Northvolt senkt Kostenschätzung für europäisches Batteriewerk und sucht Investoren

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Northvolt hat die geschätzten Kosten für den Bau der größten Batteriefabrik Europas gesenkt und damit einem Projekt Auftrieb gegeben, bei dem es darum geht, Investoren anzuziehen, die sich Sorgen um Asiens Vorsprung in der Branche machen. Die Bodenvorbereitung auf dem Werksgelände, dem ersten Schritt der Bauphase, begann am 8. Juni. Dieser wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 fertiggestellt und im Rahmen der laufenden Förderung finanziert.

Das schwedische Unternehmen, das vom ehemaligen Tesla-Chef Peter Carlsson gegründet wurde, wird “deutlich weniger” ausgeben als seine bisherige Prognose von 4 Milliarden Euro, sagte der Chief Operating Officer Paolo Cerruti Reuters, ohne eine neue Zahl zu nennen. Im Mai gab bereits der Münchner Elektrokonzern Siemens bekannt, dass man 10 Millionen Euro investiere und Northvolt beim Bau einer Fertigung für Batteriezellen unterstütze. Im Jahr 2020 soll die Fabrik in Betrieb gehen, dann werde Siemens Northvolt zu einem bevorzugten Batterie-Lieferanten machen.

Die Senkung der geschätzten Kosten lässt sich dadurch begründen, dass Möglichkeiten zur Steigerung der Anlagenproduktivität und zur Senkung der Rohstoffkosten sowie der Energiemenge, die zur Erzeugung jedes Gigawatt Batteriestromes benötigt wird, gefunden wurden. Vonseiten der Politik ist man daran interessiert, dass sich die einheimischen Batteriehersteller zu Konkurrenten asiatischer Unternehmen wie CATL und Samsung entwickeln, die eine marktbeherrschende Stellung in der Branche aufbauen.

Die Nachfrage wird in den kommenden Jahren mit steigender Produktion von Elektrofahrzeugen steigen, wobei der Northvolt-Investor InnoEnergy den Markt bis 2025 auf bis zu 250 Milliarden Euro pro Jahr beziffern wird. Northvolt plant den Bau einer Fabrik in Schweden, um bis 2023 jährlich 32 Gigawattstunden (GWh) Batteriekapazität zu produzieren. Für eben diese Batteriefabrik hat Northvolt nun Nemaska als Lithium-Lieferanten ausgewählt. Nemaska Lithium hat seinen Sitz im kanadischen Québec und hat gemeinsam mit Northvolt eine Grundsatzvereinbarung über die Lieferung von Lithiumhydroxid unterzeichnet.

Nortvolth bereitet sich aktuell darauf vor in diesem Jahr 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro an Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen, um zum Aufbau einer ersten Kapazität von 8 GWh beizutragen, und erwartet, dass die Europäische Investitionsbank – ein bestehender Geldgeber – einen Teil der Schulden bereitstellt. Darüber hinaus hat sie Banken beauftragt, institutionelle Investoren für den Aktienanteil zu gewinnen. Aber das könnte sich als schwieriger verkaufen.

Das schwedische Unternehmen hat sein Ziel von 80- 100 Millionen Euro bei der Erstfinanzierung überschritten, aber der Prozess dauerte länger als erwartet. Obwohl Partner wie ABB und Scania jeweils 10 Millionen Euro investierten, war das Darlehen der EIB in Höhe von 52,5 Millionen Euro zusammen mit der schwedischen Regierung bei weitem der größte Beitrag. Die EIB habe zudem “ihre Bereitschaft bekundet”, sich an der Schuldenaufnahme zu beteiligen. Dies wurde von einem Sprecher der EIB bestätigt.

Quelle: Reuters – Northvolt cuts cost estimate for European battery plant as seeks investors

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