbuddeln und sowas kann man sowieso als Hausbesitzer selber machen. Den Elektriker braucht man nur zum anschließen bzw. eigentlich nur zum Anmelden beim Netzbetreiber.

Aber Corona und die Förderung werden den Preisen sicherlich auch nicht gut getan haben. Aktuell haben die Hersteller wohl keine Probleme ihr Zeug los zuwerden. Da gibt es dann sicherlich auch keine Rabatte.

„Die Teuerste kostet knapp 1200 Euro, die Preiswerteste knapp 700 Euro.

Gibt aber auch gute professionelle Wallboxen um die 500 Euro.“

Ja! Beispiel: Solider Hersteller, förderfähig UND integriertes RCM Modul –> Gleichstromfehlererkennung 6mA DC nach IEC61851 eingebaut: Aktuell 649,-

https://www.voelkner.de/products/2986477/Wallbe-Eco-2.0s-Sonderedition-eMobility-Ladestation-Typ-2-Mode-3-11-kW-5-0-m.html

Auf tel. Anfragen wurde freundlich und kompetent geantwortet! Läuft – mit div. eAutos von Besuchern inzwischen oft getestet – hier völlig problemlos!

Ergänzung:
… auf tel. Anfragen beim Hersteller wurde freundlich und kompetent …

Man muß dazu auch anmerken, daß es meist um Eigenheim Besitzer geht. Idealer Weise mit PV, möglicher Weise noch WP und halt Wallbox, hat bei mir noch die Panzersicherung erhöht und die Installation für die Pool Wärmepumpe, alles offiziell genehmigt.

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