Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann: „Es muss sich aber alles ändern, damit es elektrisch werden kann“

Thomas Neumann - alles muss sich ändern

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 739797655

Die deutschen Autobauer erhalten die Tage scharfe Kritik, wenn es um deren Elektroauto-Strategie geht. Dabei folgt diese quasi aus den eigenen Reihen. Zumindest fast, denn Karl-Thomas Neumann sollte, als ehemaliger Opel-Chef, wissen wovon er redet. Er geht davon aus, dass alle zwar E-Mobilität wollen „aber sie wollen auch, dass alles so bleibt, wie es ist“. So äußert sich zumindest Neumann gegenüber dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ (Ausgabe 1/2019).

Vielmehr sei er persönlich der Überzeugung: „Es muss sich aber alles ändern, damit es elektrisch werden kann, und diesen Gedanken haben die Traditionellen nicht“. Neumann selbst ist seit einiger Zeit wieder im Automobilbereich tätig, allerdings für keinen der großen Hersteller, sondern für ein in Kalifornien betriebenes Auto-Startup. Anfang April 2018 ist Neumann Evelozcity beigetreten.

Neumann ergänzt bei dem Start-up ein bereits durchaus beeindruckendes Führungsteam. Das Unternehmen wird von Stefan Krause geführt, dem ehemaligen Finanzvorstand der Deutschen Bank und der BMW AG. Ulrich Kranz, oft als Vater von BMWs Elektroauto-Sparte BMW i bezeichnet, ist verantwortlich für Technologie. Der Designer von BMW i3 und i8, Richard Kim, ist verantwortlich für das Design künftiger Evelozcity-Produkte.

Als Teil der Geschäftsleitung von Evelozcity steht für ihn fest, dass Elektroautos nicht mehr mit den bisher in der Branche üblichen Margen produziert werden können. Der Grund: große Konkurrenz und hohe Kosten für die Batterie. Deshalb müssten Vertrieb und Produktion komplett umgestellt werden. Dies bedeutet vollkommenes Umdenken, wie man es bereits von Tesla sowie mittlerweile Polestar und BYTON kennt.

Für ihn ist klar: „Das ist ein völlig anderes Denken“. Hart gesagt bedeute dies Zerstörung für alles  was die Hersteller derzeit tun. Auch Neumanns Geschäftspartner Stefan Krause teilt diese Überzeugung. Krause geht soweit und sagt, dass er nicht glaube, dass die deutsche Autoindustrie genügend Innovationskraft für den Wandel aufbringt.

„Wenn Tesla eine Tochtergesellschaft von BMW gewesen wäre, und die hätten 14 Jahre lang so viel Cash verbrannt, dann wäre doch schon dreimal der gesamte BMW-Vorstand rausgeworfen worden“, sagte Krause. „Und die Shareholder hätten das Projekt gestoppt“, so der ehemalige BMW-Finanzvorstand weiter.

Man darf gespannt sein wie die deutschen Automobilhersteller sich künftig schlagen. Und welche Fahrzeuge uns Evelozcity als Lösung für die Zukunft präsentieren wird.

Quelle: Wallstreet-Online – Ex-Opel-Chef rügt deutsche Autoindustrie

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann: „Es muss sich aber alles ändern, damit es elektrisch werden kann““ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
10 Comments
Ältester
Neuster Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

„Das ist ein völlig anderes Denken“….. genau, das ist notwendig !
„Krause geht soweit und sagt, dass er nicht glaube, dass die deutsche Autoindustrie genügend Innovationskraft für den Wandel aufbringt.“…….Tja, könnte sein, dass man sich in Deutschland schwer tut mit dem „anders Denken“ (zuviel konventionelles und rückwärtsdenken – sehe es in meinem Bekanntenkreis)….aber Ausnahmen gibt es, z.B. Sono Motors (Sion)…..

Blödsinn, ein Auto bleibt ein Auto, da ändert sich nicht wirklich viel. Die Händler sind ja sowieso schon unabhängig, die werden halt Pleite gehen.
Was sich ändern muss ist die Ladeinfrastruktur und z.B. auch, wenn man es wirklich ernst meint mit CO2 Reduktion, ein Tempolimit von max 120 km/h auf Autobahnen.

Mich erinnert das Verhalten der heutigen AutobesitzerInnen an das Bild aus Western mit angebundenen Pferden vor dem Saloon. Das SUV ist der moderne Gaul, der treue Gefährte mit dem vertrauten Stallgeruch. Da spielt es keine Rolle, wie er angetrieben ist, ob er Hafer frisst oder Heu. Das Auto ist im Kern ein archaisches Gefährt. Es wegzuerfinden wird sehr schwer, dazu… Weiterlesen »

Ja stimmt, wenn es mit E-Mobilität klappen soll muss vieles anders werden. Es schlägt sich ja prima auf die ‚hinterwäldlerischen, dödeligen‘ Autobauer ein. Aber falls es noch keiner gemerkt hat – die bewegen sich soeben! Und im Gegensatz zu den großspurigen Neu- und Startup-Autobauern können die Stückzahl. Es wäre mal an der Zeit jetzt den geruhsam im Sessel sitzenden Energieversorgern… Weiterlesen »

Und ewig grüßt das Murmeltier! Muss jeder Bürger ein Auto haben? Niemand weiß was in der Zukunft passiert… Ob die meisten Menschen überhaupt sich ein Auto leisten wollen. Die meisten Autos sind meistens im Schnitt 10 Jahre alt. Da stellt sich dann die Frage, Neuanschaffung oder ob Carsharing nicht günstiger ist. Zumal man ja auch nicht immer ein Auto braucht… Weiterlesen »

Und ewig grüßt das Murmeltier! Muss jeder Bürger ein Auto haben? Niemand weiß was in der Zukunft passiert… Ob die meisten Menschen überhaupt sich ein Auto leisten wollen. Die meisten Autos sind meistens im Schnitt 10 Jahre alt. Da stellt sich dann die Frage, Neuanschaffung oder ob Carsharing nicht günstiger ist. Zumal man ja auch nicht immer ein Auto braucht… Weiterlesen »

—–e Mobilität läuft jetzt recht gut an. Dies geht aber langsamer als vor 10 Jahren gedacht. Die Gründe dafür können
wir hier in den Beiträgen immer wieder erfahren. Danke Sebastian für deine gute wertvolle Arbeit. Wir wünschen Dir schöne Festtage und ein ebenso erfolgreiches elektrisches 2019.

Von wegen ist die Schweiz ein Vorbild. Allerhöchstens die Elektifizierung der Busse in den Grosstädten ist seit 50 Jahren OK. Politiker kennen kaum die Elektroautos. Die Importeure der deutschen Autofirmen sagen sich: „ wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe„. Der politische Rechtsrutsch in Europa wird noch Folgen haben. Dagegen wird jetzt mobilisiert, wenigstens die Klimaziele wieder auf die… Weiterlesen »

Und wie läuft s den in den USA ? Wenn Trump könnte würde er wieder Kohlevergaser an die Autos bauen lassen……Dem zeigen aber dort die heimische sehr starke Industrie und die Kunden wie der Hase zu laufen hat. Für Tesla und vor allem GM sind wir hier halt leider räumlich sehr weit entfernt. Die E Autoproduktion wird auf den neuen… Weiterlesen »

Diese News könnten dich auch interessieren:

NIO: Vereinbarung mit einem der größten Autovermieter Europas getroffen
Peugeot wird bis 2030 zur reinen Elektromarke in Europa
Renault „Refactory“: Schnelles Wiederaufbereiten von Gebrauchtwagen
10
0
Sag uns deine Meinung zu diesem Thema.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).