EnBW verspricht 10.000 Elektroauto-Schnellladepunkte bis 2025

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Der Energiekonzern EnBW, einer der Marktführer bei der Schnelllade-Infrastruktur für Elektroautos, will bis 2025 „ein flächendeckendes Netz mit 10.000 Schnellladepunkten“ errichtet haben, wie EnBW-Chef Frank Mastiaux in einem Gespräch mit dem Handelsblatt erklärte. Als Zwischenziel peile EnBW 1000 Standorte bis Anfang des kommenden Jahres an, mit insgesamt etwa 2500 einzelnen Ladepunkten. Da EnBW derzeit „im Schnitt jeden Tag einen neuen Standort in Betrieb“ nehme, sei das Ziel mit 10.000 Ladepunkten realistisch. Mit seinem Zwischenziel erfüllt allein EnBW bereits ein im Masterplan Ladeinfrastruktur formuliertes Ziel der Bundesregierung: „Erstes Ziel soll die Errichtung von 1000 Schnellladestandorten sein“, heißt es in dem Papier.

Der Hochlauf der Elektromobilität werde nicht an den Schnellladestationen scheitern, so Mastiaux weiter. EnBW investiere hohe Beträge in die Infrastruktur: Allein auf der Netzseite – der Verstärkung des Stromnetzes sowie beim Anschluss der Standorte – seien 500 Millionen Euro geplant, hinzu kämen um die 100 Millionen Euro pro Jahr für den Aufbau der Standorte sowie der digitalen Infrastruktur.

Wir sind heute Marktführer im Bereich Schnelllader gemessen an unserer Netzgröße – und wollen das bleiben“, kündigte Mastiaux an. Aktuell betreibt EnBW dem Bericht zufolge 340 Schnellladestandorte in Deutschland mit knapp 1000 Ladepunkten, 140 weitere seien in Fertigstellung und 200 in der Projektphase. Bis Anfang 2021 sollen die 1000 vollendet sein, bestätigt Timo Sillober, Vertriebschef von EnBW. Der Anbieter sei aktuell an jeder dritten der gut 400 Raststätten entlang der Autobahnen vertreten. „Alle 90 Kilometer findet ein Kunde entlang der Autobahnen eine Ladesäule von uns“, erklärt Sillober. Diese Distanz soll in den kommenden Jahren auf 40 bis 50 Kilometer schrumpfen, zudem soll auch an Autohöfen abseits der Autobahnen Schnellladeinfrastruktur entstehen.

Schnellladepunkte auch für Städte

Sillober ist der Meinung, dass auch „im urbanen Umfeld öffentliche Schnellladepunkte“ aufgebaut werden sollten: „Wenn man es intelligent macht, bekommt man relativ schnell ein flächendeckendes Netz hin.“ Modular aufgebaute Schnelllade-Hubs, etwa in der Nähe von Einkaufszentren, sollen nach und nach vergrößert werden können. Mit dem Bekleidungshersteller Trigema etwa habe sich EnBW bereits auf den Ausbau von deutschlandweit 22 Standorten mit Schnellladern mit 150 bis 300-kW Leistung verständigt.

Wer ein Elektroauto kaufen will, muss überzeugt sein, dass er überall ausreichend Möglichkeiten zum Laden findet“, sagt auch EnBW-Chef Mastiaux. Außerdem plädiert er für eine Klarheit bei Tarifen und einfache Abrechnungsmodalitäten: „Elektromobilität muss transparent und simpel sein.

Mit dem Ausbau gehe EnBW stark in Vorleistung. Aktuell verzeichne der Anbieter an den Ladehubs im Schnitt zwei bis drei Ladevorgänge pro Tag und Ladepunkt. Wirtschaftlich sei es aber erst dann, wenn sechs bis acht Autos pro Tag geladen werden. Mastiaux geht davon aus, dass auch dies bald erreicht ist: „Mitte der Dekade dürften wir mit der Elektromobilität die Grenze zur Profitabilität erreichen“, zeigt sich der EnBW-Chef zuversichtlich.

Quelle: Handelsblatt — EnBW verspricht 10.000 Schnellladepunkte für Elektroautos

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3 Antworten

    1. Da bis standartmässig bis 2025 Elektroautos fast equivalente Reichweiten haben werden wie heutige Verbrenner, und auch zusätzlich zu Hause, im Office, in Hotels, Restaurants, Einkaufszentren, Parkanlagen, Campingplätzen usw. usf. batterieschonender und oft auch gratis AC laden können, werden diese Schnellladepunkte zwar eine “wertvolle Ergänzung” sein aber eben nur auch nur das. Diese Ladeinfrastruktur ist nicht gratis, das heisst irgend jemand bezahlt immer, ich nehme einmal an der Kunde, der an der Ladesäule Energie bezieht.

      Deshalb wird für mich stets die Devise gelten “Laden an einem solchen Netzwerk nur soviel wie absolut notwendig”. Der Eneriebezug bei einem solchen Ladevorgang wird bei mir immer nur soviel sein, bis ich wieder an einen der oben genannten AC Ladepunkte komme. Für mich wird es also nur in sehr seltenen Ausnahmefällen eine Ladung an einer Schnelladesäule geben und diese dann auch nur bis max. 80% der max. Batteriekapazität.

      Vorteile: Freigabe des Schnellladepunktes in kurzer Zeit an andere Elektrofahrzeuge.

      Vollladen bei Elektroautos ist wie volltanken bei Verbrennern und ist so etwas wie aus vergangenen Zeiten.

      Was sehr wichtig ist, dass dieses von EnBW aufgestellte Ladenetz auch z.B. in das http://www.plugsurfing.com Netz eingebunden wird, so dass der weltweite Token gültig ist.

      Was ganz ganz wichtig ist, dass NUR ein LADENDES Elektroauto den Ladeplatz besetzten darf. Dafür gibt es leider noch keine verbindlichen Regeln, oder ich habe bis jetzt noch von keinen gelesen. Wer nicht lädt, fährt.

      1. Ich finde die Herangehensweise von EnBW auch sehr erfreulich, für mich gilt aber auch, dass ich DC laden nur mache, wenn es unvermeidbar oder eben umsonst ist (Aldi Süd, Lidl, Kaufland etc.).
        Wie du schon gesagt hast: irgendwer muss die Schnellader bezahlen. EnBW war auch einer der ersten, die sich deutlich vom Ionity Preis distanziert haben. Hoffentlich behalten sie diese Haltung bei. Ob 39 ct/kWh bei den HPC Ladern gehalten werden können, weiß ich nicht. Darunter wirds wohl eher nicht gehen. Vielleicht muss man für die alder an der Autobahn dann auch eher mit 49ct/kWh rechnen.
        Nichtsdestotrotz muss man ja auch immer die sog. Laternenparker im Auge behalten. Die können vielleicht nur an eine DC Säule zum aufladen. Da braucht man die dann auch in der Stadt. EnBW bezieht aber auch den Netzausbau mit ein und guckt sich das ja in Pilotprojekten auch schon an.

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